Noctua NH-L9a-AM5 im Test

Bereits Noctuas NH-L9A-AM4 hat bewiesen, wie kompakt man einen Kühler gestalten kann. Nun sehen wir uns die AM5-Variante des 37mm flachen Kühlers an, den es auch als schwarze chromax.black Version gibt.

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Technische Daten

Maße mit Lüfter (L x B x H)114 x 92 x 37 mm
TypTop-Blower
Gewicht465 g (mit Lüfter)
Heatpipes2 x 6 mm
Kompatibilität Intel
Kompatibilität AMDAM5
LüfterNF-A9x14 HS-PWM
92 x 92 x 14 mm
600-2500 U/Min
Preis (UVP)NH-L9a-AM5: EUR 49.90
NH-L9a-AM5 chromax.black: EUR 59.90

Noctua NH-L9a-AM5 im Detail

Bis auf die neue Sockelkompatibilität entspricht der NH-L9a-AM5 der AM4-Version. Besitzer des NH-L9a-AM4 können diese mit dem NM-AM5-L9aL9 Kit entsprechend umrüsten! Sowohl die silberne Version als auch die chromax.black Ausführung kommen mit dem gleichen Zubehör, dass aus Schrauben, Wärmeleitpaste, Sticker, Sechskant und LNA-Adapter für den Lüfter besteht. Uns wurde auf Anfrage außerdem ein Satz des NA-STPG1 Covers zur Verfügung gestellt.

Die Kombination ist also bekannt: Der flache Kühler ist inklusive dem NF-A9x14-HS-PWM-Lüfter lediglich 37 mm hoch. Auch in den anderen Dimensionen ist der Kühler so kompakt, dass Komponenten im Sockelumfeld nicht tangiert werden. Kollisionen mit RAM- und PCIe-Slots sollten also generell kein Thema sein.

Der NH-L9a-AM5 chromax.black ist vollständig schwarz beschichtet, auch der Lüfter ist schwarz. Die gefälligere Farbe macht bei der hohen UVP einen Preisunterschied von weiteren 10€ aus. Nutzt man ein entsprechend designtes System fügt er sich aber besser in das Gesamtbild ein.

Der 14mm flache 92mm Lüfter hat einen Drehzahlbereich von ca. 600 bis 2500 U/min und kann mittels Adapter auch auf 1800 U/min limitiert werden. Der untere Bereich ließ sich sogar unterbieten und wir kamen auf bis ca. 450 U/min. Allerdings sollte das aufgrund der Laufruhe bei 600 U/min nicht nötig sein. Hier arbeitet der Lüfter praktisch kaum hörbar und bleibt auch bei 1000 U/min noch dezent.

Der Lüfter ist von oben auf dem Kühler verschraubt. Durch längere Schrauben lassen sich auch dickere Lüfter montieren, dann steigt die Bauhöhe natürlich etwas an und gerade diese ist ja eines der Merkmale des L9a.

Wie schon beim AM4-Modell wird der NH-L9a-AM5 von hinten mit dem Sockel verschraubt. Er ist ausschließlich mit AM5-kompatibel.

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Durch das spezielle Montagesystem ist demnach auch Zugriff von hinten auf das Mainboard notwendig. Bei den meisten PC-Gehäusen ist das gegeben, besonders bei kompakten ITX-Systemen aber auch mal mit größerem Aufwand, beispielsweise dem Entfernen der GPU, verbunden.

An sich muss man jedoch nur die Wärmleitpaste auftragen, den Kühler aufsetzen und von hinten durch die Backplate verschrauben. Die Herausforderung besteht dabei, bei verbautem Mainboard, den Kühler entsprechend auszurichten und von der anderen Seite zu fixieren. Hat man jedoch das erste Loch getroffen, ist der Rest schnell erledigt. Sind die Schrauben per Hand etwas eingedreht, halten sie von selbst und man kann sie gleichmäßig mit dem kleinen Werkzeug festdrehen.

NA-STPG1 Cover gegen Verunreinigung

Da gerade bei Ryzen 7000 und dem eigenartigen Heatspreader ein häufiger Wechsel des Kühler zu Verunreinigungen führen kann, bietet Noctua den NA-STPG1 „thermal paste guard“.

Es handelt sich im Grunde um einen dünnen Kunststoffrahmen bzw. dickere Folie, die passgenau um den Ryzen 7000 Heatspreader gelegt wird und verhindern soll, dass die Wärmeleitpaste in die Lücken gelangt. Die Installation besteht lediglich darin den Rahmen aufzulegen.

Zwar schließt er nicht an jeder Seite gleichzeitig absolut perfekt ab, so dass minimale Reste dennoch abhauen könnten. Gerade wenn man öfters mal den Kühler tauscht und viel am PC bastelt, wird aber verhindert, dass übermäßig viel der Paste in die Nischen gedrückt wird und es etwas sauberer bleibt.

Temperatur und Lautstärke

Wie sich so ein Zwerg gegenüber anderen Modellen schlägt, kann im damaligen AM4-Test nachgelesen werden. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf unsere Erfahrung auf einem Ryzen 7700X.

Wir nutzen folgendes System

  • AMD Ryzen 7700X
  • NZXT N7 B650E
  • 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MHz
  • PNY XLR8 CS3030 SSD
  • Fractal Meshify 2 XL
  • Seasonic Focus PX-650

Noctua selbst sieht insbesondere die Non-X-Modelle der Ryzen 7000-Generation als Zielgruppe, will auf einem 7900X aber bis zu 130 Watt abgeführt haben. Wir testen die Kühlleistung im 88W-Eco Modus unseres 7700X, prüfen aber auch, wie sich die Taktraten im unlimitierten Betrieb verhalten, also ob und wie lange der Zwerg dem besonders hitzköpfigen Prozessor der Reihe standhalten kann. In der Kompatibilitätsliste erwähnt der Hersteller, dass der 7700X möglicherweise unter seinen Basistakt fallen kann.

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Wir belasten die CPU ~30 Minuten per Cinebench. Da es in dem Raum relativ kühl war, reduzieren wir in einem zweiten Durchgang die Temperaturgrenze im BIOS außerdem noch von 95 auf 90 Grad. Die Wattangaben der CPU werden lediglich per Software ausgelesen! Zur Orientierung und als Referenz: Mit einer großen AiO-Wasserkühlung erreicht die CPU einen Takt von ca. 5.26 GHz bei 131W.

TemperaturTaktLeistungsaufnahme CPU
360mm AiO90,7 °C*ca. 5.26 GHzca. 131 Watt
NH-L9a-AM5 @ max (45 dB(A))95+ °Cca. 4.99 GHzca. 103 Watt
NH-L9a-AM5 @ 40 dB(A)95+ °Cca. 4.91 GHzca. 95 Watt
NH-L9a-AM5 @ 36 dB(A)95+ °Cca. 4.84 GHzca. 90 Watt
*normiert auf 20 Grad

Bei dem kleinen NH-L9a-AM5 lag durch das Temperaturlimit im Verlauf ein Takt von ca. 4.99 GHz bei ca. 103W an. Es ist also durchaus respektabel, welche Leistung der Mini-Kühler erzielen kann. Dafür benötigt er allerdings auch seine volle Drehzahl, die in immerhin 45 dB(A) (30 cm Abstand) resultiert. Das ist nicht lauter als viele größere Towerkühler, aber auch nicht leise.

Drosselt man die Drehzahl, fällt die Kühlleistung zwar messbar und die Leistungsaufnahme sinkt auf ~95 Watt. Der Takt blieb jedoch immer noch bei gut 4,9 Ghz. Im noch leiseren Betrieb (ca. 1500 U/min) liegt das Defizit bei ~150 MHz gegenüber der maximalen Drehzahl bei um ca. 90 Watt.

Ergänzend nun mit einem niedrigeren Temperaturlimit von 90 Grad:

TemperaturTaktLeistungsaufnahme CPU
NH-L9a-AM5 @ max (45 dB(A))90+ °Cca. 4.96 GHzca. 97 Watt
NH-L9a-AM5 @ 40 dB(A)90+ °Cca. 4.91 GHzca. 91 Watt
NH-L9a-AM5 @ 36 dB(A)90+ °Cca. 4.81 GHzca. 86 Watt

Bei weiter reduzierter Drehzahl müssen wieder Abstrich in Kauf genommen werden. Wir landen bei ca. 4.81 GHz und 86W.

Im Eco-Modus gibt es zunächst eine Entspannung der Temperaturen. Bei 40 dB(A) (1800 U/min) gibt es leichte Drosselung. Bei leisen 36 dB(A) landen wir wieder tiefer im Temperaturlimit von 95 Grad, bei 4,81 GHz:

TemperaturTaktLeistungsaufnahme CPU
NH-L9a-AM5 @ max (45 dB(A))90 °C*ca. 4.91 GHzca. 89 Watt
NH-L9a-AM5 @ 40 dB(A)95 °C*ca. 4.89 GHzca. 89 Watt
NH-L9a-AM5 @ 36 dB(A)95+ °Cca. 4.81 GHzca. 86 Watt
*normiert auf 20 Grad

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Erneut senken wir das Temperaturlimit auf 90 Grad:

TemperaturTaktLeistungsaufnahme CPU
NH-L9a-AM5 @ max (45 dB(A))89,8 °C*ca. 4.91 GHzca. 89 Watt
NH-L9a-AM5 @ 40 dB(A)90+ °Cca. 4.84 GHzca. 88 Watt
NH-L9a-AM5 @ 36 dB(A)90+ °Cca. 4.79 GHzca. 85 Watt
*normiert auf 20 Grad

Sollte allerdings beispielsweise eine GPU die Umgebungstemperatur erhöhen, kann durchaus mit dem erreichen oder unterschreiten des Basis-Taktes gerechnet werden, wenn die CPU dermaßen ausgelastet wird.

Fazit

Der Noctua NH-L9a-AM5 bestätigt den Eindruck der AM4-Version. Kein Wunder, handelt es sich doch im Kern um den gleichen Kühler. Nach wie vor gilt also, dass er für die Größe eine respektable Leistung bietet und gerade für die Non-X-Versionen des Ryzen 7000 ein guter Partner sein dürfte. Mit nur 114 x 92 x 37 mm hat er zudem wirklich sehr kompakte Ausmaße. Entsprechend uneingeschränkt ist die Kompatibilität zu anderen Komponenten und Gehäusen. Dem gegenüber steht die Spezialisierung auf einen Sockel, was bei einer UVP von 50 bis 60€ natürlich bewusst sein sollte. Andererseits sollte gerade der neue AM5-Sockel doch etwas Bestand haben und dem längeren Einsatz nicht im Wege stehen.

Auch der Lüfter überzeugt. Drehzahlbereich und Laufgeräusch sind durchweg gut, hinten raus ist es natürlich nicht mehr leise. Ebenso ist die Montage im Prinzip simpel, kann aber, je nach System, Umbauten erforderlich machen.

Der NH-L9a ist also sicher kein Kühler für jeden, aber mit Blick auf die speziellen Anforderungen gelungen. Wer mehr Platz hat greift natürlich zu „mehr Kühler“.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Ebenso ist das NA-STPG1 sicher kein Must-Have. Wer aber gerne an seinem PC bastelt und häufig den Kühler demontiert, kann damit für weniger Verunreinigung in den Ecken des Ryzen sorgen. Die Anwendung ist denkbar simpel.

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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