Lian Li Lancool 217 INF im Test

Das Lian Li Lancool 217 bringt in der Lancool 217 INF-Variante eine außergewöhnlich gestaltete Front mit. Zwei riesige 170-mm-Lüfter sind in einer beleuchteten, verspiegelten Front mit Unendlichkeitseffekt verbaut. In diesem Test schauen wir was das Lancool 217 INF abseits des Designs noch bietet.

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Technische Daten

Maße (LxBxH)482 x 238 x 503  mm
MaterialStahl, Glas, Kunststoff
Mainboard-FormatSSI-EEB (Breite max. 330 mm) /
E-ATX (max. Breite 280 mm)
ATX / Micro-ATX/Mini-ITX

Back-Connect (ATX / Micro-ATX)
Anschlüsse Front2x USB 3.0 Typ A
1x Typ C
1x Audio
CPU-Kühler-Höhemax. 180 mm
Grafikkarten-Längemax. 380 mm
max. Laufwerke2x 3,5 Zoll und 2x 2,5 Zoll (Käfige)
2x 2,5 Zoll (hinter MB)
3x 2.5 Zoll (PSU Abdeckung)
Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min)Vorne: 2x 170 mm
(max. 1500 U/min)
Heack 1x 140 mm
(max. 1900 U/min)
Maximale Lüfterinstallation (mm)Deckel: 3x 120 oder 2x 140 mm
PSU-Abdeckung: 3x 120 mm
Vorne: 2x 170 mm
Optionale Radiatoren (mm)Deckel: max. 280/360 mm
RGB-BeleuchtungFront und Lüfter
Preis
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Lian Li Lancool 217 INF im Detail

Bei dem Lieferumfang darf das umfangreiche, aber nicht immer ganz übersichtliche Handbuch erwähnt werden sowie die praktische Sortierbox für die Schrauben. Außerdem hat man drei Bleche: Eines für die vertikale GPU-Montage, eines fürs versetze I/O-Panel sowie eines für die Lüftermontage im PSU-Tunnel.

Das Design des Lancool 217 INF ist äußerst speziell, zeichnet das Case aber auch aus. Nicht nur die recht eigenwillige verspiegelte Front samt Unendlichkeitsspiegel sondern auch die dort integrierten Lüfter, die mit den runden (entfernbaren) Abdeckungen wie Lautsprecher wirken, müssen gefallen. Die Lüfter sind zudem mit 170 mm besonders groß.
Sowohl die Lüfter als auch der Infinity-Mirror haben eine ARGB-Beleuchtung integriert die individuell voneinander gesteuert werden kann. Dazu gibt es zwei Tasten auf dem Gehäuse.
Die Spiegelfläche ist natürlich unglaublich anfällig für Staub und Fingerabdrücke.

Die Beleuchtungseffekte sehen aber ohne Zweifel toll aus, wenn man so ein auffälliges Design mag. Falls nicht, würde man sich aber wohl auch eher die Standardvariante des Lancool 217 kaufen, das deutlich schlichter ist und mit mehr Lüftern ausgestattet ist.

Das I/O-Panel befindet sich unten an der Seite und bietet zweimal USB-A, einmal USB-C und einen Audio-Port. Wer das Case auf den Boden stellen will, kann das I/O-Panel aber auch versetzen und mit etwas Schraubarbeit in den Deckel einbauen. Eine tolle Möglichkeit, die es bei dem normalen Lancool 217 nicht gibt.

Der Deckel selbst ist komplett perforiert und kann einfach abgezogen werden. Darunter findet man den einzigen Radiatorplatz in dem Gehäuse. Dort kann ein 280/360-mm-Radiator eingebaut werden. Je nach Breite darf dieser inkl. Lüfter bis zu 6 oder 8.5 cm dick sein.

Rückseitig fällt auf, dass die Netzteilposition mit einer entfernbaren Blende verschlossen ist. Das liegt daran, dass dieses auch um 90 Grad gedreht eingebaut werden kann. Es wird von einem Staubfilter am Boden (herausziehbar nach hinten) geschützt, der den einzigen echten Staubfilter im System darstellt.

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Die Seitenteile sind nur angesteckt und können einfach entfernt werden. Die linke Seite teilt sich in das Teil aus Glas und dem schmalen Mesh aus Stahl darunter auf, das separat entnommen werden kann. Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr gut, die Teile greifen gut ineinander und lassen sich einfach entfernen. Beim Rahmen vom Deckel und bei der Front kommt Kunststoff zum Einsatz, das schmälert die Haptik ein wenig, ist aber in Ordnung.

Das Lancool 217 INF trennt optisch klar die Hauptkammer von der Netzteil- und Laufwerkskammer. Lüfter auf der Abdeckung gibt es in der Version des Gehäuses nicht, was sich natürlich auf die Temperaturen auswirken wird. Sie lassen sich selbstverständlich einfach nachrüsten. Bis zu drei 120-mm-Lüfter können dort eingebaut werden, wobei bei der hinteren Position natürlich das Netzteil den Ansaugbereich in Anspruch nimmt. Wenn man die Grafikkarte vertikal einbauen möchte, können zwei Lüfter auch unter die Halterung gesetzt werden. Spätestens im Innenraum wird auch klar, dass sich die Frontlüfter, anders als bei der Standardvariante des Lancool 217, nicht gegen kleinere Modelle tauschen lassen, was bei Nichtgefallen oder Defekt problematisch ist.

Das Tray bietet neben gummierten Kabeldurchführungen auch Öffnungen für Back-Connect-Mainboards. Für größere Mainboards kann es angepasst werden, indem die Blende für Kabeldurchführung und GPU-Halterung umgebaut wird. Das Handbuch klärt darüber auf. Die GPU-Stütze kann nicht nur in der Höhe sondern auch in der Horizontalen zumindest um eine Stufe variiert werden. Somit konnten wir diese endlich auch mal nutzen, ohne dass die Lüfter der Grafikkarte blockiert werden.

In der unteren Kammer findet man zwei typische Laufwerkskäfige, die inzwischen doch rar geworden sind. Jeder davon kann ein 2.5 und 3.5 Zoll Laufwerk aufnehmen und ein weiteres kann obendrauf montiert werden. Zusammen mit den zwei 2.5“ Plätzen hinter dem Tray und der Option 2.5“-Laufwerke auf der PSU-Trennung zu verbauen gibt es also massig Platz für Laufwerke. Die Käfige können auch entfernt werden, je nach Netzteillänge kann das für einen auch notwendig sein.

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Besonders ist die Montage des Netzteils: Dieses kann gedreht eingebaut werden, der Platz ist jedoch auf 180mm begrenzt, darüber muss das Netzteil wie gewohnt eingebaut werden.
Der Vorteil der gedrehten Montage ist die bessere Erreichbarkeit der Kabel. Der Stromanschluss wird entsprechend verlängert, wobei er nicht besonders elegant geführt wird, das ist beim Antec Flux Pro etwas dezenter gelöst. Davon ab bietet das Lancool 217 INF umfassende Möglichkeiten Kabel zu verlegen und zu fixieren.

Im oberen Teil findet man die Anschlussplatine für die Lüfter, die auf ein eigenes Steckerformat setzen. Gesteuert werden sie mittels PWM-Anschluss und die Beleuchtung kann entweder über das Mainboard oder die Tasten eingestellt werden. Besitzer eines L-Wireless-Controller können auch über L-Connect 3 steuern.

Temperaturen und Lautstärke im Lancool 217 INF

Testsystem und Ablauf

  • AMD Ryzen 5800X @ 100W
  • be quiet! Dark Rock Slim
  • MSI B550 Gaming-Plus
  • Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
  • 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
  • be quiet! Straight Power 12 750W

Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.

Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.

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Maximale Drehzahl

Die 170-mm-Lüfter können bis zu 1500 U/min abrufen und werden sehr laut, dennoch ist auch der 140er im Heck bei 1900 U/min durch seine andere Akustik nochmal gesondert heraushörbar. Das gesamte Betriebsgeräusch ist bei maximaler Drehzahl mit rund 50 dB(A) schwer praxistauglich. Es gibt noch lautere Modelle, aber trotzdem ist das schon mehr als viele vermutlich akzeptabel finden.
Dank PWM geht es deutlich langsamer und damit leiser, wir hatten allerdings störende Eigenarten in Bezug auf die Lüfter, wie wir im nächsten Abschnitt beschreiben.
Bei minimaler Ansteuerung sind sie recht dezent mit leisen Lagergeräuschen der Frontlüfter. Schnell kommt dort auch ein hohes Sirren hinzu, das sensible Nutzer stören könnte. Es war aber auch ein Stopp bei 0% PWM möglich, das ist dann natürlich absolut leise, der Airflow ist dann jedoch auch bei null.


Bei maximaler Drehzahl wird man mit tollen Temperaturen belohnt. Die CPU-Temperatur war bei uns hervorragend, die GPU war gut, wäre mit Lüftern darunter vermutlich aber nochmal besser. Besonders der RAM stich positiv hervor und wird vermutlich von den besonders großen Lüftern gut erwischt, was sich daran zeigte, dass einer der beiden Riegel besonders kühl war. Ähnliches hatten wir auch bei dem H6 RGB+ schon gesehen.

Leistung bei angepasster Lautstärke

Nun zu den Eigenarten, die unser System zeigte. Die Akustik ab 15% war störend und zeigte zudem ein unregelmäßiges Verhalten. Das hochfrequente Sirren der Frontlüfter wird generell deutlicher und erst bei hoher Geschwindigkeit verschwindet es bzw. wird überdeckt. Besonders störend war aber eine hörbare Drehzahlschwankung (trotz fester Werte) in Verbindung mit wiederkehrendem Dröhnen und Vibrationsgeräuschen. Erst im oberen Abschnitt des Drehzahlbereichs wurde es wieder gleichmäßiger, dann ist allerdings das allgemeine Betriebsgeräusch recht hoch. Das ist natürlich umso ärgerlicher, da man die Lüfter nicht einfach gegen Exemplare mit einer Akustik, die einem besser zusagen würde, tauschen kann.

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Diese Eigenart machte es uns natürlich schwer möglich die Lautstärke auf die von uns angepeilten 36 dB(A) zu bekommen. Wir haben dies so gut es geht versucht in einem Bereich wo es um die 36 dB(A) schwankte. Die folgenden Ergebnisse müssen also vor diesem Hintergrund mit einem gewissen Vorbehalt betrachtet werden:

Fazit

Mit dem Kern des Lancool 217 setzt das Lancool 217 INF auf eine starke, flexible Basis, die sehr viel bietet und verpasst dieser ein spektakuläres, aber auch recht spezielles Erscheinungsbild. Verspiegelte Flächen mit allen negativen Folgen sowie die dominant präsentierten Lüfter muss man mögen, geben dem Gehäuse mit dem Infinity-Mirror aber eben auch einen coolen Look, der diese Version ausmacht.

Im Inneren punktet das Gehäuse mit Platz und funktionaler Ausstattung. Dabei können für heutige Verhältnisse auch viele Laufwerke eingebaut werden. Zudem gibt es eine gewisse Flexibilität: Das Netzteil kann gedreht eingebaut werden, es gibt Plätze für Lüfter unter der Grafikkarte, die auch vertikal verbaut werden kann. Auch das versetzbare I/O-Panel muss man unbedingt positiv erwähnen und stellt einen Pluspunkt gegenüber dem 217-Standardmodell dar.

Es gibt aber auch Nachteile: Während man die bei der INF-Version leider fehlenden Lüfter unter der Grafikkarte mit entsprechenden Mehrkosten nachrüsten könnte, unterstützt die Front ausschließlich 170-mm-Lüfter, wo man beim Original noch auf 120/140-mm-Modelle wechseln konnte. Die verbauten Lüftern zeigten an unserem System über einen weiten Drehzahlabschnitt eine für uns generell störende Akustik (hohes Laufgeräusch) zu der hörbare Unregelmäßigkeiten mit zusätzlichen Störgeräuschen kamen. Die integrierte Platine und die Lüfter setzen zudem auf ein eigenes Anschlussformat. Es können also keine weiteren Lüfter an die Platine angeschlossen werden, so bleibt für diese nur der Anschluss direkt über das Mainboard. Den optionalen Staubfilter für die Front gibt es auch nicht mehr, man muss hier auf das Mesh vertrauen.

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So lässt sich zusammenfassen, dass das Lancool 217 INF in der Basis ein starkes Gehäuse ist, bei dem zugunsten der Optik Kompromisse gemacht wurden, aufgrund derer wir das normale Lancool 217 bevorzugen würden.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

Lian Li LANCOOL 217 INF
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