Corsair K70 Pro Mini Wireless im Test


Einmal alles bitte! Features und Funktionsumfang sind bei der Corsair K70 Pro Mini Wireless riesig. Dabei ist die 60% Mecha selbst ein Winzling. Zum hohen Preis gibt es Hotswap, Wireless, RGB, PBT und manches mehr.

Technische Daten

Maße (LxBxH)293×107×40 mm
Gewicht640 g
Layout60%
GehäuseAluminium, Kunststoff
Anschluss-USB Typ-C, 1,82m Kabel, modular
-Wireless (Slipstream 1ms)
-Bluetooth
Schalter/SwitchesCherry MX Speed Silber
Hotswap
Tastenkappen/CapsPBT Double-Shot
(Austauschtasten aus Polycarbonat)
Key RolloverN-Key-Rollover
Sondertastenüber Zweitbelegung
BeleuchtungRGB Tasten und Streifen
Extras-Hotswap
-Wireless und Kabelgebunden
-programmierbare Tasten
-Standfüße
-PBT-Caps
-Pollingrate bis 8000 Hz (per Kabel)
Preis199,99€ (UVP)

Corsair K70 Pro Mini Wireless im Detail

Verpackung und Lieferumfang

Unboxing

Wenn man noch nie eine 60% Tastatur hatte, wird man beim Anblick der kleinen Verpackung erstmal skeptisch sein, wie dort eine Tastatur reinpassen soll. Dabei liegen neben der K70 Pro Mini Wireless auch noch Werkzeuge um Entfernen der Caps und Switches, sowie Tastenkappen im Corsair-Design bei. Zudem ein gesleevtes USB-C Anschlusskabel. Der benötigte USB-Empfänger für den kabellosen Betrieb ist an der Tastatur verstaut.

Design und Ausstattung

Die Tastatur ist gemäß dem 60%-Layout wirklich „Mini“. Gerade mal 29cm in der Breite und 11 cm in der Tiefe misst das kleine Eingabegerät. Dabei wiegt es aber beachtliche 640 Gramm, womit wir schon bei der Verarbeitung wären. Die Oberseite besteht aus einer Aluminiumplatte, das untere Teil aus Kunststoff. Kürze und Materialstärke geben der Tastatur ein sehr hohe Stabilität. Auch wenn man versucht die Tastatur gezielt mit den Händen zu verwinden entlockt man dem vorliegenden Exemplar nicht das kleinste Knarzen. Wir hätten es haptisch noch ansprechender gefunden, wenn auch der untere Teil aus Metall bestehen würde. Angesicht der Stabilität aber keine echte Kritik, sondern haptische Vorlieben.

Corsair Mini K70 Pro Mini Wireless

Viel Spielraum für Gestaltung bietet sich bei der kleinen Fläche nicht. Die Tastatur ist schwarz in schwarz. Die alternativen Kappen, die keine PBT Double-Shot-Tasten sind, bringen etwas frischen Wind. Natürlich gibt es auch eine RGB-Beleuchtung und davon reichlich. Corsair umgeht hier das Phänomen der ungleichmäßigen Ausleuchtung in dem die Tastenbeschriftung nur in der oberen Hälfte der Kappen platziert ist.

Corsair Mini K70 Pro Mini Wireless Review

Damit es dann noch mehr fürs Auge gibt, hat Corsair einen zusätzlichen RGB-Streifen mit 28 LEDs rund um den Rahmen integriert, die sog. 360° LightEdge.

Corsair Mini K70 Pro Mini Wireless RGB

Das macht auf Fotos und seitlich betrachtet was her, aber aus der Nutzerperspektive sieht man davon am Tag quasi nichts und im dunkle eher als diffusen schein.

Die fehlenden Tasten gegenüber eine TKL-Tastatur wird über Zusatzbelegung bei nahezu jeder Taste kompensiert. So haben es dann zu den F-Tasten auch Multimedia-, RGB-Steuerung und mehr auf das Tastenfeld geschafft. Die Doppelfunktion ist an den Vorderseiten der Tasten aufgedruckt und nicht beleuchtet. Beleuchtet wäre es vermutlich auch recht unübersichtlich geworden. Im Dunkeln ist es nicht einfach die Symbole zu erkennen, da hilft nur Routine.

Eine separate CAPS-Lock LED gibt es nicht, allerdings leuchtet die Taste bei Aktivierung rot. Wenn man also keine statische rote Beleuchtung wählt, kann man auch ohne gesonderte LED den Zustand erkennen.
Die verbauten Tastenkappen bestehen aus PBT, gefertigt im Double-Shot Verfahren. Mit 1.5mm Stärke sind die PBT-Caps dickwandig und robust ausgeführt. Darunter befinden sich Cherry MX Speed Silver-Schalter, also besonders schnelle, lineare Schalter, die das Gaming-Segment bedienen sollen. Die Tastatur wird auch mit roten Schaltern angeboten und hat ein Hotswap-PCB – mehr dazu weiter unten.

Rückseitig gibt es einen USB-C Anschluss, daneben einen Power-Schalter. Verbunden werden kann die Corsair K70 Mini Wireless damit auf zwei, respektive drei, Arten. Per Kabel, kabellose per Funk und kabellos per Bluetooth. Auswählen kann man den Funkmodus durch Tastenkombinationen. Die Slipstream-Verbindung bietet eine Polling-Rate von hohen 2000 Hz, über das Kabel sind sogar 8000 Hz möglich.

Zugebener Maßen ist der Unterschied von 1000 Hz selbst zu 8000 Hz für uns nicht gegeben. Während man bei einer Maus schon eher von einem flüssigerem Mauspfeil profitiert, ergibt sich hier für uns kein Mehrwert. Auf der anderen Seite erwartet man bei dem Preis eben auch High-End und Profis mögen das anders empfinden.

Der Akku soll bis zu 200 Stunden halten, wenn die RGB-Beleuchtung nicht aktiv ist. Ob sich der Wert auf Bluetooth oder Slipstream bezieht, entzieht sicher unserer Kenntnis. Mit aktiver Beleuchtung wird die Akkulaufzeit deutlich auf 32 Stunden reduziert. Ein Grund mehr, warum man auf den RGB-Streifen auch verzichten kann. Er lässt sich auch unabhängig vom Tastenfeld abschalten. Eine genaue Laufzeit konnte während der Testphase noch nicht ermitteln.

Mittels der Tastenkombination FN+Enter informiert die LED der Enter-Taste über den Akkustand (Grün, Orange, Rot).

Hotswap und weitere Anpassungen

Corsair hat die kleine Tastatur sehr anpassungsfähig gemacht, auch über die Hotswap-Fähigkeit. Zur Demonstration wurde uns von Cherry ein Satz mit verschiedenen Switches und Werkzeug überlassen, wobei wir das Werkzeug von Corsair verwenden

Die Tastenkappen werden mit dem entsprechenden Werkzeug oder per Hand abgezogen. Ein Foto hilft beim späteren Zusammenbau. Mit der beiliegenden „Pinzette“ werden die Switches einfach aus der Platine gezogen und gegen Wunschexemplare ersetzt. Eingebaut werden können MX-kompatible 3-Pin Switches. Der Vorgang gestaltet sich unkompliziert. Nur bei der Enter-Taste standen die Stabilisatoren so eng, dass man mit dem Werkzeug schlecht rankam. Beim Einsetzen ist darauf zu achten die dünnen Kontakte nicht zu verbiegen.

So kann man entweder die Switches auf Wunsch komplett tauschen, wenn sich Einsatzgebiet oder Vorlieben ändern. Alternativ gestaltet man die Tastatur gemischt, macht ausgewählte Tasten leiser, leichtgängiger, oder kontrollierter.

Zu Demonstration haben wir die umliegenden Tasten mit braunen Schaltern bestückt, wer viel Schreibt könnte auch die Buchstabe gegen MX-Braun oder blaue Schalter ersetzen. Die tendenziell lautere Leer- und Entertaste wurden mit MX-Rot-Silent Switches leiser gemacht. Das Setup dient aber lediglich der Demonstration, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Corsair Mini K70 Pro Mini Wireless Hotswap

Eine weitere Besonderheit ist, dass man bei der Corsair K70 Pro Mini Wireless den hinteren Teil der Gehäuseabdeckung austauschen kann, der von Corsair als Accent Bar bezeichnet wird. Entsprechende Alternative will Corsair optional anbieten.

Das ist nett, hätten wir jetzt aber nicht unbedingt gebraucht. Auch davon sieht man später nicht viel.

Tippgefühl und Ergonomie

Das Tippgefühl hängt primär von den gewählten Schaltern ab. Die verbauten MX-Speed Silver sind sehr leichtgängig und lösen nach kurzer Zeit aus. Zum Schreiben sind sie mir zu sensibel, Gamer mögen das anders sehen.

Corsair Mini K70 Pro Mini Wireless Test

Die PBT-kappen sind angenehm rau und sitzen fest auf den Kreuzen. Auch die oftmals klapprige Leertaste hat Corsair sehr gut stabilisiert, so dass sie nicht negativ aus dem anderen Tastenfeld heraussticht. Setzt man unter sie Silent Switches wird es sogar noch etwas angenehmer.

Metallisches Nachhallen (Ping) ist beim normalen Tippen wahrnehmbar, vor allem im Bereich des rechten Buchstabendfeldes.

Bei der Höhe unterscheidet sich die Tastatur nicht von großen Modellen, umso erfreulicher ist die Anpassung des Anstellwinkels, was die K65 Mini vermissen ließ.

Der Stand ist, egal ob flach oder angewinkelt, rutschfest. Dafür sorgen breite Gummierungen. Nicht nur zu dem Preis vermissen wir allerdings noch eine Handballenauflage.

Nutzung mit und ohne iCUE-Software

Für die Konfiguration setzt Corsair wie zu erwarten auf die iCUE-Software. Auch ohne Software ist beispielweise die Erstellung von Makros oder Veränderung der Beleuchtung möglich. Die kompletten Möglichkeiten, wie das Umprogrammieren von Tasten und der Beleuchtung, offenbaren sicher aber erst mit iCUE. Die mächtige Software hat einen enormen Funktionsumfang, aber der Download wiegt inzwischen fast 1GB!

Mit 8 MB fällt der OnBoard-Speicher der K70 Pro Mini Wireless sehr üppig aus . Er bietet Platz für „bis zu“ 50 Profile. Dies richtet sich laut Corsair nach dessen Umfang, was auch immer damit genau gemeint ist. Die Aussage ist zwar recht schwammig, aber es sollten für jeden mehr als genug Profile bereitstehen und Puristen sind somit aber nicht auf die Software angewiesen.

Jedes iCUE System-Profil hat dabei eine Software- und ein Hardware-Konfiguration, je nachdem ob iCUE läuft, oder nicht. Zugriffen wird über unterschiedliche Menüpunkte. Stellt man das Layout in den Geräteeinstellungen auf Deutsch, passt auch die grafische Vorschau…

Im Punkt (Hardware)-Tastenbelegung können die Tasten auf umfangreiche Art und Weise neu belegt werden. Die Auswahl ist ausgesprochen üppig. Zur Auswahl stehen unter anderem Tastenkombinationen, Multimediasteuerung, Texteingaben und allerlei mehr.

Nicht minder umfangreich fallen die Beleuchtungsoptionen aus. Im Wireless-Betrieb oder in der Hardware können bis zu 20 Beleuchtungsschichten anlegen. Verbunden per Kabel sogar beliebig viele. Die „bis zu“- Angabe ist wieder recht ungenau.

Diese Schichten ermöglichen es mehrere Beleuchtungseinstellungen gleichzeitig auf verschiedenen Tastaturbereichen darzustellen. Beispiel legen wir einen Regenbogeneffekt auf den umlaufenden Rahmen, die Zahlen 1-6 beleuchten wir im „Aquarell“ und einige anderen Tasten bekommen statische Farben und eine Regenbogenwelle.

Die Optionen ermöglichen es die Auswirkung des WIN-Lock-Modus zu definieren. Beispielweise ob nur die WIN-Taste, oder auch kritische Kombinationen wie ALT+F4 ausgeschaltet werden.

In den Geräteeinstellungen kann man die Firmware aktualisieren und Einstellungen zu der Tastatur vornehmen. Ein für den Alltag wichtiger Punkt ist die Einstellung des Ruhezustand nach Minuten. Das Erhöht die Akkulaufzeit. Das Aufwecken geht sehr zügig. Auch Multipoint-Support für die Verbindung mehrere Geräte mit einem Empfänger gibt es.

Im unteren Teil findet sich die Verwaltung der Onboard-Profile, die man Neu anlegen, überschreiben oder komplett leeren kann.

Fazit

Corsair hat so ziemlich alles an Zutaten und Maxima in den Topf geworfen. Herausgekommen ist eine 60% Mini-Tastatur die extrem viel bietet und in der Kombination -nach unserem Wissen- kaum Mitbewerber hat. Die Gesamtheit der Features zusammen mit dem Preis macht sie in gewisser Weise fast zu einem Nischenprodukt.

Für sein Geld bekommt eine stabile mechanische Tastatur mit sehr guten Caps, ausgezeichneter RGB-Beleuchtung und perfekte Individualisierung durch HotSwap-Switches, die sich kabellos und mit Kabel nutzen lässt. Technisch wird dabei mit dem üppigem Onboardspeicher oder bis zu 8000 Hz geklotzt, ob man es nun braucht oder nicht. Die iCUE Software ist mittlerweile zwar echt riesig geworden, aber auch sehr mächtig. Zusammen mit den Zusatzbelegungen wird das 60%-Layout enorm erweitert.

Für uns hätte es den (deaktivieren) 360 Grad RGB-Streifen und vor allem die austauschbare Rückseite nicht gebraucht, da man beides bei der Nutzung nicht wirklich sehen kann. Ein einheitliches (Metall)-Gehäuse wäre für uns ansprechender, sicherlich auch Geschmackssache. Lediglich die Tendenz zum Nachhallen schmälerte den robusten Eindruck ein wenig.

Bei dem hohen Preis darf man sicher das Haar in der Suppe suchen, was für uns die fehlende Handballenauflage ist. Diese lassen sich zwar Nachkaufen, aber die K70 Mini Pro Wireless strapaziert das Portemonnaie ja schon genug.

Insgesamt ist die Feature-Liste aber wirklich beeindruckend.

positiv

  • Hotswap ermöglicht Austausch der Schalter
  • Kabellos und mit Kabel nutzbar
  • Bluetooth- und Slipstream-Funkmodus
  • dickwandige PBT-Kappen
  • sehr kompakt
  • sehr gute RGB-Beleuchtung
  • stabile Konstruktion
  • großer Onboardspeicher
  • 8000 Hz (per Kabel), 2000 Hz via Slipstream
  • sehr viele Funktion durch Zusatzbelegung
  • iCUE bietet viele Konfigurationsmöglichkeiten

negativ

  • keine Handballenauflage enthalten
  • etwas stärkeres Nachhallen beim Tippen
  • Preis
Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

* Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über so einen Link einkaufst, bekomme ich von dem betreffenden Online-Shop eine Provision. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Hier angezeigte Preise entsprechen dem angegebenen Stand (Datum/Uhrzeit) und können sich inzwischen geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Es gelten die Angaben, die zum Kaufzeitpunkt auf der jeweiligen Händler-Website angezeigt werden.
0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments