Fractal Design Vector RS im Test

Gewinnspiel

In unserem Gewinnspiel warten eine Nvidia Grafikkarte, eine AiO Wasserkühlung und mehr auf euch! Schaut rein!

Bereits mit dem S2 Vision RGB brach Fractal Design aus dem konservativen Design aus und folgte dem Ruf nach RGB-Features. Mit dem Vector RS geht man optisch nun ganz neue Wege und bringt ein Gehäuse mit bisher einmaliger Optik. Wir haben uns die Leistung der Schönheit genau angesehen.

Lieferumfang

Die gut gepolsterte Verpackung ist prall gefüllt. Fractal Design lagert den üppigen Lieferumfang in eine extra Schachtel aus. Zum einen gehört dazu das bekannte Päckchen mit Schrauben, Kabelbinder und Microfasertuch. Weiterhin gibt es den Adjust R1 RGB-Controller. Zudem einen Austauschdeckel mit Lüftergitter, den dazu passenden Staubfilter und Montagerahmen für Deckellüfter. Natürlich ist auch ein hochwertiges und umfangreiches Handbuch mit dabei.

Technische Daten

  • Gehäuse-Typ Midi – Tower
  • Maße 233 × 498 x 552 mm (B x H x T)
  • Material Stahl, Kunststoff, Glas
  • Farbe schwarz
  • Gewicht 12.6 kg
  • Formfaktor E-ATX, ATX, mATX, mini-ITX
  • Einschübe
    • 5,25″ (extern)
    • 3,5″ (intern) 6 x (max. 11)
    • 2,5″ (intern) 2 (max. 4) x
  • Erweiterungs-Slots 7 x (2x vertikal optional)
  • Maximale CPU-Kühler Einbauhöhe 185 mm
  • Maximale Grafikkartenlänge 440 mm
  • I/O-Panel : 2x USB 3.1 Gen 2, Klinkenanschluss (4 Pol), Power, Reset, USB Type-C
  • Fenster ja
  • Dämmung ja
  • Lüfter-Steuerung ja
  • Derzeitiger Straßenpreis 170€

Radiatoren

  • Front:
  • Deckel
  • Boden

Impressionen/Details

Außen

Hat man das Vektor RS das erste Mal vor sich stehen, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Das asymmetrische ist neu, aufregend und überall gibt es etwas zu entdecken. Dabei basiert das Vector RS im Grund auf dem altbekannten R6 Chassis, dass sich durch die perfekt sitzenden Anbauten jedoch in einem komplett neuen Gewand präsentiert. Das Ergebnis ist die Symbiose aus Gaming-Optik und schlichter Eleganz mit Silenttouch. Trotz extravaganter Form, Glas und RGB bleibt Fractal Design dem eher dezenten Weg treu.

Die an der Oberseite schrägverlaufende Front mischt Stahl an der rechten, großen Fläche mit blickdichtem Glas an der angewinkelten, schmalen Fläche. Unterbrochen werden die unterschiedlichen Materialen durch eine RGB-Lichtleiste, die wohl das optische Highlight des Vector RS darstellt. Der RGB-Streifen zieht sich über die Vorderseite der Front, über dessen Oberkante bis nach hinten zum Deckel. Sie agiert trotz einzelner Bauteile als eine Einheit. Durch die digital adressierbaren LEDs lassen sich zahlreiche Effekte per Adjust-R1 Controller, oder entsprechendem Mainboard realisieren. Besonders spektakulär ist es, wenn ein Laufeffekt sich auf den Weg vom Deckel bis hin zum Boden macht und sich dabei lückenlos über die Seiten des Gehäuses bewegt.

Die seitlichen Lufteinlässe sind stark angewinkelt und wirken beinahe verschlossen. Dies soll die Lautstärke minimieren, mit Hinblick auf den Airflow ist das Ganze eher kritisch zu sehen. Das Frontteil geht bis zum Boden durch und geht fließend in die neuen Standfüße über, was an den Look eines tiefergelegten Sportwagens denken lässt.
Auch der Deckel ist zweigeteilt. Die linke, größere Fläche besteht auch hier aus Glas mit schwarzem Rahmen und gewährt Einblick in das Innere. Die rechte, ebenfalls leicht schräge Seite, besteht wiederum aus Stahl. Hier ist das I/O-Panel sauber integriert. Geboten werden Power-, Resetbutton, 2x USB 3.1 Gen2, Audio-Ports und USB-Type C. Wir vermissen also nichts.

Vector RS mit Glasdeckel

Der attraktive, aber eben auch funktionslose Glasdeckel kann bei Bedarf gegen einen Stahldeckel mit Luftgitter getauscht werden. Dazu muss das überraschend massive Frontteil abgezogen werden und der Deckel lässt sich nach vorn herausschieben. Bei der Front darf man nicht zimperlich sein, da sie sehr festsitzt. Nun setzt man den Montagerahmen für die Lüfter und Staubfilter ein und verschließt das Case mit dem Stahldeckel. Auch wenn dies ein paar Arbeitsschritte nötig macht, arbeiten die Mechanismen sehr zuverlässig und intuitiv.

Fractal-Design-Vector-RS-(14)
DSC07441
Fractal-Design-Vector-RS-(13)
Fractal-Design-Vector-RS-(14) DSC07441 Fractal-Design-Vector-RS-(13)

Werfen wir bei dir Gelegenheit einen Blick hinter die Front sehen wir einen massiven Kunststoffkorpus, bei dem die seitlichen Öffnungen durch schmale Staubfilterstreifen abgedeckt werden, die zur Reinigung entnommen werden können. Oben sehen wir zudem die kabellose Kontaktfläche der RGB-Leiste. Front und Rest sind also nicht durch feste Strippen miteinander verbunden.

Zwei 140mm Frontlüfter vom bekannten Typ X2 GP-14 versorgen die Hauptkammer mit Frischluft und drehen mit maximal 1000 U/Min. Angeschlossen werden sie mit einem 3-Pin Stecker und erlauben auch Drehzahlen von lautlosen 400 U/Min und weniger.

Unten sieht man bei entfernter Front den ausziehbaren Bodenstaubfilter. Für gewöhnlich ist es löblich, wenn dieser nach vorn ausgezogen werden kann. Beim Vector RS ist dieser bei der durchgehenden Front jedoch nur erreichen, wenn diese demontiert ist, was etwas aufwändiger ist als ein rückseitig ausziehbarer Filter.
Der Boden ist vom Define R6 bekannt und bietet somit viel Platz für das Netzteil und sogar zwei 120 oder 140mm Lüfter bzw. Radiatoren – letztere tangieren das Netzteil aber deutlich.

Die auf Stahl aufgeklebte Glasscheibe ermöglicht den Verzicht auf die ungeliebten Rändelschrauben, denn wie R6 und S2 bietet auch das Vector RS den Push-to-Lock Mechanismus, durch den die Seitenteile ohne Thumbscrews einfach eingeklickt werden können. Die rechte Stahlseite ist mit einer Bitumendämmung beschwert.

Innen

Wir hatten bereits erwähnt, dass für das Fractal Design Vector RS das Chassis des Define R6 hergenommen wurde und nicht das S2-Chassis, das zwar etwas moderner, aber in Form des Define S2, Meshify S2 und S2 Vision schon genügend Auftritte hatte.

Der Innenraum zeichnet sich aus einer Trennung zwischen Hauptkammer und Netzteilschacht aus und besitzt standardmäßig, im vorderen Bereich, einen Laufwerksschacht, der von einer großen Blende verdeckt wird. Dahinter verbergen sich sechs HDD-Montagebrackets und elf Montagepunkte für diese. Weitere Brackets können nachgekauft werden. Die Möglichkeit für ein ODD entfällt natürlich.

Storage Layout

Im Heck sehen wir einen weiteren 140mm Lüfter und vertikale Slotblenden.

Wer es moderner mag, kann die Laufwerksblende auch einfach zur Rückwand hin versetzten. In diesem „open Layout“ steht mehr Platz für Hardware und Radiatoren zur Verfügung und macht den ca. 17cm langen Ausschnitt im Netzteiltunnel sichtbar. Anders als beim S2 wird leider keine Blende zum Verschließen mitgeliefert. Der Tunnel ist durchgehend mit Luftöffnungen versehen und hat zwei Montagepunkte für SSDs.

Open Layout

In der Front können in beiden Layouts Radiatoren von maximal 280 bzw. 360er Größe montiert werden. Die maximale Breite ist auf 147mm beschränkt, was bei den 280er Radiatoren zu berücksichtigen ist. Unterschiede zwischen den Layouts gibt es beim Deckel, wo nur im „open layout“ 280er/420er montiert werden können, im geschlossenen Aufbau ist man auf 360er beschränkt, für den die Montageplatte um 180Grad gedreht werden sollte.
Zu beachten ist, dass für Radiatoren im 140er Format die Mainboardbauteile maximal 35mm betragen dürfen, da der Deckelabstand bei nur 40mm liegt.

Die Rückseite punktet mit viel Platz für Kabel (23mm), einem großen Kühlerausschnitt und einer Lüftersteuerungsplatine. Anders als beim S2 Vision mit der reinen PWM-Platine wird hier wieder die Nexus+ Platine mit einem Mix aus PWM und 3-Pin verbaut, die zu den 3-Pin Gehäuselüftern passt. Das Tachosingal wird leider über den ersten PWM-Port ausgegeben, so dass die Gehäuselüfter dahingehend nicht überwacht werden können. Gegen einen direkten Anschluss ans Mainboard spricht natürlich nichts.

Durch zahlreiche gut platzierte Kabelöffnungen, Klettkabelbinder und die sehr langen, gesleevten Gehäusekabel wird das Kabelmanagement perfektioniert. Das Netzteil wird von hinten eingeschoben, durch Puffer entkoppelt und hat mit 300 mm nahezu unbegrenzten Platz, zumindest wenn man keinen Lüfter am Boden montiert.

Fractal-Design-Vector-RS-(6)
Fractal-Design-Vector-RS-(1)
Fractal-Design-Vector-RS-(5)
Fractal-Design-Vector-RS-(6) Fractal-Design-Vector-RS-(1) Fractal-Design-Vector-RS-(5)

Messungen

Wie unsere Messungen im Detail ablaufen ist auf der Unterseite „So testen wir Gehäuse“ nachzulesen.

Temperaturen

Was man anhand des Aufbaus des Vector RS befürchten konnte, bewahrheitet sich in der Praxis. Das Fractal Design Vector RS ist, trotz drei 140mm Lüfter, überdurchschnittlich warm. Während sich die CPU Temperatur noch im Rahmen bewegt, sticht vor allem die GPU-Temperatur hervor.

Auf 100% drehen die Lüfter mit sehr zurückhaltenden 1000 U/Min. Reduzieren wir die Drehzahl auf 36 dB(A) (ca. 85%), zeigt sich, dass die relativ hohen Temperaturen nicht darin begründet sind, sondern auch bei einheitlichem Pegel spürbar sind.
Der Deckel hat so gut wie keinen Einfluss auf die Temperaturen (wenn in ihm keine Lüfter verbaut sind).

Lautstärke

Fazit

Das Vector RS von Fractal Design hat wirklich Eindruck hinterlassen und sticht aus der langen Liste der von uns getesteten Gehäusen heraus. Ein so toll designtes Case bekommt man selten geboten. Natürlich ist die Optik Geschmackssache und nicht jeder wird Gefallen daran finden. Uns überzeugte das Vector RS durch die perfekte Mischung aus Extravaganz und edler Zurückhaltung. Glas und Stahl werden durch den kreativen Einsatz von RGB-LEDs perfekt in Szene gesetzt.

Abseits der Optik überzeugt auch die solide, massive Verarbeitung und die Funktionalität. Auch wenn die R6-Basis nicht mehr ganz frisch ist und die vielen Laufwerkskäfige im Jahr 2019 kaum noch Interessesenten haben dürften, bietet das Gehäuse viel Platz und ist flexibel in seiner Gestaltung. Sowohl luftgekühlte Systeme als auch Customwasserkühlungen finden ihren Platz und während man zwar auf ein ODD verzichten muss, zeigt sich der neue Deckel deutlich wertiger als das ModuVent-System von R6 und S2.

Die solide Bauweise machen das Vector RS mit einigen Silentmaßnahmen zu einem echten Leisetreter, allerdings auf Kosten der Temperaturen. Die Hitzeentwicklung ist wohl der größte Nachteil des Vector RS. So reicht die Kühlleistung zwar auch für leistungshungrige Gamingsysteme, aber die erhöhten Messwerte sind nicht von der Hand zu weisen und dürften dem ein oder anderen Nutzer sauer aufstoßen.

Somit ist das Fractal Design Vector RS ein Gehäuse für Designenthusiasten, die neben der reinen Präsentation auch Wert auf Verarbeitung und Funktion legen, dabei aber mit Leistungsdefiziten Leben können. Der Aufpreis von 30€ gegenüber dem R6/S2 geht in Ordnung, ein Schnäppchen ist das 170€ teure Case aber sicher nicht.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Herstellerlink
Preisvergleich

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen