be quiet! Pure Loop 240 im Test

be quiet! Pure Loop 240 Test Review

Mit der Pure Loop schickt be quiet! eine komplett neue AiO-Serie ins Rennen. Nachdem der Vorgänger „Silent Loop“ kommentarlos eingestellt wurde geht man beim kritischen Punkt der Pumpe offenbar auf Nummer sicher. Die Pure Loop macht vieles anders als der Vorgänger

be quiet! Pure Loop 240 Technische Daten

be quiet!
Pure Loop 240
Maße Radiator (L x B x H) 277 x 120 x 27 mm
Material RadiatorAluminium
FPI20-22
Geschwindigkeit 12V5500 U/Min
Geschwindigkeit 7V
Material KühlerbodenKupfer vernickelt
Intel SockelLGA 20XX / 1366 / 1151
1150 / 1156 / 1155
AMD SockelAM4 / AM3+ / AM3
Derzeitiger Straßenpreisab ca. 82€
be quiet!
Pure Wings 2 High Speed PWM
Anschluss4-Pin PWM
Regelbereich angegeben500 – 2000 U/Min
Regelbereich gemessen480 – 1990 U/Min
Fördervolumen111 m³/h
max. statischer Druck2,23 mmH2O
Lautstärke36,9 dB(A)

be quiet Pure Loop 240 im Detail

Geliefert wird die be quiet! Pure Loop 240 mit Montagematerial, Adapter-Kabeln, einer (sehr) kleinen Menge Wärmeleitpaste, aber dafür mit einer großzügig dimensionierten Flasche mit Nachfüllflüssigkeit. Dies ist auf interessant: Zunächst ist Nachfülloption bei einer AiO prinzipiell eine willkommene Maßnahme und sollte zum guten Ton gehören. Auf der anderen Seite hatte der Vorgänger Silent Loop – schaut man sich diverse Foreneinträge an – öfters Probleme mit Luft im Kreislauf.

be quiet! Pure Loop Lieferumfang
be quiet! Pure Loop SATA Adapter

Ohnehin hat sich be quiet! ganz offensichtlich der Pumpe gewidmet. Diese ist nun in die Schläuche ausgelagert worden, wie man es beispielsweise bei Raijintek Orcus 360 RBW schon gesehen hat. Durch die Schläuche soll die Pumpe vom System entkoppelt und Vibrationen abgefangen werden.


Angeschlossen wird die Pumpe mit einem 50 cm langen 3-Pin Kabel für Lüfteranschlüsse. Wie schon bei der Silent Loop empfiehlt be quiet! jedoch ausschließlich die Ansteuerung mit 12 V, also bei maximaler Geschwindigkeit. Ein Drosseln der Pumpe könne zu einem Defekt führen. An dieser Stelle wäre unserer Meinung nach ein fester SATA-Stecker zu Stromversorgung von Pumpe und Beleuchtung, und ein Tacho-Kabel als Ergänzung sinnvoller gewesen, um Anwendungsfehler direkt auszuschließen.

be quiet! Pure Loop 240 Pumpe


Der Betrieb bei maximaler Pumpendrehzahl mit ~5450 U/Min macht die Pumpe leider permanent wahrnehmbar, außer die Lüfter übertönen sie bei hoher Last. Die Pumpe ist zwar übermäßig laut, aber bereits in einigermaßen ruhiger Umgebung durch ein hohes Summen unangenehm hörbar.

Der Kühlerblock verfügt über einen Deckel aus gebürstetem Aluminium, wie man es von den Luftkühlern des Herstellers kennt. Statt verspielter RGB-Beleuchtung setzt der Hersteller auf Understatement in Form einer dezenten weißen Beleuchtung, die gut zum Alu-Look passt.
Auch die LED-Beleuchtung braucht permanent 12 V und doch wird an dieser Stelle wieder ein 3-Pin Lüfter-Anschluss verbaut, weswegen der SATA-Adapter auch mit zwei Anschlüssen daherkommt.

be quiet! Pure Loop Alu
be quiet! Pure Loop vernickelt

Der Kühlerboden ist vernickelt, was man recht selten sieht im AiO-Bereich. Damit ermöglich die Pure Loop auch die Verwendung von Flüssigmetall als Wärmeleitmedium. Die Beschichtung ist sehr gut gelungen.

be quiet! Pure Loop Beleuchtung

Der Radiator, der mit einem Pure Loop Schriftzug aufgewertet wurde, besteht nun aus Aluminium. Ein Kupferradiator wie noch bei der Silent Loop gibt es genauso wenig wie verschraubte Standard-Fittings.
Dem Materialmix aus Kupfer und Alu wird mit Korrosionsschutz in der Kühlflüssigkeit begegnet. Über einen Fillport am Kopf des Radiator kann das Kühlmedium aufgefüllt werden. Dies sollte laut be quiet! nach 2 Jahren gemacht werden. Spätestens wenn die Kühlleistung abfallen oder Luftgeräusche zunehmen sollten sollte man sich dem Thema aber widmen.

Pure Loop Fillport

Die Verarbeitung des Radiators ist sowohl von den Regelmäßigkeit der Lamellen als auch von der Lackierung her sehr gelungen und tadellos ausgeführt. Mit 27 mm Dicke und einer Lamellendichte von ~20-22 FPI entspricht er dem gängigen Durchschnitt unter den AiOs. Die robust gesleevten Schläuche – die unansehnlichen Knickschutzfedern sind passé – haben ein großzügige Länge von 40 cm.

Wie zu erwarten liegen der Pure Loop auch Pure Wings 2 Lüfter in der High-Speed-Variante bei. Mittels PWM lassen sich die Lüfter zwischen AiO typisch hohen 2000 U/Min und niedrigen 500 U/Min regeln. Das Laufgeräusch der uns vorliegenden Exemplare war einwandfrei. Das minimale Surren der Lager geht im Geräusch der Pumpe unter.

Die Montage ist von den be quiet! Luftkühlern übernommen worden. Für AM4 muss das gegebenenfalls montierte Retentionmodul entfernt werden, es wird nur die Backplate benötigt. Darauf werden Abstandshalter und Montagebrücken mit Kreuzschlitzschrauben montiert.

be quiet! Pure Loop 240 Montage

Nun kann man bereits die Wärmleitpaste nach der bevorzugten Methode auftragen und die AiO aufsetzen. Lediglich zwei feste Schrauben werden zum endgültigen Fixieren benötigt. Der Radiator muss selbstverständlich ebenfalls an der gewünschten Position – laut Hersteller vorzugsweise im Deckel – montiert werden. Auch wir empfehlen diese Ausrichtung! Die Gewinde sind sauber und die Schrauben lassen sich mühelos eindrehen.

Beleuchtung und Pumpe müssen per 3-Pin mit 12V versorgt werden. Dazu nimmt man entweder einen Lüfteranschluss der auf maximaler Einstellung betrieben wird, oder den SATA-Adapter. Die Lüfter kommen an einen PWM-Anschluss, ein Y-Kabel befindet sich im Lieferumfang.

Temperaturmessung

Wie wir Kühler testen und unsere zahlreichen Messungen zustande kommen, kann auf der Unterseite „So testen wir CPU-Kühler“ nachgelesen werden.

Serienlüfter

be quiet! Pure Loop 240 Benchmark

Die be quiet! Pure Loop performt auf einem hohen Niveau und kann die Erwartungen an eine 240mm AiO erfüllen und mitunter auch übertreffen Den Noctua NH-D15 kann sie auf respektablen Abstand halten, abgesehen bei sehr leisem Betriebsgeräusch – hier macht die hörbare Pumpe einen Strich durch die Rechnung.

Da eine Lautstärkemessung komplex ist und wir lediglich dBA-Werte abbilden können, folgt hier die gewohnte Darstellung nach festen Drehzahlen. Zu beachten ist, dass die Kühler trotz identischer Drehzahlen unterschiedlich laut sind!

max U/Min1000 U/Min650 U/Min

Auch hier liefert die be quiet! Pure Loop 240 eine einwandfreie und überzeugende Leistung ab – sehr gut.

Referenzlüfter

Mit den Referenzlüftern Arctic P12 und P14 testen wir die Kühler auf ihrere Rohleistung unter gleichen Vorraussetzungen. Getestet wird auf 650, 1000 und 1700 (P14) bzw. 1800 (P12) U/Min.

1800 U/Min1000 U/Min650 U/Min

Auch mit dem direkten Vergleich bei identischen Lüftern gibt es kein Grund zu meckern. Eine sehr überzeugende Leistung.

Lautstärke der Pumpe

Die Schalldruckwerte der Pumpe sind für den 12V Betrieb gar nicht schlecht. Subjektiv ist sie jedoch klar wahrnehmbar mit einem hohen Summton. Die Lüfter übertönen die Pumpe erst bei über 1000 rpm.
Auch wenn die Pumpe bei maximaler Geschwindigkeit eine der leiseren ist, bleibt das Problem, dass man sie nicht weiter drosseln kann. Für Silentsysteme und sensible Nutzer ist die be quiet! Pure Loop 2 somit nicht das Richtige.

Fazit

Mit der Pure Loop startet be quiet! einen neuen Angriff auf den AiO-Markt und zeigt dabei gute Ansätze. Insbesondere die reine Kühlleistung und die ordentliche Verarbeitung überzeugen. Auch die Montage ist eine Verbesserung zur Silent Loop.
Ausgerechnet die Pumpe ist aber wieder so eine Sache. Zwar ist sie ungedrosselt vergleichsweise leise, bedingt durch die fehlende Regulierung jedoch permanent wahrnehmbar. Im Idle-Betrieb ist das Summen durchaus störend und passt nicht so ganz zum Markennamen.

Zugute halten muss man hier, dass die be quiet! Pure Loop als Teil der „Essential“-Serie im Budget-Segment einzuordnen ist und in dieser Hinsicht Platz für eine eventuelle Premium-Linie lässt. Bei einem Preis von ~82€ ist die Konkurrenz aber bereits stark.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung



be quiet! Pure Loop 240

Fazit

Die be quiet! Pure Loop überzeugt mit guter Kühlleistung und schönem Design. Die Pumpe ist jedoch nicht leise genug.

Overall
8.1/10
8.1/10
  • Kühlleistung (40%) - 8.5/10
    8.5/10
  • Lautstärke (30% - 7.5/10
    7.5/10
  • Ausstattung - 8/10
    8/10
  • Preis/Leistung (10%) - 8.5/10
    8.5/10

Pros

  • gute Leistung
  • Fillport und Kühlflüssigkeit
  • dezentes Design
  • gutes Montagesystem
  • Radiator gut verarbeitet

Cons

  • Pumpe nicht regelbar und immer wahrnehmbar
  • Anschluss von Pumpe und Beleuchtung potentiell fehleranfällig
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4 Kommentare

  1. Budgetklasse ist natürlich immer etwas relativ. Sowohl Essential als auch „pure“ deuten ja klar darauf hin und die SL lag ne Ecke drüber vom Preis.

    Aber 80€ sind natürlich für ne 240 auch kein P/L-Kracher mehr. Gerade wenn man sich da Kandidaten wie Arctic, oder Deepcool, CM etc ansieht auch direkt RGB mitbringen.

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  1. LC-Power LC-CC-240-LiCo-ARGB im Test - Hardware-Helden

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