Audeze Mobius im Test

Mit dem Audeze Mobius testen wir heute erstmals ein Headset das anstelle von dynamischen Treibern auf einen magnetostatischen Antrieb setzt. Ob der für seine High-End Modelle bekannte amerikanische Hersteller auch gute Headsets bauen kann, erläutern wir in unserem Artikel.

Audeze Mobius Details

Lieferumfang und Verpackung

Der Mobius wird in einer modernen schwarzen Kartonage versendet. Darauf sind vorderseitig die wichtigsten Informationen angebracht. Öffnet man den Karton, gibt es zwei weitere Verpackungseinheiten. Darin befinden sich das Handbuch Garantiekarte sowie die Kurzanleitung. Im weiteren Karton sind dann die gesamten Kabel untergebracht.

Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt insgesamt recht umfangreich aus und beinhaltet neben dem Headset noch folgendes:

  • Abnehmbares Mikrofon
  • USB-C- zu USB-C-Kabel
  • USB-C- zu USB-A-Kabel
  • 3,5 mm Klinkenkabel

Technische Daten

  • Bauart: geschlossen, ohrumschließend,
  • Größe: 100mm Planar Magnetisch
  • Frequenzbereich: 10 – 50.000 Hz
  • Max SPL: +120 Db
  • Farbe: Schwarz / Kupfer
  • Ohrpolster: Kunstleder, Memory Foam
  • Gewicht: 380 g (mit Kabel und Stecker)
  • Kompatible Codecs:
  • LDAC, AAC, SBC, Bluetooth 5

Das erste Headset von Audeze setzt auf ein geschlossenes Gehäuse. Dabei erzielt der Hersteller bei passender Abdichtung (Seal) eine sehr gute, aber auch nicht zu starke Dämpfung. Man wird von der Umwelt zwar abgeschottet, bei geringen Abhörlautstärken sollte man aber beispielsweise die Türglocke noch läuten hören. Die Verarbeitung ist den Amerikanern dabei an sich sehr gut gelungen. Es wird zwar auf edle Materialen (Holz, Aluminium, Edelstahl etc.) verzichtet, dennoch hinterlässt der Hörer aber haptisch einen robusten Eindruck. Dieser wird primär durch die Softtouchlackierung generiert.

Bedienelemente des Mobius
Bedienelemente

Die Tonerzeugung übernimmt ein orthodynamischer Treiber. Hier wird eine dünne Folie durch zwei Magneten hin und her bewegt, was vereinfacht gesagt Sound generiert. Magnetostaten zeichnen sich in der Regel durch tiefreichende Bässe sowie angenehme Mitten aus. Der Hochton wird bei vielen Modellen aber oftmals (Herstellerseitig) etwas abgesenkt, um wärmer oder auch angenehmer zu klingen.
Auf der linken Seite befinden sich sämtliche Bedienelemente des Mobius. Hierbei sind einige Optionen durch mehrfach Belegungen der Tasten zu erreichen. Dabei benötigt man etwas Einarbeitungszeit um immer die gewünschte Option zu erreichen. Sämtliche Tasten weisen einen angenehmen Druckpunkt auf, die Drehregler könnten sich aus unserer Sicht allerdings etwas satter bewegen lassen. Das Mikrofon wird ebenfalls an der linken Seite angesteckt.

Features

  • High-End-Headset mit Bluetooth, USB und 3,5-Klinke
  • Integriertes Headtracking mit 3-D-Sound und simuliertem Raumklang
  • Neodym-Magnet-Treiber mit magnetostatischen Membranen
  • Integriertes symmetrisches Verstärkungsdesign mit 2 x 1 Watt
  • Integrierter DSP „Audeze Cipher“
  • Bis zu 12 Stunden Akkulaufzeit, Ladezeit von vier Stunden

Der Mobius ist vollgepumpt mit sinnvollen Features, welche abgesehen von Musikliebhabern selbstredend auch den Gamer ansprechen sollten. Neben einem leistungsfähigen DSP ist auch ein symmetrisch ausgeführter Kopfhörerverstärker an Board.

Anschlüsse des Audze Mobius
Anschlüsse

Mit dem israelischen Hersteller Waves hat man sich einen weiteren Spezialisten an Bord geholt. Dieser zeichnet sich für die eingesetzte NX Technologie verantwortlich und liefert somit die eingesetzte 3D-Technik. Hierbei beschränkt man sich nicht nur auf Stereo sondern geht bis zu einer 7.1 Surroundwiedergabe, selbst Ambisonics B-Format kann genutzt werden. Mit Bluetooth 5.0 kann man den Mobius auch mobil und ohne Kabel benutzen.

Im Grunde genommen beinhaltet der Mobius alle was man benötigt um damit Spaß zu haben. Eine Soundkarte, externer DAC oder Kopfhörerverstärker wird nicht mehr benötigt, da das Headset alles an Board hat.

Audeze HQ Software

Die Software gestaltet sich recht übersichtlich und gliedert sich in drei Karteireitern mit den Namen, HRTF Personalization, Sound Profiles und Device Info. Mit der HRTF Personalization konfiguriert man die quasi die 3D Anwendungen. Dabei kann man beispielsweise den Kopfumfang angeben und weiter personalisieren. Hierbei empfehlen wir etwas Zeit zu investieren um das Optimum heraus zu holen.

Der nächste Reiter beinhaltet vorgefertigte Klangprofile für unterschiedliche Anwendungen. Ein adäquater Equalizer wäre hierbei noch wünschenswert gewesen. Der letzte Reiter, Device Info gibt noch einmal Auskunft zum Headset an sich.

Audeze Mobius Software Treiber

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Sollte man sich dazu entscheiden die Firmware des Headsets zu aktualisieren, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Treiber für das Headset installiert wurde. Ansonsten kann es während des Flashvorganges zu einem Abbruch kommen und das Headset unbrauchbar werden.

Audeze Mobius Praxischeck

Wir waren schon neugierig wie sich der Mobius so schlagen wird. Also haben wir die Software mit Treiber installiert und das Headset via USB angeschlossen. Danach drückt man einfach den ON-OFF Schalter und eine weibliche Stimme dokumentiert unsere Schritte.

Klang

Nach dem ersten Mal einschalten, landet man im 3D Modus, welcher sich aus unserer Sicht auch für Stereoaufnahmen gut eignet. So zieht es die Bühne deutlich nach vorne und auch die Instrumentenseparation funktioniert tadellos. Beim Abspielen erwischten wir uns hin und wieder dabei unsere Focal Nahfeldmonitore leiser zu drehen obwohl der Mobius die Töne machte. Dreht man den Kopf beispielsweise zur Seite, bleibt trotzdem alles mittig.

Das 3D Tracking funktioniert somit auch beim Musik hören einwandfrei. Möchte man vom 3D-Modus in den Stereomodus, so muss man den Powerknopf mehrere Sekunden gedrückt halten.

Nun hören wir quasi wie mit normalen Kopfhörern und auch hier hinterlässt der Mobius eine gute Figur. Dabei bietet er für einen geschlossenen Kopfhörer eine relativ breite sowie tiefe Bühne. Tonal überzeugt der Mobius ebenfalls. Dabei zeichnet er sich durch eine stramme aber nicht dröhnende (DT1770) Basswiedergabe auf. Dabei spielt der Mobius bis in die tiefsten Lagen hinein absolut trocken, sauber und mit feinsten Abstimmungen auf.

Die Höhen erklingen dabei sanft ohne dabei wirklich scharf zu werden. Die Mitten kommen mit einer etwas wärmeren Abstimmung daher und passen sich dem geschehen nahtlos an. Die oberen Mitten erklingen dabei je nach Aufnahmequalität hin und wieder etwas metallisch. Geeignet ist der Mobius für alle Musikrichtungen. Seine besonderen Stärken finden wir aber bei Rock, Pop, Metal, Hip-Hop, Jazz, Blues und den Charts wieder. Klar kann man auch Klassische Musik auch hören, hierbei verliert der Mobius bei maximalen geschehen allerdings die Übersicht. Des Weiteren möchten wir festhalten, dass der bekannt rauchige Audeze Sound bei diesem Modell nicht vorhanden ist.

Gamecheck

Wir haben die meiste Zeit mit Battlefield 4 und Battlefield 5 verbracht. Dabei hatten wir zu Beginn Probleme mit der Einschätzung der Distanz. So hörten sich die Schritte oft deutlich näher an als Sie es tatsächlich waren. Wir haben uns dann ein bisschen mit dem Setup auseinander gesetzt und dadurch die Lokalisierung verbessern können. Nach einigen Tagen der Umgewöhnung rastete das Mobius dann ein.

Somit konnten wir ankommende Schritte sowie die Schussrichtungen besser lokalisieren. Aber auch bei anderen Spielen wie Jurassic World Evolution oder Dirt4 weiß das Headset zu überzeugen. Mit einer Vr-Brille und dem passenden Spiel sollte dann so richtig die Post abgehen. Das Mikrofon erlaubt sich bei der Übertragung ebenfalls keine Fehler. Filme kommen mit dem Mobius auch sehr gut und authentisch daher. Hierbei haben wir uns die Marvel Filme Deadpool 2, Avengers Infinity War sowie den Gladiator angesehen.

Mikrofon

Weniger gut gefallen hat uns ein hörbares Rauschen welches bei Wiedergabe aber nicht mehr wahrgenommen wird.

Ergonomie

Der Audeze Mobius ist ohne Frage der am besten zu tragende Over Ear Kopfhörer von den Amerikanern. Das liegt zum einen an dem geringen Gewicht von 380 Gramm sowie den extrem angenehmen und weichen Ohrpolster. Unsere eng anliegenden Ohren, kamen nicht in Kontakt mit der Innenseite des Ohrlautsprechers. Nach ein paar Minuten spürt man den fest sitzenden Kopfhörer kaum noch.

Audeze Mobius Fazit

Dabei klingt der Audeze aus unserer Sicht über seine Preisklasse hinaus. Mitverantwortlich dafür ist die stimmige und langzeittaugliche Wiedergabe, welche auf einem hohen Niveau abgespielt wird. Dabei glänzt das Mobius mit klaren Höhen, einer etwas wärmeren Mittenwiedergabe sowie druckvollen und tiefreichenden Bässen. Dabei kann das Headset auch mehr als aushaltbare Pegel verzerrungsfrei wiedergeben.

Ebenfalls gut gefallen hat uns die Umsetzung des 3D Sounds, welcher zusammen mit Waves entwickelt wurde. Hiermit sollte man sich allerdings etwas beschäftigen. Hat man alles richtig konfiguriert, lassen sich Gegner etwas besser lokalisieren als bspw. mit einem Stereokopfhörer bzw. Stereoheadset. Filme kommen mit dem Mobius ebenfalls bombastisch rüber.

Im Grunde genommen bekommt man für einen Preis von ca. 350€ eine All-in-One Lösung, welche elektronisch alles Board hat um zufrieden zu sein. Selbst der Klassenprimus unter den Headsets das Beyerdynamik MMX300 (benötigt Soundkarte) kann hier nicht mithalten. Grund genug das Mobius mit unserem Gold-Award auszustatten, ein besseres und flexibleres Headset gibt es aktuell nicht.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Es gab auch Kleinigkeiten welche uns nicht so gut gefallen haben. Das ist zum einen das vorhandene Grundrauschen und zum anderen das man beim Firmware Update vorsichtig sein muss (Treiber). Solltet ihr Fragen zum Mobius haben stehen wir euch gerne zur Verfügung.

Der Mobius wurde von unserem Admin bei der Kopfhörerboutique in Wien gekauft.

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