NZXT N7 B650E im Test

NZXT bietet mit dem N7 B650E ein AM5-Mainboard für die aktuelle Ryzen 7000 Generation. Der einzigartigen, cleanen Optik stehen hier und da kleine Kompromisse gegenüber.

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Technische Daten

NZXT N7 B650E
FormfaktorATX
ChipsatzAMD B650E
VRM16+2+1, (16x 90A)
RAM4x DDR5, max 128 GB, max 6000+ (OC)
Erweiterungsslots1 x PCIe 5.0 x16
2 x PCIe 4.0 x16 (x2 Support)
M.2 Slots + SATA1x M.2 Key M Typ 2280/2260/2242 (PCIe 5.0 x4)
1x M.2 Key M Typ 2280/2260/2242 (PCIe 4.0 x4)
1x M.2 Key M Typ 2280/2260/2242 (PCIe 4.0 x2)
M.2-Sockel (Key E) (belegt durch WLAN-Karte)
4 x SATA 6Gb/s
Anschlüsse extern1 x 2.5 Gbit LAN (Realtek RTL8125BG)
Wi-Fi 6E (RZ608)
– WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac/​ax, 2×2)
– Bluetooth 5.2
2 x USB 3.2 Gen 2 Typ-A
4 x USB 3.2 Gen 1 Typ-A
1 x USB 3.2 Gen 2 Typ-C
2 x USB 2.0
1 x HDMI
Audio-Ports
-5x Klinke
– Optischer S/PDIF 
AudioRealtek ALC1220
Header Kühlung-1 x 4-pin CPU Fan
-1 x 4-pin AiO_Pump
-5 x 4-pin Chassis Fan
(je 2A)
Header Beleuchtung2x ARGB
4x NZXT RGB (5V)
weitere Anschlüsse intern1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin CPU
1x 4-Pin CPU
1x USB 3.2 Gen 2×2
2x USB 3.2 Gen 1
3x USB 2.0
1x front panel
1x front panel audio
Besonderheiten-Clear CMOS Button
-OnBoard Power-Button
-OnBoard Reset-Button
-BIOS FLBK
-Status LED
Preis379,99 € bei NZXT
(Stand: 24.01.2023)

NZXT N7 B650E im Detail

Lieferumfang

Der Blick in der Verpackung sorgt abseits des schmucken Boards erstmal für etwas Ernüchterung. Als Beigaben gibt es nur vier SATA-Kabel (bei unserem Sample fehlten zwei), kleine Schrauben für M.2 und zwei einfache WLAN-Antennen. Das von Mainboards gewohnte Handbuch ist hier nur eine gefaltete Anleitung und bei den Antennen hätten wir uns ein aufwändigeres Modell mit Standfuß gewünscht. Schade auch, dass es keine Gimmicks gibt.

Design, Layout und Ausstattung

Das NZXT N7 B650E ist durch die Abdeckung selbstredend ein Hingucker und an schlichter Eleganz kaum zu überbieten. Ein wesentlicher Teil der Platine ist vom mattschwarzen „seamless Cover“ abgedeckt und sorgt für eine sehr saubere Optik. Bunte Gaming-Elemente finden sich nicht und auch eine RGB-Beleuchtung sucht man bei dem Mainboard vergebens.

Andere Hersteller bieten durch große Kühlkörper zwar eine zunehmende Abdeckung der Platinen, aber so konsequent wie bei NZXT ist dann doch eine Besonderheit. Mit Blick auf manch Mitbewerber fällt dann aber auf, dass NZXT die Abdeckung leider nicht auch als Kühlelement nutzt. Lediglich für den oberen M.2 Slot, der mit PCIe 5.0 angebunden ist, gibt es einen massiven Kühlkörper mit Wärmeleitpad. Über die unteren M.2 Ports legen sich lediglich magnetische Abdeckungen mit Kunststoffunterseite und ohne Kontakt zu den SSDs. Da erwartet man für ein B650E Board und bei über 350€ doch etwas mehr. Nutzer mehrerer sehr schneller SSDs sollten auch beachten, dass der dritte Port lediglich mit PCIe 4.0 x2 angebunden ist.

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Auch der eigentliche Chipsatzkühler ist eher klein und wird lediglich von der Abdeckung überbaut. Aber auch nach 30-Minuten CPU-Last lag die Temperatur bei nur etwa 50 Grad. Die Abdeckung verdeckt außerdem zwei der Schraubenlöcher. Komfortmaßnahmen wie eine leichtere Erreichbarkeit der PCIe-Verrieglung oder schraubenlose M.2-Slots gibt es ebenfalls nicht. Im Gegenteil, der verstärke PCIe 5.0-GPU-Slot ist durch die Abdeckung ziemlich verbaut. Allerdings findet man einen Power- und Resetbutton auf dem Board, was sehr angenehm ist, wenn man viel bastelt. Auch eine Diagnose-LED ist vorhanden, die bei Startproblemen hilft.

Hat man die Abdeckung entfernt kann man einen Blick auf die dortige M.2 WLAN-Karte werfen, dessen lange Antennenkabel durch das Cover kaschiert werden. Der Sticker verrät, dass wir, wie schon beim X670E-F oder X670 Aorus Elite ein Model von Mediatek vor uns haben, hier aber den MT7921K/RZ608. Heißt man bekommt Wi-Fi 6E, aber im Gegensatz zum dortigen RZ616 nur eine 80 MHz Kanalbreite und damit maximal theoretische 1200 Mbit statt 2400 Mbit. Das ist jetzt sicher kein Weltuntergang, aber ein leicht fader Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass beim B550-Modell eine Intel AX210-Karte mit 2.4 Gbps zum Einsatz kam und es ein entsprechendes Mediatek/AMD-Modul gibt. Für den Klang ist der Realtek ALC1220 zuständig.

Spendabler zeigt sich NZXT im Bereich der Spannungswandler. Unter dem großen L-förmigen Kühlkörper findet man ein 16+2+1 Phasen Design bestehend aus Mosfets vom Typ ISL99390 mit 90A und ISL99360. Rein von den Zahlen ist das nicht nur für ein B650(E) Board üppig. In der Praxis zeigte sich auch hier ein gewisses Spulenfiepen.

Bei den externen Anschlüssen beginnt es mit einem HDMI-Port für die iGPU, ein DisplayPort gibt es nicht. Man darf sich allerdings über einen nützlichen BIOS-Reset-Button, sowie ein Bios Flashback-Button freuen, die bei Problemen sehr nützlich sein können.

Zu den zwei USB 2.0 Ports gibt es bei NZXT drei USB 3.2 Gen 2-Anschlüsse mit 10 Gbit. Einen als USB-C, zwei als USB-A. Einen 20 Gbit-Anschluss gibt es hier nicht, da NZXT sich diesen für das Front-Panel aufgespart hat und B650E hier nicht mehr hergibt. Weiterhin gibt es vier USB-A USB 3.2 Gen 1 Ports und die Audio-Anschlüsse des ALC1220. Der LAN-Port des Realtek RTL8125BG-Chips bietet eine Bandbreite von 2.5 Gbit.

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Bei den internen Anschlüssen hangeln wir uns einmal rund ums Board: Es beginnt mit den 8+4 Pin CPU-Anschluss und geht mit zwei Lüfteranschlüssen und zwei proprietären NZXT RGB-Anschlüssen weiter (4-Pin, 5V). Darauf folgen erneut zwei Lüfter-Anschlüsse. Mit den drei weiteren am unteren Rand des Boards kommt man also auf 7 Anschlüsse für Lüfter, die dazu auch noch jeweils 2A bieten.

Unter dem 24-Pin-ATX-Stromanschluss befindet sich der eben erwähnte Gen 2×2 Header für einen USB-C Frontanschluss mit bis zu 20 Gbit. Genau wie der gleich zweifach vorhandene USB 3.0-Header sind die vier SATA-Ports um 90 Grad angewinkelt. Von den internen USB 2-Headern gibt es sogar gleich drei Stück. Bedenkt man, dass NZXT selbst Produkte anbietet, die diese Ports nutzen, wundert das nicht. Auch mit den zwei weiteren NZXT RGB- und zwei Standard-ARGB-Anschlüssen zeigt man, dass man sich auch an moderne Systeme mit vielen Lüftern und „blingbling“ richtet.

Die Standard-RGB-Ports mit 12V hat man komplett gestrichen, was verständlich ist

UEFI

Das BIOS, das die Zusammenarbeit mit ASRock verrät, ist etwas schmucklos wenn man ASUS oder Gigabyte mit den vielen grafischen Bedienelementen kennt. Bei dem NZXT N7 B650E ist das alles etwas reduzierter, aber wir haben bisher keine Funktion vermisst.

PBO lässt sich ebenfalls den eigenen Bedürfnissen anpassen, NZXT bietet hier auch ein paar vorgefertigte Settings mit unterschiedlichen Temperaturgrenzen und Curve Optimizer-Anpassungen.

Ansonsten findet man nur ein SSD-Erase-Tool sowie die InstantFlash-Funktion als zusätzlichen Funktionsumfang. Installiert war das BIOS in der Version 1.07, welches wir auf 1.12 aktualisiert haben. Der Changelog fiel jedoch knapp aus.

NZXT CAM Software

Als NZXT-Produkt gibt es natürlich auch eine Integration in die CAM-Software des Herstellers. In Sachen Lüftersteuerung und RGB-Konfiguration hat sich das Programm bewährt und ist natürlich willkommen, wenn man ohnehin schon Produkte des Herstellers nutzt und nicht eine weitere dicke Suite wie bei ASUS installieren möchte. Als schlank darf man CAM jedoch auch nicht einordnen.

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Bis auf die Lüfter- und Beleuchtungssetting lässt sich auf das Mainboard bezogen nicht viel machen. OC-Settings gibt es nur für eine GPU und auch die Überwachungsfunktionen sind etwas rudimentär. Zumindest eine Anzeige für VRM- und Chipsatztemperaturen haben wir vermisst.

Praxis, Benchmarks und Leistungsaufnahme

Verbaut wurden folgende Komponenten:

  • AMD Ryzen 7700X
  • Noctua NH-U12S chromax.black CPU-Kühler
  • 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MHz
  • PNY XLR8 CS3030 SSD
  • Seasonic Focus PX-650

Der erste Start hat trotz nur 32 GB-RAM extrem lange gedauert und zog sich über mehrere Minuten. Nach dieser ersten Geduldsprobe zeigten sich keine weiteren Probleme oder Auffälligkeiten. Auch das EXPO-Profil mit 6000 MHz ließ sich problemlos Laden und betreiben.

Wir verschaffen uns einen Eindruck der Performance mit Cinebench, 3DMark CPU-Profil und werfen einen Blick auf die Leistungsaufnahme. Genutzt wurde das EXPO Profil des RAMs.

Cinebench R23

Cinebench R23Multi-ScoreSingle-Score
ASUS ROG Strix X670E-F197271996
NZXT N7 B650E198511992
Gigabyte X670 AORUS Elite AX199281990

3DMark CPU-Profile

3DMark CPU-Profil16 Threads8 Threads4 Threads
NZXT N7 B650E932081044369
ASUS ROG Strix X670E-F917479084395
Gigabyte X670 AORUS Elite AX922678664232

3DMark (Ryzen iGPU)

TimespyFirestrike
ASUS ROG Strix X670E-F8502218
Gigabyte X670 AORUS Elite AX8532226
NZXT N7 B650E8402160

Wie nicht anders zu erwarten, zeigte das Board eine tadellose Performance oder sagen wir besser keine Auffälligkeiten und schiebt sich im Cinebench in die goldene Mitte. Im 3DMark CPU-Profil gab es eine vergleichsweise „deutliche“ Führung bei vielen Threads. In Timespy und Firestrike mittels integrierter GPU wiederum einen leichten Rückstand.

Leistungsaufnahme

Die Leistungsaufnahme beobachten wir einem brennstuhl PM 231 E direkt an der Steckdose.

Leistungsaufnahme in Watt
ohne EXPO
ASUS
ROG Strix X670E-F
Gigabyte
X670 AORUS Elite AX
NZXT
N7 B650E
Idle (Windows)ca. 57 Wattca. 44 Wattca. 36 Watt
Idle (BIOS)ca. 78 Wattca. 58 Wattca. 54 Watt
Last (Cinebench R23 Multi)ca. 183 Wattca. 176 Wattca. 184 Watt
Heruntergefahren3,7 Watt2 Watt2,5 Watt
Leistungsaufnahme in Watt
mit EXPO
ASUS
ROG Strix X670E-F
Gigabyte
X670 AORUS Elite AX
NZXT
N7 B650E
Idle (Windows)ca. 66 Wattca. 51 Wattca. 44 Watt
Idle (BIOS)ca. 89 Wattca. 63 Wattca. 61 Watt
Last (Cinebench R23 Multi)ca. 191 Wattca. 184 Wattca. 193 Watt
Heruntergefahren3,7 Watt2 Watt2,5 Watt
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Vermutlich bedingt durch den anderen bzw. einzelnen Chipsatz und die geringere Anzahl an Schnittstellen fällt die Leistungsaufnahme im Leerlauf geringer aus als bei X670-Boards. Im Stresstest hingegen gibt es kaum Unterschiede bzw. gönnte sich das System sogar minimal mehr Energie. Die Verwendung des EXPO-Profils resultiert in ca. 8 Watt Unterschied.

Fazit

Bringt man den sehr langen ersten Start hinter sich, ist das NZXT B650E in der Praxis so wie das Äußere es andeutet: Unauffällig. Es lief stabil, die Performance passt und bei der Leistungsaufnahme waren hier keine Defizite auszumachen.

Mit NZXT CAM gibt es eine bekannte Software, praktisch wenn man ohnehin bereits NZXT-Produkte verwendet. Das Board lässt sich hier lediglich im Bezug auf die vielen Lüfter- und RGB-Header konfigurieren. Mit 7 Lüfter-Anschlüssen mit je 2A kann man aber einiges bewerkstelligen.

Mit der Abdeckung sieht das Mainboard natürlich fantastisch aus, ganz ohne RGB-Schnickschnack. Schade ist, dass die Abdeckung nicht auch als Kühler fungiert und die sekundären M.2 Slots ganz ohne passive Kühler auskommen müssen. Nur der PCIe 5.0 M.2 Slot darf sich über einen Kühler freuen. Abseits von OnBoard-Buttons gibt es auch keine Komfortmaßnahmen wie EZ-Latch/Q-Release. Außerdem hätte es, wenn man schon aktuelles Wi-Fi 6E anbietet, eine aktuellere Karte sein dürfen. Dafür war NZXT im VRM-Bereich und bei den internen USB-Anschlüssen großzügiger. Die BIOS-Buttons auf der Rückseite sind ebenfalls nützlich.

So bleibt als abschließendes Fazit festzuhalten, dass das NZXT N7 B650E ein gutes Mainboard mit tollem Design ist, das für den Preis aber stellenweise noch etwas mehr bieten dürfte.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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