
Das Epoch XL bietet mehr Platz für Hardware und Kühlung als das kleine Epoch. Längere Grafikkarten, Netzteile, größere Radiatoren und höhere CPU-Kühler finden in dem Epoch XL einen Platz. Darüber hinaus können auch Mainboards mit rückseitigen Anschlüssen verbaut werden. Wir konnten uns das Epoch XL RGB ansehen.
Technische Daten des Fractal Design Epoch XL RGB
| Maße (LxBxH) | 503 x 240 x 509 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff |
| Mainboard-Format | E-ATX (275mm), ATX, M-ATX, Mini-ITX Rückseitige Anschlüsse: ATX / mATX |
| Anschlüsse Front | 1x USB Typ C (20 Gbit) 2 x USB Typ A (5 Gbit) 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 176 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 425 mm (mit Frontlüfter) |
| max. Laufwerke | 2x 2.5″/3.5″ 2x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Front: 3x 140 mm PWM Momentum 14 RGB (0, 350-1800 U/min) |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Deckel: 3x 120 / 2x 140/180 mm Front: 3x 120/140 mm Rückseite: 1x 120 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Deckel: max. 280/360 Front: max. 280/360 |
| RGB-Beleuchtung | Lüfter |
| Preis | Amazon.de: € 138,20* |
Angebote
Fractal Design Epoch XL RGB im Detail
Außen

Die XL-Größe muss man bei dem Epoch XL etwas in Relation sehen. Es ist zwar deutlich größer als das doch sehr kompakte Epoch, aber längst nicht so tief wie z.B. ein Meshify 3 XL oder so groß wie richtige Big-Tower. Auch das Gewicht ist mit unter 10 kg noch gut zu handhaben.
Das Epoch XL sieht genau so aus wie die kleine Variante bzw. in der Basis wie ein North XL aber ohne Holzfront. Ein Meshgitter bietet frischer Luft Einlass, dahinter gibt es drei Momentum 14 RGB-Lüfter. Einen Staubfilter gibt es dort allerdings nicht.
Die Lüfter haben eine dezente ARGB-Beleuchtung in Form eines beleuchteten äußeren Rings. Sie strahlen damit unauffällig nach vorn, von der Innenseite ist die Beleuchtung kaum zu sehen. Im Gegensatz zu den akustisch auffälligeren Lüftern im North XL, können die Momentum 14 ARGB Lüfter sehr leise betrieben werden, haben aber auch hohe Leistungsreserven mit bis zu 1800 U/min. Die Lüfter werden mit einem Stecker im USB-C-Layout miteinander verbunden, am Ende aber auf einen ganz normalen PWM- und ARGB-Anschluss adaptiert. Mit minimal 350 rpm können sie sehr leise werden und bieten auch einen ZeroRPM-Modus bei 0-10% PWM.
Auch der Deckel ist zu einem großen Teil luftdurchlässig und kann mit einer Lasche nach hinten gezogen werden. Er sitzt bei unserem Sample zwar minimal fester als beim kleinen Epoch, aber löst sich immer noch etwas zu einfach und wir vermissen eine optionale Sicherung.

Das I/O-Panel davor bietet die übliche Ausstattung mit einem USB-C- und zwei USB-A-Anschlüssen.

Auch im Epoch XL haben wir eine zweigeteilte Seite aus viel Glas und etwas Stahl. Das Glas (3mm) und auch die große Stahlseite rechts sind nicht herausragend massiv, aber soweit noch in Ordnung. Das Epoch XL zeigte sonst keine Verarbeitungsmängel, wenn man von einer leichten Kante zwischen Deckelteil und Gehäuse mal absieht.

Der Staubfilter am Boden deckt lediglich das Netzteil ab, Lüfterpositionen gibt es dort aber ohnehin nicht. Der Filter kann zur Reinigung nach hinten entnommen werden, was weniger komfortabel als eine Entnahme zur Seite oder nach vorne ist.
Innen
Im Inneren bietet das Epoch XL natürlich vor allem mehr Platz als das Epoch: Wie gesagt ist es nicht extrem riesig, bietet aber großen Komponenten einen Raum. Außerdem sind im Epoch XL nun auch Back-Connect-Mainboards kompatibel.

Die meisten Flächen sind großflächig perforiert. Extras findet man keine. Es gibt keine GPU Stütze, keine modularen Rahmen oder anderes, was man unbedingt erwähnen müsste. Auch ein Hecklüfter ist ab Werk nicht verbaut und dürfte maximal das 120-mm-Format haben. Der Lieferumfang ist auch auf ein paar Schrauben und Kabelbinder reduziert.

Im Deckel können drei 120-mm-Lüfter oder zwei mit 140 mm oder laut Fractal sogar 180 mm verbaut werden. Radiatoren dürfen dort höchstens im 280/360 mm-Format sein.

Die Rückseite bietet am Boden Platz für zwei HDDs, dessen Halterungen entnommen werden können. Der Platz für Netzteile fällt mit HDD-Halterungen mit 175 mm nun deutlich komfortabler aus als im kleineren Epoch. Im oberen Teil finden zwei 2.5 Zoll Laufwerke Platz.

Der Rest der Rückseite dient der Kabelverlegung wozu mehrere Klettbinder am Mainboard-Träger platziert wurden – also nichts besonderes. Der Raum für Kabel beträgt bis zu 37 mm, sodass sich das Seitenteil in der Regel problemlos schließen lässt.
So wenig spektakulär der Innenraum ist, so wenig erwähnenswert war der Einbau der Hardware. Alles passte, keine Probleme oder Auffälligkeiten.


Temperaturen und Lautstärke im Fractal Design Epoch XL RGB
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Maximale Drehzahl

Bei 1800 U/min sind auch die laufruhigen Momentum 14 RGB Lüfter laut und das Epoch XL kommt damit auf einen hohen, aber nicht extremen Lautstärkewert. Die Temperaturen waren allesamt solide. Wir kommen ungefähr auf die Werte des kleineren Epoch. Die CPU-Temperatur lag minimal höher, die Grafikkarte wurde etwas besser gekühlt. Im Großen und Ganzen erreichte das Epoch XL konsequent gute Temperaturen, gehört aber nicht zur absoluten Airflow-Elite.
Kühlleistung bei angepasster Lautstärke

Mit reduzierter Drehzahl für den Test mit angeglichener Lautstärke zeigten sich keine Überraschungen und auch hier kann das Epoch XL gut abschneiden.
Fazit
Das Epoch XL RGB ist insgesamt ein gelungenes Gehäuse, das in der XL-Variante mehr Platz bietet als das Epoch und damit weniger Kompromisse erfordert. Gleichzeitig ist es aber nicht extrem groß und lässt sich problemlos unterbringen und handhaben. Eine besonders üppige Ausstattung bietet aber auch die XL-Variante nicht. Der zusätzliche Platz bringt natürlich einige Vorteile: Es können sehr lange Grafikkarten verbaut werden, auch wenn man einen Frontradiator einbauen sollte. Ein 360-mm-Radiator passt nun auch in den Deckel und mehr Raum für die Kabel sorgt für mehr Komfort beim Zusammenbau. Die Anzahl der Laufwerksplätze hat Fractal zwar nicht erhöht, das ist in Zeiten von M.2 SSDs aber nach unserer Ansicht kein Problem. Dafür können auch mit beiden HDD-Trägern nun längere Netzteile verbaut werden. Ein weiterer Pluspunkt des Epoch XL ist, dass auch Mainboards mit rückseitigen Anschlüssen verbaut werden können.
Auch die Momentum 14 Lüfter haben uns gut gefallen, da sie sehr leise arbeiten können, aber mit dem großen Drehzahlbereich auch Leistungsreserven bieten. Kritikpunkte, die auch schon für die kleine Version galten, sind der nur nach hinten ausziehbare Staubfilter für das Netzteil und das zu leichtgängige Deckelelement.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.









