
Heute schauen wir uns Corsair’s größte AiO der Titan RX-Serie an. Die Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB kommt mit einem 420-mm-Radiator und wir wollen schauen, ob und wie sich das bei der Leistung bemerkbar macht.
Technische Daten
| Maße Radiator (T x B x H) | 457 x 140 x 27 mm (ohne Lüfter) |
| Material Radiator | Aluminium |
| Pumpe | Drei Geschwindigkeitsstufen |
| Anschluss der Pumpe | iCUE Link-Stecker |
| Material Kühlerboden | Kupfer |
| Lüfter | 3x Corsair 140RX RGB |
| Drehzahl Lüfter | -ca. 300 bis 1700 U/min -Zero RPM-Modus |
| Intel Sockel | LGA1700, 1851 |
| AMD Sockel | AM4, AM5 |
| Besonderheiten | – wechselbare Deckel (LCD, VRM-Lüfter) (optional) – iCUE Link |
| Preis | Amazon.de: € 216,44* |
Angebote
Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB im Überblick
Die Titan RX hatten wir uns im Wesentlichen bereits in Form der 360 RX angesehen. Bis auf den Radiator und demzufolge die Lüfter, sind die Modelle identisch. Wir fassen uns folgend also kürzer und geben einen kurzen Überblick.
Die Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB wird mit Montagezubehör und dem iCUE-Link Hub geliefert, der zum Betrieb und der Steuerung genauso notwendig ist wie die dazugehörige iCUE-Software. Positiv zu erwähnen ist neben dem vereinfachten Kabelmanagement, dass dieses System um Komponenten erweitert werden kann. Es befindet sich Corsair-typisch leider keine zusätzliche Wärmeleitpaste im Lieferumfang, sondern nur die, die auf der Bodenplatte aufgetragen ist.

Der 420-mm-Radiator ist wie gewohnt aus Aluminium gefertigt. An der Verarbeitung des 27 mm hohen Radiators gibt es nichts auszusetzen. Unser Exemplar hatte keine größeren Verformungen der Lamellen und war gleichmäßig lackiert.

Auf ihm sind drei RX140 RGB-Lüfter montiert. Diese Lüfter haben einen Drehzahlbereich von 300 bis 1700 RPM. Im Vergleich zu der 120-mm-Variante, den RX120 RGB, haben sie auf dem Papier einen höheren max. Airflow aber geringeren max. statischen Druck – was für die beiden Lüftergrößen vergleichsweise typisch ist.

Sie bieten eine ARGB-Beleuchtung mittels 8 LEDs in der Nabe, die auch durch die Seiten strahlt. Die tauschbaren Seitenflächen, eine mit und eine ohne Corsair-Schriftzug, gab es bereits bei der 120mm-Version zu sehen.

Dank iCUE-Software sind sehr viele Beleuchtungseffekte möglich, auch wenn sich die aktive Beleuchtung nur auf die Mitte der Lüfter beschränkt. Die Lüfter sind ohne weitere Kabel direkt mit einem Stecksystem miteinander verbunden.

Auch der Pumpendeckel ist beleuchtet, dort sind stolze 20 LEDs verbaut. Die Logoplatte ist drehbar. Man kann den Deckel gegen separat erhältliche CapSwap-Module tauschen und die AiO dann beispielsweise mit einem VRM-Lüfter für das Sockelumfeld oder mit einem Display aufwerten.
Die Pumpe bietet wie bei Corsair üblich drei Leistungsprofile: Intensiv, Balanciert und Leise. Bereits auf der mittleren Stufe ist sie recht unauffällig. Angeschlossen wird sie über das iCUE-Link-Kabel direkt am Pumpengehäuse. Eine unsichtbare Verlegung der Kabel durch die Schläuche wird hier nicht geboten.

Die unterschiedlichen Montagerahmen für Intel- und AMD-Systeme werden einfach angesteckt. Wobei mit AM5/AM4 und Intel LGA 1700 und 1851 vergleichsweise wenig Sockel unterstützt werden.
iCUE Software
Gesteuert wird alles und ausschließlich per iCUE-Software. Dabei ist besonders positiv zu erwähnen, dass die Flüssigkeitstemperatur angezeigt wird und als Quelle für die Lüftersteuerung verwendet werden kann. Man kann allerdings auch nach der CPU-Temperatur oder anderen Sensoren eine eigene Lüfterkurve einstellen.

Alternativ ist es sogar möglich die Lüfter auf die Auslastung des Systems reagieren zu lassen.

Es können wahlweise auch feste PWM- oder RPM-Werte eingestellt werden. Zudem gibt es die drei Profile Leise, Balanciert und Intensiv. Bei der Pumpe können keine eigenen Kurven eingestellt werden, hier muss man aus den drei festen Profilen wählen. Im Punkt „Warnungen“ kann man einstellen was beim Erreichen einer festgelegten Temperatur passieren soll, z.B. die Lüfter auf maximale Geschwindigkeit stellen, eine optisches Signal über die RGB-LEDs ausgeben und sogar ein Shutdown ist möglich.
Die RGB-Steuerung gestaltet sich durch die vielen Effekte und eine Einzelansteuerung jeder LED besonders umfangreich.


Kühlleistung
Testsystem
- Intel Core i5-13600K
- MSI Z790 Tomahawk WiFi
- 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
- be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
- be quiet! Straight Power 12 1000W
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme von 181W getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12) und AVX. Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) (gemessen aus 30 cm) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.
Wir haben die Titan RX 420 mit der erneut verbauten Nautilus 360 verglichen und dazu bei beiden Arctic MX-6-Wärmeleitpaste verwendet. Ein Test in unserem AMD-System war leider nicht möglich, da der Radiator dort nicht in den Deckel des Gehäuses passte.
Maximale Drehzahl
| Temperatur (avg Core) | Lautstärke | |
|---|---|---|
| Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB | 61,3 °C | 52,6 dB(A) |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB | 61,2 °C | 53,7 dB(A) |
Bei hohen Drehzahlen war für uns kein Unterschied/Vorteil zu dem 360er-Modell zu beobachten. Die Titan 420 RX erreichte zwar eine sehr hohe Kühlleistung, konnte ihren Größenvorteil bei der Leistungsaufnahme/Drehzahl aber nicht ausspielen und war lediglich minimal weniger laut, aber immer noch laut.
Leistung bei angepasster Lautstärke und 1000 U/min
| Temperatur (avg Core) | Lautstärke | |
|---|---|---|
| Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB @ 1000 RPM | 64,3 °C | 40 dB(A) |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB @ 1200 RPM | 65,1 °C | 40 dB(A) |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB @ 1000 RPM | 67 °C | 37,8 dB(A) |
Bei den von uns angepeilten 40 dB(A) (ca. 1000 U/min bei der 420 RX und ca. 1200 U/min bei der Nautilus) war der Vorteil noch immer relativ gering. Betreibt man beide AiOs auf 1000 U/min war das größere Modell lauter, kühlte aber nun immerhin 2-3 Grad besser.
Ergänzend haben wir in einer Stichprobe noch getestet was es ausmacht, wenn wir den Filter auf dem Gehäusedeckel des Shadow Base entfernen und es den Lüftern so etwas einfacher machen.
| Temperaturen ohne Filter | Temperatur (avg Core) | Verbesserung |
|---|---|---|
| Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB @ 1000 RPM | 62,8 °C | 1,5 °C |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB @ 1200 RPM | 64,3 °C | 0,8 °C |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB @ 1000 RPM | 66,4 °C | 0,6 °C |
Die größeren Lüfter der Titan 420 RX zeigten sich dankbar und konnten die Temperatur um 1.5 Grad senken. Die RS120 RGB der Nautilus zeigten sich weniger beeindruckt und beide male war die Verbesserung unterhalb von einem Grad – das ist natürlich nur eine Stichprobe, zeigt aber eine Tendenz.
Leistung bei 500 U/min
| Temperatur (avg Core) | |
|---|---|
| Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB | 74,5 °C |
| Corsair Nautilus 360 RS RGB | 79,8 °C |
Geht man in extrem leise Bereiche, hier haben wir 500 U/min gewählt, ergibt sich ein ganz klares Bild. Hier konnte die Titan 420 RX über 5 Grad besser performen und profitierte klar von der Größe.
Fazit
Die Corsair iCUE Link Titan 420 RX RGB bietet eine wie zu erwarten hohe Performance und einen hohen Funktionsumfang. Als Teil des iCUE-Link-Systems überzeugt die Verkabelung (auch wenn es noch eleganter geht), das System lässt sich erweitern und umfangreich konfigurieren. Das macht die iCUE-Software zwar unbedingt notwendig, was manch einen stören könnte, entschädigt aber mit einfachem Handling und vielen Funktionen wie den vielen Beleuchtungseffekten und Lüfterkurven anhand der Wassertemperatur oder anderen Sensoren. Die Pumpe kann lediglich mit drei festen Profilen gesteuert werden, kann bei der minimalen Lautstärke aber überzeugen.
Der riesige Radiator muss natürlich erstmal einen Platz finden, was bei dem 420er-Format auch bei größeren Gehäusen nicht selbstverständlich ist. Der Vorteil gegenüber einem platztechnisch genügsameren 360er-Modell kam bei unserem System erst bei sehr niedrigen Drehzahlen richtig zur Geltung, dann aber deutlich.
Mit den separat erhältlichen CapSwap-Modulen sind zudem Anpassungen/Erweiterungen möglich, dann wird die Titan 420 RX RGB aber (noch) teurer.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.







