Crucial P2 500GB im Test

Crucial P2 Test Review
Hinweis: Der Test und die Wertung beziehen sich ausschließlich auf die getestete Crucial P2 mit TLC-Speicher. Mittlerweile wird die Crucial P2 mit QLC-Speicher angeboten. Diese kann bei den Leistungsdaten abweichen und erhält von uns keine Empfehlung!

Nachdem Crucial mit seiner ersten NVME SSD P1 im Test nicht restlos überzeugen konnte, folgt mit der Crucial P2 nun knapp anderthalb Jahre später der Nachfolger. Ein neuer Controller und der Wechsel von QLC auf TLC Speicher sollen dabei die Mankos des Vorgängers ausmerzen. Wir haben die neue Crucial P2 im Review geprüft und uns auch die bei der P1 kritisierte Cache Problematik genauer angeschaut.

Crucial P2 im Detail

Verpackung und Lieferumfang

Am blau weißen Verpackungsdesign hält Crucial auch bei der P2 fest. Der kleine Karton kann dabei bereits mit einigen Eckdaten aufwarten, auch wenn man Angaben zu Lese- und Schreibgeschwindigkeit vergebens sucht. Der Lieferumfang beschränkt sich auf eine dünne Anleitung.

Crucial P2 Lieferumfang
Crucial P2 Lieferumfang

Technische Daten

Die P2 wird es vorerst nur mit 250GB und 500GB Kapazität geben. Eine 1 TB Variante ist laut Datenblatt aber auch vorgesehen. Die Mindestschreibmenge (Total Bytes Written, TBW) liegt abhängig vom Modell 150TB (250GB), 300TB (500GB) bzw 450TB (1TB). Die Garantiedauer beträgt 5 Jahre oder erlischt mit Erreichen des TBW.

Crucial P2 500 GB
Größe500 GB
ControllerPhison PS5013-E13T
Speicher3D TLC
Cache
FormfaktorM.2 2280
seq. lesen (MB/s)2300 MB/s
seq. schreiben (MB/s)940 MB/s
IOPS 4K lesen
IOPS 4K schreiben
TBW (TB)300
Preis€ 55,90*
(Stand: 22. Oktober 2021 16:30)

Das Herzstück der Crucial P2 bildet ein Phison PS5013-E13T Controller mit 4 NAND Kanälen, welcher allerdings ohne separaten RAM Cache auskommen muss. Der auf vier Module aufgeteilte NAND Speicher stammt wie gewohnt von Micron selbst. Im Gegensatz zur P1 setzt die P2 dabei aber auf flinkeren 96 Layer 3D TLC NAND , was sowohl der Performance als auch der Haltbarkeit zugutekommen sollte. Die Datenraten beziffert Crucial mit 2300MB/s lesend und 940MB/s schreibend.

Crucial P2
Frontansicht

Um vor allem die Schreibrate möglichst lange aufrecht zu erhalten setzt die P2 auf einen Pseudo SLC Cache. Dabei nutzt die SSD dynamisch einen bestimmten Prozentsatz des vorhandenen Flash-Speichers, um die Performance bei Schreibvorgängen möglichst lange hoch zu halten. Wie groß der Cache genau ausfällt konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Crucial P2 Test
Micron Flash Speicher unter dem Aufkleber

Die Anbindung der SSD erfolgt übrigens noch über den PCIe 3.0 Standard, was aufgrund der ohnehin vergleichsweise niedrigen Datenraten kein Problem darstellt. Crucial positioniert sich mit der Crucial P2 ganz klar im Budget Sektor.

Crucial P2 Review
Rückansicht

Crucial P2 500GB Benchmarks

Testverfahren

  • Asus Maximus XI Hero Z390
  • Intel i9 9900k
  • BeQuiet SilentLoop 360
  • Prolimatech PK-2
  • 32GB CORSAIR Dominator Platinum RGB 3600 MHz
  • KFA2 RTX 2080 EX
  • Creative SoundBlaster ZxR
  • be quiet! DarkBase 700
  • be quiet! Dark Power Pro P11 550 Watt

Als synthetische Tests setzen wir nun auf Crystal Disk Mark sowie Anvil’s Storage Utilities. Im praxisnahen Testszenario schauen wir uns drei verschiedene Mixed Workload Situationen an, wobei wir jeweils den 55GB großen Ordner von Witcher 3 Packen, Entpacken und Kopieren. Des Weiteren setzen wir auf den Storage Test von PCMark 8 um die Leistung in verschiedenen Anwendungen zu simulieren.

Vor jedem Test wird das System komplett runter- und wieder hoch-gefahren sowie 15 Minuten im Idle belassen um eine Garbage Collection durchzuführen. Damit schaffen wir einheitliche Voraussetzungen. Das Laufwerk wird zudem zu 50% mit Daten gefüllt.

CrystalDiskMark

CrystalDiskMark schreibt in vier Testreihen mehrere Datenblöcke auf die SSD und liest diese anschließend wieder aus. Für diese Vorgänge werden die Datenraten in fünf Durchgängen ermittelt und ausgegeben. Wir setzen auf die Standardeinstellung.

Den kostenlosen Benchmark gibt es hier: http://crystalmark.info/en/software/crystaldiskmark/

SSD Q8T1lesenschreiben
Western Digital Black SN750 1TB3.494,603.017,80
Crucial P5 1TB3.474,203.247,42
Corsair Force MP510 480GB3.457,802.022,50
Crucial P2 500GB2.306,431.855,37
Crucial P1 1TB1.960,901.709,60
SSD 4K Q32T16lesenschreiben
Western Digital Black SN750 1TB2.116,772.163,52
Corsair Force MP510 480GB1.874,211.802,46
Crucial P5 1TB1.781,921.997,25
Crucial P2 500GB1.338,161.484,64
Crucial P1 1TB612,20577,00

Anvil

Im Anvil Storage Test haben wir die IOPS Leistung unter einem möglich realitätsnahen Anwenderszenario mit 46% Kompression getestet.

SSD – Anvil BenchmarkReadWrite
Western Digital Black SN750 1TB5.826,3411.453,38
Corsair Force Series MP510 480GB5.515,169.756,72
Crucial P1 1TB4.037,046.380,36
Crucial P2 500GB4.472,787.448,00
Crucial P5 1TB5.156,829.487,95

PC Mark 8

Beim Storage-Test vom PCMark 8 kommen Daten echter Anwendungen, wie etwa Adobe‘s Creative Suite, Microsofts Office sowie Battlefield 3 und World of Warcraft zum Einsatz. Dadurch werden „reale“ Nutzungsszenarien geschaffen, was den Test relativ praxisnah macht.

SSD – PCMark 8Storage TestStorage Test Bandbreite
Western Digital Black SN750 1TB5.071,00539,99
Crucial P5 1TB5.069,00589,11
Corsair Force Series MP510 480GB5.040,00429,24
Crucial P2 500GB5.065,00520,70
Crucial P1 1TB4.927,00283,97

Den Benchmark gibt es hier: https://benchmarks.ul.com/pcmark8

Mixed Workload

In unserem mixed Workload Szenarios setzen wir auf drei Test welche die SSD mit unterschiedlichen Gewichtungen sowohl lesend als auch schreibend auslasten. Dazu nutzen wir den 55GB großen Ordner von Witcher 3. Dieser wird mit WinRAR 5.7 im ersten Szenario gepackt. Dabei wird der Zip in 1 GB große Stücke zerlegt. Im zweiten Szenario wird das Archiv wieder entpackt.

SSD – WinRARpackenentpacken
Western Digital Black SN750 1TB353,00172,00
Corsair Force Series MP510 480GB362,00192,00
Crucial P1 1TB368,00181,00
Crucial P2 500GB365,42187,41
Crucial P5 1TB363,74179,56

Cache Performance

Einer unser größten Kritikpunkte an Crucial’s P1 waren die sehr langsamen Schreibraten nach Ausreizen des Caches.

Crucial P2 Benchmark Cache
Crucial P1 – Einbruch der Schreibperformance

Crucial bzw Micron hat hier glücklicherweise aus seinen Fehlern gelernt und zeigt mit der Crucial P2 das es auch anders geht. Wobei hier natürlich auch der TLC Speicher einen positiven Einfluss auf das Ergebnis hat.

Crucial P2 solide Schreibperformance

Fazit

Die Crucial P2 ist in nahezu allen Belangen besser als ihr Vorgänger P1, auch wenn die technischen Daten auf dem Papier erstmal nicht diesen Eindruck erwecken mögen. Viel wichtiger ist an dieser Stelle aber noch, dass die Schreibleistung der SSD nach dem Ausschöpfen des Caches nicht in 2 stellige Bereiche absackt, sondern auf einem soliden Niveau zwischen 350 und 550 MB/s bleibt. Das ist sowohl der Umstellung auf TLC NAND, als auch dem neuen Phison Controller zu verdanken.

Bei einem Blick in den Preisvergleich platziert sich die P2 im vorderen Feld. Die größte Konkurrenz in diesem Budget Bereich bildet hier aber die Kingston A2000, welche zumindest auf dem Papier performancetechnisch etwas besser dasteht. Daher verleihen wir der Crucial P2* an dieser Stelle unseren Silber Award, können aber durchaus eine Empfehlung für den nächsten Budget Build aussprechen.

Hinweis: Der Test und die Wertung beziehen sich ausschließlich auf die getestete Crucial P2 mit TLC-Speicher. Mittlerweile wird die Crucial P2 mit QLC-Speicher angeboten. Diese kann bei den Leistungsdaten abweichen und erhält von uns keine Empfehlung!
Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Weiterführende Links:

Crucial P2 CT500P2SSD8 500GB Internes SSD, Bis zu 2400 MB/s (3D NAND, NVMe, PCIe, M.2)

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