
Mit der Vanguard 96 führt Corsair eine neue Tastaturserie ein, welche in Zukunft die K70 Reihe ablösen soll. Dabei steht einiges auf der Haben-Seite: ein Kompaktes 96 % Design mit Nummblock, 8.000 Hz Polling Rate, LCD-Bildschirm, Elgato Stream Deck-Integration und PBT Tastenkappen sollen Gamerherzen höher schlagen lassen. Wie sich der Tastaturneuling im Alltag schlägt, erfahrt ihr auf den nachfolgenden Seiten.
Verpackung und Lieferumfang
Verpackungstechnisch kommt die Vanguard 96 im bekannten schwarz-gelben Design daher. Neben der Tastatur selber beherbergt der Karton noch eine Handballenauflage, ein 1,8m langes, modulares Anschlusskabel, einen Kappen- und Switchabzieher sowie die üblichen Anleitungen.
Technische Daten
| Maße | 388 x 141 x 43 mm |
| Gewicht | 1095 gr |
| Material | Kunststoff, Alu; PBT Tastenkappen |
| Größe | 96% Layout |
| Switches | Corsair MLX Plasma (linear) |
| Besonderheiten | -magnetische Handballenauflage -gedämmtes Tastenbett -individualisierbarer Drehregler -ELGATO Virtual Stream Deck -LCD Display -Hot-Swap Platine |
| Preis | 179€ |
Corsair Vanguard 96 im Detail
Wer die K70 Core kennt, dem wird auch das Gehäuse der Vanguard 96 gleich bekannt vorkommen, denn Corsair hat sich beim Gehäusedesign der neuen Modellinie im eigenen Haus bedient. Das Tastenbett besteht aus Metall während der Rahmen aus Kunststoff gefertigt wurde.
Die Vanguard 96 setzt auf ein kompaktes 96% Layout, sprich inklusive Nummpad. Zusätzlich gibt es noch 6 extra Buttons am rechten Rand, welche mit Makros oder Key-Combos belegt werden können.
Das komplett in schwarz gehaltene Gehäuse ist dabei nur unwesentlich größer als beispielsweise bei der K70 Core TKL.
Ergänzt wird das Keyboard abermals durch eine gepolsterte, magnetische Handballenauflage.
Auf der Unterseite finden sich neben den aufstellbaren Füßen noch diverse Kabelkanäle, um das modulare Anschlusskabel an passender Stelle unter der Tastatur heraus zu führen. Der Anschluss ist nun nämlich unter die Tastatur gewandert und sitzt nichtmehr wie bei anderen Corsair Tastaturen am oberen Rand.
Eine der auffälligsten Neuerungen am Gehäuse ist zudem der integrierte LCD Display. Dieser dient als Indikator für alle möglichen Funktionen der Tastatur, von der Polling Rate, über die Funktion des Drehreglers bis hin zum Verbindungsmodus bzw. dem Status der üblichen Tasten und kann, wie sollte es auch anders sein, mit eigenen Grafiken individualisiert werden.
Eingaben werden mit einer Abfragerate von bis zu 8000Hz erfasst und von Corsairs hauseigenen MLX Plasma Switches realisiert, welche charakteristisch am ehesten mit Cherry MX RED vergleichbar sind. Wie aktuell üblich sind die Schalter Pre-Lubbed und dank guter Gehäusedämmung auch nochmal leiser, als die im direkten Vergleich von uns genutzte und schon leise K70 Pro TKL. Es gibt auch eine Pro Version der Vanguard 96, welche auf Corsair’s einstellbare MGX Hall-Effekt Switches setzt. Im Zusammenhang mit den Switches gibt es noch eine Besonderheit, denn die Vanguard 96 (Pro) Tastatur verfügt über eine Hot-Swap Platine. Switches können also nach Belieben getauscht bzw. ersetzt werden – es werden 3- und 5-Pin Switches unterstützt.
Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich Corsair bei der Vanguard 96 für ein zwei-farbiges Layout bei den Tastenkappen entschieden. Unabhängig von der Farbe kommen dabei hochwertige PBT Kappen zum Einsatz. Beim genaueren hinsehen fällt außerdem auf, dass die Vanguard Tastatur eine neue Schriftart spendiert bekommen hat, welche etwas dezenter und filigraner daherkommt – uns gefällt’s.
Dedizierte Mediatasten gibt es bei der Vanguard 96 nicht – entsprechende Funktionen wurden als Zweitbelegung der F-Tasten umgesetzt.
Zusätzlich beherbergt die Tastatur noch eine dedizierte Taste, um ein virtuelles Elgato Stream Deck zu starten, dafür musste die Standard Windows Kontextmenü Taste weichen. Über die dedizierten G-Keys lassen sich dann beispielsweise verschiedene Elgato Funktionen nutzen.
Die Zweitbelegung der Taste startet übrigens den Microsoft Copilot.
Die Beleuchtung ist wie gewohnt sehr farbintensiv und kommt durch die neue Schriftart sehr gut zur Geltung, vor allem bei den weißen Tastenkappen.
Corsair Web Hub
Die Vanguard 96 funktioniert nicht wie üblich mit Corsairs iCUE Softwarepaket sondern wird rein über einen Web-Hub konfiguriert: CORSAIR WEB HUB
Um die Tastatur konfigurieren zu können muss sogar iCUE beendet werden. Aktuell sind ältere Peripheriegeräte nicht mit dem Web Hub kompatibel, ob sich das in Zukunft ändern wird, wissen wir noch nicht. Es gibt zudem einen Offline Modus, dazu muss man aber vorher die Web Hub App über den Browser installiert haben. Aktuell werden übrigens Chrome, Edge und Opera unterstützt. Mit Firefox funktioniert das Interface nicht.
In dem Online Interface gibt es dann wie gewohnt Konfigurationsmöglichkeiten für die Beleuchtung, Tastenbelegungen und den Drehknauf. Letzterer kann auch mit individuellen Funktionen wie beispielsweise Makros belegt werden. Dabei können insgesamt drei Aktionen für links, rechts und einen Druck auf den Knauf gesetzt werden.
Auch der mit der K70 Core eingeführte Flash Tab Modus ist wieder mit von der Partie und kann in drei Typen definiert werden: letzte Priorität, erste Priorität und Neutral.
Zuguterletzt gibt es noch einen Reiter um das 1,9 Zoll LCD Display zu konfigurieren. Leider fallen die Möglichkeiten hier aktuell noch eher ernüchternd aus, denn es lassen sich lediglich GIFs hochladen. Im Gegensatz zu beispielsweise dem konfigurierbaren Display der Titan AIO gibt es hier noch nicht mal einen vorgefertigten Zugriff auf spezielle Anbieter wie Giphy. Stattdessen müssen sich entsprechende Bilder selber zusammengesucht und anschließend hochgeladen werden.
Im Einstellungs-Menü lässt sich noch die Firmware updaten sowie die Polling rate und die Layout Sprache festlegen.
Zudem kann man hier auch direkt den Playstation Modus aktivieren, was aber alternativ auch über eine Tastenkombination geht.
Praxischeck
Wie bereits erwähnt ist die Vanguard 96 nochmal einen Tick leiser als die zum Vergleich genutzte K70 Pro TKL. Die Tastenanschläge der MLX Plasma Switches fühlen sich dafür aber auch im Anschlag nicht ganz so „präzise“ an. Dank der leichtgängigen linearen Charakteristik halt sich Ermüdungserscheinungen auch bei langer Nutzung in Grenzen. Die 6 Seitentasten haben eher einen „clicky“ Charakter und sind etwas schwerer auszulösen, was aber auch einer versehendlichen Betätigung entgegenwirkt.
Beim Gaming konnten wir keinerlei Schwächen ausmachen. Tasteneingaben wurden immer zuverlässig erfasst und uns sind weder Ghosting noch Blocking Effekte aufgefallen.
Die Multimediafunktionen haben sowohl mit Apps wie Spotify als auch im Browser auf Youtube super funktioniert. Bei Drücken der FN Tasten werden praktischerweise auch alle Tasten mit Zweitbelegungen durch eine Beleuchtung hervorgehoben.
Die magnetische Handballenauflage hält sicher an der Tastatur und ist dank der angenehmen Polsterung eine echte Komfortsteigerung.
Der 1,9Zoll kleine Display kann eher als nette Spielerei gesehen werden und konnte uns aktuell vom Funktionsumfang noch nicht ganz überzeugen. Hier wird dann beispielsweise eingeblendet wenn man die Lautstärke über den Drehregler anpasst, aber zum Beispiel nicht auf welchen Wert sondern nur ob man lauter oder leiser macht.
Aktuell kann man lediglich GIFs oder Bilder hochladen, welche dann mittig auf dem Display dargestellt werden. Die Ränder bleiben immer schwarz und dienen als Indikator für verschiedene Funktionen der Tastatur.
Wir hätten gerne eine vollständige Einbindung von iCUE gesehen, hier hätte man dann beispielsweise Sensordaten auf dem Display anzeigen lassen können.
Fazit
Mit der Vanguard 96 schlägt Corsair nicht nur namenstechnisch neue Wege ein. Die hochwertige verarbeitete Tastatur mit mechanischen MLX Plasma Switches bringt ein 96% Layout samt Nummpad und Seitentasten in einer TKL-Gehäusegröße unter und kann dabei mit Features wie einer Hot-Swap Platine, PBT Tastenkappen, einem leichten Web-Basierten Konfigurationsinterface und 8000Hz Abfragerate punkten.
Auch der verbaute Display ist an sich eine nette Idee, verschenkt in unseren Augen durch die (noch) fehlende iCUE Integration aber massig an Potential und ist so eher ein Gimmick. Wir würden uns wünschen, dass Corsair das Potential erkennt und in Zukunft ausbauen wird.
Die dedizierten G-Tasten lassen sich für Tastenkombos bzw. Makros nutzen oder aber in Kombination mit dem integrierten Elgato Virtual Stream Deck mit entsprechenden Funktionen belegen.
Alles in allem liefert Corsair mit der Vanguard 96 eine hochwertige auf Gamer und Streamer abzielende, featurebepackte Tastatur, welche leider bei der Displayintegration deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück bleibt (wenn man die Möglichkeiten von iCUE im Hinterkopf behält). Preislich ist die UVP von 179€ durchaus angemessen und der Straßenpreis wird sich wie üblich vermutlich noch darunter ansiedeln. Wir verleihen daher grade noch so unseren Gold Award.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.






















