NZXT Kraken Z73 im Test

AiO mit Display und flexibler Pumpe im Review

NZXT Kraken Z73 Test Review

NZXT Kraken Z73 Überblick

Verpackung und Lieferumfang

Der Lieferumfang der NZXT Kraken Z73 ist sehr übersichtlich. Im Prinzip bekommt man nur das benötigte Montagematerial und die Anschluss-Kabel. Wärmeleitpaste ist für die einmalige Montage bereits auf dem Kühlerboden aufgebracht und liegt nicht zusätzlich bei.

Zugutehalten muss man hier, dass die ganzen Extras direkt in der AiO integriert sind und es daher keine Controller oder ähnliches Zubehör benötigt.

Technische Daten

NZXT Kraken Z73
Maße Radiator (L x B x H)121 x 394 x 27mm
Material RadiatorAluminium
Schlauchlänge400 mm
Drehzahl Pumpe880 – 2800 U/Min
AnschlussSATA-Strom
Mikro-USB
Material KühlerbodenKupfer
Lüfter3x NZXT Aer P120
120 x 120 x 25 mm
4-Pin PWM
Drehzahl Lüfter500 – 2000 U/Min (angegeben)
530 – 2000 U/Min (gemessen)
Intel SockelLGA 1200 / 20XX / 115x
AMD SockelAM4 / sTRX4*, TR4*
*mit optionalem Bracket
BesonderheitenDisplay
Software-Anbindung
Temperatursensor für Flüssigkeit
Preis
Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Zuletzt aktualisiert am 24. Juni 2021 um 08:21 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.    

NZXT Kraken Z73 im Detail

Vom großen Display mal abgesehen, das man ausgeschaltet nur erahnen kann, ist die NZXT Kraken Z73 sehr schlicht gestaltet. Schwarz dominiert jeden Millimeter der Wasserkühlung. Das Pumpengehäuse mit mattschwarzer Beschichtung ist ausgesprochen hochwertig gearbeitet. Im Deckel ist das Highlight der Kraken Z73 integriert: Das 2,36 Zoll große LC-Display.

NZXT Kraken X73

Das Display löst mit 320 x 320 Pixel bei einer Farbtiefe von 24 Bit auf und kann mit maximal 650 cd/m² sehr, sehr hell werden. Dies lässt sich natürlich regulieren. Auf dem kleinen Bildschirm lassen sich wahlweise nützliche, oder weniger nützliche Dinge darstellen. Es handelt sich um ein LCD und nicht um ein OLED, Ausbrennen ist also kein Thema.

Pumpengehäuse mit LCD

LC-Display mit guter Darstellung

Zu den nützlichen Dingen gehören ohne Zweifel Systeminformationen. Darunter die aktuelle CPU- oder Flüssigkeitstemperatur, für letztere hat die Kraken Z73 nämlich einen entsprechenden Sensor verbaut.
Die Darstellung lässt sich farblich den eigenen Wünschen nach anpassen. Der Wassertemperatursensor stellt unserer Meinung nach einen großen Mehrwert dar, da sich die Lüfter darüber deutlich kontrollierter und gezielter steuern lassen.

NZXT Kraken X73 Display Temperaturen
CPU und GPU Temperatur auf Display

Weniger nützlich, aber spaßiger, sind Farbeffekte und Animationen. Auch eigene Grafiken/Animationen in Form von gifs können auf dem Display dargestellt werden. jpg-Dateien müssen leider vorher umgewandelt werden. Die Darstellung ist sowohl von der Schärfe als auch der Farbdarstellung mehr als ordentlich.

nzxt kraken display
Regenbogenfarben
nzxt kraken display
Temperatur des Kühlmittels

Viele Kabel an zwei Anschlüssen

Für die Anbindung an das System- und die Stromversorgung sind zwei Anschlüsse seitlich am Pumpengehäuse untergebracht. Zunächst ein Mikro-USB Anschluss über den die Kommunikation mit der NZXT CAM Software realisiert wird. Dazu benötigt man einen freien internen USB2-Header oder behilft sich in dem man ein Kabel zur Rückseite führt.

Der andere Stecker kombiniert die Stromversorgung über einen SATA-Stromstecker und ein dreifache Lüfter-Kabel, damit man die Lüfter auch über die Software regulieren kann. Ein zusätzlicher Lüfterstecker überträgt die Drehzahl an einen Mainboard-Anschluss, falls man das möchte. Zu guter Letzt findet man noch einen RGB-Anschluss, an dem ein NZXT-RGB Gerät angeschlossen und über CAM gesteuert werden kann. Man sieht, ein paar mehr Kabel sind notwendig. Corsair lagert dies z.B. in eine Controller-Box aus.

In der NZXT Kraken Z73 ist eine Asetek Pumpe der 7. Generation verbaut. Charakteristisch dafür finden wir also voraufgetragene Wärmeleitpaste auf dem gut geschliffenen, blanken Kupferboden und den Dreh-Mechanismus über den die Halterung für Intel oder AMD schnell (de)montiert werden können.

AMD-Halterung montiert

Die verbaute Asetek-Pumpe lässt sich über CAM steuern. Auf maximaler Stufe haben wir hohe 2800 U/Min die entsprechend laut sind. Es geht jedoch fließend runter bis auf nur noch 800 U/Min, bei denen es im Alltag unhörbar wird. Die Pumpenlautstärke schauen wir uns später im Test genauer an.

Die Schläuche haben eine Länge von 40 cm. Ordentlich, aber nicht überragend. Sie sind sauber und robust mit einem Sleeve versehen und schließen sich der bisher guten Verarbeitung nahtlos an. Drehgelenke am Pumpengehäuse unterstützen die Flexibilität.

Der 360mm Radiator aus Aluminium verfügt über den NZXT Schriftzug an der Seite, ist sonst aber unspektakulär. Die Verarbeitung ist auch hier sehr gut. Es gibt nur wenige Unregelmäßigkeiten. Auch die Gewinde sind sauber geschnitten und leichtgängig, der Lack gleichmäßig aufgetragen. Einen Fillport gibt es leider nicht. Dafür entschädigt NZXT mit einer langen Garantiezeit von 6 Jahren.

NZXT Kraken Radiator

Lüfter

Die NZXT Kraken Z73 verfügt als 360mm AiO-Wasserkühlung über drei 120 mm Lüfter. NZXT legt die druckoptimierten Aer P120 bei, die gänzlich in Schwarz daherkommen. RGB-Lüfter hätten den Preis wohl noch höher getrieben und der Fokus läge nicht mehr uneingeschränkt auf dem Display. Als Kraken X73 bekommen man die CPU-Wasserkühlung jedoch auch mit RGB-Lüftern, aber ohne Display.

Die Lüfter haben durchgehend gummierte Schraubenlöcher was der Entkopplung dient. Der Drehzahlbereich erstreckt sich laut Datenblatt von 500 – 2000 U/Min mit einer gewissen Toleranz. In der Praxis messen wir ~530 U/Min bis 2000 U/Min. Die Specs sind damit erfüllt.

Die NZXT Aer P120 sind akustisch leider eher auffällig und bereits ab 800 U/min hörbar mit etwas brummigem Klang. Das Lager hingegen zeigt keine Störgeräusche, auch sonst hört man bei niedrigen Drehzahlen keine Nebgeräusche. Dank Zero-Rpm Modus ist auch möglich die Lüfter komplett zu deaktivieren.

Der Einbau ist durch das Asetek-Systems schnell erledigt. Mit zwei Handgriffen hat man von dem Intel- auf den AMD-Halterahmen gewechselt.

NZXT Kraken Z73 Review

Anschließend schraubt man die Abstandhalter in die AMD-Backplate und kann die Pumpeneinheit mit vier Schrauben fixieren.

Die zahlreichen Kabel machen etwas Sorgfalt nötig, durch die ausreichende Länge lassen sie sich aber gut verlegen. Das USB-Kabel hätte jedoch nicht kurzer ausfallen dürfen.

NZXT CAM

Wir konzentrieren uns hier zunächst nur um die Funktionen von CAM, die die AiO direkt betreffen. Für mehr schaut in den ausführlichen Artikel zu NZXT CAM

Diesen wesentliche Funktionen für die Kraken befinden sich im Punkt „Kühlung“

nzxt cam kraken

Hier steuert man die Lüfter und die Pumpe. Zur Auswahl stehen fertige Kurven für Lüfter und Pumpe (Leise und Leistung), feste Werte und eine Kurve, die man selbst gestalten kann. Auch die Temperaturquelle kann gewählt werden. Da die Kraken einen Sensor für die Flüssigkeit hat, sollte man die wählen um die Lüfter zu steuern. Das vermeidet sprunghaftes Verhalten der Lüfter

Das Display ist im Unterpunkt „Beleuchtung“ zu konfigurieren.

nzxt cam display kraken

Auch hier bietet NZXT einige Optionen zur Auswahl, wie weiter oben auf den Fotos zu sehen war. So kann man sich die Daten zu CPU- und/oder GPU- oder die Flüssigkeitstemperatur anzeigen lassen. Auch der CPU-Takt kann dargestellt werden.

Die Farben kann man individuell verändern, die eigentliche Gestaltung oder Texte leider nicht. So wird z.B. der Temperatursensor stets mit dem Wort „Flüssig“ dargestellt. Dafür können eigene gif-Dateien auf dem Display dargestellt werden:

NZXT Kraken Z73 gif

Dem hohen Funktionsumfang von CAM steht ein gewisser Ressourcenverbauch gegenüber. Immerhin knapp 200 MB Arbeitsspeicher belegt CAM.

Kühlleistung

Wie wir Kühler testen und unsere zahlreichen Messungen zustande kommen, kann auf der Unterseite „So testen wir CPU-Kühler“ nachgelesen werden.

Leistung und Lautstärke

nzxt kraken z73 benchmark

Auch wenn die Lüfter etwas auffälliger sind, ist die Kühleffizienz sehr gut. Bei hoher Lautstärke liegt die NZXT auf einem Level mit der Corsair H150i Capellix Elite, kann bei moderater und geringe Lautstärke aber durch die leisere Pumpe vorbeiziehen. Im Silent-Bereich misst man sich mit der Gletscherwasser 360 von Alpenföhn. So gesehen kann die NZXT Kraken Z73 von laut bis leise gut performen.

Leistung nach Drehzahl

Da eine Lautstärkemessung komplex ist und wir lediglich dB(A)-Werte abbilden können, folgt hier die gewohnte Darstellung nach festen Drehzahlen. Zu beachten ist, dass die Kühler trotz identischer Drehzahlen unterschiedlich laut sind!

max U/Min1000 U/Min650 U/Min
CPU Kühler Benchmark
cpu cooler performance
cpu kuehler temperaturen

Lassen wir die Lautstärke außen vor und schauen uns nur die Kühlleistung bei festen Drehzahlen an, liefert die NZXT Kraken Z73 mehr als sehr gute Werte und ist eine der stärksten 360mm AiO-Wasserkühlungen aus unseren Tests. Bei voller Drehzahl gibt es mal wieder eine Punktlandung auf 48 Grad, offenbar ein Wert den unsere Ryzen CPU nicht unterschreiten möchte. Bei 1000 U/Min und 650 U/Min duelliert sie sich mit der starken Enermax Liqmax und lässt Corsair und Alpenföhn hinter sich.

Referenzlüfter

Mit den Referenzlüftern Arctic P12 und P14 testen wir die Kühler auf ihre Rohleistung unter gleichen Voraussetzungen. Getestet wird auf 650, 1000 und 1700 (P14) bzw. 1800 (P12) U/Min

1800 U/Min1000 U/Min650 U/Min

Die hohe Leistung wird mit den Referenzlüftern bestätigt und zeigt, dass die Kühlleistung nicht an die etwas lauten NZXT Lüfter gebunden ist.

Lautstärke und Einfluss durch die Pumpe

Hinweis: Messwerte sind nur ein Aspekt. Neben den Messabweichung ist abseits des reinen dB(A) Wertes die Art des Geräusches, also „wie es sich tatsächlich anhört“ entscheidend. Unsere Messwerte der AiO-Pumpen dienen einer schnellen Orientierung und dem direkt Vergleich. Wie sich die Pumpen letztlich anhören, beschreiben wir im Text des Tests.

aio-wasserkühlung Pumpen

Die Pumpe der NZXT Kraken lässt sich in einem Bereich von ~880 bis 2800 rpm regeln. Die CAM Software ermöglicht hier neben vordefinierten Stufen die unterschiedliche Lüfterkurven vorweisen auch feste Werte und eigene Lüfterkurven. Wir bewerten hier die Pumpe auf maximaler Stufe (100%), minimaler Stufe (20%) und die Stufe „Leistung“, bei der in unserem Fall ca. 2000 U/Min anlagen.

Auf maximaler Geschwindigkeit ist die Pumpe sehr laut. Dies bestätigen sowohl Messwerte als auch die Ohren, die hier ein sehr aggressives Surren vernehmen. Allerdings ist die höchste Stufe unserer Meinung nach niemals notwendig. Bereits das Drosseln um ein paar Prozent macht sie klanglich unauffälliger, ohne relevante Änderungen der Temperatur.

Bei 2000 U/Min ist die Pumpe zwar wahrnehmbar, aber nicht mehr störend. Spätestens im Last-Betrieb sollte das gleichmäßige Summen durch andere Lüftergeräusche übertönt werden.

Für den Idle-Betrieb lässt sich die Pumpe bis auf 880 U/Min drosseln. Dabei ist nur noch aus aller nächste Nähe, bei offenem Gehäuse und in stiller Umgebung überhaupt wahrnehmbar. Für den Alltag ist sie unserer Meinung nach subjektiv lautlos.

Die Auswirkungen auf die Temperaturen halten zunächst in Grenzen. Zwischen maximaler Geschwindigkeit und 2000 U/Min liegen knapp 1.5 Grad, die man ruhig liegen lassen kann! Bei 1500 rpm steigt die Temperatur auf um schon eher relevante 6 Grad. Bei 880 steigt die Temperatur dann deutlich bis zu 15 Grad und sollte nur bei leichter Last/Idle gewählt werden.

Fazit

Preis hin Preis her, die NZXT Kraken Z73 hat einen starken Eindruck hinterlassen. Warum? Weil sie einfach vieles richtig macht. Die Kühlleistung ist auf maximalen Niveau. Im Punkto Lautstärke bzw. Effizienz könnte die Kraken sogar noch besser performen, wenn die Lüfter etwas unauffälliger wären. Im überaus runden Gesamtpaket sind sie die einzige Kante.

Wer unsere Tests kennt, weiß dass wir großen Wert auf eine leise Pumpe legen oder auf die Möglichkeit die Pumpe leise betreiben zu können. Hier kann die NZXT Kraken durch die niedrige Minimaldrehzahl ebenfalls punkten. Der großen Drehzahlbereich ermöglicht es zudem seinen persönlichen Sweet Spot zu finden, ohne große Leistungseinbußen. Voraussetzung ist es aber CAM zu nutzen. Im Gegensatz zu den Lüftern lässt sich die Pumpe nur per Software steuern.

Durch CAM als Softwareunterbau ist die Ausstattung ohnehin üppig. Lüftersteuerung, Pumpensteuerung, integrierter RGB-Controller und als Schmankerl ein Temperatursensor für die Flüssigkeit. Wenn man nicht wie ich den PC ganz Old-School unter dem Schreibtisch stehen hat, ist das Display natürlich ein sprichwörtlicher Hingucker und hat seinen Reiz. Es treibt aber auch den Preis nach oben. Wer daran kein Interesse hat, kann mit der NZXT Kraken X73 * ordentlich Geld sparen. Schmankerl ist in jedem Fall auch die 6-Jahre Garantiezeit!

Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Fazit

Sehr gute und leistungsstarke AiO-Wasserkühlung. Flexibler Pumpe, lange Garantiezeit und Display entschädigen für etwas laute Lüfter!

Wertung
4.5
  • Kühlleistung
  • Lautstärke
  • Verarbeitung
  • Ausstattung

Vorteile

  • sehr hohe Kühlleistung
  • Pumpe kann unhörbar betrieben werden
  • Lüfter mit hohem Drehzahlbereich
  • Display mit guter, sinnvoller Darstellung
  • sehr gute Montage (AM4)
  • gute Verarbeitung
  • Sensor für Wassertemperatur
  • CAM mit vielen Funktionen
  • 6 Jahre Garantie

Nachteile

  • etwas lautere Lüfter lassen Potenzial liegen
  • kein Fillport (dafür hohe Garantiezeit)
  • hoher Preis

Wir haben den Kühler vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test, Wertung oder die Veröffentlichung fand nicht statt.

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