Der perfekte Airflow

perfekter Airflow Guide

Mit über 60 getesteten Lüfterkonstellationen zeigt dieser Ratgeber wie der perfekte Airflow erreicht werden kann.

Einleitung

Spezielle Airflow Guides zu bestimmten Gehäusen:

PC-Gehäuse bieten mittlerweile zahlreiche Lüfterplätze, die dementsprechend viele Kombinationen und damit Experimente ermöglichen, aber auch für Unsicherheit und Diskussion sorgen. Die einen schwören auf die klassische „vorne unten rein, hinten oben raus“ Konfiguration, andere glauben an den Kamineffekt und wieder andere schwimmen komplett gegen den Strom.

Unser Airflowguide zeigt 60 unterschiedliche Konfigurationen, deren Auswirkung und gibt somit Rückschlüsse wie der perfekte Airflow erreicht werden kann.

Empfehlenswerte Lüfter

Vor der Positionierung der Gehäuselüfter ist die Wahl der Lüfter zu treffen. In der Regel gibt es hier Unterschiede von Nuancen, man sollte sich hier also nicht verrückt machen. Auch Gehäuselüfter müssen einen gewissen wieder Stand überwinden, so dass man sich nicht zwangsläufig auf reine „Airflowlüfter“ fixieren muss. Wichtig ist ein großer Regelbereich und eine gute Laufruhe, damit es bei wenig Belastung lautlos aka. „silent“ ist.

Mit folgenden Lüftern haben wir gute Erfahrungen gemacht:

120mm Lüfter Empfehlung:

Noctua A12x25 PWM*: Der derzeit beste Lüfter überhaupt (Test)
Arctic P12 PWM*: Preis-/Leistungs-Alternative (Test)
be quiet! Silent Wings 3*: Großartige Laufruhe (Test)
Corsair iQUE QL120*: Falls RGB gewünscht ist (Test)

140mm Lüfter Empfehlung

Arctic P14 PWM*
be quiet! Silent Wings 3*
Corsair iQUE QL140*

Testsystem und Ablauf

Das Testsystem ist zwar nicht mehr taufrisch, an der Physik hat sich jedoch nichts getan und die Erkenntnisse können auf aktuelle Systeme übertragen werden.

  • Intel 2500K @ 4.6 GHz und 1.35V
  • Sapphire HD 6850 @ 1.2V
  • Transcend JetRam 2x4GB 1333Mhz CL9
  • OCZ Agility 3 60GB
  • BeQuiet Straight Power E8 400W
  • Fractal Design Arc Midi

Durch gezielte Übertaktung erreichte das Testsystem unter Verwendung von prime95 + Furmark eine hohe Verlustleistung von 345W. Je nach verwendetem System fallen die Unterschiede daheim also stärker oder weniger stark ins Gewicht. Gemessen wird bis das System die maximale Temperatur erreicht hat.

Der CPU-Lüfter und die Gehäuselüfter wurden jeweils mit 750 U/Min betrieben, die GPU-Lüfter auf 950 U/Min fixiert. Neben der Richtung der Gehäuselüfter ist auch die Ausrichtung des CPU-Kühlers zu beachten, bei der wir zeigen, dass es nicht immer klassisch sein muss.

Messergebnisse

Als Ausgangslage dient der „Standard-Airflow“ mit einem Front-, einem Heck- und einem Deckellüfter. Der CPU-Kühler ist klassisch zum Heck, also von rechts nach links, ausgerichtet. Verschlechterungen werden mit roten, Verbesserungen mit blauen Zahlen dargestellt.

perfekte airflow
Ausgangsbasis

Insgesamt 60 Messungen wurden durchgeführt. Wem das zu viel ist, kann zum Fazit springen, wo wir eine jeweilige Empfehlung aussprechen.

Fazit und Empfehlungen

Ein allgemeine Empfehlung ist nur schwer möglich, da man zum Teil auch abwägen muss, ob CPU oder GPU Priorität hat. Wir geben somit eine Empfehlungen bei der Prozessor und Grafikkarte gleichermaßen profitieren.

Die Ergebnisse mit einem Seitenlüfter werden nicht mehr berücksichtigt, da kaum noch Gehäuse einen Montageplatz für Seitenlüfter bieten. Der CPU Kühler kann für bessere Grafikkartentemperaturen gedreht werden, was auf der anderen Seite die CPU relativ stark erwärmt.

Zwei Lüfter

Hier zeigen sich die Kombinationen von Heck- und Deckellüfter als auch ein Hecklüfter mit einem niedrig positionierten Frontlüfter am effektivsten

Drei Lüfter

Das Optimum bei drei Lüftern ergibt sich aus einem Front-, einem Deckel- und einem Hecklüfter.

Vier Lüfter

Auch bei vier Lüftern kann es man es klassisch angehen. Heck und Deckel(hinten) sind gesetzt. Dazu setzt man einen Front- und einen weiteren Deckellüfter, oder zwei Frontlüfter ein. Hier kommt es auch auf die Gestaltung des Gehäuses an, Stichwort „geschlossene Front“.

Noch mehr Lüfter sinnvoll?

Bei noch mehr Lüftern hält sich die Verbesserung in Grenzen, man kann aber punktuell etwas rausholen.

Am Ende ist es eine individuelle Entscheidung, je nachdem welche Temperatur man möglichst niedrig halten möchte und welche Möglichkeiten das Gehäuse bietet. Es kommt dabei jedoch weniger darauf an möglichst viele Lüfter in das Gehäuse zu quetschen, sondern sie clever zu positionieren. So zeigen sich Heck- und hintere Deckellüfter als besonders effektiv.
Der Basteldrang kennt aber natürlich keine Grenzen.

Ist euch der Guide zu allgemein findet ihr hier einen speziell für das be quiet! Pure Base 500 oder das Fractal Design Define 7. Solltet ihr hingegen auf eine Wasserkühlung setzen, empfiehlt sich unser Wasserkühlung-Guide

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16 Kommentare

  1. Hey,

    wir werden in Zukunft auf jeden Fall mehr solcher Guides anbieten. Airflow-Guides zu bestimmten Gehäusen und ich werde mir auch bzgl Radiatoren was einfallen lassen, das ist nämlich recht aufwändig 🙂 Fall du/ihr irgendwelche Wünsche habt, nur raus damit!

  2. Sehr guter Artikel, erstaunlich zu sehen welche Unterschiede entstehen.
    Allerdings hätte ich eine etwas kuriose Bitte… 🙂
    Ich kenne da einige „Fachleute“ die fest der Meinung sind, dass ein 100%iger Luftstrom nach innen (Sprich nur Frischluft nach innen, keiner bzw nur der hintere nach außen) ganz wunderbar sind. Ich hab denen schon den Artikel hier gezeigt, aber da fehlen natürlich genau diese „extrem sinnhaften“ Setups 😉
    Ihr könnt es ja als nachgereichten Aprilscherz irgendwann mal einfügen. Ich wäre sehr dankbar dafür.
    PS: Beispiel wäre: 2-3 in der Front, 2-3 am Deckel, einer hinten rausblasend

  3. Hach, sieht ja so aus als müsste ich meine Lüfter mal umschrauben 🙂 Eine Frage hätte ich noch, eventuell für zukünftige Tests: 
    Wie ist den der Einfluss des Festplattenkäfiges? Einige sind ja entfernbar (im Notfall auch, wenn der Festplattenkäfig es eigentlich nicht will)
    Wenn ich mir das so ansehe, bläst der vordere Lüfter diesen ja direkt an. Fehlt der Käfig, müsste er doch direkt die Grafikkarte „füttern“  🤔 

  4. Ein HDD-Käfig blockiert den Luftstrom schon sehr deutlich, gerade bei langsam drehenden Lüftern. In den aktuellen Gehäuse sind die HDD-Käfige ja meist ohnehin auf der Hauptkammer verbannt, da stellt sich das Problem gar nicht mehr

  5. Klasse Guide, so habe ich mir das auch angeeignet. Vorne rein und hinten wieder raus. Damals hatte man ja noch diese Seitenwände mit Lüfterkanal zum CPU, sowas in der Neuzeit wäre auch mal einen Test wert, gerade bei AMD CPUs die ja doch eher Top-Blower mögen.
    Finde gerade die einzelnen Messungen sehr interessant.
    Danke für die Mühe.

  6. Veröffentlicht von: @narbennarr
    Hey,
    wir werden in Zukunft auf jeden Fall mehr solcher Guides anbieten. Airflow-Guides zu bestimmten Gehäusen und ich werde mir auch bzgl Radiatoren was einfallen lassen, das ist nämlich recht aufwändig 🙂 Fall du/ihr irgendwelche Wünsche habt, nur raus damit!

    Wenn du so Fragst, dann hier meine Wünsche:

    CPU AIO Auswirkungen bei 140/120, 240/280/ 360/420 Radiator
    Beidseitig mit Lüftern bestückte Radiatoren vs. außen/innen einseitig
    Welche Lüfteranordnung für verschiedene Gehäuseformen (ITX, Mini, Midi, Big) und die wichtigsten Eigentschaften der Gehäuse als Art Kaufempfehlung für den best möglichen Airflow
    Auswirkungen bei besserer CPU / GPU Kühlung (als Anhaltspunkt für die Investition in Kühlung, ob lieber XXX€ mehr für den Kühler oder für Airflow)

    Mehr fällt mir gerade nicht ein 🙂
    Danke narbennarr für deine Mühe!
     

  7. Könntet ihr irgendwann wenn ihr mal Zeit dafür habt evtl. noch mal folgendes Setting für mich Messen?
    Habe vor oben vorne noch einen einsaugenden Lüfter zu montieren und erhoffe mir davon ggf. bessere RAM Temperaturen. Wenn dadurch aber der eigentliche Luftstrom gestört wird, bringt das natürlich nichts.
     luftstrom.jpg

  8. Habs jetzt einfach mal getestet. Ich bin der Meinung die Temps sind minimal besser geworden. Kann aber auch gut und gerne Placebo sein 😀
    Hab extra einen 120er vorne oben platziert um mehr Luftdruck beim RAM zu erreichen. Der bleibt soweit beim stundenlangen Stresstest auch um die 4-5°C kühler.
     IMG-20200430-WA0001.jpg

  9. Kann nicht verkehrt sein und ist bestimmt kein Placebo, zumal die Strömung nicht verwirbelt werden dürfte. Ist bei diesen winzigen Gehäusen eben nicht so einfach da kein Platz für große Lüfter ist. Ich habe in meinem Monsterteil zwei 200er und drei 140er Lüfter, da ist es einfacher die Temps zu halten zumal sich die Wärme über ein größeres Volumen verteilt.
     

  10. Mal ne ganz blöde Frage an die Kenner der Luftkühlung hier Ich hab ne ganze Latte an Arctic P12 und P14 PWM hier liegen und frag mich grad, was im Meshify C Mini mehr Sinn macht um eine optimale Kühlung zu erreichen.Aktuell habe ich in der Front 2x 140er und über dem Noctua einen rausblasend. Der vordere obere ist ein 120er und bläst Luft mit rein (hat die Temperaturen merklich zum besseren verändert) und hinten bläst auch noch ein 120er raus (da passt nix anderes).Würde es etwas bringen einige 140er durch 120er zu ersetzen oder umgekehrt? Oder macht es keinen unterschied?Aktuell ist der Rechner komplett zerlegt, daher die Frage. Wenns erstmal zusammen ist, ist es ein Arschkrampf im Meshify C Mini da noch was zu ändern Wollte mich morgen wieder an den Aufbau setzen.
     
     GPU-5.jpg

  11. Glaube nicht, dass zwischen 120 und 140 in der Front ein großer Unterschied besteht. Was für 120er sprechen könnte ist 1. dass die Front die 140er teilweise versperrt und 2. 120er durch etwas mehr Druck besser durch das Mesh fördern. aber ich glaube so oder so in der unterschied bei gleicher lautstärke wohl minimal

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