be quiet! Dark Rock 6 im Test

Nur zweieinhalb Jahre nach der Dark Rock-5-Serie bringt be quiet! nun schon die Nachfolger in Form des Dark Rock 6 und des Dark Rock Pro 6. Wir haben uns den Dark Rock 6 Single-Tower ansehen dürfen.

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Technische Daten

Maße (L x B x H)ca. 102 x 139 x 162 mm
TypTower
Gewicht1010 g
Heatpipes6 x 6 mm
Kompatibilität IntelLGA 1851 / 1700 / 1200 / 1150 / 1151 / 1155
Kompatibilität AMDAM4/AM5
Lüfter1x Silent Wings PWM 135 x 135 x 25 mm
max. 2000 U/min
Drehzahl am Testsystemca. 420~2100 U/min (P-Modus)
ca. 0, 470-2100 U/min (Q-Modus)
Preis
Amazon.de: € 81,63*
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be quiet! Dark Rock 6 im Detail

Verpackung und Lieferumfang sind vertraut. Das Montagematerial entspricht dem, das man schon von einigen be quiet!-Produkten kennt. Hier hat man für AMD-Systeme noch eine Offset-Option in das Montagematerial integriert. Das gab es auch schon bei dem Pure Rock 3 sowie bei AiOs des Herstellers. Ein Schraubenzieher ist ebenfalls vorhanden.

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Mit 102.4 x 139 x 162 mm ist der Dark Rock 6 nur unwesentlich größer als der Vorgänger und mit gut einem Kilo auch ähnlich schwer. Im direkten Vergleich wirkt das Design des Dark Rock 6 etwas einheitlicher, wofür natürlich die Verkleidung aus Kunststoff für Kühler und auch den Lüfter verantwortlich ist. Das sorgt bei der Haptik aber für einen weniger wertigen Eindruck. Wo man beim Dark Rock 5 noch einen Deckel aus Metall und Mesh bekommen hat, gibt es jetzt einen magnetischen Deckel aus Kunststoff, das sieht und fühlt man. Dafür sind jetzt aber auch die Seiten teilweise verkleidet und der Lüfter in die Form integriert.

Bleiben wir an dieser Stelle deshalb direkt bei dem Lüfter. Es handelt sich um einen 135 mm Silent Wings Lüfter, so dass es hier ein kleines Upgrade (von 120 mm) bei der Größe gab. Nicht nur wegen der Sondergröße wäre ein Tausch des Lüfters also nicht ohne weiteres möglich. Ohnehin nicht, da der Lüfter fest in einem proprietären Rahmen sitzt und mittels eines Schienensystems am Kühler befestigt wird. Das Schienensystem ermöglicht prinzipiell auch eine Höhenverstellung, die aber nicht nötig sein sollte, da der Lüfter die RAM-Slots in der Regel nicht überragen sollte.

Die Befestigung ist angenehmer als mit Klammern, ließe sich aber mit einem modularen System auch mit Standardlüftern umsetzen. So ist der Lüfter bei einem Defekt wie gesagt nicht austauschbar und be quiet! ist mit 3 Jahren Garantie in Anbetracht des Preises etwas knauserig. An sich sollte so ein Lüfter im Normalfall zwar „ewig“ halten, aber man weiß ja nie und die einfachen Plastikteile könnten auch kaputt gehen. Im Gegensatz zum Vorgänger kann kein zweiter Lüfter befestigt werden.

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Neben dem Schienensystem hat be quiet! dem Lüfter außerdem zwei Betriebsmodi spendiert. Dazu befindet sich am Rahmen ein Schalter, mit dem zwischen dem Performancemodus (P) und einem Quiet-Modus (Q) mit semi-passivem Betrieb umgeschaltet werden kann. Der Quiet-Modus kann im Maximum aber die gleiche Lautstärke und Leistung bringen, sein Drehzahlverlauf unterscheidet sich jedoch wie folgt.

Im Performance-Modus hat man einen gängigen Verlauf. Bis 20% PWM läuft der Lüfter flüsterleise mit ~420 U/min und beschleunigt darüber hinaus recht gleichmäßig auf bis zu 2000 U/min bzw. an unserem System sogar bis 2100 U/min.

Im Quiet-Modus steht der Lüfter an unserem System bis 46% PWM still und startet dort mit ~460 U/min. Im Verlauf läuft er langsamer als im P-Modus. Zunächst mit deutlichem Unterschied z.B. bei 50% nur etwa die halbe Drehzahl, aber er schließt mit jeder Stufe weiter auf und kommt am Ende auch auf die maximalen U/min. Somit bleibt der Lüfter erstmal leiser, die Lüfterkurve sollte jedoch etwas angepasst werden, um den insgesamt steileren Anstieg etwas abzumildern, sonst können Sprünge akustisch stärker auffallen. Insgesamt sind die zwei Modi eine schöne Idee. Tatsächlich hätte man auch einen Lüfter mit integriertem Passiv-Modus wählen können, der dann im untersten PWM-Bereich still steht und hätte somit den kompletten Drehzahlbereich mit sanftem Anstieg und Passiv-Modus. Es gibt einige Lüfter am Markt, die das bieten z.B. von Noctua, Endorfy oder Arctic.

Der Rest des Kühlers ist dann so oder so ähnlich oft gesehen. Ein schwarzer Kühlkörper, der hier mit einer schwarze Beschichtung mit Keramikpartikeln versehen wurde und absolut sauber verarbeitet ist, wird von immerhin sechs Heatpipes durchzogen. Der Deckel ist wie gesagt magnetisch und kann zum erreichen der Montagevorrichtung abgenommen werden.

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Die vernickelte Kühlplatte ist asymmetrisch zum Kühlkörper platziert, womit dieser von den RAM-Slots versetzt wird und diese komplett frei lässt. Die TDP des Kühlers gibt be quiet! mit 220W an und somit 10 Watt mehr als beim Vorgänger, die Lautstärke steigt allerdings auch.

Wer be quiet!-Kühler der letzten Jahre montiert hat, wird für die Montage wohl kaum eine Anleitung brauchen. Für Intel-Systeme muss die Backplate vorbereitet werden, bei AMD kommt man ohne aus bzw. nutzt die integrierte.

Für AMD-Systeme gibt es einen 8-mm-Versatz in Bezug auf die Hotspots, was bei uns aber zu Problemen führte, siehe weiter unten. Da sich eine Schraube des Kühlers unter diesem befindet, wird der lange Schraubendreher durch das Loch in den Lamellen geführt. Nach der Montage kann der Lüfter eingeschoben werden.

Die RAM-Slots bleiben frei.

Kühlleistung und Lautstärke des be quiet! Dark Rock 6

Ablauf:

Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.

Lautstärke

Die maximale Lautstärke des Dark Rock 6 fällt laut be quiet! etwas höher aus als beim Vorgänger, was wir bestätigen können. Bei geringem Abstand von nur 30 cm, aus dem wir alle Kühler messen, ist der Unterschied in Zahlen schon sehr groß. Die Messung schwankte zwischen 49,9 bis 50,3 dB(A). Aber auch rein subjektiv klingt der Dark Rock 6 klar lauter und auffälliger. In der Spitze hat es was von einer zornigen Hornisse und man hört in hohen Drehzahlbereichen immer wieder eine Art Flattern der Luft. Ein leiser Betrieb ist dank des enormen Bereichs aber auf jeden Fall möglich. Dennoch klang der Dark Rock 5 insgesamt aber smoother, der Dark Rock 6 bringt mehr Reserven mit. Unser Sample lag im übrigen bei knapp über 2100 U/min, also etwas höher als auf dem Papier.

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Leistung auf AM5

Testsystem:

  • AMD Ryzen 9 7900X @ 120W und 175W
  • ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
  • 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
  • Seasonic Focus PX-650
  • be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)

Nun kommen wir zu der Leistung und dazu bedarf es einiger Worte. Obwohl wir letztendlich schlüssige Ergebnisse haben, die den Erwartungen an einen etwas größeren Single-Tower entsprechen, hat uns der Test einiges an Kopfschmerzen bereitet. Der Grund dafür waren außergewöhnliche Schwankungen verbunden mit einem ungenügendem Abdruck der Wärmeleitpaste.

Nach der ersten Montage mit Offset hatten wir Temperaturen erreicht, die um 2-3 Grad schlechter waren als erwartet. Besonders, dass wir so lediglich im weiteren Testverlauf bei angepasster Lautstärke/Drehzahl gerade noch die Werte des kleineren Pure Rock 3 mit vier Heatpipes erreicht hatten, stimmte uns nachdenklich und wir kontrollierten alles.
Obwohl wir nach eigenen Erfahrungen genug WLP genommen hatten, war der Abdruck der Wärmeleitpaste unvollständig. So haben wir folgend mehr Paste genommen und erzielten große Verbesserungen. Nach der Demontage war der Abdruck besser aber nicht ganz so perfekt wie gewohnt, was uns zu weiteren Versuchen geführt hat, mit weiteren Montagen und auch dem manuellen Verstreichen der Paste. Wir mussten im Verlauf auf eine andere WLP (MX6 alte Rev) umsteigen, da die beigelegte nicht mehr gereicht hat.

Auch wenn die Unterschiede mit max. 2 Grad (im weiteren Verlauf allerdings etwas mehr) klein erscheinen mögen, zeigte sich folgendes Bild: Mit dem Offset waren die Ergebnisse sehr variabel. Abseits aller Zahlen ging es uns vor allem um den Abdruck der Wärmeleitpaste, der stets nicht vollständig oder ungleichmäßig bzw. nicht so dünn war wie erwartet.

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Nach fünf Montagen mit dem Offset, in denen wir zwei gute und drei schlechtere Werte hatten (einmal abgebrochen da extrem schlecht), haben wir zwei Montagen ohne Offset durchgeführt: Beide erzielten gute Werte und der Abdruck der Wärmleitpaste war wie gewohnt. Nun sind das zwar nur Stichproben, wir würden aber die normale Montage vorziehen und können nun zu den Ergebnissen kommen:

Leistung bei 120 W

Letztlich konnte sich der Dark Rock 6 dort einordnen wo er nach unserer Ansicht hingehört. Er hat einen Vorsprung zum kleineren Pure Rock 3, kann den Anschluss an größere Kühler aber nur mit erhöhter Lautstärke halten.

Darunter muss er diese ziehen lassen, kann aber die Lücke nach unten ausfüllen. Im Durchschnitt werden die Kerne 2-3 Grad wärmer als bei den größeren Modellen, bleiben aber 2 Grad Kühler als beim kleineren Pure Rock.

Bei gleicher Drehzahl werden die Abstände nach unten und oben größer. Die Lücken wachsen auf bis zu 4 Grad bei den Kernen.

Leistung bei 175 W

Bei 175 Watt (178 laut HWinfo), die wir durch das Kratzen an der Temperaturgrenze ohne den Pure Rock 3 getestet haben, verstärkt sich das Bild. Da wir uns hier nah am Temperaturlimit befinden und der Tdie-Wert quasi festhängt, haben wir diesen rausgenommen und nur die durchschnittlichen Kerntemperaturen abgebildet:

Auch hier kann er mit der höheren Lautstärke den Anschluss halten

Bei gleicher Lautstärke muss er bei der hohen Abwärme die Dual-Tower ziehen lassen. Bei diesen Werten ist zu bedenken, dass es außer beim G2 bereits zu leichtem Throttling kommt, weshalb die Kühler dicht beisammen hängen. Der Single-Tower muss nun aber mit 3 Grad Abstand hinterherlaufen.

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NH-D15 G2178 W
NH-D15 G1176 W
Thermalright Phantom Spirit 120 SE175 W
be quiet! Dark Rock 6175 W

Bei 1000 U/min wird der Unterschied noch stärker:

NH-D15 G2177 W
NH-D15 G1175 W
Thermalright Phantom Spirit 120 SE173 W
be quiet! Dark Rock 6168 W

Leistung auf LGA1700

Testsystem

  • Intel Core i5-13600K
  • MSI Z790 Tomahawk WiFi
  • 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
  • be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
  • be quiet! Straight Power 12 1000W

Nach dem holprigen Ablauf also weiter auf LGA1700, aber auch dort mussten wir nochmal etwas nachtesten. Der Abdruck passte, die Leistung im Endeffekt auch, allerdings hatten wir einen Vorsprung zum Vorgänger erwartet. Wir haben den Dark Rock 5 dann nochmal montiert und ein etwas schlechteres Ergebnis erhalten als damals vor 2 Jahren. Vermutlich ist nach zahllosen Kühlern und AiOs unser LGA1700 etwas aus der Form geraten, oder es sind schlicht Toleranzen. Wir denken aber, dass es insgesamt ein stimmiges Ergebnis ist. Ein Grad hin, oder her. Eventuell testen wir den Dark Rock 5 auch nochmal auf dem AMD-System, das war nach den zahllosen Neumontagen zeitlich nicht möglich.

Bei maximaler Drehzahl und deutlich höherer Lautstärke als beim Vorgänger wird dieser um 1-2 Grad geschlagen, je nach Messung. Der Unterschied zu den großen Dual-Towern kommt auf dem Intel-System deutlicher zum tragen.

Bei gleicher Lautstärke ist der Unterschied für uns schwer nachvollziehbar und liegt im Bereich von einem Grad.

Bei gleicher Drehzahl ist der Dark Rock 6 dann wieder deutlicher vorn, aber auch wieder lauter. Die großen Dual-Tower sind weit weg.

Fazit

Der Dark Rock 6 hinterlässt bei uns gemischte Gefühle. Zum einen hat man (in Bezug auf die Größe) einen immerhin soliden Kühler, der sich erwartbar einordnet, wenn alles glatt läuft. Er kann ein Plus gegenüber kleineren Kühlern bringen, gegen größere Dual-Tower hat er aber natürlich keine Chance – das Konzept ist weitestgehend ausgereizt. Die Verarbeitung des Kühlers selbst war ohne Makel, alles ist in einem einheitlichen Gewand verpackt, wobei Plastik wenig ansprechend und nicht hochwertig wirkt. Die Metallabdeckung des Vorgängers gefiel uns besser.

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Insgesamt scheint be quiet! sich also etwas mehr auf das Drumherum konzentriert zu haben, was in Anbetracht einer gewissen Stagnation im Luftkühlerbreich verständlich ist. Neben dem Schienensystem des leider proprietären Lüfters, bringt dieser nun zwei Leistungsmodi mit einem leiseren, semi-passiven Betrieb mit. Der leisere Modus hat durch den sehr großen passiven Bereich einen steileren Anstieg bei der Drehzahl, sodass man die Lüfterkurve hier entspannen sollte.
Der Akustik des 135-mm-Lüfters reicht „von bis“. Nicht nur passiv ist im unteren Drehzahlbereich ein wirklich leiser Betrieb möglich, während es nach oben etwas mehr Reserve gibt als beim Vorgänger. Allerdings mit höherer Lautstärke. Der Dark Rock 6 klingt obenrum auffälliger und markanter, während der Dark Rock 5 insgesamt etwas sanfter klang, nach unserer Meinung.

Gänzlich aus dem Rahmen fällt leider der Preis, wenn man die UVP her nimmt. Jetzt ist es natürlich so, dass in der aktuellen Zeit Preise nur eine Richtung kennen, aber 90€ UVP sind einfach heftig und machen den Kühler unattraktiv. Erfahrungsgemäß unterbietet der Straßenpreis die UVP von be quiet! zwar relativ deutlich, aber auch dann wäre das Preis/Leistungsverhältnis ein schwieriges Thema und das nicht nur, wenn man extrem günstige Schnäppchen wie diverse Thermalright-Kühler als Vergleich nimmt. Wir denken zudem, dass bei dem Preis eine Herstellergarantie von mindestens 5 Jahren statt der gebotenen 3 Jahre angemessen wäre.

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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