Alphacool Eisbaer 240 im Test

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Alphacool Eisbaer Review

Mit der Eisbaer möchte der Wasserkühlungsspezialist Alphacool die Grenzen zwischen eine AiO und einer Customkühlung weiter auflösen. Neben der Erweiterbarkeit hat man besonderes Augenmerk auf die Geräuschentwicklung der Pumpe gelegt. In unserem Test klären wir wie gut der Nachfolger der Eisberg wirklich ist, was die AiO wirklich leistet und ob die Arbeit an der Pumpe erfolgreich war.

Alphacool Eisbaer im Überblick

Verpackung und Lieferumfang

Nutzer von Wasserkühlungen ist die typische Alphacool Verpackung schon bekannt und so kommt auch die Eisbaer in dem schwarzen Karton auf dem unscheinbar die Pumpeneinheit der AiO zu sehen ist. Darüber der Produktname und dessen Ausführung. Uns steht die 240 mm Variante zur Verfügung, weitere Größen sind in der Tabelle aufgeführt. Technische Daten gibt es weder auf der Vorder- noch auf der Rückseite. Der Karton ist nicht versiegelt und lässt sich leicht hochklappen und gibt sofort Blick auf den Inhalt, der in den Pappformen liegt. Abgesehen von der vormontierten Eisbaer-AiO ist natürlich das Montagematerial für AMD und Intel beigelegt, welches getrennt verpackt ist. Zudem gibt es je acht 5 mm und 30 mm Schrauben für den Radiator. Außerdem befinden zwei kleine Tütchen Wärmeleitpaste und zwei 120 mm Lüfter im Karton. Bei ersterem setzt Alphacool auf die bekannte und sehr gute Gelid Extreme, der Inhalt reicht für ca. 1-2 Anwendungen pro Tütchen, je nach Größe der CPU. Bei Letzteren handelt es sich um die neuen Eiswind 12 Lüfter, die wir uns später genauer ansehen. Zunächst befassen wir uns im Detail mit der eigentlichen Eisbaer AiO-Kühlung.

Technische Daten

  • Maße Radiator 278 x 125 x 30 mm (B x H x T)
  • Material Radiator Kupfer
  • Lüfter 2x 120 mm
  • Varianten Solo, 120 (XT45), 240, 280, 360 mm
  • Kompatibilität Intel 1150, 1155, 1156, 2011(-3), 1151
  • AMD AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, FM2+
  • Derzeitiger Preis ab ca. 115€

    Technische Details Pumpe
  • Regelbereich 1900- 2600 U/Min
  • Spannung 7 – 13,5 V
  • Anschluss 1x 3 Pin
  • Leistungsaufnahme 4W
  • Durchfluss (in Eisbaer) 70 l/h
  • Förderhöhe 0,85 m

Alphacool Eisbaer im Detail

Optisch ist die Eisbaer sehr nüchtern gehalten und verzichtet auf ein verspieltes Design. Schwarz dominiert ausnahmslos jede Komponente. Die schwarze Kühler-/Pumpeneinheit hat eine relativ große Bauhöhe. Ein kleines Fenster gibt Einblick ins Innere und ermöglicht eine direkte Sicht auf die verbaute Pumpe. Auf der Oberseite ist ein blaues Alphacool Logo, welches im Betrieb dezent blau beleuchtet wird. Auch die Schläuche inkl. Knickschutz und der Radiator sind komplett schwarz. Besonders auffällig sind die großen, blau und rot markierten Schnellverschlüsse.

Wesentliche Neuerung gegenüber dem Vorgänger, der Eisberg, ist die neuste Evolutionsstufe der verbauten Pumpe. Konkret verbaut Alphacool eine Variante, die auf der DC-LT Ultra low noise Ceramic basiert, welche maximal 2600 U/Min auf den Tacho bringt. Durch die maximale Leistungsaufnahme von nur 4W ist ein Betrieb direkt am Mainboard möglich, wodurch die Pumpe auch geregelt werden kann. Alphacool spezifiziert den Betrieb nämlich auch für 7V, was geräuschempfindlichen Anwendern zu Gute kommen dürfte. Da Alphacool den Durchfluss innerhalb der Eisbaer auf 12V mit 70l/h Stunde angibt, ist genug Spielraum vorhanden die Pumpe nach eigenen Anforderungen zu drosseln. Die transparente Angabe seitens des Hersteller möchten wir an dieser Stelle loben.

Die Kühlfläche ist nicht vernickelt und wir sehen nacktes, poliertes Kupfer. Unser Sample war ab Werk etwas angelaufen, was jedoch kein funktionelles Manko darstellt. Wer sich daran stört kann das Kupfer mit Hausmitteln wieder etwas aufpolieren.

Auf der Oberseite der AiO-Einheit sind die Anschlüsse der Schläuche und ein Fillport zum Nachfüllen von Kühlflüssigkeit. An die Möglichkeit der einfachen Wartung wurde also gedacht. Die Schläuche wurde mit handelsüblichen G1/4 Schraubtüllen montiert. Die somit austauschbaren Schläuche glänzen schwarz und sind in voller Länge mit einem schwarzen, spiralförmigen Knickschutz versehen. Einer der Beiden wird von Nylon-Schnellverschlüssen unterbrochen. An dieser Stelle kann der Kreislauf geöffnet werden, ohne dass viel Flüssigkeit verloren geht. Das dient natürlich der einfachen Erweiterung. Die Anschlüsse sind zu den Alphacool HF Anschlüssen kompatibel und auch eine Kombination mit der später erscheinen GPU-AiO „GPX-Pro“ ist möglich. Um die Anschlüsse zu öffnen muss das Gewinde aufgeschraubt und die Anschlüsse auseinandergezogen werden. Da hier ein paar Tropfen verloren gehen können, sollte etwas Küchenpapier o.Ä. bereitliegen. Die austretende Wassermenge ist nach unseren Erfahrungen sehr gering.

Durch Verwendung handelsüblicher Anschlüsse sind einer Erweiterung fast keine Grenzen gesetzt. Nicht nur ein weiterer Radiator, sondern auch Überwachungsfeatures wie Temperatur oder Durchflusssensoren wären möglich.

Bei dem Radiator setzt man natürlich auf die hauseigene NexXxos Serie in der ST30 Variante. Das bedeutet 30 mm Dicke, was auch schwachen Lüftern zu Gute kommt. Merkmal der NexXxos Serie ist, dass sie komplett aus Kupfer bestehen (ausgenommen die Gewinde). Viele AiO Kühlungen setzten auf einen Materialmix mit Aluminium. Kupfer hat jedoch die höhere Wärmeleitfähigkeit und soll bei der Eisbaer für den gewissen Unterschied sorgen. Weiterhin haben die NexXxos Radiatoren ein Schutzblech unter den Gewinden, so dass zu tief eingedrehte Schrauben nicht sofort den Radiator beschädigen!

Die Verarbeitung ist gut. Die Lamellen wurden nur hauchdünn lackiert. So scheint zwar, je nach Blickwinkel, deutlich das Kupfer durch, auf der anderen Seite wird so die Kühlleistung nicht durch zu dicken Lack beeinträchtig.

Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf die beigelegten Lüfter, die auf den Namen „Eiswind 12“ hören. Äußerlich sind die beiden Lüfter sehr unspektakulär und komplett schwarz. Es gibt weder LEDs noch Gummipuffer zu sehen. Er verfügt über 7 Blätter und eine recht große Nabe. Das 4-Pin PWM Kabel ist gesleevt.

Die maximale Drehzahl liegt bei 1700 U/Min und kann auf ca. 550 U/Min per PWM gedrosselt werden. Auf 100% werden ca. 109 m3/h Luft befördert bei einem maximalen Druck von 1,66mmH2O. Die Lautstärke ist mit 29dB(A) auf einen Meter Abstand angeben. Auch an dieser Stelle ist die transparenz der Daten vorbildlich. Auf den ersten Blick wird also keine Leistung mit extrem hochtourigen Lüftern erkauft. Andererseits wirken die Lüfter nicht unbedingt hochwertig. Zudem war es uns mittels Aquaero nicht möglich die minimale Drehzahl von 550 U/Min zu erreichen und wir mussten mit mindestens 700 U/Min vorlieb nehmen. Wie gut oder schlecht sich die Lüfter letztendlich schlagen, werden unsere Messungen zeigen.

Montage

Ablauf der Montage auf einem Sockel 2011-(3) System

  • Aufstecken des Rahmens an die AiO-Einheit
  • Federn und Unterlegscheibe auf die langen Schrauben stecken
  • Schrauben mit den Felder durch die Montagelöcher am Rahmen führen und mit Muttern fixieren
  • Lüfter am Radiator befestigen und Radiator im Gehäuse montieren
  • Wärmeleitpaste auftragen
  • AiO-Einheit auf die CPU setzen und die Schrauben am Rahmen festdrehen
  • Pumpe und Lüfter anschließen

Die Masse an beigelegtem Montagematerial schreckt zunächst ab, was sich aber schnell als unbegründet herausstellt. Zunächst muss der passende Montagerahmen an der Pumpeneinheit befestigt werden. Dazu werden die zwei Hälften des Rahmens einfach an dieser zusammstengesteckt. Danach werden die passenden langen Schrauben gewählt (je für AMD, Intel 775-1151 und Intel 2011 andere) und mit den Federn und Unterlegscheiben durch Muttern an dem Rahmen fixiert. Der Anschlagspunkt ist vorgegeben. Die Einheit ist damit bereits fertig für die Montage vorbereitet. Auf einem Sockel 2011 und AMD System (AMD Backplate benötigt) könnte sie nun direkt in den Sockel geschraubt werden. Bei den anderen Intel-Sockeln wird einfach die beigelegte Backplate von hinten an das Mainboard gesteckt.

Für den Radiator gibt es zwei Schraubenlängen. Einmal mit ca 5 mm für die direkte Montage am Gehäuse und einmal in 30 mm. Mit letzteren werden entweder nur die Lüfter am Radiator befestigt oder man verwendet sie um die Lüfter zwischen Radiator und Deckel zu positionieren. Abschließend werden sowohl die Pumpe als auch die Lüfter angeschlossen. Für die Lüfter liegt ein 4Pin PWM Y-Kabel bei, die Pumpe hat einen 3 Pin Anschluss.

Das Montagesystem hat uns sehr gut gefallen! Da es unkompliziert und Intuitiv war, es stellt somit eine deutliche verbesserung zu der Eisberg AiO da.

Temperaturen

Serienlüfter

max U/Min50% PWM
Aio Wakü benchmark vergleich intel
Aio 50% PWM Benchmark vergleich

Referenzlüfter

1500 U/Min1000 U/Min
aio referenz max
aio benchmark 1000

Lautstärke

Die Eiswind 12 Lüfter der Eisbaer sind wahrlich keine Leisetreter und sind in jedem Szenario deutlich lauter als die verbaute Pumpe. Störend ist dabei jedoch nicht hauptsächlich das Luftgeräusch, welches mit max. 46 dB(A) auf Niveau eines NH-D15 liegt, sondern vor allem ein durchgehendes, lautes Lagergeräusch in Form eines starken Surrens. Da die Eisbaer aber auch mit anderen Lüftern eine hervorragende Leistung bringt, würden wir sogar direkt zu einem Tausch raten!

max U/Min50% PWM
aio lautstärke max drehzahl
aio lautstärke max drehzahl

Lautstärke der Pumpe

Auf 12V mit ca 2600 U/Min ist die Pumpe in leiser Umgebung und bei einem leisen System klar hörbar. Sie macht dabei durch ein monotones Summen auf sich aufmerksam. Reduziert auf 7V (ca 1900 U/Min) ist sie subjektiv so gut wie nicht mehr zu hören, was auch unsere Messwerte belegen. Unter alltäglichen Bedingungen wird die Pumpe nicht hörbar sein (das Testsystem steht auf einem Tisch in einem ruhigen Kellerraum). Da die Leistung durch ein Herunterregeln der Pumpe nicht beeinträchtigt wird, ist ein Betrieb bei 7V ratsam.

aio pumpen lautstärke

Fazit

Bei der Alphacool Eisbaer fällt das Fazit großteils positiv aus. Deutliche Kritik müssen wir, wie so oft, bei den Lüftern äußern. Dies ist besonders schade, da sich die maximale Drehzahl und das Luftgeräusch in Grenzen halten. Doch das starke, surrende Antriebgeräusch über den gesamten Drehzahlbereich wird nicht nur empfindlichen Anwendern sauer aufstoßen. Dabei spielt dann auch keine Rolle mehr, dass wir die minimale Drehzahl mit unserer Steuerung nicht erreichen konnten. Interessenten sollten daher den direkten Zukauf alternativer Lüfter nachdenken.

Abgesehen davon ist die Alphacool Eisbaer eine hervorragende Wasserkühlung, die die Grenzen einer AiO und einer Custom-Lösung weiter verschwimmen lässt. Durch den Einsatz standardisierter Komponenten ist eine Erweiterung um Features oder eine weitere Leistungsverbesserung einfach zu realisieren. Dabei mangelt es bei letzter ab Werk keineswegs, was Unterschiede zu der Luftkühler-Elite von 3-4 Grad, auch bei niedrigen Drehzahlen, beweisen.

Hauptaugenmerk liegt wie immer auf der Pumpe, bzw. deren Geräuschemission, gerade weil der Hersteller nach eigenen Aussagen stark daran gearbeitet haben will. Nach unserer Auffassung arbeitet die Pumpe auf 12V mit einer vollkommen akzeptablen Lautstärke, das deutliche Summen kann zumindest in absolut stiller Umgebung aber stören. Reduziert man die Eingansspannung allerdings auf 7V fällt der reine Schalldruck zwar nur wenig, doch das Summen verschwindet fast vollkommen und dürfte im Alltag so gut wie unhörbar sein. Selbst im worst-case unsere Testsystem war sie kaum noch auszumachen. Dank der scheinbar großen Reserven der kleinen Pumpe muss bei 7V nicht mal mit einer reduzierten Leistung gerechnet werden.

Erweiterbarkeit, hohe Leistung und die Möglichkeit zu einem leisen Betrieb, wenn auch mit Austauschlüftern, resultieren in klaren Empfehlung

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