
Das Corsair Frame 4500X ist vom Namen her das Bindeglied vom Frame 4000D und 5000D. Das Frame 4500X geht jedoch eigene Wege. Statt Airflow-Front gibt es eine umlaufende Panoramascheibe und damit mehr Fokus auf die Optik. Wir durften die RS-R ARGB-Variante testen.
Technische Daten des Frame 4500X RS-R ARGB
| Maße (LxBxH) | 478 x 246 x 499 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff |
| Mainboard-Format | E-ATX (305mm x 277mm), ATX, M-ATX, Mini-ITX Kompatibel zu Back-Connect |
| Anschlüsse Front | 1x USB 3.2 Gen2 Typ C 2 x USB 3.2 Gen1 Typ A 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 185 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 460 mm |
| max. Laufwerke | 1x 3.5″/2x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Seite: 3x RS120R ARGB 120mm (0,420-2100 U/min) |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Seite: 3x 120 oder 2x 140 mm Deckel: 3x 120 oder 2x 140 mm Boden: 1x 120 mm PSU-Abdeckung: 2x 120 mm Heck: max 120/140 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Deckel: max. 280/360 mm Seite: max. 280/360 mm Heck: max 120/140 mm |
| RGB-Beleuchtung | Lüfter |
| Preis | Amazon.de: € 139,90* (iCUE Link-Variante: 249,90€ (UVP)) |
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Corsair Frame 4500X RS-R ARGB im Detail
Während sich das 4000D und 5000D aus Corsair’s Frame-Serie sehr ähneln, sieht das Corsair Frame 4500X ganz anders aus. Hingucker ist das umlaufende Glaspanel, das aus einem Teil besteht und die luftdurchlässige Front ersetzt. Dafür hat man einen ungehinderten Einblick in das Innere des Systems und kann dieses perfekt präsentieren. Bei daneben positionierter Lichtquelle zeigt das Glas bunte Schlieren. Das sollte im Alltag bei normaler Beleuchtung aber nicht auffallen.

Auch bei dem Frame 4500X befindet sich das Anschlusspanel unten am Gehäuse. Da sich das Showcase ohnehin auf dem Schreibtisch am wohlsten fühlt, ist das eine nachvollziehbare Platzierung. Es bietet zwei USB-A-, einen USB-C- und einen Audio-Anschluss.

Über die rechte Seite, wo Lüfter verbaut sind, erstreckt sich bis über den gesamten Deckel fließend ein luftdurchlässiges Muster aus Streben. An der Seite ist ein Staubfilter integriert, im Deckel nicht. Die Seiten- und Deckelfläche besteht komplett aus Kunststoff, was sich rein haptisch nicht maximal ansprechend oder hochwertig anfühlt.
Verbaut sind in der Seite drei 120-mm-Reverse-Lüfter vom Typ Corsair RS120R mit normalen PWM- und ARGB-Anschlüssen im praktischen Daisy-Chain. Es gibt auch eine Variante des Gehäuses mit LX120R RGB LINK Lüfter und iCUE-Link Controller. Alternativ können dort zwei 140er-Lüfter verbaut werden, das InfiniRail-System gibt es jedoch nur im Deckel.

Oben finden genau wie in der Seite maximal drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter oder entsprechende Radiatoren einen Platz. Dank InfiniRail-System stellt man die passende Größe der Lüfterschienen einfach über die Schrauben ein.

Der mit zwei Schrauben gesicherte Deckel kann nach hinten abgezogen werden. Da er aber auch die Aufnahme für die Seitenflächen bereitstellt, müssen die Glasscheibe und auch die andere Seite gelöst werden, erst dann lässt sich der Deckel entnehmen. Das Glaspanel wird zum Entfernen zuerst etwas nach vorn geschoben und kann dann entnommen werden. Es lässt sich, zum Beispiel für den Transport, mit zwei Schrauben von innen sichern. Für den Zugriff muss allerdings die Halterung der Seitenlüfter entfernt werden.

Das modulare Mainboard-Tray kann ausgebaut werden. Es bietet auch Support für Back-Connect-Mainboards. Auch die darunterliegende verkürzte Netzteilabdeckung ist modular. Auf ihr können zwei Lüfter im 120-mm-Format montiert werden. Weiter vorn auf dem Boden findet ein weiterer 120-mm-Lüfter Platz. Die Lüfter werden einfach mit langen Schrauben aus dem Lieferumfang von oben befestigt, man muss also weder das Gehäuse umdrehen noch den PSU-Tunnel ausbauen. Ein zur Seite ausziehbarer Staubfilter deckt den gesamten Boden ab.

Lange, schwere Grafikkarten können mit der integrierten GPU-Stütze stabilisiert werden. Das drehbare Slotblenden-Modul ist in wenigen Augenblicken für die vertikale GPU-Montage vorbereitet. Man benötigt aber ein separates Riser-Modul für die vertikale Montage.

Das Netzteil wird von der rechten Seite aus eingeschoben und rückseitig mit den beiden Thumbscrews verschraubt, was ohne Werkzeug geht. Für mehr Sicherheit kann man zwei weitere Schrauben nutzen.

Für Laufwerke gibt es nur das Bracket hinter dem Mainboard. Es können lediglich zwei 2.5“ SSDs oder eine 3.5″ HDD verbaut werden. Nicht viel, dürfte bei modernen Systemen mit M.2-SSDs aber wohl reichen. Alternativ kann das Bracket auch für einen iCUE-Link-Controller genutzt oder entfernt werden. Ein besonderes Kabelmanagementsystem wie bei dem Frame 5000D gibt es nicht, aber die Klettbinder erfüllen ihren Zweck.

Wer häufiger bastelt, wird sich über die Schraubenbox im Lieferumfang freuen, die dafür sorgt, dass man nichts verliert und alles direkt sortiert findet. Zum weiteren Lieferumfang gehören Kabelbinder und ein Adapterkabel für die Front.

Dank ausreichend Platz und der guten Zugänglichkeit war die Hardware schnell verbaut.

Die acht ARGB-LEDs in jedem Lüfter sorgen für eine hübsche Beleuchtung, die durch das Reverse-Design gut sichtbar ist und nicht durch Streben gestört wird.
Temperaturen und Lautstärke des Corsair Frame 4500X RS-R ARGB
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Kühlleistung und Lautstärke bei maximaler Drehzahl
Die Lüfter können sich als echte Krawallmacher entpuppen. Bei ~2100 U/min sind sie sehr laut (dB(A)-Werte sind etwas niedriger, da wir von der linken, geschlossenen Seite aus messen), dazu kommt ein pulsierendes Brummen.
Auch abseits der vollen Leistung gehören die Lüfter über weite Teile ihres Drehzahlbereichs zu den lauteren. Neben dem brummenden oder pulsierenden Unterton gab es PWM-Werte (bei uns im Bereich von 56%), wo es ein auffälliges Nebengeräusch gab. Wer es wirklich leise will, muss den Drehzahlbereich weit nach unten ausreizen. Ihr Minimum erreichen sie bei 20% mit rund 430 U/min. Bei 16% stellten sie den Betrieb vollständig ein (ZeroRPM-Modus).

Die Temperaturen waren in der Werkskonfiguration relativ hoch bzw. konnte das Frame 4500X RS-R hier nicht mit dem typischen Airflow-Aufbau mithalten. Die CPU-Temperatur war auf einem leicht erhöhten Niveau, aber ok. Die Grafikkarte wurde in unserem Fall aber doch ziemlich warm.
Temperaturen bei angepasster Lautstärke

Mit gedrosselten Lüftern stiegen die Temperaturen von GPU und CPU um ~6 Grad an. Der RAM legte etwas deutlicher zu.
Fazit
Das Corsair Frame 4500X hat klar einen anderen Schwerpunkt als das Frame 4000D und 5000D und setzt den Fokus mehr auf die Optik. Die einteilige, umlaufende Glasscheibe des Frame 4500X macht was her, aber auch die optisch durchgehenden Oberflächen von Seite und Deckel sind vom Design her gelungen. Man muss allerdings bedenken, dass man für rund 200€ dadurch viel Kunststoff zu sehen und fühlen bekommt.
Im Inneren bietet das Frame 4500X einige gute Features der Frame-Serie: Drehbare Slotblenden, modulare Elemente, eine GPU-Stütze und auch das tolle InfiniRail-System werden geboten. Letzteres ist allerdings nur im Deckel zu finden. Viel Platz für die Grafikkarte und CPU-Kühler gibt es ebenfalls, jedoch nicht das flexible Kabelmanagement des Frame 5000D.
Dank der Seitenfläche, dem Deckel und dem Boden sind auch ohne luftdurchlässige Front viele Lüfter möglich. Die Temperaturen waren in der Werksausstattung des Frame 4500X RS-R ARGB allerdings etwas höher und die verbauten RS120R-Lüfter nicht die leisesten.
Mit einer UVP von ~200€ für die RS-R ARGB Version (250€ mit iCUE-Link) ist das Frame 4500X generell recht hochpreisig und teurer als das Frame 5000D RS ARGB, bietet bei Ausstattung, Funktion und Leistung aber etwas weniger. Dafür hat es die besonders aufwändige Optik mit Panoramafenster auf seiner Seite.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.



