
be quiet! konnte uns mit der Light Mount Tastatur (Test) bereits überzeugen. Die schlichte Tastatur bot ein paar praktische Extras, begeisterte vor allem aber durch das leise Tippgeräusch und die Konfigurierbarkeit. Heute testen wir mit der Dark Mount das extravagantere Exemplar der Serie: Sie bringt mehr Ausstattung, mehr Extras und klingt dabei noch etwas besser.
Technische Daten der be quiet! Dark Mount
| Maße (LxBxH) | ca. 456 x 256 x 52 mm |
| Gewicht | ca. 1590 g |
| Material | Kunststoff, Aluminium |
| Tastenkappen | PBT Double-Shot |
| Switches | be quiet! Silent linear (orange) -linear – 45g – Auslöseweg 2mm -geschmiert Variante: be quiet! Silent Tactile (schwarz) – taktil – 55g – Auslöseweg 2mm – geschmiert |
| Hot-Swap | ja |
| Anschluss | – USB |
| weitere Merkmale | – 3 Lagen Dämmung – Beleuchtung – Media Dock – modularer Nummerblock – 8 Display-Tasten – Handballenauflage |
| Preis | Amazon.de: € 249,98* |
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be quiet! Dark Mount im Detail
Design und Ausstattung
Der Karton ist für eine Tastatur ungewöhnlich hoch, da Tastatur und Zubehör in zwei Ebenen verstaut sind und es gibt viel zu entdecken: Neben der Tastatur findet man den Nummernblock (fehlt auf dem Foto) und das Media-Dock. Dazu Handballenauflage(n) und magnetische Standfüße. Weiterhin gibt es das bekannte Zubehör wie Tastenzieher, Kabel und eine hochwertige Anleitung.

Streng genommen ist die Dark Mount in der Basis eine TKL-Tastatur, die sich durch den modularen Nummernblock auf das volle Format erweitern lässt. Der Nummernblock bringt noch acht Zusatztasten mit und kann alternativ auch links an der Tastatur angedockt werden.
Das Ganze funktioniert über ein Stecksystem, das zu der gewünschten Seite verschoben werden kann. Bei Nichtgebrauch werden die Anschlüsse an der Tastatur mit einer Blende verschlossen.

Die acht Zusatztasten auf dem Nummernblock sind besonders: Diese frei konfigurierbaren Tasten lassen sich dank kleiner Displays mit eigenen Symbolen oder kleinen Grafiken versehen, sodass man direkt sieht wozu sie gut sind und man bekommt noch etwas mehr optische Individualität.
Das Multimedia-Dock kann ebenfalls an zwei Position oben an der Dark Mount angesteckt werden. Es bietet Tasten zur Mediensteuerung und eine Stummfunktion sowie ein Scrollrad für die Lautstärke. Darüber hinaus gibt es noch ein Display, das die Uhrzeit und Medieninfos anzeigen, Profilwechsel durchführen und zur Steuerung der Beleuchtung verwendet werden kann. Die Helligkeit der Beleuchtung der Medientasten lässt sich gemeinsam mit der der Tastatur steuern, aber nicht einzeln regulieren.
Eine weitere Eigenschaft, die die Dark Mount unverkennbar von der Mountain Everest geerbt hat, sind die magnetischen stapelbaren Standfüße. Dieses Feature hätte es nach unserer Ansicht aber nicht gebraucht, da wir normale, ausklappbare Standfüße schlicht praktikabler finden. Diese lassen sich schneller einstellen und man muss keine Bauteile verstauen/hervorholen.

Eine zusätzliche ergonomische Aufwertung ergibt sich durch die magnetische, weiche Handballenauflage, die für das Nummernmodul zweigeteilt ist.

Die Verarbeitung der Dark Mount ist ansprechend, wozu die gebürstete Aluminiumabdeckung ihren Teil beiträgt. Sie stabilisiert die Tastatur und fühlt sich gut an. Die Tastatur steht stabil, die Handballenauflage haftet ausreichend stark. Modulare Elemente in Form des Nummernblocks sind natürlich eine Herausforderung. Im Alltag bei normaler Benutzung sitzt er gut und sicher. Auch wenn man die Tastatur auf dem Tisch verrückt, hält der Block. Beim Anheben hängt er dann schon deutlicher herab und zeigt Spiel, hier wäre eine zusätzliche Stabilisierung oder Verriegelung sicher eine Überlegung wert gewesen. Beim Transport ist es sicher ratsam ihn abzunehmen. Das Medien-Modul gibt durch sein geringes Gewicht kaum nach und vor allem, wenn man die oberen Tasten drückt. Insgesamt sitzt es aber sicher.
Tastenkappen, Schalter, Tippgefühl und Lautstärke
Bei den Tastenkappen verwendet be quiet! Exemplare aus PBT, gefertigt im Double Shot-Verfahren. Die Wandstärke liegt bei ~1.5 mm, da kann man nicht meckern. Tasten bzw. ihre Beschriftung sollten also eine hohe Haltbarkeit haben. Die Beschriftung lässt die RGB-Beleuchtung durchscheinen.

Helligkeit und Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung sind gut, auch da be quiet! die Beschriftung nahezu vollständig in die obere Reihe der Tastenkappen gesetzt hat. Auch breite Beschriftungen leuchten gleichmäßig, dazu sind die Schalter mit einem Diffusor über den LEDs ausgestattet. Etwas zu hell geraten im Vergleich sind die Status-LEDs.

Zusätzlich gibt es noch eine Lichtleiste um die Tastatur herum. Diese ist nicht so dominant wie die breite Leiste bei der Light Mount, zeigt aber recht deutlich sichtbare Hotspots. Sie kann gesondert vom Rest konfiguriert werden und man kann sie auch ganz abschalten. Es wird außerdem Dynamic Lighting unterstützt.
Bei den Tastern hat man die Wahl zwischen orangen linearen und den schwarzen taktilen Schaltern, bei beiden handelt es sich um Silent-Switches.
In diesem Fall liegen uns die linearen be quiet! Silent Orange Schalter vor. Diese bieten mit einer Auslösekraft von 45 g das vertraute flüssige Tippgefühl wie man es beispielsweise von roten Schaltern kennt. Dank Schmierung bewegen sie sich angenehm glatt und geschmeidig.
Charakteristisch für die Silent-Schalter ist ein sanfter, weicher Anschlag. Die geringere Härte kann als weniger präzise oder weniger direkt empfunden werden – Geschmackssache.
Die Display-Tasten des Nummernblocks können da nicht mithalten, der harte Druck wird von einem lauten Klickgeräusch begleitet.

Auch die Dark Mount macht dem Namen be quiet! und dem Silent-Begriff alle Ehre. Dank der Schalter ist die Dark Mount eine extrem leise Tastatur. Die mit Schaumstoff gefüllte Leertaste klingt recht satt und sticht nicht übermäßig hervor. Ein leichtes Klappern kann man bei ihr und der Backspace-Taste ausmachen, aber es hält sich im Rahmen. Drei Schichten Dämmung runden die Akustik ab. Anders als bei der Light Mount handelt es sich nicht um drei Schaumstoffdichtungen sondern um zweimal Schaumstoff und eine Silikonpolsterung unten im Gehäuse. Im Detail, vor allem wenn man beide Tastaturen nebeneinander hat, hört man das auch. Die Dark Mount klingt noch eine Spur satter im Anschlag. Gleichzeitig prägnanter und damit noch etwas hochwertiger. Beide sind aber hervorragend leise.
Die Schalter lassen sich durch das Hot-swap-PCB einfach herausziehen und tauschen. Allerdings wird man dann schnell merken, dass die Silent-Schalter einen wesentlichen Teil der guten Akustik ausmachen.
Software
Die Software hatten wir bereits im Test der Light Mount genauer vorgestellt und wollen dies folgend kürzer machen. Lobend sei nochmal erwähnt, dass die Konfiguration neben der Software auch über ein Web Interface im Browser vorgenommen werden kann, wenn auch nicht ganz so umfangreich. Einige Funktionen wie z.B. Makros, einige Tastenfunktionen oder individuelle Beleuchtungsprofile lassen sich dort nicht einstellen

Weiterhin zu erwähnen ist die Möglichkeit die FN-Ebene zu konfigurieren und so individuelle Tastenkombinationen zu erstellen. Auch die Medientasten vom Dock können in der FN-Ebene konfiguriert werden. Bei den Display-Tasten des Nummernblocks ist es uns nur für die Hauptebene gelungen.

Auf die Konfiguration der Dark Mount-Module gehen wir hier aber natürlich noch ein. Die Tasten des Nummernblocks lassen sich mit vordefinierten Symbolen belegen. Es gibt unter „einfarbig“ entsprechend schlichte Icons. Unter „Mehrfarbig“ findet man eine Menge bunter Logos typischer Programme/Anbieter. Außerdem lassen sich eigene Grafiken einstellen, die nach dem letzten Update 120×120 Pixel messen dürfen.

Für das Display-Modul lassen sich Farben des Displays festlegen und ob ein Bild oder die Uhr angezeigt werden soll. Auch eine Timeout-Wert zum Ausschalten lässt sich einstellen.

Fazit
Wie die Light Mount überzeugt auch die be quiet! Dark Mount mit ihrer überaus geringen Lautstärke und macht dies im Detail sogar noch etwas besser. So ist auch die Dark Mount eine Empfehlung, besonders wenn die Lautstärke einen sehr hohen Stellenwert hat. Die linearen Schalter bieten das bewährte, konstante Tippgefühl, das geschmeidig wie sanft, im Anschlag jedoch weich ist. Damit hat sie zwar kein besonders knackiges Tippgefühl, ein Nachteil ist das allerdings nicht, sondern eine Frage des Geschmacks.
Für die Software und Konfigurierbarkeit gibt es auch viel Positives zu nennen. Mit dem zusätzlichen Web-Programm ist die Software nicht mal unbedingt erforderlich, auch wenn es nicht sämtliche Funktionen bieten kann.
Mit dem Mediadock und dem modularen Nummernblock samt Display-Tasten wirkt die Dark Mount im Vergleich zur Light Mount fast überladen. Ob Spielerei oder praktisch sinnvoll hängt wohl von den eigenen Bedürfnissen ab. Klar ist, dass das Prinzip seinen Reiz hat: Anpassbare Displaytasten, die flexible Positionierung links und rechts, die mögliche Nutzung als TKL-Modell – ohne Frage sehr gelungen. Natürlich machen modulare Bauteile oft kleine Kompromisse bei der Stabilität erforderlich. Im Alltag sitzen sie gut, beim Transport muss man etwas auf die Steckverbindung des Nummernblocks achten und diesen am besten kurz abziehen. Was uns weniger gefallen hat sind die stapelbaren Füßchen. Da tun es normale Aufsteller irgendwie besser. Das spielt aber keine große Rolle, wenn man das nicht ständig ändert.
Wer die umfangreichen Funktionen und die Flexibilität zu schätzen weiß und eine sehr leise Tastatur mit angenehmen Tippgefühl sucht, wird mit der Dark Mount sicher glücklich werden.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.











