Thermal Master P3 Wärmebildkamera im Test

Für den heutigen Test konnten wir uns einmal ein Produkt abseits der gewohnten Hardware ansehen und zwar die Wärmebildkamera Thermal Master P3, die unkompliziert das Smartphone in eine Wärmebildkamera mit nützlichen Funktionen verwandelt.

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Zum Zeitpunkt des Artikels war die Thermal Master P3 für 299€ bei Thermal Master* erhältlich. Die P3 ist auch auf amazon.de* erhältlich. Mit dem Code THERMALBF10 sollen sich in beiden Fällen nochmal 10% sparen lassen! (Ohne Gewähr, Code zum Zeitpunkt des Artikels gültig).

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Technische Daten der P3

Größe (L x B x H)59*27*17,2 mm
Sensor256×192 @12μm
Upscaling auf 512×384 Pixel möglich
Bildrate25 Hz
Digitalzoom15×
Messbereich-20°C~600°C
Genauigkeit±2 °C oder ±2 %
Fokus8 mm bis 80 mm, manuell
Brennweite4,3 mm
FOV40°x30,2°
Stromverbrauch0,32 W
Shoplinksamazon.de*
thermalmaster.com*

Thermal Master P3 im Detail

Die Verpackung hebt einige Vorzüge und Eigenschaften der P3 hervor, wie den Fokusbereich von 8mm bis 80 m, den Temperaturbereich und die Fähigkeit kleine Strukturen von 0.25mm darzustellen.

Im Lieferumfang befindet sich die P3 in einem praktischen Transportcase in dem sich noch ein kleiner USB-C auf Lightning-Adapter befindet. Weiterhin gibt es noch ein USB-C-Verlängerungskabel samt USB-A-Adapter und eine etwas klein gedruckte Anleitung.

Die Thermal Master P3 misst ungefähr 59*27*17 mm wobei in der Tiefe der Fokusring einen wesentlichen Teil ausmacht. Das schwarze Gehäuse besteht aus Aluminium mit goldenen Akzenten, was sich ebenso gut anfasst wie es aussieht. Sie verfügt allerdings nicht über ein IP-Zertifizierung.
Die Maße und das Gewicht von 27 Gramm machen die P3 hosentaschentauglich bzw. lässt sie sich im Case einfach und sicher transportieren.

Der strukturierte Fokusring ist griffig und dreht sich sehr definiert und damit präzise. Kleine Anpassungen sind kontrolliert möglich. Mit großen, breiten Fingern könnte er dennoch etwas schmal ausfallen.

Die technischen Daten lesen sich vielversprechend. Der Fokusbereich beginnt bei nur 8 Millimetern und damit können auch kleine Bereiche aus der Nähe detailliert dargestellt werden. Laut Hersteller sollen Strukturen ab 0.25mm z.B. auf Platinen untersucht werden können, was der Hersteller mit dem Zusatz PCB-Wärmebildkamera oder PCB-Master hervorhebt. Der Fernbereich liegt bei 80 m, womit eine große Spanne und Flexibilität gegeben ist. Der Fokus wird manuell eingestellt, was erst mal etwas Übung bedarf, aber sich so perfekt auf den Einsatzzweck abstimmen lässt.

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Der verbaute Infrarotsensor bietet eine native Auflösung von 256 × 192 Pixel. Es gibt außerdem ein Upscaling auf 512 × 384 Pixel, das sich X³ IR nennt und im Detail ein etwas knackigeres Bild mit je nach Situation klareren Konturen liefert. Es handelt sich dabei aber nur um interpolierte Daten und das Live-Bild wirkt damit in der Bewegung nach unserem Empfinden nicht mehr ganz so direkt. Ausprobieren bei statischen Aufnahmen mit vielen Details kann sich lohnen. Die Bildrate von 25 Hz sorgt für eine ausreichend flüssige Darstellung, die nur bei Schwenks etwas verwaschen wirkt. Die Messgenauigkeit gibt Thermal Master für den Bereich von –20 °C bis 600 °C mit +- 2 Grad bzw. 2% an.

Inbetriebnahme, Bedienung und Praxiseindruck

Die Inbetriebnahme ist einfach. Die P3 wird einfach an das Smartphone gesteckt und man benötigt lediglich die App „Thermal Master“, die es z.B im Playstore gibt (für Android in unserem Fall). Nach kurzer Installation und Einführung ist die Kamera damit einsatzbereit. Am besten man führt dann ggf. ein Firmware Update durch, das schnell erledigt ist. Dann kann es auch direkt losgehen. Die P3 kann zudem am PC genutzt werden, auf der Homepage von Thermal Master findet man eine Windows-Software. Die Android App hatte bei uns keine größeren Probleme, von seltenen Erkennungsproblemen beim Start mal abgesehen, die sich mit dem erneuten Öffnen beheben ließen.

Die Standardeinstellungen der App dürften für die meisten Fälle und Ansprüche wohl ausreichend sein und wenn man das manuelle Fokussieren dann mal raus hat, geht die Bedienung einfach von der Hand. Vieles Weitere erklärt sich selbst oder ist nach etwas ausprobieren ersichtlich. Ohne Stativ, eine entsprechende Aufnahme bietet die P3 selbst nicht, ist aber gerade das Arbeiten im Nahbereich nicht ganz einfach, wenn man einerseits fokussieren, ruhig halten und die App bedienen möchte.

Die Kamera passt automatisch den Dynamikbereich an die Temperaturen an, so dass man für die jeweilige Szene immer ein kontrastreiches Bild erhält, das die Farb- und somit Temperaturunterschiede gut erkennbar darstellt. Gerade bei schnellen, umfangreichen Wechseln kommt die dynamische Anpassung der Skala aber mal nicht hinterher oder zeigt Artefakte.

Man kann den Temperaturbereich aber auch selbst festlegen und die Darstellung damit beruhigen und sich so auch nur festgelegte Temperaturen anzeigen lassen oder das Überstrahlen bei sehr großen Unterschieden reduzieren. Im oberen Teil der App legt man noch die Temperaturspanne fest, die beobachtet werden soll, entweder von -20 bis 150 °C oder von 100 bis 600 °C.

Auch die Darstellung an sich kann umfangreich angepasst werden. Es stehen mehrere unterschiedliche Farbpaletten zur Verfügung, so dass man nicht auf das Lila und Gelb beschränkt ist. Es gibt außerdem die Möglichkeit die Helligkeit und das Kontrastverhältnis anzupassen, um Unterschiede stärker oder weniger stark abzuheben. Wie gesagt finden wir die Standardeinstellungen aber recht gelungen. Das Bild lässt sich außerdem drehen und es gibt einen 15-fachen Digitalzoom.

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Technischer ist da die Möglichkeit Korrekturmaßnahmen einzustellen. In einem Untermenü lässt sich der Emissionsgrad des zu untersuchenden Materials einstellen, der Abstand und die Umgebungstemperatur definieren. Damit kann die Genauigkeit im Detail optimiert werden. Es können zudem Warnungen bei Über- und Unterschreiten von bestimmten Temperaturen eingestellt werden.

Im Bild werden die maximale und minimale Temperatur hervorgehoben und es gibt ein Fadenkreuz. Besonders praktisch ist es eigene Messbereiche im Bild festlegen zu können, wozu es mehrere Varianten gibt. Es kann beispielsweise ein Bereich (z.B. als Kreis) eingestellt werden oder eine Linie auf der die Temperaturextreme angezeigt werden. Man kann aber auch selbst konkrete Punkte im Bild setzen und die P3 zeigt dann die Temperaturen dieser Punkte an. Das ermöglicht gezieltere Beobachtungen gewünschter Bereiche, die auf den Fotos entsprechend festgehalten werden. Es gibt weiterhin eine Bild-in-Bild Funktion, wo das Bild der Hauptkamera des Smartphones zusätzlich dargestellt wird. Perspektive und Brennweite stimmen dabei natürlich nicht perfekt überein, womit dies kein Ersatz für ein Overlay ist, sondern eine nette Ergänzung.

Bildqualität und Handhabung ermöglichen schnelle, einfache und nach unserer Ansicht auch plausible Beobachtungen. Wir haben beispielsweise Temperaturen einer SSD beobachtet und einer TV-Box. Das Bild der SSD wurde um 180 Grad gedreht aufgezeichnet. Das Menü für die Temperaturskala dreht sich dabei nicht mit.

Neben der Untersuchung von PCBs oder anderer elektrischer Geräten finden wir vor allem die Analyse am und im Gebäude spannend. So lassen sich schnell Kältebrücken bzw. schlecht gedämmte Bereiche im Haus ausfindig machen. Wir fanden an einer Seite eines Rolladenkastens eine fehlende Dämmung (Jetzt im Sommer durch höhere Temperaturen ersichtlich) und „freuen“ uns bereits darauf zum Winter diverse Optimierungsmöglichkeiten im Haus ausfindig zu machen.

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Dabei werden sogar kleine Temperaturunterschiede erfasst und klar im Bild wiedergegeben. Beispielsweise wurden die Dachbalken durch die schlecht gedämmte Dachschräge anhand der Temperaturunterschiede genau erkennbar.

Fazit

Uns als Laien auf dem Gebiet hat die P3 von Thermal Master sehr gut gefallen. Die schnelle Einsatzbereitschaft und nach kurzer Zeit leichte Handhabung zusammen mit der guten und für uns auch plausibel erscheinenden Darstellung (ohne natürlich jedes Grad exakt überprüfen zu können), hat uns begeistert. Neben dem nicht zu leugnenden geweckten Spiel- und Entdeckungstrieb erweist sich die P3 in der Praxis als wirklich nützlich. Abseits der Untersuchung von PCBs sind gerade Inspektionen des Gebäudes sehr aufschlussreich und sicher werden wir die P3 in zukünftigen Hardwaretests mal ergänzend hinzuziehen, da sie hier mit detaillierter Darstellung punktet.

Mit einem Fokus von 8 mm bis 80 m ist die P3 sehr flexibel und ermöglicht sehr schnell erste Erfolge. Wer tiefer in die Materie eintauchen will oder höhere Ansprüche hat, kann in der App Korrekturen und individuelle Anpassungen vornehmen. Wir hatten von seltenen Erkennungsproblemen abgesehen keine größeren Probleme mit der App. In der Praxis zeigten sich lediglich kleine Schwächen bei der automatischen Dynamikanpassung und wie gesagt erfordert die manuelle Fokussierung samt Bedienung etwas Übung.

Mit einem Preis von 255-300€ (ja nach Aktion und ggf. Rabattcode THERMALBF10) (Stand 22.06.2025) empfinden wir die Thermal Master P3 für das Gebotene als günstig, was zusammen mit der schnellen Einsatzbereitschaft eine geringe Einstiegshürde bildet.

Händlerlinks: P3 auf thermalmaster.com* und P3 auf amazon.de*

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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