CPU-Kühler Kaufberatung 2020

CPU Kühler Kaufberatung Test und Vergleich

Einleitung und F.A.Q.

Nicht nur an heißen Sommertagen ist eine adäquate Kühlung wichtig für jeden (Gaming)-PC. Um die CPU auf Temperatur zu halten gibt es unzählige CPU-Kühler auf dem Markt, wir helfen euch den richtigen zu finden.

In diesem Artikel geht es ausschließlich um Luftkühler. Mit AiO-Wasserkühlungen beschäftigen wir uns in einem späteren Artikel!

Wie stark muss der Kühler sein?

Blöde Antwort: Es kommt drauf an! Prinzipiell „reichen“ meist auch die mitgelieferten Kühler wie der Intel Boxed oder die AMD-Varianten Wraith Spire, Wraith Prism und Co. Zumindest, wenn man hohe Temperaturen und eine störende Geräuschkulisse akzeptieren kann. Während hohe Temperaturen unter der kritischen Grenze eher ein Kopfproblem für uns Nerds sind – Probleme hat man erst wenn die CPU den Takt drosseln muss oder abschaltet – nerven laute Lüfter schon eher. Mit einem ordentlich dimensionierten CPU-Kühler freut man sich über niedrige Temperaturen, einen leisen Betrieb und hat auch für sommerliche Temperaturen einen gewissen Spielraum. Und unter uns: Es sieht auf der Anzeige einfach geil aus, wenn dort 69 statt 71 Grad stehen 😉

Towerkühler oder Top-Blower

Unserer Meinung nach sind Towerkühler in modernen System immer zu bevorzugen. Sie bieten in der Regel die höhere Leistung und lassen sich optimal in den Airflow des Systems integrieren. Wir beschäftigen uns hier daher mit den Turmkühlern ab 120 mm, die eine gewisse Gehäusegröße voraussetzen. 155 mm sollte ein Gehäuse schon mindestens bieten!

TDP Angaben

Die TDP Angaben der Kühlerhersteller vergisst man am besten direkt wieder. Sie dienen weder als Orientierung zu welcher CPU sie passen, noch kann man damit verschiedene Kühler untereinander sinnvoll vergleichen. Dies fängt schon bei der Lautstärke an, denn die TDP Angaben sind nicht auf eine bestimmte Lautstärke genormt. Zudem geht aus den Angaben nicht hervor von was die Kühler die angegebene TDP abführen können (echte CPU, Intel, AMD, Heizplatte?). Auch nicht welche Zieltemperatur dabei erreicht werden soll!

Wie viele Heatpipes sollten es sein?

Die Heatpipes sind das wesentliche Element bei den Kühlern und dafür verantwortlich die Wärme von der CPU wegzubewegen. Jede Heatpipe kann dabei maximal eine bestimme Leistung in Watt abführen. Die Anzahl der Heatpipes hat daher direkten Einfluss darauf wie gut die CPU gekühlt wird.

Die sinnvolle Anzahl ist jedoch limitiert, mehr bringt aber einer gewissen Anzahl zunehmend weniger. Nach unserer Erfahrung sollte man für aktuelle Gamingprozessoren auf Kühler mit mindestens 4 Heatpipes zurückgreifen, darunter fällt die Leistung doch recht deutlich ab. Inbesondere Kühler mit nur zwei Heatpipes fallen deutlich zurück, wie der Test der Arctic Freezer gezeigt hat.

CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Drei 6mm Heatpipes
CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Acht 6mm Heatpipes

Ab vier Heatpipes ist man also solide aufgestellt, Kühler mit fünf oder gar sechs Heatpipes können nochmal einen Steigerung für sich verbuchen. Eine siebte oder achte Heatpipe bringt aber keinen großen Mehrwert mehr, wie z.b. beim Deepcool Assassin III oder Thermalright T8 zu sehen. Vier bis 6 Heatpipes sind also eine sehr gute Wahl.

Heatpipe direct touch oder Bodenplatte

Insbesondere günstige Kühler verzichten meist auf eine geschlossene Bodenplatte aus Kupfer und die Heatpipes werden direkt auf den Prozessor gesetzt – heatpipe direct touch (HDT). Diese Sparmaßnahme wird Seitens der Hersteller selbstverständlich als Pluspunkt bzgl direkter Wärmeleitung etc. etc. verkauft, während viele Nutzer dem kritisch gegenüberstehen. Nicht nur weil es „billig“ ist, sondern auch weil auch eine unzureichende Verteilung befürchtet wird.

Bester CPU Kühler
Blick auf die Bodenplatte
CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Heatpipe direct touch

Unserer Erfahrung nach ist es am Ende gar nicht von großer Bedeutung. Wir haben zig ähnlich dimensionierte Kühler sowohl mit HDT als auch Bodenplatte getestet und bei der Kühlleistung gab es nie Grund die ein oder andere Variante zu verteufeln. Die HDT-Kühler haben sich keine Schnitzer geleistet.
Solange die Verarbeitung keine Mängel wie z.b. große Lücken aufweißt ist es also zu vernachlässigen. Lediglich auf Flüssigmetal-Wärmeleitpaste sollte man bei den DHT-Kühlern verzichten, da diese das Aluminium angreifen kann.

CPU-Kühler Empfehlung nach Preisklasse

Wie so oft beim Hobby ist ein wichtiges Auswahlkriterium der Preis, weniger die Vernunft. Daher empfehlen wir euch nun die besten CPU-Kühler in diversen Preisklassen.

CPU-Kühler bis 30€

Bereits unter 30€ bekommt man CPU-Kühler, die für die meisten CPUs locker ausreichen und gute Temperaturen bei moderate Lautstärke ermöglichen. Auch stärkere Gaming-Prozessoren lassen sich damit bereits kühlen.

Der Pure Rock 2 von be quiet! bietet nicht nur für das Geld eine hervorragende Kühlleistung, eine tolle Verarbeitung und ein solides Montagesystem. Auch die schlichte und elegante Optik kann überzeugen. Mit seinen vier Heatpipes und dem üppigen Radiator kühlt er problemlos auch stromhungrige Gaming-Prozessoren. Der Lüfter bietet eine hoher Drehzahlbandbreite und neigt nur selten zu leichten Störgeräuschen.

be quiet! Pure Rock 2 Silver

Mit 155 mm ist er zudem relativ niedrig und passt in viele Gehäuse.

CPU-Kühler bis 40€

Im Bereich bis 40€ ist der Arctic 34 eSport DUO ein hervorragende Wahl, die es teurer Konkurrenz schwer macht. Dank seiner zwei sehr guten Lüfter verfügt der attraktive Kühler über hervorragende Leistungs- und Lautstärkewerte. Der Zugewinn zur Variante mit nur einem Lüfter ist enorm und ist unbedingt zu bevorzugen.

arctic freezer 34 esport duo
Freezer 34 eSport DUO weiß

Sucht man ein niedrigen Kühler ist der Alpenföhn Brocken ECO Advanced für Intel-Plattformen empfehlenswert. Für AM4 können wir ihn aufgrund der sehr straffen Klammermontage nicht empfehlen

CPU-Kühler bis 50€ und 60€

Der Bereich bis 50€ gehört einzig dem Scythe Fuma 2 Twin-Tower. Dieser bietet eine enorme Kühlleistung, die schon ganz nach an den ganz großen ist und ist dabei deutlich günstiger und kompakter. Scythe setzt nicht einzig auf Masse, sondern lässt in alle Richtung Platz. So gibt es hier trotz der Größe und Leistung keine Probleme mit RAM, GPU und Mainboardkomponenten zu beklagen. Seine Vorteile gegenüber dem kleineren Kühlern spielt bei sehr niedrigen Drehzahlen aus.

CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Scythe Fuma 2 vs Noctua NH-D15
Noctua NH-D15 und Scythe Fuma 2 im Vergleich

Wem das jedoch zu groß ist findet für 55€ mit dem Noctua U12S eine platzsparende, aber sehr leistungsfähige Alternative. Der Kühler gehört insbesondere bei niedrigen Drehzahlen in der Größenordnung zu den Stärksten seiner Art, verlangt jedoch einen Gewissen Aufpreis.

CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Noctua U12S chromax.black

High-End Kühler

Möchte man ungeachtet des Preises die maximale Kühlleistung läuft es an sich auf zwei Modelle hinaus: Den mächtigen Noctua NH-D15 und den nicht weniger beeindruckenden be quiet! Dark Rock Pro 4

Der NH-D15 reizt in Masse und Platzbedarf die Grenzen aus, bietet dafür aber eine ungeheure Kühlleistung und ein unglaublich rundes Gesamtpaket. Hier stimmt so ziemlich alles: Super Lüfter, toller Verarbeitung, perfekte Montage und Garantiezeit.  Die schicke schwarze Version verlang allerdings nochmal einen gewissen Aufpreis.

CPU-Kühler Kaufberatung 2020
Noctua NH-D15 chromax.black

Ganz dicht an dem NH-D15 ist der Dark Rock 4 Pro von be quiet! Ein wesentlicher Vorteil ist der im Vergleich schon günstig erscheinende Preis von unter 70€. Die Kühlleistung ist in jedem Fall konkurrenzfähig zum Noctua, ebenso die guten Lüfter, die jedoch eher auf den leisen Betrieb abgestimmt sind. Die Montage erreicht nicht das hohe Niveau von Noctua. Dafür bekommt aber auch eine sehr ansprechende Optik geboten.

be quiet Dark Rock 4 Pro
be quiet! Dark Rock 4 Pro

Möchte man möglichst viel Leistung bei einem kompakten Format ist der außergewöhnliche Noctua U12A eine Empfehlung. Kein Kühler versteht es Leistung, Lautstärke und Platzbedarf so zu optimieren. Dies hat jedoch seinen Preis und bei entsprechenden Platz gibt es bessere Alternativen!

Noctua U12A

Temperaturen der CPU-Kühler im direkten Vergleich

CPU-Kühler Kaufberatung 2020 Vergleich

e nach Abwärme und zu kühlendem Prozessor fallen die Unterschiede geringer oder höher aus.

Fazit – Welcher CPU-Kühler ist der beste?

Ein mehr als ausreichender CPU-Kühler muss nicht teuer sein.Wichtig ist, sich nicht von irgendwelchen Versprechen blenden zu lassen. Mit einem 120 mm Tower-Kühler und 4 Heatpipes ist man in den meisten Fällen solide aufgestellt. Wenn man nach niedrigen CPU-Temperaturen giert, gilt aber auch „viel hilft viel“. Auf ein konkretes Ranking verzichten wir daher an dieser Stelle, da sich am Ende jeder nach seinen Präferenzen entscheiden muss.

Der be quiet! Pure Rock 2 (recht niedrig und wertig) und der Arctic Freezer 34 eSport DUO (überragende Effizienz) sind aus Preis-/Leistungssicht sehr vernünftige Entscheidungen und kühlen bereits sehr gut und haben gewisse Reserven. Möchte man (bei sehr niedrigen Drehzahlen) etwas mehr Leistung, ist der Fuma 2 die perfekte Balance zwischen Vernunft und Overkill. Für die, denen es nicht leise und kühl genug sein kann ist der hochwertige und sehr leise be quiet! Dark Rock 4 Pro perfekt, der wesentlich günstiger als der Noctua NH-D15 ist. Dieser bietet hingegen das ultimative Gesamtpaket und ist nach wie vor das Optimum.

Falsch macht mit keinem der genannten Kühler etwas!

weitere Links:
Der beste PC-Lüfter: Arctic P12 vs. Noctua NF-F12 vs. be quiet! Silent Wings 3

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