1MORE SonoFlow im Test

Der 1MORE SonoFlow Bluetooth ANC Kopfhörer versprecht guten Klang mit Hi-Res-Siegel und LDAC-Codec. Im Test punktet er vor allem über den Tragekomfort und die Akkulaufzeit.

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Technische Daten

Treiber40 mm
Gewicht255 g
Anschluss– 2,5-mm-Klinke
– Bluetooth 5.0
CodecsSBC, AAC, LDAC
Impedanz32 Ohm
Akkulaufzeit50 Stunden (mit ANC)
70 Stunden (ohne ANC)
Ladezeit80 Minuten
Sonstiges– ANC
– Transparenz-Modus
– Hi-Res
– Transportcase
Preis
Amazon.de: € 79,99*
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1more SonoFlow im Detail

Verpackung und Lieferumfang

Positiv geht es bei dem Lieferumfang los, denn der 1MORE SonoFlow wird in einem ansprechenden Case geliefert. In diesem befinden sich ein USB-Ladekabel und ein dünnes 2.5-auf-3.5 mm Klinkenkabel für den kabelgebundenen Betrieb. Formen für die Ohrmuscheln sorgen steht für einen sicheren Sitz. Der chemische Geruch zu Beginn benötigt etwas Zeit um zu verfliegen.

Design und Verarbeitung

Das Design des SonoFlow ist sehr unspektakulär. Die einen würden es langweilig, die anderen als zeitlos definieren. Die Kopfhörer bestehen zum großen Teil aus Kunststoff in Grau/Titan-Farbe. Die Rückseiten der Treiber sind geschlossen. Bei den Innenseiten gibt es dann etwas Farbe. Die glatten Flächen und das geringe Gewicht von ca. 255 g lassen die Materialgüte inklusive Kunststoffgelenke erstmal eher einfach erscheinen.

Mängel bei der Verarbeitung gibt es jedoch keine und auch beim Tragen viel kein störendes Kunststoffknarzen oder Klappern an den Knöpfen auf. Die Tasten klicken sich jedoch recht laut. Die Gelenke drehen sich leichtgängig bis 90 Grad und so wird schlicht die Zeit zeigen müssen, wie robust der 1MORE SonoFlow ist.

Während die linke Seite nur den USB-C Ladeport bereitstellt, befinden sich rechts die Tasten. Diese setzen sich aus einer Power-Taste, Lautstärketasten und der ANC-Taste zusammen.

Bedienung und Tragekomfort

Das Bedienschema erklärt die 1MORE App zu Beginn und lässt sich bei Bedarf nochmal anzeigen. Es ist an sich schlüssig, lässt sich aber nicht anpassen. Nur dass Vol- „Titel vor“ (und umgekehrt) ist, ist etwas seltsam. Auch der 2,5-mm-Anschluss ist am rechten Hörer positioniert.

Beim Anschalten wird man von einer kurzen Melodie und einer doppelten, aber scheinbar nutzlosen, Ansage des Batterie-Status begrüßt. Selbst bei 10% wurde diese noch als „Medium“ bezeichnet, auch dann noch, als der Akkustand so niedrig war, dass sich das Gerät kurz danach wieder abschaltet. (Wir wissen an dieser Stelle noch nicht, ob das Update auf V1.0.5 hier nachsteuert, da die Zeit bisher nicht reichte den Akku erneut auszureizen. Die doppelte Ansage ist nach wie vor vorhanden). Ebenfalls recht wenig Informativ ist man bei der akustischen Darstellung des ANC-Modus, wo es drei unterschiedliche Tonfolgen für ANC, Transparenz und dem normalen Modus gibt. Eine Sprachansage wäre hier klarer als „düdüdum“ oder „dududüm“, aber einmal eingeprägt funktioniert es fast genau so gut.

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Die Ohrpolster sind sehr weich. Der Bezug besteht aus einem Kunstleder und sorgte auch mal für warme bis schwitzige Ohren. Zumindest für den Sommer kann das kritisch werden. Ein Tausch ist leider nicht möglich. Der Komfort und das Tragegefühl sind durch die weichen Polster und den gut gewählten Anpressdruck unterm Strich aber sehr gut und der SonoFlow schlicht bequem. Obwohl er auch bei schnellen Bewegungen stets sicher saß, würden wir den Kopfhörer nicht für Sport einsetzen wollen.

Die Anpassung ist über das fein gerasterte Kopfband aus Metall möglich. Beim Tragen fällt bereits eine deutliche Isolation von der Umwelt auf. Die passive Geräuschunterdrückung ist also bereits gut.

1MORE App

Die Inbetriebnahme war durch die simple Kopplung per Bluetooth schnell erledigt. Für die Steuerung, Features und Updates empfiehlt sich die 1More App, die auch die Aktivierung des LDAC Codecs ermöglicht. Man kann die Kopfhörer auch per Kabel verbinden, dann schalten sie sich allerdings aus und ANC kann entsprechend nicht genutzt werden.

Auch sonst ist die App nützlich, auch wenn die Übersetzung manchmal seltsam ist und einige Features überflüssig erscheinen. Die „beruhigenden Klänge“ beispielsweise – wozu auch ein Vulkan (!) gehört – sind durch die kurze Abschnitt von 7-10 Sekunden mit hörbaren Sprung eher störend.

Equalizer nach Update
12 Presets

Mit dem Firmware-Update auf V 1.0.5, das erst im Laufe des Tests zur Verfügung stand, kam sogar ein Equalizer hinzu, der sich im Punkt „professionelle Abstimmung“ verbirgt. Aber es gibt auch 12 Klangprofile, die zunächst unter dem Punkt „Stabilisator“ zu finden waren, jetzt aber mit in den Equalizer gepackt worden. Darunter ein Bass-Boost oder die Betonung von Stimmen.

Auch ANC lässt sich direkt in der App aktivieren, die Intensität kann jedoch nicht angepasst werden.

Klang

Die Bewertung des Klangs ist wie immer subjektiv. Wir nehmen das normale Profil ohne Anpassungen. Die Firmware ist Version 1.0.5. Unterstützt wird neben SBC auch LDAC, nicht jedoch AptX. Die 40mm-Treiber tragen das Hi-Res Audio Siegel.

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Wir betrachten erstmal den den Klang per Bluetooth ohne ANC. Der passive Betrieb mit Kabel klingt hingegen deutlich anders.

Das Klangbild erscheint angenehm und recht ausgeglichen. Der Bass ist da und etwas betont, dominiert das Geschehen aber nicht. Er kommt sogar in tiefe Regionen. Hört man etwas lauter, gibt es Druck, der Spaß macht. Er lässt den Mitten gleichzeitig ihren Auftritt und wabert nicht über sie hinweg, sondern gibt eine schöne Fülle. Stimmen werden gut dargestellt. Die Höhen haben eher weichen Charakter und sind nicht anstrengend. Aber es ist eben nicht maximal detailliert und hinten raus ist das Klangbild eher geschlossen. Insgesamt klingt der SonoFlow aber angenehm und „rund“.

Wechselt man auf ANC kommt es zunächst zu einem kurzem und deutlichen Bass-Boost, der aber wieder abklingt. Das macht den SonoFlow für einen langstündigen Begleiter ohne übertriebene Härte. Freunde luftiger, brillanter und besonders detailreicher Wiedergabe werden möglicherweise weniger Freude haben.

Im passiven Betrieb gibt es keinen Zugriff auf ANC. Der Klang unterscheidet sich sehr deutlich und kippt quasi um. Der (Ober)Bass gewinnt deutlich an Dominanz. Die Mitten bis Höhen fallen ab. Es bleibt einfach ein sehr dumpfer Klang, der überhaupt nicht gefallen möchte.

Die Frequenzmessung mittels miniDSP EARS und REW bestätigt den unterschiedlichen Klang je nachdem wie der SonoFlow betrieben wird. Es handelt sich nicht um eine IEEE-standardisierte Messstation, sondern veranschaulich nur den ungefähren Frequenzgang (1/12 geglättet) und den Vergleich der Modi untereinander!

ANC und Akkulaufzeit

Wie erwähnt ist bereit die passive Geräuschunterdrückung beachtlich und wird durch die QuietMax genannten ANC-Funktion ergänzt, die vorrangig monotone, tieffrequente Geräusche nochmals reduziert. Höhere dafür wenig. Gesprächen werden in Lautstärke reduziert, man kann ihnen, wenn auch mit etwas Konzentration, noch folgen. Wie so oft gibt es hier ein leichtes Grundrauschen. In Zusammengang mit der Musikwiedergabe fällt das weniger auf und ermöglicht es die Umgebung auszublenden. Bei Hörbüchern kommt es auf die eigene Sensibilität an, ob man es störend findet.

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Der Transparenzmodus, der ein etwas höheres Rauschen zeigt, ist sehr effektiv. Es klingt zwar irgendwie künstlich bis blechern, aber dafür ist die Verstärkung der Umgebung und Stimmen deutlich. Anders als bei dem Creative Zen Hybrid konnten wir keine unangenehme Rückkopplung beobachten oder provozieren.

Die Akkulaufzeit ist nicht nur auf dem Papier beachtlich. Mit ANC sollen der Kopfhörer bis 50 Stunden aushalten, ohne ANC sogar 70 Stunden. Um das nachzuvollziehen haben, wir den Kopfhörer mit ANC bei ungefähr 50% Lautstärke und unter Verwendung des SBC-Codecs spielen lassen. Der Kopfhörer lag dabei jedoch meist vor sich hin spielend in einem stillen Raum. Die Laufzeit von 50 Stunden konnten wir hier sogar überbieten und kamen auf über 56 Stunden.

Beachten muss man, das unterschiedliche Lautstärken, Anwendungszwecke und möglicherweise auch der genutzte Codec einen Einfluss nehmen können. Die angegebene Akkulaufzeit des Herstellers scheint jedoch realistisch und üppig. Zum Ladegerät muss man selten greifen. Hier dauerte es ungefähr 75 Minuten bis die LED auf grün wechselte und der Ladezustand mit 100% angezeigt wurde.

Fazit

Der 1MORE SonoFlow ist ein sehr ausdauernder und bequemer Kopfhörer. Er trägt sich weich und drückt nicht. Nur warme Ohren machen ab und an eine Pause notwendig. Unterm Strich kann man den bequemen Kopfhörer aber über einen langen Zeitraum tragen. Vor allem aber die Akkulaufzeit kann sich sehen lassen. Bei der Verarbeitung gibt es zwar nur einfachen Kunststoff, dafür knirscht und knarzt er nicht.

Klanglich ist der SonoFlow im Bluetooth-Betrieb stimmig. Er überzeugt zwar nicht durch maximale Details und Offenheit, aber er ist insgesamt einfach rund abgestimmt. Der gefällige, aber nicht übertriebene, Tiefton weiß zu gefallen. Über die App kann man hier auch etwas nachsteuern. Nutzt man statt Bluetooth das Kabel wird der Klang aber sehr dumpf und ist dann wirklich nicht gut.

Die ANC-Funktion selbst stellte sich in den überprüften Szenarien als zufriedenstellend dar. Ebenso der Transparenzmodus ist effektiv. Beide rauschen etwas. Das Bedienschema funktioniert nach etwas Eingewöhnung gut. Die App ist stellenweise ungeschickt, bietet aber 12 Klang-Presets und mit dem letzten Update auch einen richtigen EQ. Die „Ansagen“ des Kopfhörers bedürfen einer Überarbeitung.

positiv

  • sehr gute Akkulaufzeit
  • App mit EQ und Presets
  • ANC und Transparenzmodus
  • stimmiger Klang per Bluetooth
  • LDAC-Unterstützung
  • Transportcase inklusive
  • bequem

negativ

  • Klang bei Verwendung des Kabels
  • Akkuansagen nicht hilfreich
  • Ohren erwärmen sich spürbar
Hardware-Helden Silber Auszeichnung
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Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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