Thermalright Frost Spirit 140 Black V3 im Test

Die großen High-End-CPU-Kühler tummeln sich bekanntermaßen im dreistelligen Preisbereich. Dass man auch viel Kühler für weniger Geld bekommen kann, zeigt der Thermalright Frost Spirit 140, der teilweise für ein Drittel des Preises der aktuellen Platzhirsche zu haben ist. Doch was leistet das nicht mehr ganz so frische Modell? Das klärt der Test!

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Technische Daten

Maße mit Lüfter (L x B x H)121×140×158 mm (ohne Lüfter)
TypDual-Tower
Gewichtca. 1280 g mit Lüfter
Heatpipes4 x 8 mm
Kompatibilität Intel115X/1200/2011/-3/2066/1700
Kompatibilität AMDAM4/ AM5
LüfterLüfter 1 TL-C12B: 140×152×25 mm PWM
Lüfter 2 TL-D14B: 120x120x25 PWM
Drehzahlca. 350~1500 U/min
Preis
Amazon.de: € 41,90*
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Thermalright Frost Spirit 140 Black V3 im Detail

Der Thermalright Frost Spirit 140 hat im Kern schon ein paar Jahre auf dem Buckel und auch der hier getestete Thermalright Frost Spirit 140 Black V3 wurde bereits vor fast drei Jahre vorgestellt. Grund für den Test: Der Kühler wird zum Teil extrem günstig angeboten! Wir haben den Kühler für ~42€ gekauft. In anderer Farbe/Version lag der Kühler sogar bei nur grob 35€. Beim Preis muss man natürlich sagen, dass wir nicht wissen wie beständig er ist. Auch eine UVP kennen wir nicht. Der original Frost Spirit 140 startete damals nach unserer Recherche bei ~60€, was immer noch nicht zu viel ist. Auch ein weiteres Modell des Herstellers wird bald durch den Parcours geschickt.

Für das kleine Geld bekommt man dennoch einen großen Kühler. Der Frost Spirit 140 ist ein ausgewachsener Dual-Tower, der die 1kg-Marke knackt. Mit 158 mm ist der pure Kühler etwas niedriger, aber es kommen ein paar Millimeter durch den Lüfter dazu. Bei der Größe steht er NH-D15 und Co. kaum nach. Was man nicht bekommt ist ein exorbitanter Lieferumfang: Kein Werkzeug, keine Extras. Dafür aber eine Spritze Wärmeleitpaste und ein Y-Kabel. Ein Schraubendreher ist nicht dabei.

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Die Black V3 ist, klar, dezent schwarz. Abgerundet wird die Optik durch eine Deckellamelle, die die Heatpipes verdeckt und mit dem Herstellerschriftzug versehen ist. Optisch sieht das alles nicht verkehrt aus.

Apropos Heatpipes: Mit nur vier, aber dafür 8 mm dicken Heatpipes ist der Frost Spirit 140 recht exotisch ausgestattet, wo doch die großen Konkurrenten allesamt auf sechs bis sieben Heatpipes mit 6mm setzen. Die vernickelte Grundplatte ist ein wenig länger als die Heatpipes und deckt einen LGA1700-Prozessor vollständig ab. LGA1700 und AM5-Montagematerial liegt bei, im Prinzip also alles up to date.

Die Kühltürme sind in der Vertikalen versetzt zur Grundplatte. Das heißt, dass der Kühler nach oben verschoben ist und somit einer Grafikkarte mehr Platz lässt. Beachtlich ist die Anzahl der Lamellen. Ganze 58 Lamellen pro Kühlturm und entsprechend enge Abstände bietet der Kühler und damit mehr als NH-D15 oder die aktuellen Dark Rock-Modelle.

Im unteren Teil sind die Lamellen für den RAM stark gekürzt. Außerdem kommt vorne lediglich ein 120-mm-Lüfter zum Einsatz, der Raum für Arbeitsspeicher lässt.

An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Die kleinen Schrammen in der Beschichtung stammen von der Montage der strammen Lüfterklammern. Die Fotos sind also erst nach drei Montagen entstanden.

Die Lüfter kommen auf max. 1500 U/min, wobei der mittlere Lüfter im exotischen 140×152-mm-Format ist, NH-D15 lässt grüßen. Der Drehzahlbereich ist mit bis hinab auf ca. 350 rpm ausgezeichnet und auch das Laufgeräusch bietet von den Nebengeräuschen her keinen Grund zur Kritik. Lediglich im Bereich um 1000 U/min war vermehrt etwas Dröhnen wahrnehmbar.

Montage

Bei der Montage auf LGA1700 merkt man etwas den Luxus der aktuellen Kühler. Nicht dass diese bei dem Thermalright-Kühler schwer wäre, aber sie ist eben nicht ganz so bequem. Die Backplate muss mit Kunststoff-Scheiben vorbereitet werden, die sich teilweise schwer aufstecken lassen. Darauf kommen wie üblich Abstandshalter und Brücken, soweit so gut. Die Wärmeleitpaste zieht extrem Fäden und wirkt andererseits beinahe trocken, wir haben allerdings keinen Leistungsunterschied zu einer frischen NT-H1 feststellen können, auch der Abdruck passte!

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Etwas nervig sind die Lüfterklammern, die am Frontlüfter vor der endgültigen Montage nicht von allein absolut sicher halten und in beiden Fällen wirklich stramm an den Lamellentürmen eingehakt werden müssen. Die Demontage ist dadurch etwas weniger leichtgängig als bei Noctuas Klammern oder gar den Stecksystemen von be quiet! oder Corsair. Wie gesagt, alles auch ohne Frust machbar und so oft hält man sich damit eh nicht auf.

Nach der Montage fügt sich der große Kühler farblich schön in das System ein. Unauffällig wäre bei der Größe wohl nicht das passende Wort, aber stimmig.

Kühlleistung und Lautstärke auf Intel LGA1700

Den Kühler konnten wir bisher nur auf LGA1700 testen. Temperaturen für AM5 werden noch in einem Update folgen!

Testsystem

  • Intel Core i5-13600K
  • MSI Z790 Tomahawk WiFi
  • 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
  • be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
  • be quiet! Straight Power 12 1000W

Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme von 181W getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12) und AVX. Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. (Die CPU-Package-Temperaturen werden wir noch nachtragen). Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min und 36 dB(A). Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.

Maximale Drehzahl

Die maximale Lautstärke liegt nah an dem Niveau des Noctua NH-D15. Allerdings scheint der LGA1700-Prozessor die Heatpipes bzw. den Kühler allgemein nicht schlecht zu finden und ist im Schnitt ein halbes Grad kühler als unter dem NH-D15. Oder anders gesagt, der Frost Spirit 140 ist hier +- genau so stark wie ein Dark Rock Elite oder NH-D15.

40 dB(A)

Bei gleicher Lautstärke bleibt das Bild ähnlich, aber man rutscht bei fallenden Drehzahlen etwas näher zusammen. Das gilt natürlich auch für die bei max. Drehzahl lauten Kühler wie A115 und Assassin IV. Diese sind nun in Reichweite.

1000 U/min

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Bei 1000 U/min haben wir die Leistung exakt identisch zum NH-D15 gemessen, bei minimal niedrigerem Geräuschpegel.

36 dB(A)

Erst bei leisen 36 dB(A) lässt der Frost Spirit 140 etwas nach. Hier fehlen noch die Werte zu den anderen Kühlern. Hier könnten die Dark Rocks von ihren größeren Lamellenabstand profitieren.

Aufgrund der Lamellendichte macht der Verlauf theoretisch sofern Sinn, dass der Frost Spirit 140 bei höheren Drehzahlen sich noch etwas besser gegen die Mitbewerber behaupten kann. In der Praxis, und wenn man sich die Genauigkeit solcher Messungen vor Augen hält, kann man sagen, dass der Frost Spirit 140 durch die Bank mit den aktuellen Schwergewichten mithalten kann, zumindest auf unserer CPU.

Fazit

Für den Kaufpreis (zum Stand des Tests) von nur 41€ muss man eigentlich schon von einer ganz eigenen Definition in Sachen Preis-/Leistung sprechen. Selbst wenn der Kühler mehr kostet würde, wäre das mehr als OK, weil er bei der Leistung auf unserer Intel CPU locker mit den aktuellen Größen mithalten kann. Daher kann man beruhigt sagen, dass die Leistung nicht nur für den Preis klasse ist, sondern der Frost Spirit 140 Black V3 generell zu den stärksten Kühlern zählt.

Man muss natürlich fairerweise sagen, dass es auch kleinere Nachteile im Vergleich zu teureren Mitbewerbern gibt. Das betrifft vor allem die nicht ganz so perfekte, aber problemlos machbare Montage und die Lüfterklammern. Außerdem hat man nicht den Luxus großer Extras und beim Support steht ein Fragezeichen. Wer aber einfach pure Kühlleistung will, darf sicher einen Blick riskieren. Die beiliegenden Lüfter können außerdem auch sehr, sehr leise arbeiten.

Klar, dass sich der Thermalright Frost Spirit 140 Black V3 zusätzlich den Preis-Leistungs-Award sichert, der sich natürlich auf den Preis zum Testzeitpunkt bezieht.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung
Hardware-Helden PreisLeistung

Der Kühler wurde auf eigene Kosten im Handel erworben.

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