
Und wieder einmal ist eine AiO-Wasserkühlung mit Display bei uns eingetroffen. Dieses mal eine Interpretation von Cougar. Folgend testen wir die Poseidon Vistek PRO ARGB 360 auf Features, Leistung und Lautstärke.
Technische Daten
| Maße Radiator (T x B x H) | 392 x 121 x 27 mm (ohne Lüfter) |
| Material Radiator | Aluminium |
| Drehzahl Pumpe | 2700 U/min |
| Anschluss der Pumpe | 3-Pin |
| Material Kühlerboden | Kupfer |
| Lüfter | 3x 120×120×25mm-Lüfter (in einem Rahmen) ARGB, PWM |
| Drehzahl Lüfter | 700– 2500 U/min +- 10% |
| Intel Sockel | LGA1851 / LGA1700 / LGA1200 / LGA115X / LGA1366 |
| AMD Sockel | AM5 / AM4 / AM3 / AM2 / FM2 / FM1 |
| Besonderheiten | – 3,95″-Display – ARGB-Beleuchtung – Lüfter in einem Rahmen |
| Preis | 119,99 € (Stand 17.04) |
Cougar Poseidon Vistek PRO ARGB 360 im Detail

Die 360-mm-AiO-Wasserkühlung kommt mit vormontierten Lüftern und bringt sonst lediglich das Montagematerial mit. Erfreulich ist es (leider) immer, wenn Wärmeleitpaste wie hier in einer Spritze für mehr als eine Anwendung enthalten ist. Bei der Verpackung fällt auf, dass leider sehr viel Schaumstoff und Folie genutzt wird.

Die Cougar Poseidon Vistek PRO ARGB 360 ist mit einem 3,95-Zoll-IPS-Display ausgestattet, das hier als Modul auf der Pumpeneinheit mittels Magnet befestigt wird. Die Auflösung des Bildschirms beträgt angenehm scharfe 720×720 Pixel und 60 Hz, was für eine sehr gute Darstellung sorgt mit ansprechenden Farben und auch aus dem Winkel betrachtet sieht es sehr gut aus. Es unterstützt Grafiken als JPG, PNG sowie GIF und auch MP4-Videos. Man benötigt für den Betrieb und die Konfiguration den COUGAR LCD Editor.


Die Kühlfläche an der Unterseite ist nicht vernickelt. Cougar spricht von einer großen Kühlfläche die auch Intel CPUs abdecken soll. Die Pumpe wird mit einem 3-Pin Anschluss angeschlossen und es wird für sie kein Regelbereich angegeben. In der Anleitung steht der Hinweis man solle den Port an dem die Pumpe hängt auf PWM stellen, was eine feste maximale Drehzahl von 2700 U/min zur Folge hätte. Wir verzichten daher auf die Regulierung und finden es sehr schade, dass es hier keine Pumpe mit PWM-Steuerung gibt, was mittlerweile eigentlich üblich ist.

Bei maximaler Drehzahl bleibt die Pumpe stets hörbar. Sie ist zwar nicht extrem aufdringlich und so manch Mitbewerber wird bei maximaler Drehzahl deutlich unangenehmer, aber sie bleibt eben präsent, wenn die Lüfter sie nicht übertönen. Schön ist, dass sie keine weiteren ungewöhnlichen Störgeräusche zeigte.
Die 39 cm langen Schläuche führen in den schwarzen Aluminiumradiator, der sehr sauber verarbeitet erscheint und ein ansprechendes Finish hat. Cougar wirbt hier mit den UTTERIGHT-Lamellen, die durch die 90 Grad-Winkel die Kontaktfläche zu den Kanälen vergrößern. Die Dicke des Radiators liegt bei den für AiOs üblichen 27 mm.

Weniger üblich sind die Unity 360 ARGB-Lüfter. Diese befinden sich in einem gemeinsamen Rahmen und sehen den NZXT Single-Frame-Lüftern recht ähnlich und auch bei Levelplay hatten wir so etwas schon gesehen. Es vereinfacht die Verkabelung und die Installation, bei Defekt eines Lüfters kann aber das gesamte Modul weggeworfen werden.

Die Drehzahl beträgt im Minimum 700 U/min, was für Silentfans zu viel sein dürfte. Ein leichter Luftstrom und auch Laufgeräusche in Form eines Ratterns bleiben immer hörbar. Im Maximum sind die Lüfter mit 2500 U/min unerträglich laut.

Die ARGB-Beleuchtung der Lüfter ist gängiger Standard über LEDs in den Naben. Zudem gibt es einseitig eine beleuchtete Leiste im Rahmen, was nochmal ein kleines i-Tüpfelchen ist. Die ARGB-Beleuchtung steuert man über das Mainboard, nicht über die Cougar Software.

Die Montage der AiO haben wir dieses mal gar nicht groß thematisiert, da es nichts erwähnenswertes gibt. Sie ist auf dem verwendeten AMD-System so simpel wie bei so ziemlich jeder aktuellen AiO auf dem Markt. Bei AMD müssen Abstandshalter eingeschraubt werden, bei Intel lediglich noch eine Backplate angebracht werden. Die Rahmen für die jeweiligen Sockel werden einfach angesteckt. Das Display benötigt einen internen USB-Port, die Lüfter einen PWM- und ARGB-Anschluss

Cougar LCD Editor – Software
Bei dem Display ist neben dem einfachen Anzeigen von Grafiken und Videos natürlich die Darstellung von Sensoren und Infos interessant. Zur Auswahl stehen hier mehrere Vorlagen mit unterschiedlichen Daten und Grafiken, die allesamt detailliert bearbeitet werden können. Die Software kann man auch auf Deutsch umstellen, was uns etwas spät eingefallen ist.



Hier punktet die Software und entfaltet die Möglichkeiten des Displays. Man kann die bestehenden Vorlagen umfassend bearbeiten oder eigene Hintergründe mit Sensordaten versehen. Dabei lassen sich die Werte frei platzieren und umfangreich anpassen. Es gibt numerische und grafische Darstellungen und viele Daten werden angeboten, weshalb uns die Konfigurationsvielfalt sehr gefallen hat.

Kühlleistung und Lautstärke der Cougar Poseidon Vistek PRO ARGB 360
Testsystem:
- AMD Ryzen 9 7900X @ 120W/175W
- ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
- 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
- Seasonic Focus PX-650
- be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne sowie der CPU-Tdie-Temperatur zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) (30 cm Abstand) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.
Leistung und Lautstärke bei maximaler Drehzahl
AiOs können oft sehr laut werden, die Cougar Poseidon Vistek Pro ARGB 360 ist da nicht nur keine Ausnahme, sie geht mit ~ 55 dB(A) sogar ziemlich weit nach oben.
In Kühlleistung kann sie die brachiale Lautstärke nur bedingt umsetzen. Klar, sie kühlt die CPU mit Leichtigkeit und die Unterschiede sind gering, es reicht trotzdem nur für eine Platzierung in der unteren Mitte.

Leistung bei 40 dB(A) und 1000 U/min
Die enorme Lautstärke ist gar nicht unbedingt notwendig. Zumindest ist die Platzierung im Ranking bei angepasster Lautstärke nicht schlechter.

Bei 1000 U/min ist sie recht unauffällig und platziert sich wieder im Mittelfeld.

Bei 175 Watt, die wir aufgrund der Temperatur nur bei max. Drehzahl testen, ist die Platzierung etwas besser, bleibt aber mittelmäßig.

Fazit
Highlight der Cougar Poseidon Vistek PRO ARGB 360 ist sicher das Display, das mit großer Fläche und einer tollen Darstellungen punktet. Vor allem die Konfigurationsmöglichkeiten bei der Darstellung der Sensordaten und Infos haben uns sehr gut gefallen. Abgerundet wird die Optik durch eine gefällige ARGB-Beleuchtung der Lüfter.
Bei der Kühlleistung muss man etwas differenzieren. Mit Sicherheit ist die Poseidon Vistek Pro ARGB 360 mehr als ausreichend, um selbst eine leistungsstarke CPU effektiv zu kühlen und die Unterschiede zu anderen AiOs sind gering. Dennoch muss man auch sagen, dass die Leistung bei uns im Vergleich eher mittelmäßig ausfiel, selbst bei brachialer Lautstärke mit maximaler Drehzahl. Auch bei der Pumpe bietet die Konkurrenz inzwischen mit PWM steuerbaren Pumpen mit einem definierten Drehzahlbereich mehr als Cougar. Bei 2700 U/min ist die Pumpe zwar nicht übermäßig laut, bleibt aber präsent und auch die Lüfter haben mit 700 U/min eine recht hohe Minimaldrehzahl. Diese sehen mit ihrem einheitlichen Rahmen gut aus und es vereinfacht die Verkabelung. Diese Konstruktion bringt aber natürlich auch Nachteile bei einem Defekt mit sich. Apropos Defekt: Die Garantiezeit beträgt immerhin 5 Jahre. Aufgrund des guten Displays haben wir noch unseren Silber-Award vergeben.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.



