
Refreshs von Produkten sind bei NZXT nichts Neues. Mit dem H6 (RGB+) 2026 gibt es nun eine aktualisierte Version des H6 Flow (RGB) von Ende 2023 mit funktionalen und optischen Updates. Pünktlich zum Release konnten wir uns das NZXT H6 RGB+ anschauen und testen.
Technische Daten
| Maße (HxBxT) | 448 x 292x 420 mm |
| Material | Stahl, Glas |
| Mainboard-Format | ATX, M-ATX, Mini-ITX ATX Back-Connect |
| Anschlüsse Front | 1x USB 3.2 Gen. 1 Type-C 2x USB 3.2 Gen 1 Type-A Audio |
| max. CPU-Kühler-Höhe | 165 mm |
| max. Grafikkarten-Länge | 390 mm |
| Laufwerke | 2x 2.5″ 1x 3.5″ |
| Vorinstallierte Lüfter (mm) / (U/min) | Front: F360 RGB Reverse Boden: F360 RGB Reverse Drehzahl: ca. 500 – 2200 U/min Rückseite: F120 RGB (ca. 500 – 2400 U/min) |
| Maximale Lüfterinstallation (mm) | Front: 3x 120 Deckel: 3x 120 / 2x 140 Boden: 3x 120 Rückseite: 1x 120 |
| Optionale Radiatoren | Deckel: 120 / 140 / 240 / 280 / 360 Rückseite: 120 |
| RGB-Beleuchtung | ja via Lüfter |
| Lüftersteuerung | Controller integriert |
| Preis | 199,90 € (UVP) |
Nachtrag: Korrektur bezüglich der Kompatibilität von Lüftern im Deckel. Textpassagen wurden ebenfalls entsprechend angepasst!
NZXT H6 RGB+ im Detail

Im Grunde bleibt NZXT dem H6 bei Aufbau und Form treu, hat dem Ganzen aber ein optisches Update spendiert und ein paar Features ergänzt. Man setzt weiterhin auf das Zweikammer-Design mit zwei Seiten aus Glas und der angewinkelten Seitenfläche für die Belüftung. Allerdings gibt es jetzt ein einzelnes Teil für Front und Seite aus gebogenem Glas, das für eine elegantere Optik und einen nahtlosen Übergang zur Seite sorgt. Es kann erst entfernt werden, wenn man den Deckel abnimmt, der als Sicherung fungiert. Der Deckel und die Seiten können einfach abgezogen werden.

Designänderungen gibt es auch bei den Lüftergittern, die nun mit vertieften Flächen auffallen. Ansonsten setzt man hier wieder auf ein sehr feines Lochmuster, das gleichzeitig auch Staub abhalten muss, denn einen separaten Staubfilter gibt es lediglich am Boden. Das neue Design soll den Airflow begünstigen.
Man hat nun außerdem ein beleuchtetes NZXT-Logo an der Seite des Gehäuses. Die rechte Stahlseite, die sich als ein Teil über die angewinkelte Seite und die rechte Seite erstreckt, ist nahezu vollständig perforiert und mit dem erhabenen Muster versehen. Das wirkt sich natürlich auf die Stabilität aus. Die Fläche ist so punktuell recht nachgiebig, trotzdem hat NZXT es geschafft, dass die Stabilität nicht minderwertig wirkt oder es übermäßig labil ist, das gilt auch für den komplett gelochten Deckel. Klar ist aber auch, dass es in der Hinsicht stabilere Gehäuse gibt.
Im Boden passen jetzt drei anstatt zwei Lüfter, allerdings nur im 120-mm-Format. NZXT hat die Unterstützung für 140-mm-Lüfter auf zwei im Deckel beschränkt. Dort passen alternativ drei 120-mm-Lüfter. Maximal zehn 120-mm-Lüfter können so insgesamt verbaut werden. Der einzige Platz für einen größeren Radiator ist laut Hersteller im Deckel vorgesehen: Dort passen bis zu 360-mm-Modelle. Der Abstand zum Mainboard liegt bei 67 mm. Im Heck lässt sich ein 120-mm-Radiator einbauen.

Das Gehäuse gibt es als H6 ohne Lüfter und als H6 RGB+ mit drei Lüftern vorn/seitlich (F360 RGB Reverse im Single-Frame-Design) sowie einem weiteren F360 RGB Reverse im Boden und einem einzelnen Lüfter hinten. Damit ist bereits für eine sehr starke Kühlung gesorgt und bis auf den Deckel ist das Gehäuse voll. Für eine stimmige Optik sorgt das Reverse-Design der Lüfter.

Die verbauten Single-Frame-Lüfter haben einen herstellereigenen Anschluss, der am rückseitigen Controller verbunden wird. Der Hecklüfter verwendet einen normalen Lüfteranschluss (PWM) und belegt damit den einzigen entsprechenden Port am Controller.

Im Inneren der Vorderseite darf man sich über zwei wesentliche Änderungen freuen: Es gibt nun Support für Back-Connect-Mainboards sowie ein GPU Anti-Sag Bracket, also eine GPU-Stütze. Diese ist lediglich in der Höhe verstellbar, das kann sich je nach Grafikkarten-Layout mit deren Lüftern in die Quere kommen, so wie bei uns.

Bei CPU-Kühlern muss man etwas auf die maximale Höhe von 165 mm achten. Große Modelle, gerade wenn der Lüfter aufgrund der RAM-Höhe etwas nach oben geschoben werden muss, können die Grenze überschreiten.

In der rechten Seite wird das Netzteil im oberen Teil verbaut. Es verdeckt somit die Rückseite des Sockels was bei der Montage von Kühlern mit eigener Backplate in Bezug auf die Erreichbarkeit relevant sein kann.
Hinter dem entfernbaren Laufwerkskäfig unter dem Netzteil findet man den NZXT Controller, den Control Hub Lite. Dieser wird per internem USB 2.0-Anschluss sowie SATA-Stromanschluss angeschlossen. Entsprechend kommt dann auch NZXT CAM für die Steuerung zum Einsatz. CAM ermöglicht die Konfiguration der Beleuchtung, bietet fertige Lüfterkurven und auch eigene Lüfterkurven kann man definieren:


Der Controller ist mit den verbauten Lüftern bereits voll belegt. Wir hätten da doch noch einen dritten NZXT-Port erwartet, damit man ggf. nachträglich eingebaute Single-Frame-Deckellüfter noch integriert bekommt. Der Controller ist zudem von der Mainboardseite aus mit dem Tray verschraubt. Sollte man ihn später entfernen wollen, müsste man auch das Mainboard ausbauen.

Die Verlegung der Kabel wird über Klettbinder am äußeren Rand des Trays realisiert. Ansonsten hat man bauartbedingt eine Menge Platz die Kabel einfach „reinzustopfen“.



Temperaturen und Lautstärke im NZXT H6 RGB+
Testsystem und Ablauf
- AMD Ryzen 5800X @ 100W
- be quiet! Dark Rock Slim
- MSI B550 Gaming-Plus
- Zotac GeForce RTX 3080 12 GB Trinity OC
- 16 GB DDR4-RAM Corsair Vengeance RGB
- be quiet! Straight Power 12 750W
Als Software dienen prime95 (12k ohne AVX) für die CPU und MSI Kombustor für die GPU. Jeder Testlauf ging 10-Minuten nach einer Aufwärmzeit von 30 Minuten. Die Werte sind der jeweilige Durchschnittswert dieser 10 Minuten, normiert auf 20 Grad Raumtemperatur. Für die Messung bei gleichem Schalldruck werden die Gehäuselüfter auf 36 dB(A) reguliert (30 cm Abstand schräg von vorn). CPU-Lüfter und Grafikkartenlüfter werden auf 36 und 40 dB(A) fixiert. Die Gehäuse wurden jeweils zweimal gemessen und der Durchschnittswert beider Durchgänge genommen.
Hinweis: Solche Temperaturbeobachtungen unterliegen natürlich Variablen und Toleranzen und lassen sich auch nicht 1:1 auf andere Systeme übertragen! Neben der erreichten Abwärme spielen auch die verwendeten Kühllösungen eine Rolle.
Maximale Drehzahl
Die Lüfter bieten einen recht großen Drehzahlbereich, der in allen Fällen auf ~500 U/min heruntergeht und in der Spitze 2200 bzw. 2400 U/min beträgt. Die Laufstärke beim Ausreizen des Bereichs ist extrem und kaum ertragbar. Der dB(A)-Wert sprang zwischen 52,7 bis 53,3 hin und her.
Im Minimum wird es durchaus leise, aber nicht perfekt, wenn man Wert auf einen möglichst leisen Betrieb legt. Die Single-Frame-Lüfter haben auch im Minimum ein hörbares Surren mit einem hochfrequenten Unterton, das erst im Verlauf im brummigen Ton bei schnellerem Betrieb verschwindet.
Kleiner Trost: Über den Controller stellen die Lüfter bei 0 % den Betrieb komplett ein.

Neben der enormen Lautstärke, die nicht alltagstauglich ist, fielen die extrem guten RAM-Temperaturen auf, die wir so noch nie gesehen haben, aber in beiden Messungen identisch waren und es wurde dann sogar noch eine dritte gemacht. Offenbar liegt der RAM perfekt im Luftstrom der angewinkelten Frontlüfter.
Auch die anderen Temperaturen sind hervorragend: Die GPU ist mit auf einem Bestwert, der offenbar das Limit darstellt, das wir erreichen können, da wir diesen Wert +- schon bei anderen Gehäusen so gesehen haben. Die CPU ist ebenfalls sehr kühl. Aber nochmal: Der Betrieb ist so kaum erträglich.
Kühlleistung bei angepasster Lautstärke

Mit der Drosselung wird die Lautstärke humaner. Die Temperaturen steigen natürlich spürbar, bleiben aber auf hervorragenden Werten: Der Lohn für sieben Lüfter und offene Flächen. Es gibt aber im Grunde auch keinen gravierenden Unterschied zu anderen Gehäusen mit starkem Airflow. Der kleine Vorsprung ist quasi verschwunden und möglicherweise könnte sich der Trend bei noch leiserem Betrieb fortsetzen, getestet haben wir das aber nicht. Lediglich die RAM-Temperatur fällt wieder besonders stark aus, wenn auch nicht mehr so extrem wie zuvor. Sicher hat das H6 RGB+ (sowie andere Gehäuse dieser Art) bei der Messung mit angepasster Lautstärke aufgrund der geschlossenen Front einen kleinen Vorteil, da wir die Lautstärke von vorne links messen. So oder so: Insgesamt eine super Leistung bei der Temperatur, eine verbesserungsfähige bei der Akustik.
Fazit
Die Aktualisierungen des H6 Flow zum H6 RGB+ sind sinnvoll und im Wesentlichen gelungen. NZXT hat das H6 in einigen Teilen sichtlich optimiert. Das Design ist mit der gebogenen Scheibe und den neu gestalteten Lüfterflächen einfach eine Spur frischer und eleganter, das beleuchtete Logo hätten wir aber nicht gebraucht. Auch die Lüfterausstattung ab Werk ist mit den nun drei zusätzlich mitgelieferten Bodenlüftern deutlich geeigneter, um möglichst gute Temperaturen zu erreichen, was dem Gehäuse gelingt. Wer bereits gute Lüfter hat, oder andere wünscht, kann diese dank einer lüfterlosen Variante des Gehäuses selbst einbauen. Die mitgelieferten Lüfter des H6 RGB+ sind schön, haben hohe Leistungsreserven, können aber auch unerträglich laut werden. Der größte Kritikpunkt ist für uns aber, dass sie auch im Minimum hörbar bleiben, sofern man sie nicht abschaltet. Insgesamt ist die Laufruhe der Lüfter verbesserungsfähig.
Man muss bei dem neuen H6 auch bedenken, dass NZXT die Unterstützung für 140er-Lüfter eingeschränkt hat (lediglich zwei können im Deckel verbaut werden). Ein größerer Radiator (max. 360-mm-Format) kann nur im Deckel montiert werden, die Seite ist nicht für die Montage eines Radiators vorgesehen.
Weitere Detailverbesserungen sind der Support für Back-Connect, sowie eine GPU-Stütze, die wie üblich etwas Flexibilität abseits der Höhenverstellung vermissen lässt. Das NZXT auch gleich einen Controller mitliefert ist schön, dieser hätte aber zumindest einen weiteren Anschluss bieten können.
Abschließend können wir sagen, dass das Gehäuse an sich gelungen ist. Es bringt zwar keine bahnbrechenden Neuigkeiten, aber es ist stimmig. Da wir jedoch das gesamte Produkt in Form des H6 RGB+ inkl. der Lüfter bewerten, vergeben wir aufgrund der genannten Kritikpunkte unseren Silber-Award.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.





