Scythe Big Shuriken 4 im Test – 67 mm hoher Top-Blower mit 120-mm-Lüfter

In diesem Test schauen wir uns mit dem Big Shuriken 4 von Scythe mal wieder einen, trotz des Namens, sehr niedrigen Kühler an. Der Kühler mit 120-mm-Lüfter ist als Top-Blower lediglich 67 mm hoch. Ihm gegenüber stellen wir unter anderem den teureren (und höheren) NH-L12Sx77 von Noctua.

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Technische Daten

Maße (L x B x H)ca. 120 x 122 x 67 mm
TypTop-Blower
Gewicht480 g
Heatpipes6 x 6 mm
Kompatibilität IntelLGA 1851, 1700, 1200, 115X
Kompatibilität AMDAM4/AM5
Lüfter1x 120 mm x 120 mm x 15 mm
Kaze Flex 120 II Slim AH PWM
ca. 300-1900 U/min
Preis
Cyberport.de: € 34,90*
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Scythe Big Shuriken 4 im Detail

Den Lieferumfang können wir schnell runterbrechen: Montagematerial samt Backplate aus Metall sowie Wärmeleitpaste und ein Spatel sind dabei. Dazu noch die Anleitung und somit ist alles vorhanden, was man braucht. Zusätzlich gibt es noch längere Schrauben für 25-mm-Lüfter, auf die wir aber gleich noch genauer zu sprechen kommen müssen.

Der Kühler kommt mit montiertem Lüfter, der mit Schrauben direkt am Kühlkörper befestigt ist, anstatt mit Drahtklammern. Der Lüfter kann nur oben auf den Lamellen und nicht unter diesen montiert werden. Zwischen Lamellenkörper und Grundfläche befindet sich eine Art Stützkonstruktion.

Der niedrige Top-Blower kommt gerade einmal auf 67 mm, und das inklusive Lüfter. Möglich ist das auch, da Scythe einen lediglich 15 mm hohen Lüfter verwendet. Der Kühler selbst misst also lediglich 52 mm Höhe bei einer Fläche von 120 x 122mm.

Damit ist er flacher als die von uns als Konkurrenz ausgesuchten (und einzigen getesteten Vergleichsmodelle) NH-L12S(x77)-Kühler, die mit auf dem Kühler montierten Lüftern ein Stück höher sind. Scythe verwendet beim Big Shuriken 4 außerdem gleich sechs 6-mm-Heatpipes, wo Noctua bei dem NH-L12S lediglich vier bietet. Dafür ist das Noctua-Modell etwas länger. Der L12Sx77 bietet ebenfalls sechs Heatpipes, kostet aber mehr als das Doppelte.

Die sechs Heatpipes ragen durch den Lamellenkörper und enden unten in einer vernickelten Kupferplatte. Als kleines optisches Highlight ist die Stirnlamelle schwarz mit Scythe-Logo, ansonsten ist der Big Shuriken 4 schlicht.

Der Lüfter ist ein PWM-gesteuerter Kaze Flex II 120 Slim AH. Ungewöhnlich ist der zum Kühler offene Rahmen. Mit 300 bis 1900 U/min ist der Drehzahlbereich sehr groß, was auch einen sehr leisen Betrieb ermöglicht. Bei stark reduzierter Drehzahl (500 rpm und weniger) sind uns vereinzelte leichte Schleifgeräusche aufgefallen. Da mussten wir allerdings in ruhiger Umgebung schon nah ran. Bei maximaler Drehzahl gibt Scythe für den Lüfter rund 52 CFM und 1.71 mmH2O an.

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Wie eingangs erwähnt, ist der Lüfter mit dem Kühler verschraubt und es werden längere Schrauben für 25-mm-Lüfter mitgeliefert. Leider sind diese zu kurz geraten. Tatsächlich messen die Schrauben, abzüglich Kopf, knapp 25 mm und ragen somit nicht durch einen Standardlüfter hindurch. Außer, man schafft es den Kopf zu versenken.

Scythe verwendet bei dem mitgelieferten Lüfter versenkte Bohrlöcher, was im Endeffekt ein paar Millimeter spart. Die Schrauben wurden offenbar auch darauf angepasst. Das ist eine echt unglückliche Lösung. Die kürzeren Schrauben kommen nicht mal auf 15 mm und so passen andere 15-mm-Lüfter ebenfalls nicht.
Wir konnten aber den 25-mm-Lüfter NF-A12x25 G2 mit noch vorhandenen M3-Schrauben befestigen und dessen Auswirkungen testen.

Montage

Die Montage folgt auch bei einem Kühler dieser Bauart dem gängigen Prinzip. Im Kühlkörper sind zwei Löcher, durch die man die Schrauben problemlos erreichen kann. Voraussetzung ist natürlich ein entsprechender Schraubendreher, der nicht Teil des Lieferumfangs ist. Je nach Sockel ist auf die Ausrichtung der Brücken und auf die passenden Abstandshalter zu achten.

Bei der Ausrichtung kann man sich entscheiden, ob man den Kühler über den RAM ragen lassen möchte (wenn der Mainboardkühler links zu hoch ist) oder man den RAM frei lassen möchte. Unter dem Kühler sind 35 mm Platz.

Ausrichtung nach links lässt die RAM-Slots frei
Ausrichtung nach rechts mit überbautem RAM

Kühlleistung

Testsystem

  • Intel Core i5-13600K
  • MSI Z790 Tomahawk WiFi
  • 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
  • be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
  • be quiet! Straight Power 12 1000W

Ablauf:

Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme (181 Watt) getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.

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Temperaturen und Lautstärke

Die Leistung des Big Shuriken 4 lag im erwartbaren Bereich. Wir haben Werte knapp hinter dem NH-L12Sx77 erreicht, den wir vor über 2 Jahren in diesem System getestet hatten. Betrachtet man die Größe und die Heatpipe-Ausstattung, erscheint das Ergebnis schlüssig. Der NH-L12S mit nur vier Heatpipes wird geschlagen und konnte die 181W nicht halten (rot eingefärbt). Der Scythe-Lüfter ist etwas lauter, wenn man ihn mit maximaler Drehzahl laufen lässt.

Was mit einem dickeren 25-mm-Lüfter möglich ist, zeigt unser Testlauf mit dem NF-A12x25 G2. Das Betriebsgeräusch sinkt, die Leistung steigt. Man muss natürlich bedenken, dass die Bauhöhe damit ebenfalls steigt, dennoch kommt der Big Shuriken 4 damit auf lediglich 77 mm. Umso ärgerlicher sind also die zu kurzen mitgelieferten Schrauben.

Bei 40 dB(A), für die wir den etwas lauteren Lüfter stärker drosseln mussten, und 181W stößt der Big Shuriken 4 dann an seine Grenzen und die Leistungsaufnahme wurde kurzzeitig immer mal wieder auf 175W reduziert. Trotzdem ist die Leistung für die Größe wirklich gut. Mit dem größeren Lüfter schaffte er es sogar die 181 W trotz moderater Lautstärke konstant zu halten. Allerdings nur knapp, da die P-Cores teilweise schon auf bis zu 96 Grad gingen.

Fazit

Wer einen flachen Top-Blower sucht, ist mit dem Scythe Big Shuriken 4 sicher nicht schlecht beraten. Scythe gestaltet und platziert den Kühler recht clever. Er bleibt unter der magischen 70-mm-Grenze, ist deutlich günstiger als der NH-L12S, bringt aber stolze 6 Heatpipes mit. Ähnlich aufgestellt ist der Thermalright AXP120-X67, sowohl von der Ausstattung als auch vom Preis her, während der ähnliche Deepcool AN600 schon etwas mehr kostet.

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Grobe Patzer leistet sich der Scythe-Kühler selbst eigentlich nicht, aber die beigelegten Schrauben sind für Lüfter im Standardformat schlicht zu kurz. Wer einen anderen Lüfter montieren will, was sich positiv auf die Leistung auswirken kann, muss also eventuell noch andere Schrauben organisieren. Aufgrund seiner Maße und Bauweise kann der Big Shuriken 4 keine Wunder bei der Kühlleistung bewirken. Trotzdem ist er für kompakte Systeme auch abseits extrem sparsamer CPUs durchaus geeignet. Die Kompatibilität mit dem RAM ist sehr gut, wenn man ihn in der entsprechenden Ausrichtung verbauen kann.

Mit rund 35 € ist der Kühler nicht zu teuer, wenn man die Bauart bedenkt. Denn klar ist, dass man in Form eines großen Tower-Kühlers sehr viel mehr Leistung für das Geld bekommt – für die zugedachte Nische ist der Preis aber fair.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

Scythe Big Shuriken 4
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