
TRYX ist bekannt für originelle und teils spektakuläre Implementierungen von Displays auf AiOs. Nun gibt es mit dem TRYX Turris 620 einen großen Dual-Tower Luftkühler, der mit einem Display ausgestattet ist und auch abgesehen von dem Bildschirm ein paar interessante Features bietet.
Technische Daten
| Maße (L x B x H) | 165 x 135 x 165 mm |
| Typ | Tower (Dual) |
| Gewicht | ca. 1650 g mit Lüfter |
| Heatpipes | 6 x 6 mm |
| Kompatibilität Intel | LGA1851, LGA1700 |
| Kompatibilität AMD | AM4/ AM5 |
| Lüfter | 2x 120x120x25 500-1850 und 500-1800 U/min, PWM |
| Drehzahl am Testsystem | ca. 0, 350~1750 U/min (0,10-100%) |
| Besonderheiten | -5 Zoll Display (1280 × 720 Pixel, 60 Hz) -Schienensystem -Offset |
| Preis | caseking.de: € 139,90* |
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TRYX Turris 620 im Detail
Bevor wir uns auf den Koloss stürzen, üben wir uns in Geduld und inspizieren erstmal den Lieferumfang, der aber ziemlich unspektakulär ausfällt. Erwähnenswert ist wohl die anständige Menge Wärmeleitpaste, es gibt außerdem ein Schraubendreher. Ansonsten findet man das obligatorische Montagematerial.

Auch wenn man das Display erstmal außen vor lässt ist der Turris 620 durchaus beeindruckend. 165 × 135 × 165 mm misst der Kühler inklusive Lüfter und den Verkleidungen. Gut 1,6 Kilo bringt der beinahe Würfel, denn so wirkt der Turris mit seinen geraden Kanten, auf unsere Waage.

Auf der Oberseite befindet sich das rein magnetisch befestigte Deckelmodul mit dem integrierten 5 Zoll-Display in der oberen Hälfte. Der Bildschirm hat eine Auflösung von 1280 × 720 Pixeln, 500 Nits Helligkeit und 60 Hz. Genutzt werden kann er für Bilder, Videos und Systeminformationen über die Kanali Software.
Unterstützt werden MP4, JPG und GIF, die auf einem 500 MB großen internen Speicher gespeichert werden können. Eine integrierte CPU soll dafür sorgen, dass für die Darstellung keine Systemressourcen beansprucht werden.

Unterhalb des Displays befindet sich eine Hochglanzfläche, in dessen Ecke Streifen in den vorderen Lüfterrahmen übergehen. In den Rahmen ist ein gängiger 120-mm-Lüfter eingeschraubt, den man prinzipiell auch austauschen könnte.

Über ein Schienensystem kann der Lüfter in der Höhe variiert werden. Zwar verliert man dann den bündigen Abschluss, man kann die unterstützte RAM-Höhe aber von 45 mm auf 55 mm erhöhen.
Auch der mittige Lüfter sitzt auf einem Schienensystem und wird bei der Montage einfach herausgezogen und später wieder eingesteckt. Die Lüfter sind per PWM-Weiche miteinander verbunden.

Spezifiziert sind sie mit 500-1800/1850 U/min, wir haben an unserem System sogar bis hinab zu 350 rpm regulieren können, was absolut silenttauglich ist. Bei 8% PWM stellten sie den Betrieb komplett ein, in der Spitze haben wir 1750 rpm erreicht. Die Lüfter haben eine um 50 rpm versetzte Drehzahl, was die Akustik optimieren soll, Noctua lässt grüßen!

Auf das Wichtigste, den Kühler unter dem Ganzen, haben wir noch gar nicht geschaut und der muss sich wirklich nicht verstecken. Es handelt sich um einen 159 mm hohen, schwarzen Dual-Tower durch dessen beide Kühltürme sich sechs 6-mm-Heatpipes ziehen, bei denen der Hersteller mit einer besonderen Verlötung wirbt. Wie dem auch sei, der qualitative Eindruck stimmt, die Kanten sind sauber, die Beschichtung ebenso.

In der Basis laufen die Heatpipes durch eine vernickelte, leicht konvexe Kupferbodenplatte.

Eine Besonderheit findet man an dem Montagebügel über der Bodenplatte, der versetzt werden kann. Es gibt unterschiedliche Bohrungen für eine zentrale Position und je eine versetzte für Intel Ultra und AMD-CPUs, um die Leistung auf diesen zu optimieren.
Montage
Die Montage selbst folgt ansonsten bekanntem Standard: Abstandshalter in den Sockel/Backplate, darauf werden die Brücken gesetzt und festgeschraubt. Das Display benötigt einen internen USB-Anschluss, aber keine weitere Stromversorgung.
Der mittlere Lüfter muss für die Montage natürlich entfernt werden, der vordere nicht. Sollte man den vorderen Lüfter jedoch (wie wir) vor der Montage entfernt haben, lässt er sich nicht einfach von oben wieder einschieben.

Man kann jedoch die Plastikplatte auf dem rechten Kühlturm schnell abschrauben, den Lüfter dann doch von oben einschieben und sie dann wieder festschrauben, dann spart man sich das komplette Entfernen des Kühlers.
Kanali-Software und das Display

Die Kanali-Software bietet auf der Hauptseite mehrere Vorlagen an, die ausgewählt werden können. Im unteren Abschnitt kann man bis zu drei der dort angebotenen Sensoren auf dem Display darstellen. An dieser Stelle ist es doch schade, dass man das große Display nicht für mehr Daten nutzen kann. Zudem gibt es neben der Ausrichtung und der Farbe (Schwarz oder Weiß) keinerlei Anpassungsmöglichkeiten.
Auf der zweiten Seite der Software kann man eigene Bilder oder Videos auf dem Display abspeichern und anzeigen lassen. Auch hier können drei Sensoren hinzugefügt werden. Optisch hat man über große Bilder und Videos also Möglichkeiten den Kühler zu designen und auffällig in Szene zu setzen, während es bei den Infos noch Raum für Verbesserungen gibt.

Auf unserem System wurden viele der Sensoren mit „0“ dargestellt. Allerdings wurde das Testsystem schon länger nicht aktualisiert.


Kühlleistung und Lautstärke auf AMD AM5
Testsystem:
- AMD Ryzen 9 7900X @ 120W und 175W
- ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
- 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
- Seasonic Focus PX-650
- be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme bei einem Powerlimit von ca. 120W und ca. 175W getestet. Dazu kommt prime95 mit fester FFT-Größe (12) zum Einsatz. Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten, ergänzend dazu der durchschnittliche CPU Tdie-Wert . Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Der Schalldruck wurde aus 30cm Entfernung seitlich vom Gehäuse gemessen.
Wir haben den Kühler auf AM5 getestet und zum Vergleich unsere, bereits etwas älteren, Messungen mit drei anderen Dual-Towern und einem Single-Tower herangezogen. Den NH-D15 G2 haben wir für eine Kontrolle nochmal verbaut, ohne nennenswerte Abweichungen.
Kühlleistung bei 120 Watt
Zunächst zur Lautstärke. Es wird kaum wundern, dass zwei Lüfter mit ~1750 rpm im Push-Pull laut sind. Zwar scheint die „Verpackung“ hier ein paar dB(A) einzusparen und es klingt auch etwas „isoliert“, aber man hört doch ein ziemliches Surren der Lüfter, das im oberen Drehzahlbereich präsent bleibt.
Es wird dann zunehmend leiser, gänzlich verschwindet es nach unserem Empfinden in einem Bereich um die 1000 U/min. Darunter wird der Turris 620 dann sehr leise und fällt bei unserem Modell nicht durch Lagergeräusche auf.

Die Leistung ist bei nur 120 Watt kaum von den anderen Dual-Towern zu unterscheiden, nur der G2 kann sich um über ein Grad absetzen. Der Turris 620 kann sich sicherlich auch durch das Offset sehr gut positionieren. Der kleinerer Single-Tower ist um 3-4 Grad abgeschlagen.

Auch bei angepasster Lautstärke bleibt das Ergebnis gut. Dass sich der G2 hier nicht noch besser positionieren kann, liegt auch an der Position von der wir die Lautstärke aus messen – mehr dazu in dessen Test.

Bei 1000 U/min ist der Kühler unter den Dual-Towern der leiseste im Testfeld, verliert aber auch am meisten an Leistung und muss sich den anderen großen Modellen geschlagen geben. Der Vorsprung zum Single-Tower von be quiet! ist hier dann aber auch besonders groß.
Kühlleistung bei 175 Watt
Nun zu den Ergebnissen bei einem Limit von 175 Watt (ausgelesen per HWinfo 178W).
Da wir uns hier nah am Temperaturlimit befinden bzw. es bereits zur Drosselung kommt und der Tdie-Wert quasi festhängt, haben wir diesen rausgenommen und nur die durchschnittlichen Kerntemperaturen abgebildet, ergänzt um die erreichte Leistungsaufnahme und den durchschnittlichen Takt.
Bei voller Drehzahl kam es noch nicht zu einer Drosselung:

Bei 40 dB(A) erreichen alle Kühler den gleichen Wert, allerdings teilweise mit leichtem Throttling und folgenden Taktraten:

| NH-D15 G2 | 178 W | 4985 MHz |
| TRYX Turris 620 | 177 W | 4973 MHz |
| NH-D15 G1 | 176 W | 4962 MHz |
| Thermalright Phantom Spirit 120 SE | 175 W | 4956 MHz |
Bei 1000 U/min wird das Throttling etwas stärker:

| NH-D15 G2 | 177 W | 4953 MHz |
| NH-D15 G1 | 175 W | 4949 MHz |
| Thermalright Phantom Spirit 120 SE | 173 W | 4936 MHz |
| TRYX Turris 620 | 172 W | 4928 MHz |
Leistung auf Intel LGA 1700
Testsystem
- Intel Core i5-13600K
- MSI Z790 Tomahawk WiFi
- 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
- be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
- be quiet! Straight Power 12 1000W
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme von 181W getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12) und AVX. Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.
Auch wenn wir nicht die gleichen Kühler auf beiden Systemen getestet haben wagen wir zu behaupten, dass die Leistung auf der älteren Intel-Plattform etwas hinter der auf der AMD-Plattform liegt. So muss der Turris 620 doch etwas Abstand zu der Elite lassen und positioniert sich zwischen dieser und dem günstigeren Pure Rock Pro 3.

Bei angepasster Lautstärke kann er noch den Anschluss halten, bei angepasster Drehzahl verliert er aber deutlich an Boden.


Fazit
Luftkühler sind aufgrund ihrer Ähnlichkeit meist ein recht langweiliges Thema, aber TRYX hat mit dem TURRIS 620 mal wieder Eindruck hinterlassen. Das Display ist mit seinen 5 Zoll sehr groß und kann den Kühler wirklich super in Szene setzen, auch wenn wir denken, dass die Kanali-Software hier nicht alles ermöglicht, was so ein großes Display bieten kann. Damit meinen wir eine umfangreichere Darstellung und optische Anpassungen der Sensordaten. Geht es rein um die dekorative Inszenierung, macht das Display einen gelungen Eindruck.
Aber auch abseits des Displays ist der Turris 620 ein cooles Produkt, mit ein paar netten Features: Verstellbare Lüfter am Schienensystem, integrierte Offset-Optionen bei der Montage, alles verpackt in einem geradlinigen, einheitlichen Design.
Dass dann auch noch der Kühler selbst zumindest ordentlich performt, ist erfreulich. Die Leistung war auf unseren Systemen bei höheren Drehzahlen auf dem Niveau, das man von einem solchen Kühler erwarten kann, bei reduzierter Drehzahl schneidet er aber weniger gut ab. Die Lüfter können natürlich laut werden mit der typischen Push/Pull-Akustik, sind aber auch nicht lauter als viele Mitbewerber mit ähnlichen Drehzahlen. Der Drehzahlbereich bietet ausreichend Spielraum, damit der Kühler richtig leise arbeiten kann.
Die Bewertung des Preis-/Leistungsverhältnis ist bei so einem Produkt natürlich recht schwierig. Rein auf die Kühlleistung betrachtet gibt es für das Geld (ca. 140 €) und auch für einen Bruchteil des Preises ebenbürtige und auch stärkere Lösungen. Die Features, allen voran das Display, sind aber natürlich auch ein Teil der Leistung. Hier hätten wir uns dann aber doch noch mehr Möglichkeiten zur Individualisierung gewünscht, weshalb wir unseren Silber-Award vergeben.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.











