
Mit der K70 Core und den kompakteren K70 Core TKL bzw. TKL Wireless Varianten haben wir bereits einige Keyboard Varianten mit Corsairs überarbeitetem Rahmendesign getestet. Mit der K70 Pro TKL schauen wir uns heute auch noch die am besten ausgestatte Tastatur der Serie an.
Verpackung und Lieferumfang
Die K70 TKL Pro wird in einer ansprechenden gelb-schwarzen Verpackung ausgeliefert, die sich Designtechnisch ins übliche Corsair Peripherie Sortiment einfügt. Der Lieferumfang beschränkt sich auf eine magnetische, gepolsterte Handballenauflage, eine abnehmbares USB-C Kabel sowie Anleitung und Garantiebestimmungen.

Technische Daten
| Maße | 366 x 39.8 x 135mm |
| Gewicht | 976 gr |
| Material | Kunststoff, Alu; PBT Double-Shot Tastenkappen |
| Größe | TKL |
| Switches | Corsair MGX (Haupttasten) Corsair MLX (Pfeil-, F- und Navigations-Tasten) |
| Besonderheiten | -magnetische, gepolsterte Handballenauflage -gedämmtes Tastenbett -individualisierbarer Drehregler |
| Preis | 129€ |
Corsair K70 TKL Pro im Detail
Beim Gehäuse orientiert man sich nicht nur aufgrund der kompakten Bauweise am TKL (Wireless) Model der K70 Core sondern im Gegensatz zur K70 Core gibt es auch das Tastenbett aus gebürstetem Aluminium.

Auch die ansehnlich gestaltete Unterseite und die aufstellbaren Füße wurden beibehalten und für den Komfort gibt es auch eine gepolsterte und magnetisch am Rahmen haftende Handballenauflage.

Da wir die optischen Eckdaten, die beiden neuen Sondertasten und den Wegfall der separaten Mediatasten bereits ausführlich im Test zur Corsair K70 TKL und TKL Wirlesess beleuchtet haben, werden wir hier nicht nochmal so tief ins Detail gehen und uns auf die Alleinstellungsmerkmale der K70 TKL Pro konzentrieren.

Im Gegensatz zur den anderen Serienablegern setzt die TKL auf moderne Halleffekt Switches, zumindest für den Haupt-Tasten-Block. Die Besonderheit an den Corsair MGX getauften Schalter ist der softwareseitig einstellbare Auslöse- und Rücksetzpunkt. Damit können die Switches an die persönlichen Vorlieben bzw. das Game angepasst werden. Hier gibt es noch einen ausführlichen Exkurs von Corsair zum Thema: https://www.corsair.com/de/de/explorer/gamer/keyboards/corsair-mgx-magnetic-key-switches-explained/

Die Pfeil-, F- und Navigations-Tasten verfügen über die lineare, rote Corsair MLX Switches ohne Anpassungsmöglichkeiten. Hotswap für die beide verbauten Schalter leider nicht unterstützt.

Im Gegensatz zu den anderen Tastaturen der K70 Core Serie verfügt die K70 Core TKL Pro über langlebige PBT Double-Shot Tastenkappen. Die im oberen Bereich der Tasten sitzenden Buchstaben und Symbole ermöglichen eine optimale Ausleuchtung der individuellen Tasten-LEDs. Für die vorne an den Tasten aufgedruckten Zweitfunktionen sieht es jedoch düster aus – diese sind in einem abgedunkelten Raum auch trotzt aktiver Tastenbeleuchtung nur sehr schwer zu erkennen.

iCUE Software
Wie bei allen anderen aktuellen Corsair Produkten auch, ist natürlich auch die K70 Core TKL Pro über die Software umfangreich über iCUE konfigurierbar. Mit dem neuen WebHub Interface ist die Tastatur leider (noch?) nicht kompatibel.

Wie bereits mehrfach erwähnt sind die Halleffekt Switches im Auslöse und Rücksetzpunkt anpassbar, womit sich einer interessante Konfigurationsmöglichkeiten mit teils zwei Aktionen auf einer Taste ergeben. Leider erfordert das Ganze auch einen hohen Konfigurationsaufwand.

Neben der Möglichkeit Tasten neue Funktionen zuzuweisen kann auch die Beleuchtung, wie gewohnt, umfangreich in mehreren Layern individualisiert werden. Beide Funktionen stehen sowohl auf Hardware als auch Software Ebene zu Verfügung. Die Hardwarekonfiguration ist immer dann aktiv wenn die iCUE Software nicht läuft.

Neu hinzugekommen ist ein spezieller Reiter für den neuen Drehregler, welcher nun auch verschiedene Funktionen beherrscht.

Auch die Optionen des über die dedizierte Taste aktivierbaren Spielmodus lässt sich in Beleuchtungsfarbe, Pollingrate und Tastenbetätigung anpassen.

Praxischeck
Während die linearen roten Switches vom gleichfarbigen Cherry Pendant in der Haptik nicht zu unterscheiden sind sieht das bei den Corsair MGX Halleffekt Switches schon anders aus. Diese haben zwar auch einen leichtgängigen linearen Charakter, lassen sich aber umfangreich softwareseitig konfigurieren.
Durch Absenkung des Auslösepunktes lässt sich ein extrem reaktionsfreudiges Verhalten erreichen. Hier stehen Werte zwischen 0,1 mm bis 4mm zur Verfügung. Zudem lässt sich optional ein zweiter Auslösepunkt definieren.

Das Ganze kann man dann in beiden Fällen auch noch jeweils mit einem separaten Rücksetzpunkt der Beispielsweise wenige zehntel Millimeter über den Auslösepunkt sitzt kombinieren. So lassen sich zum Beispiel dann individuelle Trigger realisieren oder aber auch Funktionsweisen ähnlich zu einem Analogstick, wo beispielsweise ein leichter Tastendruck Laufen aktiviert und ein Durchdrücken der taste sprinten. Für eine reine Triggerfunktion gibt es die „schelle Trigger“ Option. Hier haben alle Triggerpunkte die gleichen Eigenschaften, dafür kann man auch mehr als 2 Triggerpunkte umsetzen.

Der Tastenanschlag ist dank der integrierten Dämmung deutlich leiser. Das Tippgefühl ist ist dafür bei der K70 Pro TKL noch knackig genug, hier hat die die K70 Core schwammiger angefühlt.

Weder beim Ghosting noch beim Key-Blocking Test hat sich die K70 Core Patzer erlaubt und alle Tasteneingaben korrekt umgesetzt. Gleiches gilt für das n-Key Rollover, was die günstige Corsair Tastatur uneingeschränkt Gaming tauglich macht.
Die Multimediafunktionen funktionieren auch als Zweitbelegung ohne Einschränkung. Praktisch: Bei Drücken der FN Tasten werden alle Tasten mit Zweitbelegungen durch eine Beleuchtung hervorgehoben. Leider sind die Symbole für die Zweitbelegung nicht Lichtdurchlässig, was die Nutzung in einer dunklen Umgebung wieder erschwert.

Die magnetische Handballenauflage hält gut an der Tastatur und verfügt im Gegensatz zu den K70 Core Varianten über eine Polsterung und damit eine zusätzliche Komfort-Steigerung. Das 1,8m lange und gummierte Kabel ist abnehmbar.
Fazit
Die TKL Pro bildet die Speerspitze des K70 Core Lineups und punktet dabei mit einer hochwertigen Verarbeitungsqualität, einer komfortableren, weil gepolsterten Handballenauflage sowie langlebigen PBT Double-Shot Tastenkappen. Die größte Besonderheit sind aber sicherlich die für Haupttastenblock verbauten Halleffekt Switches, welche sich mit einem individuellen Betätigungsverhalten konfigurieren lassen. Dabei kann eine Taste auch mehr als einen Auslöse und Rücksetzpunkt haben. Das tröstet auch ein wenig darüber hinweg, dass die Tastatur kein Hotswap bietet.
Mit einem aktuellen Preis von rund 130€ liegt die Corsair K70 TKL Pro in einem in unseren Augen durchaus angemessen Preisrahmen, vor allem aufgrund der anpassbaren magentischen MGX Switches. Wer solch ein Feature nicht benötigt bekommt eine ähnlich ausgestattete mechanische Tastatur nochmal eine Ecke günstiger. Wir verleihen unseren Gold Award.

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.
