
Displays auf AiOs sind kaum mehr wegzudenken. Nun betritt auch be quiet! mit der Light Loop IO LCD diesen Markt. Bei Größe und Technik zeigt sich die Light Loop IO LCD vergleichsweise zurückhaltend, aber punktet über eine umfangreiche Software und einem sauberen Kabelsystem.
Technische Daten
| Maße Radiator (T x B x H) | 397 x 120 x 27 mm (ohne Lüfter) |
| Material Radiator | Aluminium |
| Drehzahl Pumpe | 1500– 2900 U/min (Testsystem 2100-3000) |
| Anschluss der Pumpe | IO Connector |
| Material Kühlerboden | Kupfer, vernickelt |
| Lüfter | 3x Light Wings LX high speed |
| Drehzahl Lüfter | ca. 250 bis 2100 U/min |
| Intel Sockel | LGA 1700 / 1200 / 1150 / 1151 / 1155 |
| AMD Sockel | AM4, AM5 |
| Besonderheiten | – nachfüllbar – IO Controller – 2,1″ Display – Beleuchtung – Sensor für Flüssigkeitstemperatur |
| Preis | Amazon.de: € 229,85* |
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be quiet! Light Loop IO LCD im Detail
Die Light Loop IO LCD kommt im Wesentlichen mit dem von be quiet! seit Ewigkeiten bekannten Montagematerial, samt einer Flasche mit Flüssigkeit zum Nachfüllen. Die Lüfter sind nicht vormontiert. Erwähnenswert ist in der LCD-Version vor allem der neue IO-Controller, der den Anschluss für die AiO bereitstellt und als Schnittstelle zwischen System und Kühlung dient.
Der Controller wird per internem USB-2.0-Anschluss und SATA-Stromanschluss mit dem System verbunden. Die Verbindung zur AiO wird über einen Stecker im USB-C-Format hergestellt. Der Controller verfügt außerdem noch über einen PWM-Anschluss zum Auslesen der Drehzahl und auch eine PWM-Steuerung über das Mainboards ist somit alternativ möglich.

Das neue Herzstück dieser Light Loop-Variante ist natürlich das Display, das in einem Gehäuse mit zusätzlicher ARGB-Beleuchtung integriert ist, das dieses einrahmt. Das runde Display misst 2.1 Zoll und hat eine Auflösung von 480×480 Pixel und eine maximale Helligkeit von 500 Nits.
Auflösung und Größe entsprechen den (noch) aktuellen Corsair-Modellen, schaut man sich im großen AiO-Display-Markt etwas um, muss man aber schon sagen, dass be quiet! es sehr konservativ angeht. Einige Modelle bieten inzwischen Displays jenseits von 3 bis gar 6 Zoll, gebogene Bildschirme, Dual-Displays oder nutzen kontrastreiche OLEDs.

Dennoch verspricht be quiet! viele Anpassungsmöglichkeiten und wir sehen später, dass be quiet! hier durchaus eine bereits sehr erwachsene Softwarelösung anbietet. Das Anschlusskabel ist mit einem Textilmantel umhüllt, was sehr ansprechend aussieht. Der Sleeve der Schläuche ist dagegen etwas wellig.

Die Geschwindigkeit der Pumpe gibt be quiet! mit 1500-2900 U/min an, was wir in der Spitze mit ~3000 U/min auch bestätigen können. Auf maximaler Drehzahl ist die Pumpe nicht übermäßig laut, aber klar hörbar durch das allgemeine Betriebsgeräusch und ein leichtes Rattern. Unser Exemplar wollte sicher allerdings nicht unter 2100 U/min regulieren lassen. Damit war sie zwar bereits sehr leise und vorrangig in sehr leiser Umgebung und/oder hellhörigem Gehäuse noch wahrnehmbar, aber für kritische Ohren eben nicht „unhörbar“ und es entspricht nun mal nicht den Angaben. Hier warten wir noch auf weitere Infos.
Die Daten von Pumpe, Radiator und Lüfter entsprechen der ursprünglichen Light Loop. Auf den Produktseiten erkennt man einen leicht abweichenden Aufbau, auch die Coldplate weicht von unten gesehen optisch etwas ab, sie ist in beiden Fällen vernickelt.

Am Radiator, der tadellos verarbeitet ist und über einen hübschen Rahmen verfügt, findet man das proprietäre Anschlusskabel, das PWM und ARGB vereint. Proprietär ist erstmal „doof“, im Lieferumfang gibt es aber ein Adapter, falls man eigene Lüfter anschließen möchte. Der Radiator hat übrigens auch einen Fillport, so dass man den Kreislauf nachfüllen kann.

Mit dem Anschlusskabel am Radiator fallen im Sichtbereich keine weitere Kabel an und die Lüfter können einfach diskret in Reihe angeschlossen werden. Ansonsten handelt es sich um die bekannten Light Wings LX mit maximal 2100 U/min und sie weisen eine stolze Anzahl an LEDs vor. 16 ARGB-LEDs sorgen für eine sehr gleichmäßige, ansprechende Ausleuchtung.

Ihr Drehzahlbereich beginnt weit unterhalb der Hörgrenze. Mit ~250 U/min ist ein sehr sehr leiser Betrieb möglich, bei 2100 U/min wird’s natürlich laut, aber das geht schlimmer. Davon ab verhalten sie sich im ganzen Drehzahlbereich hinweg ohne größere Auffälligkeiten!
Die Montage ist von be quiet!-Produkten seit Generationen bekannt. Erwähnenswert ist das 8-mm-Offset für Ryzen CPUs. Für Intel kommt eine Backplate aus Metall zum Einsatz, die zunächst vorbereitet werden muss.

Auch das Pumpengehäuse bringt wie gesagt noch eine ARGB-Beleuchtung mit, die uns mit den Unterbrechungen durch das Gehäuses optisch sehr zugesagt hat. Mit Display und drei beleuchteten Lüftern ist zwar ganz schön was los, aber der Gesamteindruck passt einfach und es sind viele Anpassungen über die Software möglich, der wir folgend etwas mehr Platz geben wollen.
be quiet! IO Center

Das IO Center hat be quiet! im letzten Jahr mit den Tastaturen eingeführt und auch die Dark Perk-Mäuse werden darüber konfiguriert. Die damals komplett neue Software war zum Start schon überraschend „rund“ auch wenn es natürlich noch das ein oder andere Update gebraucht hat.
Nun, zum Start der Light Loop IO LCD, hat die Software eine deutlich umfangreichere Aktualisierung bekommen. Sie stellt nun Systeminformationen dar (die Bezeichnung „Uhr“ ignorieren wir mal wohlwollend) und steuert nun eben auch Geschwindigkeit von Lüfter und Pumpe, die Beleuchtung und das Display und geht dabei einen Schritt Richtung Komplettlösung ala iCUE. Es gibt das IO Center auch als Webversion, die sich ohne Installation im Browser aufrufen lässt. Der Funktionsumfang ist dann etwas eingeschränkt (kein Zugriff auf Sensoren und Cooling Studio), man spart sich aber eine Installation.
Die Beleuchtung kann im Gesamten oder in Zonen eingestellt werden. Es gibt eine Vielzahl von Effekten, die im Detail angepasst werden können, etwa bei Geschwindigkeit, Farbe und Helligkeit. Es gibt zum Beispiel auch einen Effekt, der die Beleuchtung farblich an den aktuellen Inhalt des Displays der AiO anpasst. Als Alternative kann auch Dynamic Lighting aktiviert werden, dann steuert Windows die RGB-Beleuchtung.
Obwohl das Display nicht riesig ist, gibt es auch für dieses eine Fülle an Optionen. Statische Darstellungen, Bilder, Videos und Gif sowie dynamische Hintergründe stehen zu Auswahl. Je nach Option können weitere Anpassungen vorgenommen werden.

Neben der Darstellung der Uhrzeit oder abgespielten Medien dürfte für viele Nutzer die Darstellung von Sensoren interessant sein. Im Punkt „Einblendung“ können die Inhalte angepasst werden. Es stehen eine Vielzahl von Sensoren bereit, maximal zwei passen gleichzeitig auf das Display. Hier kann die Anordnung (Neben- oder Übereinander), sowie die Farbe angepasst werden.
Über die Karussell-Funktion wechselt das Display alle X Sekunden den Inhalt, der einzeln abgewählt werden kann.

Auch die Kühlungseinstellungen sind sehr umfangreich, mitunter aber etwas verschachtelt, wenn man wie gewohnt eine eigene Kurve definieren möchte.
Wer keine Lust auf die Konfiguration mit der IO Software hat, kann einfach einen PWM-Passthrough aktivieren. Dann werden Lüfter und Pumpe gemeinsam über das PWM-Signal z.B. vom Mainboard gesteuert.
Danach trennt sich die Lüfter/Pumpen-Konfiguration in drei Punkte. Im ersten Punkt kann man einfach einen vordefinierten Leistungs- oder Leisemodus wählen und wählt noch ob nach Flüssigkeits- oder CPU-Temperatur gesteuert werden soll. Im Allgemeinen sollte die Kühlmitteltemperatur die sinnvollere Wahl sein und sich nicht so sprunghaft verhalten.
Spannend ist der Punkt „PID“. Hier wählt man eine Zieltemperatur für die Kühlflüssigkeit. Die AiO agiert dann so leise wie möglich, um diese zu halten. Je höher, desto leiser wird der allgemeine Betrieb. Set and Forget.
Eine komplett manuelle und komplexere Steuerung findet man im großen Untermenü „Cooling Studio“. Hier kann man, verteilt auf mehrere Profile, eigene Lüfterkurven erstellen, abhängig von auswählbaren Sensoren. Diese Kurven kann man hier nun auch getrennt den Lüftern und der Pumpe zuweisen, für volle Kontrolle und falls man dem einen eine höhere Priorität beimisst.

Hierbei ist etwas umständlich, dass man bei den Kurven zunächst auf „bearbeiten“ klicken muss und dann kann man sie in einem neuen Fenster anpassen. Eine direkte Anpassung in der Übersicht hätten wir besser gefunden. Außerdem vermissen wir auf dieser Seite eine aktuelle RPM-Anzeige sodass man dafür immer auf die Hauptseite zurück muss. Apropos Drehzahlsignal: Über den PWM-Anschluss wird das Signal der Pumpe ausgegeben.

Kühlleistung und Lautstärke der Light Loop IO LCD 360
Ablauf:
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.
Temperaturen auf Intel LGA1700
Testsystem
- Intel Core i5-13600K
- MSI Z790 Tomahawk WiFi
- 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
- be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
- be quiet! Straight Power 12 1000W
Maximale Drehzahl
Die Light Loop IO LCD platzierte sich in unserem Test insgesamt genau dort, wo sie zu erwarten war. Wir haben, fast zwei Jahre nach dem Test der ersten Light Loop, im Durchschnitt ein minimal schlechteres Ergebnis auf LGA1700 erreicht. Bei Unterschieden von unter einem Grad nichtssagend. Wir haben eine etwas geringere Lautstärke gemessen, aber auch das unterliegt leider immer gewissen Schwankungen. Die Pure Loop 3 FX mit ähnlichen Lüftern kommt auch grob auf diesen Wert.

Betrachten wir nur die P-Cores, waren die Ergebnisse im Großen und Ganzen sogar beinahe identisch.

Leistung bei 40 dB(A)
Auch hier keine Überraschung. Bei dem Durchschnitt aller Kerne ein kleiner Unterschied:

Nur bei den P-Cores hingegen nicht:

Leistung bei 1000 U/min
Bei gleicher Drehzahl haben wir ebenfalls ein fast identisches Ergebnis erhalten

Die Light Loop IO LCD performte bei uns also genau wie das ursprüngliche Modell und damit auf einem durchschnittlichen Niveau. Sie bringt auf LGA1700 keine herausragende aber eine absolut ausreichende Performance ohne Defizite.
Temperaturen auf AMD AM5
Testsystem:
- AMD Ryzen 9 7900X @ 120W und 175W
- ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
- 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
- Seasonic Focus PX-650
- be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)
Maximale Drehzahl (120 Watt)
Auf AMD AM5 konnte die Light Loop IO LCD erneut deutlich besser abschneiden. Auch hier haben wir ein sehr ähnliches Ergebnis zu früher erhalten, nun aber minimal besser. Wir haben allerdings dieses Mal nur eine Montage und Messung vorgenommen (lediglich die erste Messung wurde zur Kontrolle nochmal wiederholt) und nicht wie gewohnt zwei, da die Ergebnisse sehr ähnlich waren und wir uns damit viel Zeit und etwas Strom sparen konnten.
Unser Fokus liegt dabei vorrangig auf dem Durchschnitt aller Kerne, dort waren die Ergebnisse quasi identisch und eine Positionierung weit oben im Ranking sicher.

Leistung bei 40 dB(A)
Bei möglichst angepasstem Schalldruckpegel erreichte die Light Loop IO LCD, möglicherweise auch dank Offset, ein Top-Ergebnis:

Leistung bei 1000 U/min
Gleiches gilt für die angepasste Drehzahl. Der Abstand im Ranking mag auf die Position betrachtet nach viel aussehen, lag im Endeffekt aber bei lediglich 0.5 Grad.

Maximale Drehzahl (175 Watt)
Folgend noch der Test bei 175 Watt und maximaler Drehzahl, der wieder keine Überraschung zeigt. Die Kerntemperaturen waren beinahe identisch, was auch hier eine erstklassige Platzierung sichert.

Fazit
be quiet! betritt den Markt der Display-AiOs zwar nicht spektakulär, aber dennoch recht überzeugend. Sicher, das Display sorgt mit seinen 2.1 Zoll heutzutage nicht mehr für große Augen. Man muss einfach sagen, dass es bei der Konkurrenz deutlich aufwändigere, größere Lösungen gibt. Optisch ist die Kombination aus LCD und viel ARGB aber trotzdem gelungen. Zudem kann be quiet! mit dem stellenweise zwar etwas verschachtelten aber funktional umfangreichen IO Center überzeugen, das sich nun Richtung Komplettlösung entwickelt hat. Besonders profitiert man also, wenn man zudem noch Maus und Tastatur des Herstellers hat und alles unter einer Softwareoberfläche vereinen kann. Große Probleme sind uns dabei nicht aufgefallen, allerdings haben wir die Software auch nur für den Test und nicht im Alltag genutzt. Insgesamt wirkte sie aber schon sehr vollständig.
Für das Display gibt es viele Optionen und auch bei der Konfiguration der Kühlung gibt es sinnvolle und umfangreiche Möglichkeiten zur Steuerung inkl. der Reglung nach der Flüssigkeitstemperatur, die man dank Display stets im Blick haben kann. Das Display und der Controller treiben natürlich den Preis in die Höhe. Auf die UVP betrachtet muss man 70 € mehr in die Hand nehmen und dann trübt die Garantiezeit von nur 3 Jahren den Eindruck etwas deutlicher. Immerhin lässt sich die Light Loop IO LCD aber unkompliziert nachfüllen.
Die Leistung der Light Loop IO LCD entspricht +- dem original Modell. Das heißt, dass wir erneut eine durchschnittliche, solide Leistung auf LGA1700 und eine sehr gute Leistung auf AM5 ermittelt haben. Lässt man die geringen Unterschiede außer Acht, hat man so oder so eine leistungsstarke Kühlung, die auch starke CPUs angemessen kühlt. Die Light Wings LX-Lüfter sehen dabei nicht nur toll aus, sondern können auch sehr leise arbeiten. Das durch die Schläuche geführte Anschlusskabel sorgt für ein sehr sauberes Bild mit nur einem sichtbaren Kabel.
So machte die Light Loop IO LCD insgesamt einen guten und gelungenen Eindruck.
Ein abschließendes Fazit müssen wir dennoch vorerst offen lassen, da wir die Pumpe nicht so weit regeln konnten wie angegeben. Zugegeben ist sie auch bei dem von uns erreichten Minimum von 2100 U/min schon sehr leise, aber es geht noch ein Ticken leiser und entspricht nicht den Angaben. Daher folgt das abschließende Fazit und ggf. der entsprechende Award, sobald wir da mehr sagen können!
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.












