Creative Outlier Pro im Test

Die Creative Outlier Pro erweisen sich mit einer Akkulaufzeit von bis zu 15 Stunden pro Ladung als echte Dauerläufer. Der Klang hat beim Bass richtig Pfeffer, die ANC Leistung aber Luft nach oben.

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Technische Daten

Treiber10mm Graphen-Treiber
Frequenz20 Hz – 20kHz
Bluetooth Version5.2
CodecsSBC, AAC
Akku-Laufzeitohne ANC
bis zu 60 Stunden insgesamt
bis zu 15 Stunden pro Ladung

mit ANC
bis zu 40 Stunden insgesamt
bis zu 10 Stunden pro Ladung
Ladezeit2 Stunde (In-Ears)
3 Stunden (Ladecase) per USB
Sonstiges-IPX5 (Ohrhörer)
-hybrid ANC
-Transparenzmodus
-SXFI Ready
-kabelloses laden
Preis
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Creative Outlier Pro im Detail

Der Lieferumfang ist mit nur zwei alternativen Silikonstöpseln und einem kurzen Ladekabel nicht der Rede wert. Auf der Rückseite des Kartons finden sich einige Eigenschaften und Highlight des Produktes aufgelistet.

Auch bei den Outlier Pro liefert Creative wieder ein längliches Ladecase mit Schiebmechanismus. Die Außenhülle ist aus Metall gefertigt, fasst sich angenehm an und sieht mit der glitzrigen Oberfläche auch sehr ansprechend aus. Das Innere besteht aus Kunststoff. Die Größe des Gehäuses liegt bei stattlichen 8,2 x 4,5 x 3 cm, womit die Outlier Pro um einiges mehr Platz in der Hosentasche benötigen als viele andere In-Ears. Bei kleinen Hosentaschen auch mal zu viel.

Auch die In-Ears sind schön gestaltet, aber nicht unbedingt filigran. Sie sind hauptsächlich grau mit einer flachen Hochglanz-Touchfläche und einem aufgedruckten Ring. Entsprechend schnell zeigen sich erste Spuren durch Benutzung. Neben Fingerabdrücken auch feine Kratzer. Bei genauem Hinsehen sieht man anhand der Lichtreflexionen, dass die Fläche nicht absolut Plan ist, was aber ab genau so wenig eine Rolle spielt, wie dass die Kunststoffhälften des Gehäuses nicht perfekt bündig sind. Aber es hätte eben noch sorgfältiger gefertigt werden können. Wir haben immerhin kein 30€-Produkt vor uns liegen.

Die Creative Outlier Pro sind IPX5 zertifiziert. Damit sind sie nicht zum Schwimmen geeignet, aber immerhin gegen Strahlwasser geschützt und haben damit einen kleinen Vorteil gegenüber den 1more Evo mit IPX4.

Tragekomfort

Der Tragekomfort empfinde ich als sehr gut. Erwischt man die für sich passende Stöpsel, sitzen die In-Ears auch bei ruckartigen Erschütterungen (Radfahren über unebene Strecke) oder beim Sport sicher. Das „hohe“ Gewicht von 7 Gramm pro Ohrhörer macht sich nicht bemerkbar.

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Unangenehmen Druck gibt es auch auf Dauer nicht, aber eine spürbare Isolierung, auch gegen Windgeräusche. Die dicken In-Ears stehen deutlich aus dem Ohr heraus, was Mützenträger berücksichtigen sollten. In einem kurzen Selbstversuch zeigten sich hier aber keine Probleme.

Funktionen und Bedienung

Die Creative Outlier Pro verfügen über Bluetooth 5.2 und unterstützen die Codecs SBC und AAC. aptX oder LDAC gibt es nicht. Die Reichweitenangabe von 10 Metern ist in offenem Feld realistisch. Neben einer aktiven hybriden Geräuschunterdrückung gibt es auch einen Ambient-Modus.

Die Bedienung wird über eine Touch-Steuerung umgesetzt. Creative verzichtet allerdings auf eine Funktion, die mit einem einfachen Druck ausgelöst wird. Das schränkt zwar das Bedienschema etwas ein, reduziert aber auch die Gefahr einer ungewollten Betätigung.

Ab Werk wird beispielsweise über zweifaches Tippen zwischen ANC und Umgebungs-Modus bzw. die Deaktivierung gewechselt. Eine Stimme sagt den Modus kurz an, wobei ein simples „Off“ statt „ANC Off“ im ersten Moment verwirrend ist. Auf der anderen Seite wird die Wiedergabe pausiert.

Um die Lautstärke zu verändern, muss man drei Sekunden lang die Touchflächen berühren. Es ist auch möglich die Hörer einzeln abzuschalten in dem man 6 Sekunden auf die jeweilige Fläche drückt, was eben vorab mit einer Lautstärke veränderung einhergeht. Die Reaktion auf die Kommandos war ab und an behäbig und wurde auch nicht immer perfekt erkannt und dürfte gerne gründlicher umgesetzt werden.

Man kann die Bedienung auch über die Creative App anpassen, siehe unten. Damit ist es dann auch möglich, zwischen Titeln zu springen. Eine Trageerkennung bieten die In-Ears leider nicht.

ANC und Ambient-Modus

Die Outlier Pro bieten hybrid ANC und einen Ambient Modus. Beides lässt sich mittels der App in fünf Stufen einstellen. Welche Stufe ohne App-Verwendung aktiv ist, lässt nur schwer sagen.

Die ersten beiden Stufen des ANC-Modus arbeiten sehr dezent, um nicht „gar nicht“ zu sagen. Die aktive Geräuschunterdrückung der Outlier Pro hat ab Stufe 3 dann ihren Fokus auf tiefen Frequenzen, optimal wenn die Geräusche sehr monoton und anhaltend sind. Dann blendet ANC sie immerhin gut aus. Weniger gut klappt es mit Gesprächen oder hohen Tönen. Stimmen werden erst auf bei Stufe 4 bis 5 etwas reduziert. Hohe Geräusche werden zwar durch die passive Isolierung bereits abgemildert, aber ANC tut hier nicht mehr wirklich viel und ist auch gegen Vogelgezwitscher machtlos – aber wer will das auch schon ausblenden? Beim Tippen auf einer mechanischen Tastatur bleiben die hohen Anteile hörbar.

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Das Grundrauschen von ANC ist dafür sehr gering.

Im Ambient-Mode rauscht es auf Stufe 1-2 bis zwei ebenfalls sehr wenig, aber die Umgebung wird nur leicht durchgereicht und bekommt allenfalls einen höheren Klang. Ab Stufe 3 erfüllt der Modus seinen Zweck besser, es rauscht mehr, aber man hört auch mehr. Stufe 4 und vor allem Stufe 5 sind beachtlich. Das sehr starke Rauschen wird mit einer lauten Darstellung der Umgebung entschädigt. Die Umwelt klingt allerdings sehr hell und hol, ist aber sogar mit moderater Widergabe noch verständlich.

Klang

Die 10-mm-Treiber mit Graphen-Beschichtung haben den üblichen Frequenzbereich von 20-20.000 Hz.

Hinweis: Die Beschreibung des Klang ist wie immer sehr subjektiver Natur.

Bei der Abstimmung hat Creative sich für einen spaßigen Klang entschieden, den man vor allem durch den präsenten Bass und die Fülle bei der Wiedergabe erkennt. Die Outlier Pro erzeugen viel Volumen und bescheren modernen Songs einen ordentlichem Wumms. Bassfreunde werden ihren Spaß haben. Die Mitten werden noch sauber dargestellt, die oberen Mitten erscheinen etwas zurückgefahren. Manchmal ist mir die Fülle zu präsent und dröhnt etwas über den Rest hinweg (Ben Howard – Old Pine). In basslastigen Songs kann der dicke Tiefbass auch mal schwammig werden. Beispiel: Blanco Brown – The Git Up. Per EQ kann man hier nachjustieren. Aber insgesamt hat der Bass ordentlich Power.

Die sehr scharfen, zischenden Höhen der Outlier V2 und V3 hat Creative hörbar entschärft, auch bei hohen Pegeln. Das Klangbild ist damit nicht übermäßig brillant und im Vergleich beengter, aber eben auch bezüglich scharfer Zischlaute nicht so kritisch. Nur selten gibt es doch mal etwas Schärfe, aber gerade hintenraus scheinen die Outlier Pro eingebremst zu sein. Wenn man nur leise hört, kann es von Vorteil sein die Höhen wieder etwas anzuheben, sonst führt die zurückhaltende Höhendarstellung zu einem belegten bis beengten Klangbild. Auch klassische Musik kommt mit einer Anhebung im EQ feiner rüber.

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Der maximale Pegel ist mehr als ausreichend und so können die Outlier auch richtig laut werden.

Akku-Laufzeit

Die Creative Outlier Pro sind wahre Dauerläufer und das hohe Gewicht macht sich hier bezahlt. Der Akku hält selbst mit ANC laut Datenblatt 10 Stunden. Im ersten Versuch kamen wir auf knapp über 9 Stunden bei ca. 50% Lautstärke, bis die Ansage zum niedrigen Akkustand kam. Daher schenken wir auch den Angaben von 15 Stunden pro Ladung ohne ANC glauben. Die 1more Evo werden in Sachen Laufzeit deutlich abgehängt.

Die Ladezeit über das Gehäuse beträgt gut 2 Stunden und reicht, um die In-Ears dreimal aufzuladen. Damit beträgt die Gesamtlaufzeit, je nach Lautstärke, bis zu 60 Stunden. LEDs am Gehäuse zeigen den Ladevorgang an. Aufgeladen wird per USB-C, was fast drei Stunden dauert oder drahtlos per QI-Station.

Creative App

Zum einen sind die Outlier Pro SXFI Ready und können (derzeit nur lokale Inhalte) mit der SXFI-App den Klang aufwerten bzw. verändern, was wir bereits in anderen Tests wie dem Zen Hybrid probiert haben. Daher überspringen wir das an dieser Stelle.

Zum anderen gibt es die Creative App, die den oben genannten Equalizer bietet. Der EQ funktioniert auch mit Streaming-Diensten wie Spotify.

Nicht nur eigene Kurven lassen sich einstellen, es gibt auch zahlreiche Profile die mal mehr, mal weniger nützlich sind.

Zudem lässt sich mit ihrer Hilfe das Bedienschema der drei Gesten und auch die ANC-Leistung einstellen.

Fazit

Die Creative Outlier Pro punkten mit herausragender Akkulaufzeit sowohl im Bezug auf eine einzelne Ladung, als auch über den Akku im Transportgehäuse. Sie toppen hier auch nochmal die bereits guten Air V3. Das Case fällt aber leider weiterhin ziemlich groß aus, was je nach Hosentasche eng werden kann.

Im Gegensatz zu den Outlier Air V3 gibt es einen entschärften, druckvolleren Klang mit viel Bass, der hintenraus aber weniger „frei“ und klar ist. Die maximale Lautstärke ist beachtlich. Der Klang kann mit der Creative App bei Bedarf angepasst werden.
Die aktive Geräuschunterdrückung hat mit hohen Geräuschen so ihre Schwierigkeiten, kann tiefe Hintergrundgeräusche aber zumindest auf den oberen Stufen zufriedenstellend filtern. So gesehen nicht die stärkste ANC-Leistung, dafür aber ohne zu starkes Rauschen oder Auswirkungen auf den Klang. Der Umgebungsmodus rauscht auf Stufe 4 und 5 stark, gibt aber auch die Umgebung laut wieder.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

positiv

  • hervorragende Akkulaufzeit
  • IPX5
  • Steuerung per App anpassbar
  • EQ per App
  • kräftiger Bass
  • ANC mit wenig Rauschen und in fünf Stufen einstellbar
  • Umgebungsmodus effektiv (aber starkes Rauschen ab Stufe 4)

negativ

  • großes Transportcase
  • ANC-Leistung könnte stärker sein
  • Steuerung manchmal ungenau
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Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.


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