NZXT H2 Flow im Test

Das H2 Flow von NZXT ist ein SFF-Case mit gerade einmal ~ 21 Liter Volumen für Mini-ITX-Mainboards. Trotzdem sollen in das Gehäuse 280-mm-AiO-Wasserkühlungen und 33 cm lange Grafikkarten passen. Ob das in der Praxis gut funktioniert und wie es um die Kühlung bestellt ist, schauen wir in diesem Test.

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Technische Daten

Maße (LxBxH)435 x 181 x 263  mm
MaterialStahl, Glas
Mainboard-FormatMini-ITX
Anschlüsse Front1x USB Typ C
2 x USB Typ A
1x Audio
CPU-Kühler-Höhemax. 75 mm
Grafikkarten-Längemax. 331 mm
max. Laufwerke2x 2.5″
Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min)Deckel: 2x 120 mm F120Q, 3-Pin
(ca. 430-1500 U/min)
Maximale Lüfterinstallation (mm)Front: 2x 120/140 mm
Optionale Radiatoren (mm)Front: max. 280 mm
RGB-Beleuchtungkeine
Preis
Amazon.de: € 149,90*
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NZXT H2 Flow im Detail

Das H2 Flow darf sicher als kompakt bezeichnet werden, man muss aber auch sagen, dass es in der Welt der Mini-ITX-Gehäuse durchaus „groß“ ist. Gerade bei der Höhe von 435 mm ist man fast schon im Midi-Tower-Bereich für ATX-Boards und somit könnte das H2 Flow absoluten SFF-Fans bereits zu groß sein. Im Gegensatz zum beispielsweise noch kompakteren Meshroom S kann das H2 Flow nur Mini-ITX Boards aufnehmen, hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen.

NZXT bleibt seiner Designlinie auch bei dem H2 Flow treu: Klare Kanten, viel Mesh und viel Metall, womit sich das Gehäuse ansprechend anfasst. Dazu trägt auch die saubere Verarbeitung mit der schönen matten Beschichtung, die bei unserem Modell keine Fehlstellen zeigte, bei. Die großen Meshflächen lassen sich natürlich punktuell eindrücken, dennoch wirkt die Verarbeitung solide, auch weil man nirgends Plastik spürt. Was man aber auch nirgends findet sind Staubfilter.

Die linke Seite besteht aus zwei separaten Teilen und somit zur Hälfte aus Glas und zur Hälfte aus Mesh, wo das Netzteil verbaut wird. Das Mesh-Panel vorne beherbergt auch das sauber integrierte I/O-Panel, das aus einem Audioport, einem USB-C und zwei USB-A-Anschlüssen besteht. Die Frontplatte lässt sich, genau wie die anderen Flächen, werkzeuglos abziehen und gewährt Zugriff auf den Innenraum.

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Im Grunde ist das H2 Flow sehr auf die Verwendung einer AiO-Wasserkühlung in der Front (max. 240/280 mm und 60 mm Tiefe inkl. Lüfter) ausgelegt. Es kann natürlich auch ein Luftkühler verbaut werden, aber mit maximal 75 mm Höhe ist man dort SFF-typisch recht limitiert und erreicht damit nicht die Kühlleistung, die mit einer AiO möglich wäre. Der Rahmen zur Montage der Frontlüfter und des Radiators kann ausgebaut werden.

Mainboard/Netzteil und Grafikkarte werden getrennt in zwei verschiedenen Kammern links und rechts verbaut. Das dadurch unbedingt erforderliche Risercable ist Teil des Lieferumfangs und bereits montiert. Dabei handelt es sich um ein PCIe 5.0 Riser cable, welches den Preis von ~150 € für das Gehäuse etwas relativiert.

Ebenfalls mit dabei sind zwei Gehäuselüfter im Deckel des Gehäuses. Dabei handelt es sich um schlichte 120-mm-Lüfter vom Typ F120Q in der „Case Version“. Heißt, dass NZXT hier leider wieder auf Lüfter mit 3-Pin Anschlüssen setzt. Mögliche Verwirrung könnte sich daraus ergeben, dass das enthaltene Y-Kabel vier Pins hat. Die Lüfter rotieren mit maximal 1350 U/min (1500 U/min an unserem System), per Spannung können sie aber auf um die 430 U/min gedrosselt werden. Leichte Rattergeräusche bleiben je nach Entfernung hörbar.

Die Lüfter sind quasi in eine eigene Kammer ausgelagert und das Gitter zum Innenraum verhindert, dass in beengten Verhältnissen Kabel in die Lüfter geraten können. Ein Luxus, den sich das NZXT H2 Flow aufgrund seiner Höhe leisten kann.

Mainboard und Netzteil werden in die linke Kammer gebaut, die Anschlüsse sind ganz normal von hinten erreichbar. Neben einem Mini-ITX-Mainboard benötigt man auch ein kompaktes Netzteil: SFX und SFX-L-Modelle, wie das neue NZXT C850 SFX Gold, werden unterstützt. NZXT hat uns dieses für den Test des Gehäuses zusätzlich zur Verfügung gestellt, was im übrigen auch für das Mainboard gilt, da unseres defekt ist. Eine Flexibilität beim Innenraum ist nicht gegeben. So gibt es nicht mehrere Modi oder die Möglichkeit etwas umzubauen, um mehr Platz für die eine oder andere Komponenten zu schaffen.

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Unter dem Netzteil findet man noch Plätze für 2.5“ Laufwerke. Größere Laufwerke passen nicht in das Gehäuse, aber das sollte heutzutage kein großes Ding sein. Der Gehäuseboden ist ebenfalls gelocht.

Die rechte Kammer ist dann größtenteils der Grafikkarte vorbehalten, die dort aufrecht montiert wird. Maximal 331 mm lang und 65 mm tief darf sie sein, womit große aber nicht die größten Modelle passen. Die Anschlüsse sind von unten erreichbar. Je nach Kabel könnte ein 90 Grad-Adapter sinnvoll sein.

Frische Luft kann die Grafikkarte durch die nahezu komplett perforierte Mesh-Seite ziehen. Von einer AiO in der Front kommt etwas erwärmte Luft, die aber teilweise direkt über die Deckellüfter abgeführt werden sollte. Wir hoffen auf gute Temperaturen.

Einbau des Systems

Der Einbau ist bei kleinen Systemen meist deutlich aufwändiger. Das ist auch hier teilweise der Fall, wobei die für ein Mini-ITX-Gehäuse doch großzügigen Platzverhältnisse hier den Komfort klar begünstigen. Natürlich ist auch ein Netzteil mit modularen Kabeln eine große Hilfe, um nicht auch noch unnötige Kabel verstauen zu müssen, das trifft aber auf einen Großteil aktueller Modelle zu.

Da die Grafikkarte später einen wesentlichen Teil des rechten Innenraums verdeckt, ist es empfehlenswert zuerst das Mainboard einzubauen und die Kabel anzuschießen.

Die Grafikkarte haben wir danach verbaut. Das sollte vor der Montage einer AiO geschehen, da die Schrauben der Slotblenden sich am besten/nur von vorn mit einem Schraubdreher erreichen lassen. Die Grafikkarte ging etwas schwer an ihre Position, mit etwas Nachdruck passte es.

Mit dem Netzteil steigt dann der Verkabelungsaufwand. Die Kabel des NZXT C850 SFX Gold sehen mit ihren einzelnen Strängen und den integrierten Kabelkämmen recht hübsch aus und lassen sich gut verlegen. Am besten man schnürt so viele Kabel zusammen wie es geht, mit einer AiO ist das Gehäuse am Ende eh so voll, dass man wenig davon sieht.

Der Einbau der AiO wird durch den entnehmbaren Montagerahmen in Sachen Komfort unterstützt. Man verschraubt den Rahmen außerhalb des Gehäuses zwischen Lüfter und Radiator und dann kann diese Konstruktion einfach wieder ins Gehäuse eingesetzt und festgeschraubt werden. Bei unserem System konnte die AiO sowohl mit den Schläuchen nach oben als auch nach unten montiert werden.

Schläuche unten
Schläuche oben
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So erhält man in kurzer Zeit ein bereits recht aufgeräumtes System. Klar, je mehr verbaut wird und desto cleaner es werden soll, desto anspruchsvoller wird die Aufgabe. Durch das Lüftergitter und außenliegende Lüfter am Radiator muss man keine Sorge haben, dass Kabel in die Lüfter geraten könnten.

Temperaturen

Testsystem und Ablauf

  • AMD Ryzen 7700X @ 100W
  • NZXT Kraken 280
  • ASUS ROG Strix B850-I Gaming WiFi
  • Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
  • 16 GB DDR5-RAM

Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 5 Minuten nach einer Aufwärmzeit von 20 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 5 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur.

Leider haben wir mit diesem System keine Vergleichswerte zu anderen Gehäusen, versuchen die Temperaturen dennoch grob einzuordnen.

Wir haben folgende Einstellungen getestet:

  1. Lüfter der AiO und des Gehäuses auf maximaler Drehzahl
  2. Lüfter der AiO auf 850 U/min, Gehäuselüfter auf Maximum
  3. Lüfter der AiO auf 850 U/min, Gehäuselüfter auf 1000 U/min
  4. Lüfter der AiO auf 850 U/min, Gehäuselüfter aus

Die Grafikkartenlüfter liefen unabhängig davon bei 65%.

Die Gehäuselüfter allein kamen bei voller Drehzahl auf 43 dB(A), was ein moderater Wert ist. Die CPU-Temperaturen zeigten sich an dem System leider als extrem schwankend (~3-4 Grad je Durchlauf), sodass wird folgend nur ungefähr eine CPU-Temperatur als Tendenz angeben!

CPUGPU
AiO und Gehäuselüfter max.~75 °C71,9 °C
AiO auf 850 U/min,
Gehäuse auf max.
~76 °C70,8 °C
AiO auf 850 U/min,
Gehäuselüfter 1000 U/min
~77 °C72,5 °C
AiO auf 850 U/min,
Gehäuselüfter aus
~77 °C76,3 °C

Mit ca. 71 Grad ist für die Grafikkarte ein ordentlicher Wert erreicht worden. Die Anpassung der Drehzahl der Gehäuselüfter machte erstmal nur einen kleinen Unterschied, womit sich das Ergebnis eigentlich noch mehr sehen lassen kann. Ähnliche Werte kennen wir von einigen „normalen“ ATX-Gehäusen. Es zeigt aber auch, dass in unserem Fall die Wirkung der Gehäuselüfter begrenzt ist. Ein gewisser Luftstrom reichte, um die Kühlleistung der Grafikkarte sicherzustellen. Als die Gehäuselüfter ganz ausgestellt wurden, zeigte sich die unterstützende Wirkung bei der Grafikkarte etwas deutlicher, die nun etwas wärmer wurde.

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Die 280er AiO hat genügend Reserven für die verwendete CPU und die Drehzahl ihrer Lüfter machte sich kaum bemerkbar. Bei maximaler Drehzahl wirkte sie sich im Toleranzbereich auf die GPU-Temperatur aus. Von den Gehäuselüftern war die AiO wie zu erwarten recht unabhängig. Hier haben aber leider die großen Abweichungen bei jedem Durchlauf eine genaue Beobachtung erschwert.

Fazit

Das NZXT H2 Flow hat uns insgesamt sehr gut gefallen, wobei man sicherlich auch sagen darf, dass NZXT es sich recht leicht macht: Man nimmt einen bewährten Aufbau, zieht das Ganze etwas in die Größe und setzt auf ein sehr schlichtes Design ohne große Flexibilität. Ja, das H2 Flow ist natürlich ein sehr kompaktes Gehäuse, aber das geht mit Mini-ITX und SFX noch kleiner bzw. hätten bei solchen Maßen auch größere Boards möglich sein können. Durch die nicht maximal kompakten Maße und gerade durch die relativ üppige Höhe bekommt das H2 Flow viele seiner guten Eigenschaften: Vergleichsweise viel Komfort durch Freiraum, Platz für große (aber nicht größte) Grafikkarten, 280er-AiOs sowie Deckellüfter und daraus resultierend auch eine mögliche ordentliche Kühlung der Komponenten. Bei der Kühlung ist das H2 Flow allerdings vorrangig auf eine AiO ausgelegt und Luftkühler bei der Größe stark limitiert. Das NZXT H2 Flow kann aber auch mit weiteren Eigenschaften punkten: Die Materialwahl ist ansprechend, der Innenraum ist einfach zugänglich und die modulare Lüfterhalterung vorn erleichtert die Installation. Zudem ist auch das im Lieferumfang enthaltene PCIe 5.0 Risercable positiv zu erwähnen, das bei dem Preis von 150 € berücksichtigt werden muss.
Dass Lüfter (hinter schützendem Lüftergitter) enthalten sind, ist natürlich auch positiv. Die enthaltenden Exemplare erfüllen ihren Zweck. Anspruchsvolle Nutzer dürften sie gegen laufruhigere Lüfter mit PWM-Anschluss austauschen.

So gesehen ist das H2 Flow keine Innovation und eher einfach, macht aus unserer Sicht aber auch nicht wirklich etwas falsch. Es ist einfach ein gutes, platzsparendes Gehäuse, das angenehm in der Nutzung ist.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung
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Wir haben das Produkt, sowie das Netzteil und Mainboard vom Hersteller für den Test erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

NZXT H2 Flow
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