RME ADI-2 DAC im Test

RME ADI2 DAC Review

Heute sehen wir und den ADI 2-DAC aus dem Hause RME etwas genauer an. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Hersteller der eher Produzenten und Musiker anspricht. Seit dem RME-ADI 2-Pro ist der Hersteller nun auch unter „Audiophilen“ ein Begriff. Grund genug also den ADI-2DAC zu testen.

RME ADI-2 DAC im Detail

Verpackung und Lieferumfang:

Die Kartonage des ADI-2-DAC wurde sehr modern gestaltet. Auf der Vorderseite prangt der DAC und auf der Rückseite finden wir die wichtigsten Details. Die zum Einsatz kommenden Farben in Weiß und Anthrazit versprühen dabei gleichzeitig einen Hauch von Understatement.

RME ADI 2-DAC  Lieferumfang
  • Fernbedienung
  • Ausführliches Handbuch in Deutsch und Englisch
  • Externes Schaltnetzteil inkl. Kabel
  • USB Kabel mit 1,8m Länge

Der Lieferumfang gefällt insbesondere durch das ausführliche Handbuch. Hierbei wird auf sämtliche Details eingegangen und Anhand von Diagrammen leicht verständlich gemacht. Die Fernbedienung gefällt uns natürlich auch, selbst wenn wir nur die Hand ausstrecken brauchen um am ADI-2-DAC Einstellungen vor zu nehmen.

Technische Daten

Digitale Eingänge

Allgemein
• Lock Range: 28 kHz – 200 kHz
• Jitterunterdrückung: > 50 dB (2.4 kHz)
• Jitter bei Sync auf Eingangssignal: < 1 ns
• Akzeptiert Consumer und Professional Format

SPDIF coaxial
• 1 x Cinch, nach IEC 60958
• hochempfindliche Eingangsstufe (< 0.3 Vpp)
• AES/EBU kompatibel (AES3-1992)

SPDIF optical
• 1 x optisch, nach IEC 60958
• ADAT kompatibel

Analoge Ausgänge
XLR

• Ausgangspegel schaltbar +19 dBu, +13 dBu, +7 dBu, +1 dBu @ 0 dBFS
• Rauschabstand (SNR) @ +7/+13/+19 dBu: 117 dB RMS unbewertet, 120 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ +1 dBu: 115,4 dB RMS unbewertet, 118,9 dBA
• Frequenzgang @ 44.1 kHz, -0.1 dB: 0 Hz – 20.2 kHz
• Frequenzgang @ 96 kHz, -0.5 dB: 0 Hz – 44.9 kHz
• Frequenzgang @ 192 kHz, -1 dB: 0 Hz – 88 kHz
• Frequenzgang @ 384 kHz, -1 dB: 0 Hz – 115 kHz
• Frequenzgang @ 768 kHz, -3 dB: 0 Hz – 109 kHz
• THD @ -1 dBFS: -112 dB, 0.00025 %
• THD+N @ -1 dBFS: -110 dB, 0.00032 %
• THD @ -3 dBFS: -116 dB, 0.00016 %
• Übersprechdämpfung:: > 120 dB
• Ausgangsimpedanz: 200 Ohm symmetrisch, 100 Ohm unsymmetrisch

Chinch
Wie XLR, aber:
• Ausgang: Cinch, unsymmetrisch
• Ausgangspegel 6 dB niedriger als XLR (-5 dBu to +13 dBu @ 0 dBFS)
• Rauschabstand (SNR) @ +13 dBu: 117 dB RMS unbewertet, 120 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ +1/+7 dBu: 114/116 dB RMS unbewertet, 117/119 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ -5 dBu: 109 dB RMS unbewertet, 113 dBA

Phones
Wie Cinch, aber:
• Ausgang: 6,3 mm Stereoklinke, unsymmetrisch
• Ausgangsimpedanz: 0.1 Ohm
• Rauschabstand (SNR) @ +22 dBu: 117 dB RMS unbewertet, 120 dBA
• Rauschabstand (SNR) @ +7 dBu: 116 dB RMS unbewertet, 119 dBA
• Ausgangspegel bei 0 dBFS, High Power, Last 100 Ohm oder höher: +22 dBu (10 V)
• Ausgangspegel bei 0 dBFS, Low Power, Last 8 Ohm oder höher: +7 dBu (1.73 V)
• THD @ +18 dBu, 32 Ohm Last, 1.2 Watt: -110 dB, 0.0003 %
• THD+N @ + 18 dBu, 32 Ohm Last: -107 dB, 0.00045 %
• THD @ +14 dBu, 16 Ohm Last, 0.94 Watt: -110 dB, 0.0003 %
• Maximale Ausgangsleistung @ 0.001% THD: 1.5 W pro Kanal

IEM
Wie Phones, aber:
• Ausgangspegel bei 0 dBFS: -3 dBu, 0.55 V
• Rauschabstand (SNR) @ -3 dBu: 115 dB RMS unbewertet, 118 dBA
• Maximale Ausgangsleistung, 8 Ohm, 0.001% THD: 40 mW pro Kanal

Digitaler Teil
• Clocks: Intern, SPDIF In
• Low Jitter Design: < 1 ns im PLL Betrieb, alle Eingänge • Internal clock: < 800 ps Jitter, Random Spread Spectrum • Jitterunterdrückung bei externer Clock: > 50 dB (2.4 kHz)
• Praktisch kein effektiver Jittereinfluss der Clock auf DA-Wandlung
• PLL arbeitet selbst mit mehr als 100 ns Jitter ohne Aussetzer
• Zusätzliche digitale Bitclock-PLL für störungsfreies Varipitch im ADAT-Betrieb
• Unterstützte Samplefrequenzen für externe Clocks: 28 kHz bis zu 200 kHz
• Interne Clocks: 44.1 kHz bis zu 768 kHz

Allgemeines
• Mitgeliefertes Netzteil: externes Schaltnetzteil, 100 – 240 V AC, 12 V DC, 2 A, 24 Watt
• Leistungsaufnahme im Standby: 120 mW (10 mA)
• Leistungsaufnahme im Leerlauf: 7 Watt, Max. Leistungsaufnahme: 18 Watt
• Stromaufnahme im Leerlauf bei 12 V: 570 mA (6,8 Watt)
• Abmessungen (BxHxT): 215 x 52 x 150 mm
• Gewicht: 1.0 kg
• Temperaturbereich: +5° bis zu +50° Celsius
• Relative Luftfeuchtigkeit: < 75%, nicht kondensierend

Die technischen Details fallen wie man sieht recht üppig aus. RME geizt hier nicht mit der Präsentation der einwandfreien Messwerte, was durchaus für den deutschen Hersteller spricht. Aber auch so bietet der ADI 2-DAC einige interessante Sachen, dir vor allen Dingen für Musikhörer interessant sein dürften. Das wären zum Beispiel diverse Crossfeed Filter, DAC-Filter und ein parametrischer 5 Band Equalizer.

Auf diese Dinge gehen wir später in unserem Praxischeck noch etwas näher ein. Die Verarbeitung gefällt uns ebenfalls sehr gut, die Druckknöpfe bieten einen strammen Wiederstand und die Drehpotis knacken ordentlich. Es fühlt sich alles sehr satt an. Rein haptisch greift man also gerne zum Gerät. Der Formfaktor wirkt zusätzlich überzeugend, mit seinen kompakten Abmessungen ist er wie geschaffen für den Bereich Desktop Audio.

RME-ADI2DAC

Das integrierte Display löst hoch auf und gefällt durch eine gute Übersicht. Hierbei kann man aus drei unterschiedlichen „Startseiten“ wählen und beispielsweise die Dezibel anzeigen lassen, anstelle des Equalizers oder der aktuellen Sample Rate. Neben dem Display sind auch der Lautstärkeregler sowie der Einschaltknopf weiß beleuchtet. Man kann das Display auch komplett ausblenden(Dark-Mode), ein Kundenwunsch auf den der Hersteller eingegangen ist und auch umgesetzt hat.

Welchen Wandler Chip RME konkret beim ADI 2-DAC verbaut hat, weiß man noch nicht so genau. Während viele davon ausgehen, dass es sich um einen AKM4490 Chip handelt, könnte es sich unter Umständen auch um einen aktuelleren AKM-Chip handeln. Wir wissen es nicht exakt, aber die erreichten Werte sprechen durchaus von einem Chip der allerbesten Güte.

Ebenso wenig verstecken braucht sich die Verstärkereinheit, welche man dem ADI 2-DAC spendiert hat. Hierbei gilt es zwischen dem Extreme Power Kopfhörerausgang und dem IEM Ausgang zu unterscheiden. Denn während der extreme Power Ausgang eben auf viel Kraft setzt, so liefert der IEM Ausgang beste Rauschwerte da In Ears deutlich empfindlicher sind als beispielsweise ein Audeze LCD-2. Damit das funktioniert hat RME dem IEM Ausgang eine optimierte Ausgangsstufe integriert.

Der extreme Power Ausgang wird daher für eher Wirkungsgradschwache und leistungshungrige Kopfhörer verwendet. Er liefert dabei 1,5 Watt an 32 Ohm und wird auch begrenzt. Laut Hersteller sei es sinnvoll den Strom zu begrenzen um Schäden an den Hörern oder gar Fehlfunktionen zu vermeiden. Des Weiteren sehr sinnvoll ist die integrierte Relais Schaltung, welche beim Wechsel von Line Out auf Kopfhörer den Pegel langsam hochfährt. Sollte es zu laut sein, kann man so noch eingreifen und den Pegel reduzieren. Die Leistung des Verstärker fällt dabei auch bei steigender Ohm zahl nicht flach ab. Ergo hat man mit einem 300 Ohm Sennheiser noch immer knapp 400mw zur Verfügung. Zusätzlich lässt sich die Lautstärke auch via. Gain nach oben drehen. Vorab sei schon einmal verraten, dass der ADI 2-DAC keine Probleme mit dem Betreiben unserer HIFIMAN HE-560 hatte.

Die Bedienung funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnungsphase intuitiv und logisch. Hierbei verwendet man einfach die drei zur Verfügung stehenden runden Taster. Die Taster kann man drücken und drehen. Möchte man nun beispielsweise das Setup einstellen, drückt man einfach die Setup Taste und navigiert mit den drei Reglern durch die Menüs. Das Display zeigt dabei auch an, wie viele Unterseiten in einem Hauptmenü vorhanden sind.

Ebenfalls sehr wichtig ist das I/O Menü des ADI 2-DACS. Hier findet man sämtliche digitalen Einstellungen welche der DAC so zur Verfügung stellt. Dabei befinden sich beispielsweise die Untermenüs zur regelbaren Loudnesfunktion (sehr fein), Bass, Treble parametrischen Equalizers, Crossfeed und den allgemeinen Einstellungen. Dabei möchten wir auch darauf hinweisen, dass man für die IEM´s, Kopfhörer sowie Line Ausgänge alle Einstellungen extra anlegen kann. Wechselt man dann von den Aktivlautsprechern, auf Kopfhörer, wechselt automatisch das hinterlegte Profil mit.
Beginnen wir nun mit den Filtern. Crossfeed kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn einem der Kopfhörer zu Kopflastig spielt. Hierbei wird versucht einen Lautsprecher ähnlichen Sound zu generieren. RME setzt dabei auf die Bauer Binaural Methode welche für eine Verengung im oberen Frequenzbereich sorgt und auch die Laufzeitunterschiede berücksichtig. Herauskommen sollte dabei eine ähnliche Bühne wie bei Lautsprechern.

Crossfeed Filter:
1: 650 Hz, -13 dB (Nur ein Hauch)
2: 650 Hz, -9.5 dB (Jan Meier Emulation)
3: 700 Hz, -6 dB (Chu Moy Emulation)
4: 700 Hz, -4.5 dB (30° 3 Meter Emulation)
5: 700 Hz, -3 dB (Beispiel wie ein noch stärkerer Effekt klingt)

Bei unseren Vergleichen gefiel und die Jan Meier sowie Chu Moy Emulation am besten. Am liebsten hören wir aber ohne den Filter, hierbei zählt selbstredend der persönliche Geschmack.
Es gibt auch noch mehrere DA-Filter, mit denen man den Klang noch weiter auf seine Bedürfnisse auslegen kann.

DA-Filter:

  1. SD-Sharp
  2. SD-Slow
  3. Sharp
  4. Slow
  5. NOS

Laut unserer Auflistung handelt es sich bei SD-Sharp um den Frequenzgang welcher am weitesten, linearsten und mit geringster Latenz arbeitet. Bei den Slow Einstellungen fällt der Frequenzgang ab ca. 10 khz und bei NOS fällt der Frequenzgang konstant ab rund 6Khz. Wir haben euch dazu aus dem Handbuch folgende Kurven kopiert und hier eingefügt.

Als weiteres Highlight zählt der parametrische Equalizer, wodurch sich so gut wie alles realisieren lässt wie man es möchte. Dabei hilft das Display durch die in Echtzeit angezeigten Änderungen ungemein. Mit an Bord sind bei Band 1 und Band 5 auch diverse Filter wie Peak, Shelf, High Cut und Low Cut. Die Bedienung geht auch hier wieder durch den Einsatz der drei Tasten intuitiv von der Hand.

Hat man seine persönliche Einstellung gefunden, kann man dieses auch als eines von zwanzig Profilen mit einem Namen gespeichert werden. Der graphische Echtzeitequalizer hilft hier beim Setup wirklich ungemein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Möglichkeit den Equalizer für links und rechts extra einzustellen. Das birgt den Vorteil, dass man so auf unterschiedliche Ohr Geometrien Rücksicht nehmen und dementsprechend optimieren kann.

Im Grunde genommen sind das hier die wichtigsten Elemente die der ADI 2-DAC beherrscht. In den Tiefen der Menüs findet man dann noch weitere Feinheiten die das Gerät so drauf hat. Das geht von der Drehung der Phasen über die Anpassung der Referenzpegel und wie oben schon genannt ein 2-Kanäliger Equalizer weiter und doch noch einiges mehr.

Praxis und Hörtest

Wir wir testen

Wir haben uns nach reiflicher Überlegung dazu entschieden, auf diverse Messungen der Frequenzläufe zu verzichten. Auch wenn wir schon ein „hochwertiges“ Messmikrofon sowie passende Hardware dafür in der Redaktion hatten, würden wir keine adäquaten Messungen zustande bringen. Während man bei Kopfhörern einen Kopf mit Messmikrofonen benötigt, so wäre bei Lautsprechern ein Schalltoter raum empfehlenswert. Beides Dinge die wir als kleine Redaktion nicht so gelöst bekommen um damit zufrieden zu sein.

Dementsprechend versuchen wir die Produkte anhand gewisser Charaktereigenschaften dem Leser zu erklären. Hier greift unser Tester auf eine mehr als 20-Jährige Hörerfahrung zurück. Diese begann mit High-End Car Hifi, verlief weiter zu High-End Home Hifi und ist nun bei Desktop-Audio angekommen. Ein Thema, welchem wir in Zukunft mehr Zeit widmen.

Nun wie und womit laufen die Vergleiche ab?
Um darauf näher einzugehen ist es wichtig, gewisse Faktoren zu berücksichtigen. Die Kette beginnt wie gewohnt immer beim ersten Glied und dieses Glied ist bei der Audiowiedergabe die Quelle. Ergo haben wir uns um eine vernünftige Quelle gekümmert. Hierbei haben wir uns für den Streaming Dienst von Quobuz entschieden. Dabei können wir aus zig Millionen Lieder von FLAC bis Hi-Res zurückgreifen und aus den Vollen schöpfen.

Wo wir schon beim zweiten Glied in der Kette angekommen sind, dem DA-Wandler. Wie es der Name schon ankündigt, handelt es sich hierbei um den Digital zu Analog Wandler. Er ist quasi dafür verantwortlich dass aus der Musikdatei ein Analoges Signal entsteht, welches wiedergegeben wird.

Damit das Signal an den Lautsprecher oder Kopfhörer kommt, muss es noch verstärkt werden. Wo wie nun beim dritten Glied in der Kette angekommen sind, dem Signalverstärker. Dieser verstärkt das aufbereitete analoge Signal, damit es vom letzten und vierten Glied in der Kette dem Lautsprecher oder eben Kopfhörer Wiedergegeben wird.

Zum Einsatz kommendes Material der Wiedergabekette
Als Quelle: Qobuz, Tidal
Als Dac: RME ADI 2-DAC
Als Kopfhörer: Audeze LCD2, Hifiman HE-560, AKG-K712
Nun könnte man auf die Idee kommen, dass Lautsprecher und Kopfhörer als letztes Glied in der Kette das unwichtigste sind, was selbstredend auch nicht stimmt, denn durch den Kauf eines Kopfhörers oder Lautsprechers entscheiden wir uns für eine Klangsignatur, welche uns persönlich eben sehr gut gefällt. Diese Klangsignatur optimieren wir anhand der drei anderen Kandidaten in der Kette. Dass wir dabei auf die passende Aufstellung der Lautsprecher achten, gilt als selbstverständlich.

Auf welche Künstler greifen wir bei unseren Hörvergleichen zurück?
Hans Theesink, Mighty Mo Rodgers, Lloyd Jones, Keb´Mo, Hans Zimmermann, Henry Mancini, Eagles, Dire Straits, Will Sparks, Metallica, Toto, The Police, Stone Sour, Guns´N´Roses, Jessi J, Shania Twain, Eva Cassidy, Norah Jones, Hanna Reid, Lindsey Stirling, Tracy Chapman, Tanita Tikara, Ulla Meinecke, Lynyrd Skynyrd (Engagered Spezies).

Wie man Anhand der Künstler sieht, haben wir so gut wie alle Musikrichtungen abgedeckt. Des Weiteren kommen noch Klassikstücke und die aktuelle Hitparade zum Einsatz. Außerdem haben wir bei den Zuspielern darauf geachtet, mehrere Preisklassen abzudecken. So können sich Einsteiger in das Thema, genauso wie erfahrene Hörer ein Bild vom jeweiligen Lautsprecher oder Kopfhörer machen.

Klangeindruck

Bevor wir mit unserem Klangcheck beginnen, möchten wir darauf hinweisen, dass diese stark von subjektiver Natur sind und unter Umständen nicht Deckungsgleich mit anderen sind. Des Weiteren haben wir auch keinen adäquaten DAC welchen wir mit dem ADI 2-DAC tatsächlich auf Augenhöhe bewerten könnten.

Unser getesteter AUNE T1SE MKIII spielt hier auch preislich in einer ganz anderen Liga, weswegen wir in dem Fall auf den Vergleich verzichten und euch primär von unseren Erfahrungen erzählen die wir die letzten Wochen so gemacht haben.

Das wichtigste vorab, das Handbuch hilft dabei ungemein, sein persönliches Setup zu finden. So sollte man schon wissen was ein Peak oder Shelf Filter auch tatsächlich im Hintergrund verursacht. Wir haben euch dafür viele Links am Ende des Tests zusammengestellt um Euer wissen dahin gehend schärfen zu können. Zusätzlich sollte man sich an die Bedienung gewöhnen um beispielsweise den Filter schnell anpassen zu können.

Aber nun legen wir los, wie klingt er nun der ADI 2-DAC. Auf alle Fälle deutlich musikalischer als wir Eingangs vermutet haben. Denn ursprünglich dachten wir, dass es eine eher trockene Erfahrung wird. Also ein Produkt das Messtechnisch perfekt ist, aber den musikalischen Aspekt weiter hinten anstellt.

Nach den ersten Takten Hans Theesink „Jesus in the Mainline“ (Homesooking-Live) wippen auch schon die Füße passend zum Groove. Dabei fällt sofort eine gewisse Leichtigkeit bei der Wiedergabe auf. Der ADI-2 klingt dabei absolut transparent und kristallklar, zeichnet eine realistische Bühne auf und lokalisiert auch die Musiker perfekt.
Dabei verliert er sich aber auch nicht in eine gewisse Kühle, sondern zeigt auch bei kritischen Frauenstimmen eine gewisse Feingeistigkeit, mit der man zu Beginn nicht gerechnet hat. Dabei nehmen wir gerne Pat Benatar, welche je nach Wiedergabekette von extrem genial bis zu kaum aushaltbar klingen kann.

Im Falle des ADI 2-DAC fiel die Reaktion mit wippenden Kopf und Füßen aus. Das dezente Headbangen stellt für den Hifiman HE-560 auch keine großen Probleme dar. So wie es den ADI 2-DAC vor keine Herausforderung stellt, den HE-560 adäquat zu betreiben. Dabei verliert der ADI-2 keine Übersicht und schiebt auch die Bässe bei höheren Pegeln passend dimensioniert nach. Eva Cassidys Field´s of Gold (Songbird) zaubert uns eine Gänsehaut auf den Körper und im Grunde genommen weiß man, das der ADI 2-DAC etwas Besonderes kann.

Nämlich durch Musik Emotionen und Reaktionen auslösen. Eva´s Stimme klingt dabei angenehm, klar, transparent und angereichert mit etwas wärme, so dass es ein wahres Vergnügen ist, weiter an der Musik zu lauschen. Ja lauschen, denn der Verstärker liefert auch schon unten herum genug Potenz um gut zu klingen. Selbst klassische Musik mit großem Orchester präsentiert der ADI-2 in einer bestechenden Qualität. Er besitzt auch eine immense Dynamik und schafft es problemlos große Dynamiksprünge aufzuzeigen.

Nun waren wir natürlich gespannt wie unser Schiit LYR2 mit dem RME ADI 2-DAC so harmoniert. Hierbei gilt zu beachten, dass wir unseren LYR2 nicht mehr mit den Standardröhren sondern 2 gematchten 6H23P-EB NOS aus russischer Fertigung betreiben. Diese haben uns nach mehreren Monaten des Vergleichens einfach am besten gefallen. Der LYR2 profitiert sehr deutlich vom ADI 2-DAC und spielt in Kombination mit den russischen NOS-Röhren auch noch einmal etwas besser auf. So sind die Bässe besser konturiert, der Raum etwas größer und auch dreidimensionaler. Die Mitten sind angenehm klar, neutral und auch die Höhen zeigen null Schärfe auf. Einen gewissen Hang zum Schmelz oder auch Schönfärben hat man in dieser Konstellation trotz der Röhrenvorstufe nicht. Auch in Sachen Mikrodetails spielt der LYR2 besser denn je auf.

Er partizipiert einfach hervorragend von den Leistungen des DAC´s und setzt diese auch gekonnt um. Spielt man sich dann noch gerne mit den unterschiedlichen Filtern die der DAC so bietet, erkennt man erst das wahre Potential des ADI 2-DAC´s. So bevorzugen wir beispielsweise eher die SLO oder den NOS Filter. Beide Filter schwächen ab einem gewissen Frequenzbereich die höhen etwas ab. Wir sind uns aber auch sicher dass viele andere Anwender lieber auf die SHARP Filter setzen, denn diese zeigen einen linearen Frequenzgang mit geringster Latenz auf. Gleiches gilt für den Equalizer, spielt der Hörer gerne scharf oder hat er einen Peak, rationalisiert man diesen einfach weg. Sofern man das möchte, der ADI 2-DAC gibt einem nur das nötige Werkzeug in die Hand, man kann auch weiterhin alles linear laufen lassen.

Fazit

RME hat mit dem ADI 2-DAC so etwas wie den feuchten Traum vieler Kopfhörerenthusiasten auf die Beine gestellt. Hauptgrund hierfür sind die vielen Möglichkeiten die einem dieser DAC-AMP bietet. Durch die vielen Eigenschaften die der ADI 2-DAC so mitbringt, kann man auch auf schlechte Aufnahmen reagieren.

Aber auch die Filter laden zum Experimentieren ein und unterscheiden sich zum Teil doch deutlich. Zumindest ist zwischen SHARP und NOS schon ein deutlicher Unterschied wahr zu nehmen. Eine Sache die viele weitere DAC´s aber nicht anbieten. Gleiches gilt für Crossfeed und den hervorragend anpassbaren parametrischen Equalizer. Auch wenn wir selbst der Meinung sind, das man am besten nichts anfasst und sämtliche Einstellungen linear lässt, ist es doch eine gute Möglichkeit einem kritischen Kopfhörer diverse Peaks abzugewöhnen. Weswegen wir diese Option mittlerweile als sehr wichtig erachten.

Die Verstärkereinheit ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben und begeistert durch eine immense Neutralität und Transparenz. Zusätzlich verfügt Sie über ausreichend Leistung um auch Leistungshungrige Kopfhörer anzutreiben. In Kombination mit dem DAC ergibt das Gesamtkonzept ein musikalisches Ergebnis das sich sehen lassen kann. Dementsprechend wird der ADI 2-DAC in Zukunft auch für unsere Kopfhörervergleiche herhalten müssen. Der Preis ist gerechtfertigt, mit rund 925 € erhält man in Summe seiner Eigenschaften trotzdem ein Schnäppchen. Verglichen mit dem Preis einer aktuellen Nvidia-Titan Grafikkarte geht sich da sogar noch ein fetter Kopfhörer aus.

Bedanken möchten wir uns bei Andreas Pohnitzer von der Kopfhörerboutique, welche den ADI-2DAC der an sich schwer lieferbar ist, für uns lagernd hatte.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Bei Fragen stehen wir euch gerne in unserem Forum zur Verfügung.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen