Fractal Design Pop 2 Vision im Test

Mit dem Pop 2 Vision präsentiert Fractal ein Zwei-Kammer-Gehäuse im typischen Showcase-Stil, das mit vier Aspect 12X-Lüftern im Reverse-Design ausgestattet ist. Wir konnten das Gehäuse bereits testen und teilen folgend unsere Eindrücke mit euch.

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Technische Daten des Pop 2 Vision

Maße (LxBxH)434 x 297 x 441 mm
MaterialStahl, Glas
Mainboard-FormatE-ATX (274mm), ATX, M-ATX, Mini-ITX
Rückseitige Anschlüsse: ATX, M-ATX
Anschlüsse Front1x USB Typ C (5 Gbit)
1x USB Typ A (5 Gbit)
1x Audio
CPU-Kühler-Höhemax. 172 mm
Grafikkarten-Längemax. 412 mm
max. Laufwerke1x 3.5″
3x 2.5″
Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min)Seite: 2x Aspect 12X Reverse 3-Pin
Boden: 2x Aspect 12X Reverse 3-Pin
(ca. 450-1650 U/min)
Maximale Lüfterinstallation (mm)Deckel: 3x 120 / 2x 140 mm
Unten/Seite: 2x 120 mm
Rückseite: 1x 120 mm
Optionale Radiatoren (mm)Deckel: max. 280/360
Heck: max. 120
RGB-Beleuchtung
Preis89,99 € (UVP)

Fractal Design Pop 2 Vision im Detail

Das Pop 2 Vision wird in zwei Varianten angeboten: Als RGB-Version (Schwarz und Weiß) mit ARGB-Lüftern und einem Controller zur Steuerung der Beleuchtung und als Pop 2 Vision Black TG mit unbeleuchteten Lüftern und ohne Controller, wir haben Letzteres vorliegen.

Typisch für Gehäuse dieser Art sind die zwei Seiten aus Glas, wo der Einblick nicht durch eine Strebe getrübt wird. Das Gehäuse misst 434x297x441 (T*B*H) mm und wiegt immerhin ~10 kg. Tatsächlich ist vieles an dem Gehäuse schlicht gehalten und üblicher Standard, so dass man denkt man habe das alles schon dutzende Male gesehen, auch wenn es ein paar erwähnenswerte Kleinigkeiten gibt.

Die Belüftung wird über die rechte Seite und den Boden realisiert. Unten hat man dazu einen „Staubfilter“ bzw. eine Stahlunterseite mit Lochgitter, die man zu der Seite herausziehen kann, wenn das Seitenteil entfernt ist. Das ist natürlich ungleich wertiger als ein Filter aus Plastik, auch wenn man davon nicht viel sieht. Die Seitenlüfter bzw. die Fläche auf denen sie montiert sind ist leicht angewinkelt, was den Luftstrom durch das Gehäuse leiten soll.

Auch der magnetische Lochgittereinsatz auf dem Deckel, der als separates Teil aufgelegt wird, ist ungewöhnlich hochwertig, da es sich um ein Teil aus Metall handelt. Natürlich ist dieses recht biegsam, aber die Anmutung ist dennoch ansprechend und wirkt beinahe wie ein richtiger Deckel.

Im Deckel ist das I/O-Panel integriert. Das ist fast ungewöhnlich für Gehäuse dieser Art, die meist auf den Schreibtisch kommen. Das Panel bietet neben dem USB-C-Anschluss leider nur einen USB-A-Anschluss. Dazu kommt, dass beide zusammen mit dem gleichen Stecker am USB 3.0-Header angeschlossen werden und somit auch der USB-C-Port auf 5 Gbit limitiert ist. Hier erwarten wir doch eine moderne Schnittstelle.

Die Seitenteile lassen sich einfach abziehen, was auch für die Front gilt. Beim Transport sollte man also etwas aufpassen, der Zugang ist so aber leicht und komfortabel.

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Für ein aktuelles Gehäuse erwartbar und vorhanden ist der Support für Back-Connect-Mainboards. Durch die passgenauen Lüfterausschnitte für 120-mm-Lüfter in den ansonsten geschlossen Flächen wirkt der Aufbau sehr clean und aufgeräumt. Allerdings lassen sich so keine größeren Lüfter und keine Radiatoren einbauen, dafür ist man auf den Deckel beschränkt.

Der Deckel kann drei 120-mm- oder zwei 140-mm-Lüfter aufnehmen und auch Radiatoren in diesen Größen sind möglich. Der Abstand zum Mainboard beträgt großzügige 68 mm, sodass man viel Platz für eine AiO hat.

Die ab Werk verbauten Lüfter stammen aus der Aspect Reihe. Die Aspect 12X Reverse-Lüfter präsentieren in den Positionen also die Seite ohne Streben, was zusammen mit den Ausschnitten ansprechend aussieht. Die Aspect 12X Reverse haben eine gänzlich anderen Flügelform als die schon länger bekannten Aspect-Lüfter.

Es ist sehr schade, dass wir hier nicht die „neuen“, laufruhigen Fractal Momentum-Lüfter haben, da die Aspects doch recht auffällig arbeiten. Bei max. ~1600 U/min sowieso, aber auch gedrosselt stören sie, mehr dazu beim Thema „Lautstärke“. Auch unschön: Es handelt sich um 3-Pin-Lüfter, die sich zwar per Spannung recht weit regulieren lassen, dennoch hätten wir uns PWM-Modelle gewünscht.

Auf der Rückseite findet man den Platz für das Netzteil und mehrere Laufwerke auf einer Montageplatte. Die Positionen von Netzteil und Laufwerkshalterung können auch getauscht werden. Konkret können drei 2.5“- und ein 3.5“-Laufwerk verbaut werden.

Bedingt durch die Bauart hat man viel Raum anfallende Kabel einfach hinten in das Gehäuse zu stopfen (etwas weniger, wenn man Laufwerke verbaut) und vorn ergibt sich dennoch ein sauberes Bild. Man muss nur darauf achten, dass das GPU-Kabel nicht im Bodenlüfter hängt.

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Temperaturen und Lautstärke im Fractal Design Pop 2 Vision

Testsystem und Ablauf

  • AMD Ryzen 5800X @ 100W
  • be quiet! Dark Rock Slim
  • MSI B550 Gaming-Plus
  • Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
  • 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
  • be quiet! Straight Power 12 750W

Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.

Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.

Maximale Drehzahl

Die Lüfter sind wie bereits erwähnt per 3-Pin angeschlossen, lassen sich aber bis ca. 450 U/min drosseln. Sie liefen in unserem System bei 26 % an wobei das Drehzahlsignal dann zwischen 430 und 800 U/min hin und her sprang (Lüfter liefen aber gleichmäßig), bei 27 % war es dann stabil.
Problematisch war der Bereich zwischen 20 und 26 %, da die Lüfter hier vereinzelt anlaufen, die noch stehenden gaben aber ein hohes Geräusch, fast wie ein Fiepen oder Kreischen, von sich, das erst mit dem Anlaufen verschwindet.

Dass die Lüfter bei ihrer maximalen Drehzahl laut sind, ist kein Wunder, wobei es da lautere Kandidaten gibt. Die dB(A)-Messung wird dadurch begünstigt, dass wir von links-vorne messen, wo dieses Gehäuse geschlossen ist. Das gibt dem Gehäuse natürlich auch in der Messung bei angepasster Lautstärke einen kleinen Vorteil.

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Das Laufgeräusch der Aspect 12X Reverse ist leider nicht sehr angenehm. Die Lagergeräusche, die wir bereits von anderen Lüftern aus der Serie kennen, hat man auch hier und zumindest uns stören sie. Es bedarf schon sehr hoher Drehzahlen damit es übertönt wird und bleibt bis ca. 1200 U/min hörbar. Darunter ist es das klar dominierende Geräusch und stört gerade im Leerlauf ziemlich, wenn man es leise mag.

Man darf sich bei maximaler Drehzahl aber über recht solide Temperaturen freuen. Die Kombination aus angewinkelten Lüftern in der Seite und Lüfter direkt unter der Grafikkarte sorgen bei dieser für gute Werte. Dafür typisch ist eine sehr gute Kühlung der Grafikkarte, dessen Abwärme die CPU aber eher auf einen durchschnittlichen bis höheren Wert bringt. Der RAM profitiert vermutlich durch den Luftstrom der angewinkelten Lüfter.

Kühlleistung bei angepasster Lautstärke

Mit reduzierter Drehzahl verstärkt sich das Verhältnis von GPU zu CPU nochmal etwas. Die CPU wurde um drei bis vier Grad wärmer, die Grafikkarte um 2 Grad. Auch das sind im Vergleich zu anderen Gehäusen ordentliche Werte (berücksichtigen muss man an dieser Stelle sicher etwas die oben angesprochene Messposition für die dB(A)-Messung) womit man sagen kann, dass die Standardausstattung dank der vier Lüfter gute Werte liefert und man muss zumindest nicht aus Sicht der Temperatur nachrüsten – die Akustik ist was anderes.

Fazit

Fractal bringt mit dem Pop 2 Vision ein Gehäuse im schon oft gesehenen Design. Es gibt zwar kleine Designbesonderheiten, wie die geschlossenen Lüfterflächen oder das entnehmbare Stahlgitter an der Unterseite, davon ab kommt das Gehäuse ohne herausstechende Highlights und fällt recht einfach, aber durchaus wertig aus. Im Wesentlichen haben uns zwei Dinge nicht gefallen, von denen man eines aber beseitigen kann: So sorgen die vier Lüfter zwar vor allem bei unserer Grafikkarte für ordentliche Temperaturen, aber die Laufgeräusche der Aspect 12X Reverse haben uns gestört. Hier hätten uns beispielsweise die Momentum (PWM)-Lüfter besser gefallen. Die Flächen mit passgenauen Lüfterausschnitten sorgen für eine sehr cleane Optik, nehmen dem Case an dieser Stelle aber jede Möglichkeit bzgl. anderer Lüftergrößen und Radiatoren. Aber es gibt ja noch den Deckel und der bietet ordentlich Platz für eine AiO.
Das um einen USB-A-Anschluss reduzierte I/O-Panel mit dafür einem nur 5 Gbit schnellen USB-C-Anschluss ist nach unserer Meinung zu viel gespart.

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Mit ~90 € UVP (ohne RGB) ist das Pop 2 Vision vom Preis sicher attraktiv, wobei geräuschsensible Nutzer Geld für ein Lüfterupgrade in die Hand nehmen müssen, was das Preisleistungsverhältnis trübt.
Zu dem Preis gibt es beispielsweise auch das Lian Li O11 Dynamic Mini V2 Flow, das mit gleich fünf (besser klingenden) Lüftern kommt und flexibler ist, allerdings klar weniger Platz bietet. Auch das Light Base 500 kämpft in diesem Preissegment, sollte aber um ein paar Bodenlüfter ergänzt werden.
Wer ein einfaches, sauberes Zwei-Kammer-Gehäuse sucht, kann das Fractal Design Pop 2 Vision beruhigt mit in die Auswahl nehmen.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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