
Für gerade mal 60€ bietet NZXT mit dem S5 RGB ein Case mit zwei Seiten aus Glas und einem 360-SingleFrame-Lüfter an. Wir schauen folgend, was man für das Geld bekommt und wo es Verbesserungspotenzial gibt!
Technische Daten
| Maße (LxBxH) | 482 x 210 x 423 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff |
| Gewicht | ca. 6,1 kg |
| Mainboard-Format | ATX, M-ATX, Mini-ITX |
| Anschlüsse Front | 1x USB 3.2 Gen. 2 Type C 2 x USB 3.2 Typ A 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 162 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 415 mm |
| max. Laufwerke | 1x 3.5″ 1x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Seite: 3x 120mm (SingleFrame) |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Deckel: 2x 140 / 3x 120 mm Rückseite: 1x 120 mm Unten: 3x 120 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Deckel: 360 Heck: 120 |
| RGB-Beleuchtung | – via Lüfter |
| Lüftersteuerung | PWM |
| Preis | 59,90 (UVP) |
NZXT S5 RGB im Detail
Das NZXT S5 RGB ist ein Midi-Tower mit 482 x 210 x 423 mm, der das System über eine Panorama-Scheibe in Szene setzt. Dabei handelt es sich um zwei einzelne Teile für Seite und Front. Die Seitenteile lassen sich werkzeuglos abnehmen, was auch für die Front gilt, also Achtung. Hier wäre eine optionale Sicherung per Schraube keine schlechte Idee gewesen.

Das S5 setzt dabei typischerweise auf die Belüftung über die Seite, wofür NZXT drei RGB-Reverselüfter verbaut, die im Singleframe-Design sind, also in einem gemeinsamen Rahmen sitzen. Einen Staubfilter gibt es dort nicht. Durch das Reverse-Layout gibt es den ungetrübten Blick auf die beleuchteten Lüfterflügeln ohne störende Streben. In der S5 RGB Deluxe Variante sind zudem ein Boden und ein Hecklüfter verbaut.

Das I/O-Panel befindet sich unten. Trotz der Preisklasse muss man nicht auf einen 20-GBit-USB-C-Anschluss verzichten, ergänzt von zweimal USB-A. Die untere Kammer des Gehäuses ist außen unter dem Glas von einem Meshgitter abgedeckt.

Der Deckel ist nahezu vollflächig luftdurchlässig, zeigt durch den sehr einfachen, aufgelegten magnetischen Filter aber dann doch die Preisklasse. Darunter gibt es Platz für einen 360-mm-Radiator oder entsprechende Lüfter. Wer lieber auf 140-mm-Lüfter setzt, kann davon zwei verbauen.
Ein solchen magnetischen Filter hat man auch am Boden des Gehäuses, der verhindern soll, dass optionale Bodenlüfter und das Netzteil Schmutz einsaugen. Ein Filter zum herausziehen ist da komfortabler, aber es geht auch so. Während diese Filterelemente wohl der Preisklasse geschuldet sind, ist der sonstige Qualitätseindruck für den Preis aber gut. Die Flächen sind trotz des eher dünnen Materials noch recht stabil, die Beschichtung ist tadellos. In den Meshflächen findet man einen einprägten NZXT-Schriftzug. Man sieht aber z.B. auch beim nur knapp 3mm starken Glas, dass irgendwo eben doch gespart werden muss.
Im Inneren sieht man ein Mainboard-Tray, das nur für Standardboards bis maximal ATX geeignet ist, also keine Back-Connect-Boards unterstützt. Über dem Mainboard sind ungefähr 5cm Platz bis zum Deckel. Interessant wird es am Boden, wo drei Lüfter montiert werden können, die die Grafikkarte unterstützen sollen.

Die vordere Position ist sogar angewinkelt, um gezielt Luft zur Grafikkarte zu fördern. Diese darf bis 415 mm lang sein. Die Lüfter werden mit langen Lüfterschrauben aus dem Lieferumfang befestigt. Aufpassen muss man mit großen CPU-Kühlern, denn diese dürfen maximal 162 mm hoch sein, was einige Modelle ausschließt.

Auf der Rückseite findet man immerhin 22mm Platz für Kabel. Nicht immens viel, aber ausreichend und mit etwas Sorgfalt beim Verlegen schließt das Seitenteil problemlos. Hinter dem Tray befindet sich außerdem eine Laufwerkshalterung für ein 2.5“ Laufwerk. Ein 3.5-Zoll-Laufwerk kann auf dem Boden unter dem Frontlüfter montiert werden, das sind die einzigen Laufwerkspositionen im Gehäuse.

Der Anschluss der Lüfter wird über 4-Pin-PWM sowie einen ARGB-Anschluss realisiert. Man benötigt also keinen speziellen Controller und keine NZXT-Software, um sie zu steuern.

Der Einbau verlief wie erwartet mit dem einfachen Testsystem ohne Probleme.

Temperatur und Lautstärke im NZXT S5 RGB
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichen Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Die Lüfter arbeiten mit maximal ca. 1500 U/min und erreichen damit einen vergleichsweise noch moderaten Lautstärkepegel. Sicher ist das schon durchaus störend, aber es gibt deutlich lautere Gehäuse ab Werk. Der Regelbereich ist riesig: Man kann die Lüfter auf ~300 U/min drosseln, unter 10% haben sie sich am Testsystem auch ganz abgeschaltet. Nur aus nächster Nähe ist bei Minimaldrehzahl ein leichtes Surren zu hören.
Die Temperaturen waren ab Werk leider so, wie wir es auf Basis unserer Erfahrung mit dieser Art von Gehäusen (zwei Glasseiten, Belüftung einzig über die Seite) erwartet haben. Während die CPU noch „ok“ ist, schmort die GPU im eigenen Saft. Über 80 Grad bei 21 Grad Raumtemperatur sind sehr hoch und wir haben folgend darauf verzichtet die Lüfter noch zu drosseln. Auch der RAM wurde sehr warm, vermutlich fördern die Seitenlüfter an ihm vorbei. Die folgenden Werte des S5 stammen nach einer Aufwärmzeit von nur 15 Minuten, da wir dieses mal aufgrund der Temperaturen auf einen längeres Aufwärmen verzichtet haben.

Besser wird es, wenn man einen Lüfter auf die angewinkelte Fläche packt: Wir haben dort einen Noctua NF-A12x25 G2 platziert und diesen bei 1350 U/min betrieben, da er bei dieser Drehzahl subjektiv die Lautstärke nicht erhöhte. (Wir haben die Lautstärke aber nicht nochmal gemessen, daher kein Wert). Die GPU wird um 5 Grad kühler, mehr Drehzahl brachte kaum weitere Verbesserung. Vor allem aber der RAM wurde deutlich kühler und wird nun offensichtlich einfach besser vom Luftstrom abgedeckt.
Wie schnell sich die Temperaturen ohne den Bodenlüfter verändern, zeigt folgendes Bild. Dort wurde der Bodenlüfter zum Beginn der Messung mit voller Drehzahl deaktiviert und folgend 5:30 Min die Werte protokolliert (nicht auf 20 Grad normiert).

Andere Lüftereinstellungen haben wir nicht mehr getestet. Wir würden für warme (Gaming)Systeme definitiv zu mindestens einem Lüfter unterhalb der Grafikkarte raten und zusätzlich warme Luft hinten/oben abführen, um einen zielgerichteten Luftstrom zu erreichen, der nach unserer Auffassung ab Werk nicht unbedingt gegeben ist. Somit lohnt sich eventuell direkt ein Blick auf das S5 RGB Deluxe.
Fazit
Das NZXT S5 RGB ist mit einem Preis von ~60 € (UVP), trotz Kritikpunkte, ein attraktives Gehäuse, gerade in Zeiten in denen alles immer teurer wird. Zunächst mal bekommt man ein schickes ATX-Gehäuse, das einerseits ausreichend Platz für Gamingsysteme samt 415 mm langer Grafikkarte und 360-mm-AiO bietet und diese mit den bunten Seitenlüftern und den zwei Glasseiten super präsentiert. Aufpassen muss man aber bei CPU-Luftkühlern, die lediglich 162 mm hoch sein dürfen.
Die Verarbeitung ist in Anbetracht des Preises gelungen. Man fühlt vorrangig Stahl und Glas und nur wenig Plastik. Auch die Beschichtung ist ohne Mängel. Natürlich merkt man durchaus, dass irgendwo gespart werden muss, wie bei den einfachen magnetischen Filtern, den dünnen Glasscheiben und dem Verzicht auf Extras.
Der dreifache Single-Frame-Lüfter sieht in der Reversevariante toll aus, lässt sich umfangreich per PWM steuern und bietet somit akustisch einigen Spielraum. Auf Basis der Erfahrung mit unserem System, würden wir aber unbedingt weitere Lüfter nachrüsten, da die Belüftung von der Seite nicht unbedingt für einen adäquaten Airflow sorgt. Bei dem geringen Preis sollten aber noch ein paar Lüfter drin sein, oder man schaut sich direkt die RGB Deluxe-Version an, die 10€ mehr kosten soll.
Wir vergeben unseren Preis/Leistungs-Award!
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.







