
Epomaker hat viele mechanische Tastaturen im Angebot, aber Modelle mit deutschem Layout sind dort rar. Genau ein solches schauen wir uns mit der Epomaker TH99 ISO-DE heute an, die mit Dämpfung, PBT-Caps und Tri-Mode-Connection kommt.
Technische Daten der Epomaker TH99 ISO-DE
| Maße (LxBxH) | ca. 418 x 150 x 42 mm |
| Gewicht | ca. 1,2 kg |
| Material Gehäuse | ABS-Kunststoff |
| Tastenkappen | PBT Double-Shot |
| Switches | Epomaker Sea Salt Silent -linear -geschmiert -45g Auslösekraft -1.8 mm Auslöseweg -3.5 mm Hubweg |
| Hot-Swap | ja |
| Anschluss | – USB (2ms Latenz) – 2,4 GHz (5ms Latenz) – Bluetooth (11ms Latenz) |
| Polling Rate | 1000 Hz (USB und 2.4 GHz), 125 Hz (Bluetooth) |
| weitere Merkmale | -Dämpfung -Beleuchtung -Lautstärketasten |
| Produktseite: | Epomaker.de |
| Shop-Links: | – amazon.de* – aliexpress.com |
| Preis: | Amazon.de: € 109,99* |
Epomaker TH99 ISO-DE im Detail
Design und Ausstattung

Im Lieferumfang gibt es neben einer Anleitung, die sämtliche Tastenkombinationen auflistet und dem obligatorischen USB-Kabel noch ein Werkzeug zum Entfernen von Caps und Switches, was bereits verrät, dass die TH99 hotswap-fähig ist. Außerdem liegen drei Ersatzschalter bei, von denen wir auch einen direkt brauchen werden, aber eins nach dem anderen.

Das Design der Epomaker TH99 ISO-DE ist schlicht. Schwarz wird mit Grau gemischt, die Ecken des Gehäuses sind abgerundet. Die TH99 ISO-DE ist eine Tastatur im 1800-Layout. Ein ähnliches Layout hatten wir mit der Celeris 1800 von Endorfy bereits vor uns. Epomaker behält allerdings die Standardabstände der F-Reihe bei, was eine vertraute Anordnung bietet. Im Bereich der Pfeiltasten muss man sich umgewöhnen, wenn man von einer Full-Size- oder /TKL-Tastatur kommt.

Die Sondertasten wie „Entf“ und „Einfg“ usw. wurden vertikal neben dem Nummernblock positioniert. Über dem Nummernblock hat man sogar noch Platz für Tasten zur Lautstärkeregelung und für den Taschenrechner gefunden, der im Bereich der Zahlentasten produktiv sinnvoll ist. Die Lautstärkesteuerung ist aber auch über FN+F11/12 möglich, doppelt gemoppelt und dicht beieinander bei wenig Platz. Man verzichtet dafür auf die Sondertasten wie Druck, Pos1 etc.

Außerdem gibt es keine Status-LEDs für den Nummernblock und Caps-Lock. Dies wird über die Tastenbeleuchtung unter der jeweiligen Taste realisiert. Eine permanente Beleuchtung kann dies entsprechend schwer bis gar nicht mehr erkennbar machen.

Auf der Unterseite findet man Standfüße für zwei weitere Arbeitshöhen. Der Stand über die kleinen Gummipuffer ist gut, je nach Oberfläche nicht absolut rutschfest. Die Verarbeitung zeigt im Wesentlichen keine groben Mängel, ist beim Gehäuse aber auch nicht maximal ansprechend. Das Kunststoffgehäuse bestehend aus ABS zeigt schnell Spuren vom Anfassen. Es lässt sich mit beiden Händen gehalten recht einfach verwinden und bringt natürlich nicht die Stabilität von Modellen mit Aluminium-Chassis. Der Rahmen lässt sich im Bereich der Anschlüsse etwas eindrücken. Beides ist bei der Nutzung aber nicht von Relevanz und es knarzt bei der eigentlichen Verwendung auch nicht.

Rückseitig befindet sich der USB-C-Anschluss und ein Schalter zur Wahl der Verbindung. Neben dem Kabel kann 2.4 GHz Funk über das USB-Dongle genutzt werden oder Bluetooth 5.0. Kabelgebunden und per 2.4 GHz liegt die Pollingrate bei 1000 Hz. Mit Bluetooth bei 125 Hz. Die Latenzen werden mit 2ms, 5ms und 11ms angegeben. Mit einem weiteren Schalter kann zwischen Windows- und Mac-Mode gewechselt werden.

Für die Akkulaufzeit gibt es mehrere Angaben, überprüft haben wir sie nicht. Sie soll laut Epomaker Produktseite bei bis zu 160 Stunden ohne Beleuchtung liegen. Auf der Produktseite auf amazon.de stehen 70 Stunden mit Beleuchtung und 800 Stunden ohne. Nach unserer Vermutung(!) könnte das eine Angabe bei Verwendung von Bluetooth sein. Die Akkukapazität liegt immerhin bei stolzen 8000 mAh. Der Akkustand kann über FN+Enter abgefragt werden und wird dann über die Beleuchtung der Zahlentasten grob dargestellt.
Tastenkappen und Beleuchtung
Die Tastenkappen/Caps mit Cherry-Profil bestehen aus PBT und sie sind im Double-Shot-Verfahren gefertigt, was grundlegend positiv ist, im Bereich von fast 100€ inzwischen aber auch Standard sein sollte. Ihre Wandstärke liegt im Bereich von 1.5-1.6 mm, zumindest behauptet das der digitale Messschieber. Das Grundmaterial ist weiß und lässt Licht nicht durchscheinen. Die Tastenbeschriftung wird also leider nicht beleuchtet!

Im Detail fällt ein nicht ganz einheitliches Schriftbild auf. Bei den Umlauten ist die Beschriftung mittig, ansonsten links ausgerichtet. Auch „Strg“ und „Einfg“ wirken durch die Höhe und Größe der Buchstaben etwas seltsam, aber was soll. Deutlich mehr fällt die fehlende Beschriftung der FN-Ebene ins Gewicht. Darüber sind im Prinzip viele Funktionen wie die Medien- oder Beleuchtungssteuerung möglich, man muss sie sich aber merken.
Eine Software gibt es bisher nicht. Im Downloadportal des Herstellers ist lediglich die TH99 mit Ausschluss der ISO-DE-Version gelistet. Nach Rückfrage wurde uns bestätigt, dass die Software für die TH99 ISO-DE erst noch erscheinen soll. Aktuell ist der aufgeführte Punkt der Programmierbarkeit also noch nicht gegeben.

Unter jeder Taste gibt es eine südlich am PCB positionierte LED (south-facing). Die ARGB-Beleuchtung ist aber wie oben bereits erwähnt rein dekorativ und leuchtet nicht durch die Tasten hindurch. Bei schlechten Lichtverhältnissen erkennt man die Beschriftung also nicht. Abseits der von steil oben betrachtet sichtbaren Hotspots fällt sie stimmig aus. Sie kann über Tastenkombinationen verändert werden (Modi, Helligkeit, Farbe) und auch deaktiviert werden.
Schalter, Tippgefühl und Lautstärke
Verbaut sind in dieser Version der TH99 ISO-DE die EPOMAKER Sea Salt Silent Switches, eine Gasket-Struktur und mehrere Schichten Dämpfung samt Silikonpad am Boden. Die linearen Schalter haben laut der Produktseite eine Auslösekraft von 45 g, wobei der Vorlauf typische 1,8 mm beträgt. Mit 51 g und nach 3.5 mm erreichen die Schalter ihr Ende. Die Schalter (und Stabilisatoren) sind außerdem geschmiert, was ein geschmeidiges Tippgefühl unterstützt. Alternativ gibt es die Tastatur noch mit den Creamy Jade-Schaltern.

Die Silent Switches sind wirklich sehr leise. Ihr weiches Tippgefühl und vor allem das leise Tippgeräusch erinnern uns etwas an die bereits getestete leise be quiet! Tastatur.
Die Epomaker Switches sind ähnlich leise und die TH99 ISO-DE gehört so zu den leisesten mechanischen Tastaturen, die wir bisher getesteten haben. Perfekt für sensible Nutzer und kritische Umgebungen. Im direkten Vergleich mit den in die Epomaker eingebauten be quiet! Switches fällt auf, dass die be quiet! Schalter bei seitlichen Bewegungen minimal mehr klappern und die Sea Salt Switches hier noch etwas sanfter erscheinen. Nachhallen und Pings gibt es nicht, hin und wieder nimmt man ein kleines Nebengeräusch war. Die Leertaste sticht wie so oft gegen die anderen Tasten deutlicher hervor, obwohl sie gar nicht übermäßig laut ist.

Auch wenn viel vom leisen Geräusch durch die Schalter kommt, trägt das Gehäuse seinen Teil bei. Es gibt Dämpfung aus 5 Schichten, laut Herstellerseite bestehend aus Poron, IXPE und Silikon im Boden. Verglichen mit der be quiet! Light Mount unter Verwendung gleicher Schalter klingt die Dämpfung in der TH99 ISO-DE subjektiv etwas voller und dumpfer. In Summe wiegt die Tastatur damit solide ~1.2 kg.
Das Tippgefühl ist relativ geschmeidig mit einem weichen, sanften Anschlag, der damit vielleicht nicht so knackig wirkt wie bei Modellen mit härterem Anschlag, aber sehr angenehm ist. Im direkten Vergleich mit vorliegenden Gateron Pro 3.0 Yellow gleiten die Schalter nicht ganz so glatt, sondern fühlen sich etwas rauer an, zumindest im vergleichsweise wenig genutzten Zustand und wenn man darauf achtet. Ein Schalter war leider nicht in Ordnung. Dieser ließ sich einerseits nicht flüssig durchdrücken, zum anderen saß der Stempel tiefer als bei den anderen. Gut, dass sich Schalter im Lieferumfang befinden und leicht tauschen lassen.
Fazit
Die Epomaker TH99 ISO-DE ist eine tolle mechanische Tastatur, die vor allem mit ihrem sehr leisen Tippgeräusch und dem angenehmen Tippgefühl überzeugen kann. Umfassende Dämpfung, Gasket Mount und die leisen, geschmierten Schalter sorgen hier in Summe für ein stimmiges Gesamtbild.
Dazu kommen weitere Stärken: Drei Verbindungsmodi, eine Akku-Kapazität von 8000 mAh und mit PBT Double-Shot Caps erlaubt man sich prinzipiell auch keinen Patzer. Anders als bei den anderen von uns getesteten Tastaturen sind die Tastenkappen aber nicht durchscheinend, die Beleuchtung hilft also leider nicht bei der Lesbarkeit in dunkler Umgebung.
Aufgedruckte Sonderfunktionen der FN-Ebene und auch gesonderte Status-LEDs vermissen wir etwas. Letzteres wird aber durch die Beleuchtung der jeweiligen Taste kompensiert, sollte die eingestellte übrige Beleuchtung diese nicht überstrahlen. Das etwas platzsparende 1800-Layout ist gut umgesetzt, sogar dedizierte Lautstärketasten haben einen Platz gefunden. Minuspunkte gibt es für den defekten, aber zum Glück schnell getauschten, Switch. Das eher einfache Gehäuse ist aufgrund des Preises und der übrigen Leistung ok. Eine passende Software bleibt der Hersteller aber noch schuldig.
Von einigen Features her ähnelt die Epomaker TH99 ISO-DE der ENDORFY Celeris 1800. Beide bieten ein ähnliches Layout, hot-swap, drei Verbindungsmodi und den Mac-Modus. Die Celeris 1800 bietet eine umfassendere Beschriftung und beleuchtet die Tastenbeschriftung immerhin etwas, wenn auch eher schwach. Die Epomaker TH99 ISO-DE tippt jedoch deutlich leiser, hat einen doppelt so großen Akku und war zum Stand des Tests noch etwas günstiger.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.




