TRYX Stage 360 im Test

AiOs mit Display gibt es inzwischen viele. TRYX hat mit der Stage 360 jedoch ein Modell mit einem außergewöhnlichen Panorama-Display im Portfolio, das sich aus zwei 4-Zoll-LCDs zusammensetzt und damit eine besondere Optik samt kleiner Bühnenfläche für Objekte bietet. Was die Stage abseits des Displays noch bietet, schauen wir jetzt.

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Technische Daten

Maße Radiator (T x B x H)394 x 120 x 27 mm (ohne Lüfter)
Material RadiatorAluminium
Drehzahl Pumpe (Angabe)
(ausgelesen am Testsystem)
800– 2800 U/min
(ca. 820 – 2900U/min)
Anschluss der Pumpe4-Pin PWM
Material KühlerbodenKupfer
Lüfter3x 120×120×25mm-Lüfter
ARGB, PWM (Adapter)
Drehzahl Lüfter (Angabe)
(ausgelesen am Testsystem)
500– 1850U/min +- 10%
(ca. 420 – 1820 U/min)
Intel SockelLGA 1851/ 1700 / 1200 / 115x
AMD SockelAM4, AM5
Besonderheiten– Dual IPS-Display
(4″, 720×720, IPS)
– ARGB-Beleuchtung
Garantie6 Jahre Kühler
3 Jahre Display
Preis229,90 € (UVP)

TRYX Stage 360 im Detail

Die Stage kommt mit vormontierten Lüftern, während das Display als separates Modul enthalten ist. Im Lieferumfang befindet sich ansonsten das Montagematerial samt Anschlusskabel für die Lüfter. Schön ist, dass neben der auf dem Kühlerboden applizierten Wärmeleitpaste noch eine Spritze mit weiterer Wärmeleitpaste enthalten ist.

Die TRYX Stage ist im Kern, wenn das Display-Modul nicht verbaut ist, eine sehr schlichte, schwarze AiO mit einem flachen Pumpengehäuse. Dieses sieht allerdings auch ohne das Modul nicht „unfertig“ aus, sodass man sie auch ohne dieses betreiben könnte. Auf das Display gibt der Hersteller 3 Jahre Garantie, auf die AiO selbst sogar 6 Jahre.

Von unten sieht man einen Kupferboden mit aufgetragener Wärmeleitpaste. Im Inneren arbeitet eine Pumpe von Asetek, die maximal 2800 rpm erreicht. Mittels PWM-Anschluss kann sie auf bis zu 800 rpm gedrosselt werden. Der Vorteil an dieser Lösung ist, dass man zum Steuern von Pumpe (und Lüfter) nicht auf eine Software des Herstellers angewiesen ist, sondern dies ganz einfach über das Mainboard durchgeführt wird. Die Pumpe ist in höheren Bereichen recht penetrant, kann aber durchaus leise betrieben werden, dazu unten ein paar Worte mehr.

Während der große 360-mm-Radiator nicht weiter erwähnenswert ist und gut verarbeitet wirkt, sind die ROTA SL-Lüfter einen Blick wert. Sie haben untereinander ein kabelloses Verbindungssystem, sowie eine ARGB-Beleuchtung über die Nabe.

Mittels Adapterkabel werden sie auf gängige PWM/ARGB-Anschlüsse adaptiert und können so zwischen ~400 bis 1850 U/min gesteuert werden. Unterhalb von 10% haben sie den Betrieb an unserem System ganz eingestellt. Das Kabel wird rein magnetisch am ersten Lüfter in der Reihe befestigt. Der Anschluss geht somit sehr komfortabel, wir bevorzugen dennoch eine mechanische Verriegelung, da man beim Verkabeln das Lüfterkabel recht schnell ungewollt abzieht.

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Nun aber zum Kernstück der STAGE, dem riesigen Bildschirm. Das Modul mit den zwei angewinkelten Displays besteht aus Kunststoff sowie teilweise aus Aluminium, so dass es stabil und ansprechend gefertigt erscheint. Mit den beiden 4 Zoll Bildschirmen baut es natürlich ziemlich hoch und wirkt nicht unbedingt elegant, wenn es ausgeschaltet ist.

Am Boden ist eine Spiegelfläche eingesetzt, die Inhalte der Displays spiegelt. Bei (animierten) Mustern vergrößert es deren Wirkung noch einmal. Damit es bei Systeminformationen nicht seltsam aussieht oder wenn man die Spieglung einfach nicht möchte, kann die Platte auf eine mattschwarze Seite gedreht werden. Die Fläche zieht recht schnell gut sichtbaren Staub an und kann laut Hersteller genutzt werden um Deko/Figuren vor einem passenden Hintergrund zu präsentieren – jeder wie er möchte, aber es erklärt warum uns ein seltsames Püppchen mitgeschickt wurde. Eine integrierte CPU soll die Ressourcen-Belastung durch das Display reduzieren.

Angeschlossen wird das Modul mit einem internen USB-Port und es benötigt zur Stromversorgung noch einen SATA-Stromanschluss.

Auch die Montage der eigentlichen AiO ist sehr einfach und folgt dem gängigen Prinzip. Für Intel-Systeme wird eine stabile Backplate aus Metall beigelegt, in die Abstandshalter geschraubt werden. Die Gewinde waren bei der ersten Montage etwas schwergängig. Darauf wird das Kühlermodul gesetzt und mit vier Muttern verschraubt.

Das Display wird im Anschluss einfach auf die AiO gesteckt und hält magnetisch.

KANALI Software Hub für das Display

Konfiguriert wird das Display über die Software KANALI Software Hub

Jedes der beiden IPS-Displays hat eine Auflösung von 720×720 Pixeln. Eigentlich gibt es drei Display-Modi:

  • Widescape: Inhalt überstreckt sich über beide Displays
  • Split-Screen: Zwei getrennte Bildschirme
  • Mirror: Inhalt wird gespiegelt

Der Mirror-Modus war allerdings in der Vorabversion der Software nicht verfügbar.

Im Hauptmenü kann zwischen drei Presets gewählt werden. Dabei handelt es sich um drei unterschiedliche Animationen. Auf jedem Bildschirm können drei der angebotenen Systemdaten dargestellt werden, was im Grunde den Platz aber nicht ausreizt.

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Eine freie Platzierung ist nicht möglich, man kann lediglich die Ausrichtung (links, mitte, rechts) bestimmen und zwischen Weiß und Schwarz wählen. Bezeichnung, Größe und Schriftart lassen sich nicht verändern, was hinter den Möglichkeiten der Displays bleibt und aufgrund der kleinen Schriftart nicht optimal lesbar ist.

Im Punkt „Customization“ wählt man zwischen „Extended“ und „Splitscreen“ und auf dem hochgeladenen Bild/Gif/Video entsprechend einen Bereich im Seitenverhältnis von 1:1 oder 2:1 aus. Auch hier können bis zu drei Systemdaten pro Bildschirm dargestellt werden, ohne weitere Anpassungsmöglichkeiten. Die Inhalte werden im Onboard-Speicher festgehalten. Vorlagen oder eine Integration von Onlinediensten wie giphy gibt es nicht und so muss man sich das Material selbst erstellen/zusammensuchen.

Kühlleistung und Lautstärke

Testsystem und Ablauf

  • Intel Core i5-13600K
  • MSI Z790 Tomahawk WiFi
  • 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
  • be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
  • be quiet! Straight Power 12 1000W

Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme von 181W getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12) und AVX. Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.

Wir mussten unseren Test vorerst auf zwei Messungen auf einem System reduzieren. Wir versuchen weitere Tests mit angepasster Lautstärke noch nachzuholen.

Leistung bei maximaler Drehzahl

Alle Kerne

Nur P-Cores

Auf unserem System erreichte die TRYX Stage bei maximaler Drehzahl eine etwas unterdurchschnittliche Leistung, wobei sie sich im Groben noch vollkommen im erwartbaren Bereich platziert und eine angemessene Kühlleistung für ein 360-mm-Modell erreicht. Bei max. ~1850 U/min wird sie zwar durchaus laut, aber es gibt lautere Modelle, sodass auch wegen der vergleichsweise moderaten maximalen Drehzahl etwas an maximaler Leistung liegen bleiben dürfte. Sie kommt bei uns grob auf ähnliche Werte wie die Pure Loop 3 von be quiet! Nur die P-Cores betrachtet, schneidet die Stage etwas besser ab.
Die Pumpe der TRYX Stage hat allerdings einen so hohen präsenten Unterton, dass er sogar bei maximaler Drehzahl der Lüfter hörbar ist.

Leistung bei 1000 U/min

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Bei einheitlichen 1000 U/min kann sich die TRYX Stage deutlich besser platzieren und rangiert im guten Mittelfeld. Mit 39 dB(A) ist sie hier vergleichsweise laut, wozu die Pumpe einen großen Teil beiträgt.

Einfluss der Pumpendrehzahl

Die Pumpe ist auf hoher Drehzahl wie schon erwähnt recht penetrant und auffällig, mit einem hohen Summen. Das klar hörbare Betriebsgeräusch bleibt bei PWM-Werten bis hinab zu grob 70% erhalten und kann durchaus stören. Erst unter 70% – laut unserem Empfinden bei 65% – kommt man in Bereiche, die angenehmer sind. Bei 50% bleibt noch ein leichtes Summen, das wohl eher bei leiser Umgebung im Leerlauf auffällt. Die Pumpe kann aber noch deutlich weiter reguliert werden. Bei dem Minimum von 20% bleiben lediglich 800 U/min übrig und dann ist sie angenehm leise.

Die folgende Temperaturdifferenz wurde über die ersten Minuten nach Drosseln der Pumpe bei voller Auslastung mittels prime95 unter 181 W beobachtet.

Temperaturdifferenz zu 100%
(13600k Core AVG)
Pumpe @ 100 %
Pumpe @ 75 %+ 0,6 °C
Pumpe @ 50 %+ 2,6 °C
Pumpe @ 25 %+ 13,5 °C
Pumpe @ 20 %Throttling bei 100 °C

Während in den oberen 50% an unserem System nur wenig Leistung verloren ging (2-3 Grad), brach bei starker Drosselung die Kühlleistung ziemlich ein. Bei 25% verzeichneten wir einen Anstieg von über 10 Grad. Beim Minimum von 20% reichte die Leistung nicht mehr aus um die CPU ausreichend zu kühlen. Diese ging bei 100 Grad ins Throttling und konnte die 180W nicht mehr halten.

Fazit

Die TRYX Stage 360 ist ohne Zweifel eine optisch beeindruckende AiO. Das Prinzip des Displays auf einer AiO treibt TRYX auf die Spitze und spendiert der Kühlung gleich zwei sehr große Bildschirme, die gemeinsam und getrennt betrieben werden können. Wenn man das Dual-Display für dekorative Zwecke nutzt, sieht das bei entsprechendem Material schon cool aus. Der Winkel und die optionale Spiegelfläche machen ziemlich was her und man kann es als kleine Bühne für Gegenstände nutzen. Wir hätten uns aber mehr Anpassungsmöglichkeiten gewünscht, um das Potenzial der Displays ausreizen zu können. Das sperrige Modul sieht im ausgeschalteten Zustand auch etwas befremdlich aus.
Sicherlich auch eine Erwähnung wert sind die ordentlichen Lüfter mit der kabellosen Daisy-Chain-Verbindung, einer hübschen ARGB-Beleuchtung und dem magnetischen Anschlusskabel, für das eine mechanische Verriegelung sinnvoll wäre.

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Die Basis der AiO-Wasserkühlung ist hingegen üblicher Standard, der sich dank PWM-Anschlüsse aber einfach über das Mainboard steuern lässt. Bei der Pumpe dürfte dies auch notwendig sein, da sie im oberen PWM-Bereich durchaus stören kann. Der große Drehzahlbereich ermöglicht auch einen sehr leisen Betrieb, kann aber auch viel Leistung kosten. Diese befindet sich im üblichen, wenn auch nicht hohem Bereich einer 360-mm-AiO. Hier lässt die Stage wohl auch wegen der moderaten maximalen Drehzahl sicher etwas liegen.

Mit ~ 230 € ist die TRYX Stage aufgrund der Displays wie zu erwarten sehr teuer, wo dann jeder für sich abwägen muss, ob er das für die Optik ausgeben möchte. Die Kühlleistung bekommt man natürlich auch für weniger.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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