
In diesem Test werfen wir einen Blick auf die Lofree Flow2 100 mit deutschem Layout, die mit einem edlen Aluminiumgehäuse und Low-Profile-Schaltern aufwartet.
Technische Daten
| Maße (LxBxH) | 398.2 x 126 x 21.5mm |
| Gewicht | ca. 870 g |
| Material Gehäuse | Aluminium |
| Tastenkappen | PBT+PC (Double-Shot) |
| Switches | Lofree x Kailh Pulse -taktil -40gf +- 10gf -Auslöseweg 1.6 mm -Gesamtweg 2.8 mm Varianten: Surfer (linear) Void (silent linear) |
| Hot-Swap | ja |
| Anschluss | – USB – 2.4 GHz – Bluetooth |
| weitere Merkmale | -Beleuchtung -Touchslider -Mac/Win-Modus -Low profile -5 Schichten Dämpfung |
| Preis | Amazon.de: € 189,99* |
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Lofree Flow2 100 im Detail

Die Flow2 100 von Lofree wird mit einem ummantelten USB-C-auf-USB-A-Kabel sowie einem USB-Empfänger geliefert, der sicher leider nicht an der Tastatur verstauen lässt. Weiterhin gibt es eine kurze Anleitung und sowohl Tasten für das Mac- als auch das Windowslayout. Ab Werk läuft die Tastatur im Mac-Modus und muss per Tastenkombination FN+N umgestellt werden, wenn man sie unter Windows benutzen möchte.

Vermisst haben wir lediglich ein Werkzeug zum Entfernen der Schalter.

Der erste Eindruck beim Auspacken ist sowohl optisch wie auch haptisch gelungen, was natürlich an dem tollen Aluminiumbody liegt. Das Gehäuse fühlt sich wertig an und gibt der Tastatur zudem eine hohe Stabilität. Die Kanten hätte man jedoch gerne noch abrunden können. Sie sind nicht scharf oder rau, fühlen sich aber doch ziemlich markant an. Optisch macht die silbergraue Oberfläche einiges her und wird mit dem eingravierten Lofree-Schriftzug nochmal abgerundet, was zu einem edlen Gesamteindruck führt.

Bei der Flow2 100 handelt es sich um eine Tastatur im 96%-Format mit dem typischen gedrungen Layout, das in der ersten Zeit sicher ein paar Bedienfehler mit sich bringt, wenn man es nicht kennt. Bedingt durch das an der rechten Seite verbreiterte Gehäuse kommt die Tastatur dennoch auf eine Breite von immerhin ~40 cm und erfüllt die platzsparenden Eigenschaften des Layouts damit nicht bis aufs letzte, was etwas im Gegensatz zum gedrungen Tastenfeld steht.

Die rechte Seite beherbergt eine ungewöhnliche, im Prinzip coole, aber in der Praxis eher störende Touchleiste zur Steuerung der Lautstärke bzw. der Displayhelligkeit in Kombination mit FN.
Mittels Wischen nach vorn oder hinten verstellt man die Lautstärke. Die Bedienung ist aber relativ grob und so ist es recht mühsam nur einen Schritt zu gehen oder gezielt einen Wert zu treffen, da man schnell in zu großem Maße reguliert.

Deutlich störender ist aber schlicht die Positionierung der Touchleiste. Wenn man die Tastatur verrückt (was ich recht häufig tue), verstellt man ständig ungewollt die Lautstärke – hier muss man sich daran gewöhnen, die Tastatur entsprechend anders anzufassen. Auch die Wahl der rechten Seite erschließt sich nicht. Es ist zumindest möglich mit der Maushand gegen die Touchleiste zu kommen. Im oberen Bereich hat die Touchleiste zudem minimales Spiel, unten sitzt sie perfekt. Das Gute ist, man kann die Touchleiste mit FN+Leertaste deaktivieren, dann stört sie immerhin nicht und die Lautstärkesteuerung ist über FN und die Tasten F10-F12 einfacher möglich und es gibt dort auch ein Mute-Funktion.

Auch die Positionierung des darüber liegenden USB-C-Anschlusses erscheint nicht gänzlich ideal. Man hat zwar ein angewinkeltes Kabel dabei, wir hätten eine rückseitige Verbindung aber praktischer gefunden.

Gleiches gilt im Prinzip auch für den Schalter der Tastatur, mit dem man zwischen Aus/Kabel/Kabellos wählt. Nicht nur, dass dieser auf der Unterseite der Tastatur ist, man hat ihn auch noch unter einem der aufstellbaren Füße platziert. Das mag elegant versteckt sein, aber eben nicht perfekt erreichbar, wenn man diesen öfters nutzt. Die Füße lassen sich lediglich in einer Stufe aufstellen, dass haben wir bei der Flow2 aber als ausreichend empfunden.

Genutzt werden kann die Tastatur sowohl kabellos mittels 2.4 GHz und Bluetooth oder per Kabel. Ab Werk ist die Tastatur auf Bluetooth eingestellt, mit FN+4 kann man auf die 2.4 GHz Verbindung wechseln.
Die Akkulaufzeit soll ohne Beleuchtung bei 120 Stunden liegen – mit Beleuchtung sind es laut Hersteller nur noch 14 Stunden – hier sollte man also genau abwägen, ob man sie benötigt, was aufgrund des schwachen Schriftbildes aber durchaus so sein könnte.

Die flachen Tastenkappen aus PBT und PC haben im Vergleich zur der Flow Lite84 ein konkaveres und zu den Rändern markanteres Profil, das etwas mehr Orientierung zum mittigen Treffen bietet, sich aber auch grober anfühlt als bei der Flow Lite84.

Die Tasten sind auch im deutschen Layout englisch beschriftet. Die feine, weißgräuliche Beschriftung ist zu den dunklen Tastenkappen etwas sehr kontrastarm und je nach Licht nicht gut erkennbar.

Mit der Beleuchtung ab Stufe 2 von 4 wird das besser, wird aber Laufzeit kosten. Die weiße Beleuchtung leuchtet die Zeichen kräftig aus, die sich dazu ausschließlich im oberen Teil der Tasten befinden. Nur bei einigen breiten Beschriftungen wie „pts“ sieht man kleine Unregelmäßigkeiten. Neben der statischen Beleuchtung gibt es auch „Atmen“.


Bei der hot-swap-fähigen Tastatur lässt Lofree prinzipiell die Wahl bei den Switches mit der Einschränkung, dass der ab Werk gelieferte Switch von der gewählten Farbe abhängt und umgekehrt. Bei der Version mit dunklen Tasten bekommt man immer die taktilen Pulse Switches, die weiße Variante gibt es mit linearen „Surfer“ oder leisen „Void“-Schaltern. Die Switches stammen von Kailh.

Wir haben also die taktilen Pulse-Schalter in unserem Modell. Der spürbare, markante, aber nicht grob ausfallende Widerstand gibt eine angenehme Kontrolle, die für ein sehr gutes Tippgefühl beim Schreiben von Texten sorgt. Vom spürbaren Widerstand abgesehen bewegen sich die Schalter sauber, aber eben fester als lineare Varianten. Es tippt sich mit dem 1,6 mm kurzen Auslöseweg dennoch recht zügig und präzise. Vereinzelt zeigte sich das gleiche Problem wie bei der Flow Lite84, dass sich breite Tasten am Rand sehr widerspenstig oder schwammig drücken. In diesem Fall waren die Caps- und die rechte Shift-Taste am meisten betroffen.

Beim Klang zeigt die Tastatur Präsenz, aber das gar nicht unbedingt negativ – das kommt natürlich darauf an was man mag. Mit den Pulse-Schaltern ist es nun mal keine ausgesprochen leise Tastatur, sondern stellt Anschläge klar da, was zum Tippgefühl passt. Fünf Schichten Dämpfung machen den Klang einigermaßen satt und so trotz der Präsenz nicht unangenehm. Es gibt je nach Tastengröße natürlich hörbare Abweichungen, was aber normal ist. Dennoch fiel bei unserem Modell die Leertaste mit ihrem abweichenden hohleren Klang und dem immer wieder hörbaren Rasseln der Stabilisatoren doch negativ auf. Bei der Entertaste war das Klappern nur minimal.
Eine Konfiguration der Flow2 100 soll mittels VIA möglich sein. Uns ist es leider an zwei unterschiedlichen Systemen nicht möglich gewesen eine Verbindung herzustellen. Sollte sich da noch etwas ändern, gehen wir darauf nochmal ein.
Fazit
Die Lofree Flow2 100 ist in der Basis eine gute Tastatur im 96%-Layout, die mit ihrem Aluminium-Gehäuse ein Statement setzt und damit stabil, qualitativ hochwertig und gar etwas edel wirkt. Mit den vorliegenden taktilen Pulse-Schaltern bietet sie ein präzises und ausgewogenes Tipperlebnis mit einem präsenten Klang und viel Kontrolle. Hier stach bei unserem Exemplar die Leertaste etwas negativ hervor, in Summe gibt die Tastatur aber ein stimmiges Bild ab. Die Flow2 ist (in anderer Farbe) auch mit Schaltern mit linearer und leiser Charakteristik erhältlich.
Der Funktionsumfang punktet mit drei Verbindungsmodi, hot-swap, Sonderfunktionen über die FN-Taste und sicherlich muss auch die Touchleiste genannt werden. Diese hat uns jedoch nicht gefallen und wir haben sie nach kurzer Zeit ausgeschaltet. Weitere Designentscheidungen die uns in kleinerem Maße nicht ideal gefallen haben sind die Position des USB-Anschlusses und der versteckte Power-Schalter. Deutlich mehr hat uns die kontrastarme Tastenbeschriftung gestört, was man mit der Beleuchtung – und damit zulasten der Akkulaufzeit – kompensieren kann.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.



