
Die Frame 4000-Serie ist inzwischen mit einem umfangreichen Programm an Zubehör erhältlich, das Funktion und Optik der Gehäuse erweitert und verändert. Wir durften uns mit dem Frame 4000X ein eigenes Bild davon machen.
Technische Daten des Frame 4000X RS
| Maße (LxBxH) | 488 x 239 x 486 mm |
| Material | Stahl, Glas, Kunststoff |
| Gewicht | ca. 11 kg |
| Mainboard-Format | ATX, M-ATX, Mini-ITX, E-ATX (305 x 277mm) |
| Anschlüsse Front | 1x USB 3.2 Gen. 2 Type C 2 x USB 3.2 Typ A 1x Audio |
| CPU-Kühler-Höhe | max. 170 mm |
| Grafikkarten-Länge | max. 430 mm |
| max. Laufwerke | 1x 3.5″ 2x 2.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Front: 3x Corsair RS120 Heck: 1x Corsair RS120 |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Deckel: 2x 140 / 3x 120 mm Front: 2x 140/200 / 3x 120 mm Rückseite: 1x 140/120 mm Unten: 3x 120 mm Seite: 3x 120 mm |
| Optionale Radiatoren (mm) | Front: 240 / 280 / 360 Deckel: 240 / 280 / 360 Seite: 240 / 280 / 360 |
| RGB-Beleuchtung | – in Front integriert |
| Lüftersteuerung | PWM |
| Preis | Amazon.de: € 128,16* |
Angebote
Corsair Frame 4000X RS im kurzen Überblick
Da wir das Frame 4000D mit der Basis schon getestet haben, fassen wir uns für das Case an sich etwas kürzer und konzentrieren uns auf das mittlerweile erhältliche Zubehör, mit dem das Case umgestaltet werden kann.

Für den Test des Frame 4000 und des Zubehörs hat Corsair uns das Frame 4000X RS geschickt. Dieses kommt mit einer auffälligen RGB-Front, die wohl die verspielteste Vorderseite aus dem Frame-Universum ist. Das Besondere ist, dass diese nicht einfach nur durch die Lüfter ausgeleuchtet wird – die Lüfter haben in dieser Version keine Beleuchtung – sondern, dass diese selbst eine ARGB-Beleuchtung integriert hat. Das Licht wird vom Rand über die Streben geleitet.

Die ARGB-Front besteht als einzige der verfügbaren Fronten ausschließlich aus Kunststoff. Der spektakulären Optik opfert man also etwas den haptischen Qualitätseindruck. Zumindest die weißen Streben hätten gerne aus Stahl oder Aluminium bestehen können, aber das wäre sicher teurer geworden. Da die Front mittels Kabel mit dem System via ARGB-Stecker verbunden werden muss, ist hier der Austausch etwas „aufwändiger“ als bei den anderen Frontelementen, die einfach nur angesteckt werden müssen.
Corsair hat bei einem der größten Kritikpunkte vom Frame 4000 nachgebessert und die Materialstärke beim Deckel und Seitenteil erhöht. Diese sind zwar immer noch nachgiebig, scheinen aber nicht mehr ganz so labil zu sein. Im Innenraum ist der Netzteilkäfig nun verkürzt, was vorn mehr Platz lässt und dem, in dieser Version durchgehenden, Glasseitenteil optisch entgegenkommt. Der verkürzte Schacht ist allerdings nicht mit jedem Seitenteil kompatibel, dazu gleich mehr.

Die Stärken und Ausstattungsmerkmale bleiben dem Frame 4000X erhalten: Verstellbares InfiniRail-Lüftersystem, drehbaren Slotblenden, eine GPU-Stütze (sofern sie zum Layout der Grafikkarte passt) und Support für bis zu 13-Lüfter dank zusätzlicher möglicher Seitenbelüftung über den einbaubaren Lüfterrahmen, der im Lieferumfang ist. Ab Werk ist dort eine Abdeckung montiert. Das Frame 4000X kommt mit vier RS-120-Lüftern, die via PWM gesteuert werden können. Was gegenüber dem 4000D fehlt ist eine Laufwerkshalterung am Boden.


Im Fokus steht bei uns allerdings das umfangreiche Zubehörprogramm, das – nach Ankündigung etwas auf sich warten ließ – nun aber schon eine Weile verfügbar ist. Angeboten werden optische Anpassungen in Form neuer Fronten, die dem Case ein komplett anderes Gesicht verleihen, aber auch funktionale Upgrades wie das RapidRoute 2.0-Tray oder ein anderes I/O-Panel. Es gibt zudem verschiedene Seitenteile, die Lüfter oder gar ein Xeneon Edge LCD aufnehmen können.
Das Zubehör für das Corsair Frame 4000
Das komplette Zubehör findet man auf der Corsair-Homepage. Dort gibt es auch einen Frame 4000-Konfigurator, mit dem man das Case samt dem Zubehör individuell konfigurieren kann.
Wir haben folgendes dickes Zubehörpaket von Corsair erhalten:
Mainboard Trays
RapidRoute 2.0-Tray
Das RapidRoute 2.0-Mainboard-Tray besitzt Löcher, um mitgelieferte Kabelhalterungen flexibel per Stecksystem zu positionieren, was das Kabelmanagement aufwertet.

Elite Tray
Nur in Schwarz erhältlich. Mit rund 80€ ziemlich teuer aber sehr hochwertig. Dickes Aluminium sorgt für Stabilität und macht einen tollen Eindruck. Kabelhalter können im begrenzten Maße rundum angesteckt werden. Man muss auf das Laufwerksbracket verzichten.
Wir haben uns folgend für das funktionelle RapidRoute 2.0-Tray entschieden.
Fronten

Holz-Fronten: Wood und Elite Wood
Die Holzfronten sind in der weißen Version aus Eiche gefertig (Walnuss bei Schwarz). Beide bestehen aus Streben, die im Falle des Elite Wood-Panels ein aufwändigeres Wellenmuster samt Corsair-Emblem haben. Das Standard-Panel bietet gerade Holzleisten und ist somit etwas ruhiger. Beide wirken aber gleichermaßen geschmackvoll und hochwertig, nach unserer Meinung.
Pixelglas-Front
Die Glasfront ist ein kleiner Sonderfall, da sie geschlossen ist. Wir sehen später, dass die Auswirkung auf die Temperatur deutlich sein können, auch wenn ein umlaufender Spalt zur Belüftung vorhanden ist.
Die sog. Pixelglas-Front ist im Gegensatz zur einfachen flachen Glasfront nicht einfach durchsichtig sondern hat ein Muster, das den Durchblick trübt. Es erinnert teilweise etwas an den Look von Glasbausteinen und hat irgendwie einen gewissen Retro-Charme. Mit RGB-Lüftern in der Front lässt sich das Muster nochmal stärker inszenieren.
Elite IO-Panel

Das alternative Anschlusspanel bietet 3x USB-C wobei zwei mit USB 3.2 Gen 1 mit 5 Gb/s verbunden sind.
Interessant ist auch die Einschalttaste unter der ein mechanischer Green-Tastenschalter im MX-Stil ist, der sich ganz anders drückt, als der Standardbutton. Wir haben uns aufgrund fehlender USB-A-Anschlüsse aber für das Standardpanel entschieden.
Seitenteile
Ausgeliefert wird das 4000X mit einem vollflächigen Glasseitenteil. Dieses kann gegen ein kürzeres ausgetauscht werden, das dann Platz für ein weiteres Element darunter lässt.
Da gibt es einmal ein Mesh samt Lüfterhalterung für drei Lüfter. Diese kollidiert aber mit dem kürzeren Netzteiltunnel, man braucht hier den durchgehenden.

Wir haben die Halterung entfernt, um für eine optische Präsentation immerhin das Mesh montieren zu können.
Außerdem gibt es eine Halterung für den Xeneon Edge LCD-Bildschirm. Diese passt auch mit dem kürzeren Tunnel. Ein Xeneon Edge haben wir leider nicht vorliegen.
Temperaturen und Lautstärke
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichen Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Die vier Lüfter können bei hohen Drehzahlen eine enorme Lautstärke entwickeln. Wie schon in anderen Tests öfters erwähnt, sind die RS120-Lüfter tendenziell etwas auffälliger. Große Drehzahlsprünge werden stufenartig durchgeführt. Auch stark gedrosselt können sie je nach Abstand und Umgebung noch etwas hörbar bleiben, außer man bringt sie mit dem ZeroRPM-Modus zum Stillstand.
Bei der Beurteilung der Leistung war für uns aus gegebenem Anlass besonders interessant wie sich die Kühlleistung bei einem luftdurchlässigen Design, wie der sehr offenen ARGB-Front, und dem geschlossenen Pixelglas verändert.

Der Unterschied zwischen den Fronten ist bei den Temperaturen deutlich. Während die Grafikkarte etwas wärmer wird, sich aber offenbar noch Frischluft holen kann, steigt die CPU-Temperatur deutlicher an. Das 4000X schneidet mit ARGB-Front insgesamt ähnlich, aber bei der CPU etwas besser, als damals das Frame 4000D ab, was aufgrund des zusätzlichen Hecklüfters plausibel ist. Die Temperaturen sind sehr gut, aber nutzen wird man es so wohl nicht.

Bei angepasster Drehzahl steigen die Temperaturen deutlich. Die CPU-Temperatur bleibt mit der ARGB-Front solide. Gerade bei der GPU wird nun aber deutlich, dass es stärkere Airflow-Gehäuse gibt. Mit dem Pixelglas wird es dann schon ziemlich warm.
Fazit
Stark: Das an sich schon gut ausgestattete Frame 4000 bekommt mit dem Zubehörprogramm gänzlich neue Möglichkeiten und Designs. Auf uns wirkt das sehr überzeugend. Man kann sich sein eigenes Case zusammenstellen, oder bereits bestehende Systeme unkompliziert, und im Vergleich zu einem neuen Gehäuse günstiger, verändern. Wer irgendwann einen Tapetenwechsel wünscht, kauft z.B. einfach eine neue Front.
Bei der Auswahl sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Besonders die Holzfronten haben uns sehr gefallen, aber auch in typischer Gaming/ARGB-Optik wird etwas geboten. Die Front kann natürlich großen Einfluss auf die Performance haben: Mit dem größtenteils geschlossenen Glaspanel steigen die Temperaturen deutlich.
Davon ab gibt es Möglichkeiten das Case auch funktional zu erweitern, besonders das RapidRoute 2.0-Tray hat uns gefallen! Im Endeffekt vermissen wir vor allem die Möglichkeit das tauschbare IO-Panel oben zu montieren, um das Gehäuse auf dem Boden stehend bequemer nutzen zu können. Auch die Inkompatibilität der Lüfterhalterung mit dem beim 4000X ab Werk vorhandenen kurzen Netzteiltunnel ist etwas unglücklich. Die mitgelieferten RS120-Lüfter beim 4000X sind tendenziell etwas lauter. Man kann sie aber einfach tauschen, oder man wählt ein Modell ohne Lüfter.
Wir hoffen, dass Corsair diese Konzept noch lange verfolgt und vergeben für das Frame 4000X und das Frame-Zubehörprogramm unseren Gold Award.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.















