
Holz am PC-Gehäuse hat Fractal damals mit dem North etabliert und das Material ist inzwischen bei einigen Gehäuseserien zu finden. Mit dem Summit gibt es nun einen weiteren größeren Mid-Tower, bei dem das Material zum Einsatz kommt. Zudem sollen drei Momentum-Lüfter für gute Temperaturen sorgen.
Technische Daten
| Maße (LxBxH) | 495 x 229 x 515 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff, Holz |
| Mainboard-Format | E-ATX (277mm), ATX, M-ATX, Mini-ITX Back-Connect: ATX, Micro ATX |
| Anschlüsse Front | 1x USB Typ C (20 Gbit) 2 x USB Typ A (5 Gbit) 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 173 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 425 mm |
| max. Laufwerke | -4x 2.5″/ 2x 3.5″ -2x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Front: 3x 140 mm PWM Momentum 14 (0, 350-1800 U/min) |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Deckel: 2x 140 / 3x 120 mm Front: 3x 120/140 mm Rückseite: 1x 120 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Deckel: 280/360 Front: 280/360 |
| RGB-Beleuchtung | – |
| Lüftersteuerung | PWM |
| Preis: | Amazon.de: € 174,90* |
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Fractal Design Summit im Detail
Das Summit gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Weiße Varianten kommen mit hellem Eichenholz, die dunklen mit Nussbaum. Dazu gibt es eine schwarze Blackout-Variante mit schwarzem Holz, die wir vorliegen haben und eine Ambience-Variante mit zusätzlicher RGB-Beleuchtung.

Statt auf eine typische Holzfront zu setzen, hat Fractal sich beim Summit prinzipiell etwas schönes einfallen lassen, indem der vordere seitliche Rahmen aus Holz gefertigt ist. In der vorliegenden Blackout-Variante muss man aber sagen, dass das leider etwas wenig zur Geltung kommt. Man muss schon zweimal hinsehen und der Lichteinfall die Maserung betonen. Bei den Standfüßen, die ebenfalls aus Holz bestehen, haben wir es vermutlich nur gemerkt, weil wir es auf der Produktseite gesehen habe.

Von vorn betrachtet gibt es ein übliches Metallgitter mit dezentem Fractal-Logo, hinter dem sich drei der aktuellen Momentum 14-Lüfter mit LCP-Flügeln befinden.

Einen Staubfilter bietet Fractal leider nicht. Das ist zwar bei vielen Gehäuse mittlerweile so, wir denken aber, dass man diesen doch beilegen und dem Nutzer selbst die Entscheidung überlassen sollte, ob er möglichst viel Staub filtern oder das letzte bisschen Airflow erreichen möchte. Der Montagerahmen der Lüfter ist entnehmbar und lässt sich auf 120-mm-Lüfter anpassen.

Auch über die Oberseite spannt sich der bogenförmige Holzrahmen, in dem das I/O-Panel integriert ist – das ist eine sehr schöne, elegante Lösung. Das Panel bietet USB-C und zwei mal USB-A. Die Passform von Holz an das Gehäuse ist stimmig. Es gibt zwar Unregelmäßigkeiten (bei uns die Spaltmaße von Glas zu Holz), aber es ist nun mal ein Naturprodukt. Das Frontgitter und das Lüftergitter im Deckel sind stabil. Für fast 200€ hätten wir uns vlt noch etwas dickeres Glas gewünscht, beim Rest ist es üblicher Standard.

Der Deckel kann quasi doppelt entfernt werden: Das Lüftergitter zieht man einfach an einer Lasche nach hinten. Der darunterliegende Lüfterrahmen kann mittels zweier Schrauben auch nochmal entfernt werden. Dort passen ein 360- oder 280-mm-Radiator bzw. entsprechende Lüfter. Auch die Front kann diese Radiatoren aufnehmen. 420er Radiatoren passen leider nicht in das Gehäuse.

Den einzigen Filter im Case findet man am Boden unter der Netzteilposition. Er deckt nur diesen Teil ab und ist entsprechend nach hinten ausziehbar, da er nicht bis nach vorne durchgeht. Der Rest des Bodens ist geschlossen. Das Netzteil wird mittels eingelassener Blende von hinten eingesetzt und verschraubt.

Der Innenraum bietet Platz für 173 mm hohe CPU-Kühler und 425 mm lange Grafikkarten, letzte natürlich nur, wenn man keinen Frontradiator verbaut. Auch Back-Connect-Boards werden unterstützt. Im Heck ist zudem noch Platz für einen 120mm-Lüfter, den wir dort gerne gesehen hätten.

Wie schon beim Meshify 3 verwendet Fractal auch im Summit eine Luftführung, also einen Einsatz, der die Luft vom Frontlüfter nach oben in den Innenraum lenkt. Ebenfalls zieht eine auffällige Grafikkarten-Stütze den Blick auf sich. Diese zeigt sich sehr flexibel und kann in Höhe sowie Winkel angepasst werden und auch der Auflagepunkt durch den Gummiaufsatz kann in der Tiefe verstellt werden. So kann man auch schwierigere Grafikkartenlayouts nutzen.

Die Rückseite stellt über 3 cm Platz zum Seitenteil für Kabel bereit. Man findet außerdem verstellbare Schienen, die als Laufwerkshalterung dienen. Je nach Einstellung können sie zwei 3,5-Zoll- oder bis zu vier 2,5-Zoll-Laufwerke aufnehmen. Die Halterungen lassen sich auch weiter vorne übereinander montieren und geben dann den Platz für die Back-Connect-Öffnungen frei. Sicher hätte Fractal direkt vier Halter mitliefern können, aber in Zeiten von M.2 sollte das auch so reichen. Zwei weitere 2.5-Zoll-Laufwerke passen außerdem auf den Boden und so ist das Case auch ohne klassische Käfige gut aufgestellt.

Im vorderen Bereich werden sämtliche Kabel durch zwei T-förmige Kabelhalterung gehalten, die man bequem durch das Herausziehen öffnen und wieder schließen kann. Man findet sie leider nur dort. Sie lassen sich in die Mitte versetzen, aber man hätte direkt ein paar mehr mitliefern können. Für das CPU-Kabel gibt es Klettverschlüsse an der Seite.

Es gibt jedoch Klettbänder im Lieferumfang, ansonsten die üblichen Schrauben und ein PWM-Verlängerungskabel.

Das Netzteil wird auf Puffer gelegt und von hinten verschraubt. Die Lüfter benötigen einen PWM-Anschluss und werden dann gemeinsam angesteuert. Der Einbau war schnell erledigt.

Kühlleistung und Lautstärke des Fractal Design Summit
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Lautstärke der verbauten Lüfter
Die Momentum 14-Lüfter bieten einen sehr großen Regelbereich von 350-1800 U/min und stellen unter 10% den Betrieb ein.
Die Laufruhe ist prinzipiell gut und bei geringen Drehzahlen sind sie eigentlich nicht hörbar und werden erst mit höheren Drehzahlen präsenter. Wir hatten hier allerdings hin und wieder Schleifgeräusche bei den vorliegenden Exemplaren. Diese waren aber nicht immer zu hören. Seltsamerweise vorrangig, wenn sie von hohen Drehzahlen gedrosselt wurden und verschwanden erst, nachdem sie einmal in den ZeroRPM-Modus gingen. Bei maximaler Drehzahl von 1800 U/min messen wir ca. 48-49 dB(A). Das ist viel, das ist laut, aber noch nicht extrem. Ein angenehmer Betrieb sowie ein Silent-Betrieb sind aber möglich.
Temperaturen
Die Temperaturen haben uns hingegen etwas enttäuscht. Nicht, dass sie schlecht wären, aber trotzdem hatten wir auf Basis der großen Lüfter, dem Air Guide und dem Fehlen eines Filter etwas mehr erwartet und die Performance ist eher Mittelklasse. Letztlich liegt sie auf dem Level des Epoch XL mit gleicher Lüfterausstattung.

Auf angepasster Drehzahl steigen sämtliche Temperaturen erwartungsgemäß nochmal. Der Unterschied ist gerade bei der doch eher unterdurchschnittlichen (also höheren) GPU-Temperatur recht deutlich im Vergleich zu den Top-Modellen in Sachen Airflow.

Fazit
Fractal erlaubt sich beim Summit eigentlich keine gravierenden Fehler und beweist erneut, dass sie es verstehen ansprechende Gehäuse zu gestalten. So richtig wollte der Funke bei uns aber dennoch nicht überspringen. Zum einen liegt das schlicht etwas an der getesteten Variante: Das Holz, das in der Serie das Designhighlight ist und eigentlich wirklich toll eingesetzt ist, kommt in der Blackout-Variante viel zu kurz, will aber trotzdem bezahlt werden. Das auch die Standfüße aus Holz bestehen, sieht man kaum.
Die Funktionalität weiß insgesamt eigentlich auch zu gefallen: Der Innenraum ist gut und einfach zugänglich: Seitenteile lassen sich einfach entfernen, ebenso der Deckel samt darunterliegender Halterung. Das Summit bietet auch ordentlich Platz, wenn auch nicht für 420-mm-Radiatoren und auch eine flexible GPU-Stütze ist dabei. Zudem ist es kompatibel mit Back-Connect-Mainboards und kann einige Laufwerke aufnehmen. Leider verzichtet Fractal wie mittlerweile häufig auf Staubfilter, die wir uns für die Front als Option gewünscht hätten. Die Kühlleistung blieb an unserem System etwas hinter den Erwartungen zurück, die wir an die drei 140 mm großen Momentum 14-Lüfter samt Luftführung hatten. Es kühlt zwar zuverlässig und bietet weitere Lüfteroptionen, trotzdem hatten wir teilweise mehr erwartet.
Mit rund 175 € zum Zeitpunkt des Tests ist das Summit nicht günstig und wenn man das Design mag kein Fehlkauf. Es gibt aber viele, viele Alternativen für weniger Geld.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.



