
Mit dem Aquarius 8000 Corona hat Endorfy nun ein Showcase mit gewölbter Glasscheibe und Panorama-Blick im Portfolio, das wir uns in diesem Test genauer ansehen werden. Neben der Optik sind wir auf die Kühlleistung mit den vier Corona-Lüftern gespannt.
Technische Daten
| Maße (LxBxH) | 497 x 239 x 520 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff |
| Mainboard-Format | (E-)ATX, M-ATX, Mini-ITX Kompatibel zu ATX Back-Connect |
| Anschlüsse Front | 2x USB 3.0 Typ A 1 x USB Typ C 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 179 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 445 mm |
| max. Laufwerke | 2x 3.5″ 3x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Seite: 3x Endorfy Corona Reverse ARGB 120mm (200-1600 U/min) Heck: 1x Endorfy Corona ARGB 120mm |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Deckel: 3x 120/140 mm PSU-Abdeckung: 3x 120/140 mm Seite: 3x 120/140 mm Heck: 1x 120/140 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Deckel: max. 360/420 mm Seite: max. 280/360 mm |
| RGB-Beleuchtung | via Lüfter |
| Preis | Alternate.de: € 129,00* |
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Endorfy Aquarius 8000 Corona im Detail
Neben dem Aquarius 8000 Corona gibt es das Gehäuse mit identischer Basis aber ohne Lüfter auch als Aquarius 8000 Flex, das um 30€ günstiger ist. Wer also bereits einen Satz guter Lüfter hat, kann hier etwas Geld sparen.

Im Lieferumfang gibt es unter anderem auch lange Lüfterschrauben für die Montage von Lüftern auf der Netzteilabtrennung. Damit das Showcase auch immer einen guten Eindruck macht, ist noch ein Putztuch enthalten. Die weiteren Schrauben kommen unsortiert gemischt in einem Tütchen.

Die Frontscheibe ist an beiden Seiten umlaufend, wo sie kurz nach der Biegung an das separate Glas- bzw. Stahlseitenteil angrenzt. Alle Teile lassen sich abnehmen. Die Seitenteile lassen sich jedoch erst entfernen, wenn man zuvor den Deckel abgezogen hat, der diese sichert. Danach können auch sie einfach abgezogen werden. Das macht den schnellen Zugang etwas umständlich. Die Front ist mit mehreren Schrauben gesichert.
Der Deckel kann drei 120- oder auch 140-mm-Lüfter aufnehmen und auch bis zu 420-mm-Radiatoren können eingebaut werden. Der Abstand zum Mainboard ist mit ca. 7cm üppig dimensioniert.

Im unteren Teil gibt es ein luftdurchlässiges Meshgitter für den Bereich des Netzteils und natürlich sollen so auch optionale Lüfter unter der Grafikkarte frische Luft ziehen können. Am Boden befindet sich dazu vollflächig ein Staubfilter, der zu beiden Seiten ausgezogen werden kann. Das Meshteil ist mit dem Gehäuse vernietet, man hat also keinen Zugriff von dieser Seite.

Das I/O-Panel ist unten an der Seite positioniert. Somit ist der Betrieb auf dem Tisch beinahe vorgeschrieben. Das Gehäuse kann so aber seitlich ausgerichtet werden ohne dass die Zugänglichkeit einbüßt. Es stellt unter anderem einen USB-C Anschluss und zwei USB 3.0 Typ-A Anschlüsse bereit, außerdem findet man dort einen zu einem ARGB-Button umfunktionierten Resetknopf (laut Kabel).

Da die Front aus Glas besteht wird die rechte Seite zur Belüftung über drei 120-mm-Lüfter genutzt, alternativ passen dort auch 140-mm-Lüfter. Radiatoren dürften an dieser Stelle maximal im 360-mm-Format sein.
Die Verarbeitung zeigte beim vorliegenden Exemplar keine Mängel und auch die Stabilität gibt in der Preisklasse keinen Grund zur Kritik. Zwar lassen sich gelochte Flächen, das große Seitenteil und insbesondere die obere Lüfterhalterung verbiegen, aber das ist in Ordnung. Lediglich das Stahlseitenteil hat hinten oben etwas Spiel und könnte strammer sitzen.

Der Innenraum bietet ein Tray mit Öffnungen für Back-Connect-Mainboards, während die Netzteilabdeckung beinah versteckt Gewinde für die langen Lüfterschrauben integriert hat. So lassen sich dort 120er oder auch 140er Lüfter montieren. Die Slotblenden setzen leider auf Kreuzschlitzschrauben, aber auch damit lässt sich arbeiten.

Bei den verbauten Lüftern handelt es sich um die Endorfy Corona-Lüfter, die entsprechend mit einem großen beleuchteten Ring ausgestattet sind, der den Durchmesser aber sichtbar verkleinert. Die beidseitige Beleuchtung ist hübsch, aber nicht besonders hell. Die drei Lüfter an der Seite sind Reverse-Modelle, damit man die schönere Seite sehen kann. Bei dem Lüfter im Heck handelt es sich um ein Modell mit regulärer Ausrichtung.

Die Drehzahl der Lüfter reicht an unserem Testsystem bis ca. 1500 U/min und kann unter 300 U/min gedrosselt werden. An unserem Testsystem wurde das Drehzahlsignal unter 300 U/min aber nicht mehr angezeigt, die Lüfter rotierten aber weiter. Bei ca 5% stellen sie den Betrieb ganz ein.

Die Rückseite des Gehäuses bietet viel Raum für die Verkabelung (ca. 3cm) und bietet auch Klettbinder an, wirkt aber zunächst etwas chaotisch. Es gibt gleich zwei ARGB/PWM-Platinen von denen eine mit den vier Lüftern bestückt und an ihrem fünften Anschluss mit der zweiten Platine verbunden ist, die sich weiter oben befindet. Schließt man dort Lüfter an, ist ein zweiter SATA-Stromanschluss notwendig.

Der Montagerahmen für die Lüfter ist fest vernietet. Dahinter sieht man einen Käfig für zwei 3.5“ HDDs und ein 2.5“ Laufwerk, der sich verschieben und entfernen lässt. Weitere SSDs kann man oben hinter dem Mainboard-Tray direkt an dem Gehäuse verschrauben.

Das Netzteil kann von der Seite eingeschoben werden, das Gehäuse bietet aber dennoch die Möglichkeit zum Einschub von hinten. Der Einbau der Hardware war dank üppiger Platzverhältnisse einfach, auch die Kabel lassen sich gut verstauen. Dennoch bleibt es auf der Rückseite etwas unordentlich aufgrund der Lüfterplatinen.


Kühlleistung und Lautstärke des Endorfy Aquarius 8000 Corona (Update)
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Die Lautstärke der Lüfter ist bei maximaler Drehzahl vergleichsweise zurückhaltend, womit das Aquarius ab Werk zu den leiseren Gehäusen gehört. Wir empfanden das Geräusch bei maximaler und hoher Drehzahl vom Klang aber irgendwie als etwas „unruhig“, das ist aber sicher subjektiv. Die Lüfter lassen sich allerdings soweit drosseln, dass man von ihnen nichts mehr hört. Das minimale Laufgeräusch der Lager ist nach unserer Meinung nur hörbar, wenn man sich sehr dicht an den Lüftern befindet und sollte im Alltag schlicht nicht hörbar sein.

Weniger gut fiel in unserem System die Kühlleistung aus. Zwar agieren die Lüfter recht leise (lediglich 42 dB(A)) und erst Grafikkarte und CPU-Kühler bringen die Gesamtlautstärke auf ~44 dB(A), aber die Temperaturen sind recht hoch. Somit landen wir nochmal um je ~2 Grad höher als beim ähnlich bestückten Light Base 500 LX.
Wegen der hohen Temperaturen haben wir den Test bei angepasster Lautstärke nur kurz laufen lassen. Bei fast 85 Grad bei beiden Komponenten haben wir den Durchlauf beendet. Relativ interessant ist, dass die GPU Temperatur sich in der Zeit gar nicht mehr so sehr erhöht hat, die CPU-Temperatur hingegen schon.

In der Werkskonfigurations ist die Kühlleistung somit – zumindest in unserem System – nicht zufriedenstellend. Natürlich bietet das Gehäuse mit Lüfterpositionen unten und oben Möglichkeiten für Optimierungen, was wir in einem Update nochmal prüfen werden. Wir sind gespannt, ob sich dann noch Verbesserungen ergeben.
Update: Auswirkung weiterer Lüfter
Wir konnten nun weitere Beobachtungen bezüglich der Kühlleistung bzw. der möglichen Verbesserungen mit weiteren Lüftern machen. Wir haben dazu zwei Deckellüfter in dem Aquarius 8000 montiert und in einem weiteren Durchlauf noch einen Lüfter unterhalb der Grafikkarte, da diese kaum auf die Frontlüfter reagierte und wir deshalb vermuten, dass es dort zu einem Wärmestau kommt.
Als Lüfter haben wir Noctua NF-A14x25 G2 chromax.black gewählt, die wir mit ca. 1000 U/min betrieben haben. Die Drehzahl haben wir gewählt, da sie hier subjektiv die Lautstärke nicht groß beeinflusst haben.
| CPU | GPU | |
|---|---|---|
| Standard | 78,4 °C | 82,9 °C |
| zzgl. 2 Lüfter im Deckel | 76,5 °C | 75,2 °C |
| zzgl. 2 Lüfter Deckel und 1x unter GPU | 75,5 °C | 72 °C |
Während die CPU-Temperatur nur leicht beeinflusst wurde, arbeitete die Grafikkarte bereits mit zwei Deckellüftern deutlich kühler. Mit einem weiteren Lüfter unterhalb der Grafikkarte konnte die Temperatur nochmal leicht gesenkt werden, was dann zumindest bei der GPU solide Ergebnisse sind.
Wie sehr und wie schnell sich bereits die zusätzlichen Deckellüfter auf die Temperaturen auswirken, zeigt folgendes Diagramm. Das System wurde zunächst mit aktiven Deckellüftern eine halbe Stunde aufgeheizt, dann wurden die Deckellüfter (die hier jedoch mit maximaler Drehzahl genutzt wurden und nicht wie bei den Werten oben gedrosselt) deaktiviert.

Innerhalb von 6 Minuten kletterte die Temperatur der GPU um fast 10 Grad, was zeigt, dass die Standardkonfiguration dort nicht gut arbeitet.
Fazit
Das Endorfy Aquarius 8000 Corona bietet durch seine üppigen Platzverhältnisse größten Komponenten einen Platz und präsentiert diese dank der doppelten Glasscheibe und der eleganten Biegung am Glas ansprechend. Es passen über 44 cm lange Grafikkarten, höchste CPU-Kühler und sogar ein 420-mm-Radiator in das Gehäuse. Auch Back-Connect-Mainboards können verbaut werden.
Die Optik wird mit den vier Corona-Lüftern mit den breiten beleuchteten Ringen ergänzt. Dank ARGB/PWM-Platine(n) lassen sich diese gemeinsam steuern und noch erweitern, auch wenn die doppelt vorhandenen Platinen etwas unelegant scheinen. Während die Lüfter bei der Lautstärke punkten und sich auch flüsterleise betreiben lassen, konnte die Kühlleistung ab Werk bei uns nicht überzeugen.
Beim Komfort gibt es Positives wie den leicht entnehmbaren Staubfilter, aber auch Negatives wie die Kreuzschlitzschrauben an den Slotblenden zu erwähnen. Die Seitenteile lassen sich ohne Werkzeug oder Schrauben entnehmen, dazu muss aber stets der Deckel entfernt werden.
Insgesamt vergeben wir noch unseren Silber-Award, allerdings ist das Gehäuse nach unserer Beobachtung im Auslieferungszustand nicht die ideale Wahl, wenn ein möglichst kühles System gewünscht ist.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.



