
Mit der P510 hat Crucial nach einigen Verspätungen im zweiten Halbjahr des letzten Jahres eine mit effizientem Phison Controller ausgestattete PCIe Gen 5 SSD auf den Markt gebracht. Wir haben uns die SSD in der 2TB Variante für euch vorgenommen und angeschaut wo man eventuell Einschnitte hinnehmen muss.
Verpackung und Lieferumfang
Verpackungstechnisch sehen wir auch bei der P510 das überarbeitete Design, was wir auch bei den zuletzt getesteten Crucial SSDs gesehen haben. Wie gewohnt hält auch hier ein Aufkleber an der Front Informationen zu Kapazität und Leserate bereit.
Der Lieferumfang beschränkt sich auf eine Beilage mit Garantiebestimmungen.
Die SSD gibt es in Kapazitäten zwischen 1TB und 2TB sowie optional auch mit Heatspreader. Die Garantie liegt jeweils bei 5 Jahren oder erlischt alternativ mit Erreichen der TBW (Total Bytes Written, TBW). Letztere liegt je nach Kapazität bei 600 TB bzw 1200TB
Technische Daten
| Crucial P510 2TB | |
|---|---|
| Herstellernummer | CT2000P510SSD8 |
| Schnittstelle | M.2/M-Key (PCIe 4.0 x4) |
| Kapazität | 2TB |
| Lesen | 11000MB/s |
| Schreiben | 9500MB/s |
| IOPS Random 4K | 1500k lesend, 1500k schreibend |
| Controller | Phison PS5031-E31T, 4 Kanäle |
| Speichermodule | Micron TLC NAND, 276 Layer |
| Cache | Host Memory Buffer (bis 64MB vom Arbeitsspeicher) |
| TBW | 1200 TB |
| Formfaktor | M.2 2280 |
| Protokoll | NVMe 2.0 |
| Datenschutzfunktionen | 256bit AES, TCG Opal 2.0 |
| Preis | 234€ |
Crucial P510 im Detail
Die P510 nutzt den effizienten Phison PS5031-E31T Controller und geht damit ein Problem der ersten PCIe Gen5 SSDs an – die hohe Wärmeentwicklung.
Wirft man jedoch einen Blick zur Crucial T710 oder T705 wird man feststellen, dass im Gegenzug auch die Übertragungsraten etwas runter geschraubt wurden. Die P510 platziert sich also eher als Budget statt einer High-End Lösung. Immerhin soll die SSD mit einer Kapazität von 2TB sequenzielle Durchsatzraten von bis 11.000 MB/s lesend und 9.500 MB/s schreibend erreichen.
Die NAND Bausteine stammen wie üblich aus den Werken von Micron. Bei den mit NY309 beschrifteten Packages handelt es sich um Micron’s G9 TLC NAND mit 276 Layern.
Der Controller muss übrigens ohne DRAM auskommen, dafür kann sich der Phison E31T über seine neue Host Memory Buffer (HMB) Funktion bis zu 64MB vom Systemarbeitsspeicher als Zwischenspeicher zunutze machen.
Testsystem und Testverfahren
- Asus ROG Strix-E Z790
- Intel i7 13700k
- EK AiO 360
- 48GB CORSAIR Dominator Titanium 7200 MHz
- KFA2 RTX 4070 Ti EX
- Creative SoundBlaster X5
- Fractal Define 7
- be quiet! Dark Power Pro 13 1000 Watt
Als synthetische Tests setzen wir auf Crystal Disk Mark, PCMark10, 3DMark sowie Anvil’s Storage Utilities. Im praxisnahen Testszenario schauen wir uns mit der AvocadoBulk Demo die DirectStorage Performance an und vergleichen alle Laufwerke in drei verschiedene Mixed Workload Situationen, wobei wir jeweils den 109GB großen Ordner von Dirt 2.0 kopieren und packen.
Vor jedem Test wird das System 15 Minuten im Idle belassen um eine Garbage Collection durchzuführen und anschließend vor Testbeginn nochmal komplett neugestartet. Damit schaffen wir einheitliche Voraussetzungen.
Benchmarks
CrystalDiskMark
CrystalDiskMark schreibt in vier Testreihen mehrere Datenblöcke auf die SSD und liest diese anschließend wieder aus. Für diese Vorgänge werden die Datenraten in fünf Durchgängen ermittelt und ausgegeben.
Lesen


Schreiben


Anvil Storage Utilities
Im Anvil Storage Test haben wir die IOPS Leistung unter einem möglich realitätsnahen Anwenderszenario mit 46% Kompression und einem 32GB großen Testfile getestet.

Anvil Storage Einzelergebnisse

PCMark 10 Storage Benchmarks
Der Storage Test vom PCMark 10 nutzt ein umfangreiches Set von Ereignisaufzeichnungen der realen Welt und üblichen Aufgaben, um die Leistung zu testen. Dadurch werden „reale“ Nutzungsszenarien geschaffen. Wir haben den Full Drive Benchmark und den Data Drive Benchmark laufen lassen.




3DMark Storage Test
Der Storage Test vom 3DMark Benchmark Suite simuliert ähnlich wie die Tests vom PCMark 10 reale Anwendungsszenarien, allerdings wird sich hier speziell auf Gaming Anwendungen konzentriert.


Avocado Bulk Load DirectStorage
Mit dem Avocado Bulk Load Test lässt sich der Durchsatz für die DirectStorage Api. Die Ergebnisse sind stark abhängig von der verwendeten GPU!

Mixed Workload
In unserem mixed Workload Szenarios setzen wir auf drei Test welche die SSD mit unterschiedlichen Gewichtungen sowohl lesend als auch schreibend auslasten. Dazu nutzen wir den 109GB großen Ordner von Dirt2.0. Dieser wird kopiert und dann mit WinRAR 6 in verschiedenen Szenarien gepackt.



Temperatur
Wir füllen alle Laufwerke für einen weiteren CrystalDiskMark zu 80% mit Daten. Die durchgängige Schreiblast fordert den Controller ordentlich, perfekt um die Temperatur unter hoher Last zu ermitteln.

Fazit
Crucials P510 platziert sich mittig zwischen der T500 und T7xx Serie. Preislich liegen dabei die schnellere T705 und die P510 aber teilweise gleich auf bzw. zeigt sich nur eine geringe Differenz, und das auch schon bereits vor ein Paar Monaten vor der aktuellen Preisexplosion.
Ein Pluspunkt für die P510 wäre die etwas geringere Wärmeentwicklung und damit geringere Anforderungen an die Kühlung bzw. der Fakt dass das Laufwerk auch ohne passiven Kühlkörper nicht drosselt. Bei einem identischen Preispunkt ist aber in unseren Augen die schnellere T705 die bessere Wahl, da PCIe 5 M.2 Slots meistens von Haus aus mit einem Kühler ausgestattet sind. Daher verleihen wir unseren Silber Award.

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt





