Kolink Balance im Test

Kolink Balance Review

Kolink Balance im Überblick

Verpackung und Lieferumfang

Das Balance kommt in braunem Karton und etwas dünnem, brösligem Styropor, das schnell zerbricht. Geschützt von diesem, Plastikfolie und aufgeklebter Schutzfolie, sollte das Kolink Balance jedoch heil beim Käufer ankommen.
Der Lieferumfang ist beschränkt auf die nötigen Schrauben und Kabelbinder. Zudem gibt es noch eine Halterung für die vertikale GPU-Montage, was man jedoch nur weiß, wenn man eine solche kennt. Kolink liefert leider keinerlei Handbuch mit und auch auf der Webseite ist keines verlinkt.

Kolink Balance Lieferumfang

Technische Daten

Maße425 × 210 x 470 mm
MaterialStahl, Kunststoff, Glas
Gewicht6.2 kg
FormatATX, mATX, mini-ITX
Einschübe– 2x 2.5″/3.5″
– 2x 2.5″
Kartenslots7 + 2
I/O-Panel– 1x USB 3.0
– 2x USB 2.0
– Mikro- und Kopfhöreranschluss
– Powerbutton
– Resetbutton
– RGB-Button
Fensterja (Glas)
Dämmungnein
Lüftersteuerungnein (nur Beleuchtung)
Preis55€
RadiatorenGrößeTiefe (inkl. Lüfter)
Frontmax. 280/360 mmbis 56mm
Deckelmax. 240/280 mmbis 53 mm
Heck120 mm
Lüftermöglichvorinstalliert
Front3x 120mm/2x 140mm
Deckel2x 120mm/2x 140mm
Heck1x 120mm1x 120 mm ARGB
max. Kühlerhöhe162 mm
max. GPU-Länge370 mm
Platz hinter Tray17 mm

Kolink Balance im Detail

Außen

Das Kolink Balance definiert sich ganz typisch über die auffällige, aber nicht zu extravagante, Front, die der Preisklasse entsprechend aus Kunststoff besteht. Zu ungefähr 2/3 ist sie geschlossen, das linke Drittel besteht aber aus einem vertiefen Meshgitter. Somit wird ganz der Namensgebung entsprechend eine Balance aus „geschlossen“ und „offen“ geschaffen. Zwischen den beide Frontabschnitten ist ein auffälliger ARGB-Streifen eingelassen. Dieser kann wahlweise über den Button am I/O-Panel eingestellt werden, oder man steuert direkt über einen digitalen RGB Mainboardanschluss.

Kolink Balance


Die Kunststofffront ist an dem recht einfach Blechkorpus angesteckt, die Spaltmaße sind im Gegensatz zu einigen andere Kolinkgehäusen sehr ordentlich. Zur Wartung kann die Front abgezogen werden, dafür bedarf es jedoch sehr viel Kraft und dürfte gerne etwas leichtgängiger sein. Zudem stören die festverbundenen Kabel ein wenig.

Kolink Balance Front

Der Deckel ist, genau wie die Front, an den Seiten formschön abgeschrägt und beherbergt das I/O-Panel, bestehend aus leider nur einem USB3.1 Port und zwei USB 2.0 Ports. Dazu Audio-Anschlüsse sowie ein Power-, Reset- und ein RGB-Button. Status-LEDs komplettieren den Eindruck.
Der Rest des Deckel ist großflächig perforiert mit Montagepunkten für zwei 120/240 mm Lüfter und auflegbarem Staubschutzgitter.

kolink deckel

Rückseitig fallen die vertikalen Slotblenden positiv auf, die einem Showbuild entgegenkommen. Negativ ist jedoch, dass es sich ausnahmslos um Rausbrechblenden handelt, die bei Kolink leider üblich sind. Der 120mm Hecklüfterplatz ist mit einem ARGB-Lüfter ab Werk belegt, den wir uns später ansehen werden.

Am Boden wird die Preisklasse teilweise deutlich, was man vor allem an dem eingelegten Staubgitter sieht, für das es keine bequeme Ausziehmöglichkeit gibt. Löblich wiederum ist, dass der verbaute HDD-Käfig offenbar modular ist, was bei dem Preis durchaus Seltenheitswert hat.

kolink deckel
Kolink Boden

Das linke Seitenteil besteht aus 4 mm starkem Echtglas und ist auf einem Stahlrahmen aufgeklebt. Somit kann auf sichtbare Muttern verzichtet werden. Das Glas wird, genau wie die rechte Stahlseite, eingeschoben und greift mit hervorstehenden Schrauben sehr fest in die kleinen Ausschnitte. Das Stahlseitenteil lässt an unserem Sample nur sehr mühsam (de)montieren.

Die Verarbeitung des günstiges Cases geht für den Preis ansonsten in Ordnung. Die Materialstärke ist recht gering, bei der kompakte Größe ist das Balance aber noch recht stabil. Lackierung und Kanten sind ebenfalls ohne Tadel. Hohe Qualitätsanmutung darf man jedoch nicht erwarten.

Innen

Der Innenraum zeigt sich modern und sorgt für eine ansprechende Präsentation. Das hießt wir haben ein Zweikammeraufbau mit leerer Hauptkammer und einer Netzteilabtrennung, die im Bereich des Netzteil eine Ausschnitt hat und vorne für Radiatoren gekürzt ist. Dort passen Radiatoren bis 240 mm und 56 mm Dicke (inkl. Lüfter). Im Deckel sollen, laut Hersteller, sogar 280 mm Exemplare Platz finden. Dort stehen bis zu Mainboardkante zwar ~ 53 mm zur Verfügung, mit verlegtem CPU-Kabel jedoch weniger. Wird tendiere hier eher zu einem 240 mm Radiator. Gängige AiOs mit ~55mm Gesamtdicke lassen sich hier noch gut verbauen.

Kabeldurchlässe sind in dem Balance reichlich vorhanden. Sie sind zwar von einfacher Ausführung, decken dafür jedes Mainboardlayout ab.
Ab Werk wird das Kolink Balance nur mit einem 120 mm Lüfter im Heck geliefert. Die Front mit dem eingesetzten Staubfilter ist leer. Der Hecklüfter verfügt über einen ARGB-LED Ring, was ihn etwas Querschnitt kostet, dafür aber eine ansprechende Beleuchtung bietet. Leider wird er über SATA bzw. ein eigenes Steckerformat angeschlossen. Seine Beleuchtung lässt sich so zusammen mit dem ARGB-Streifen in der Front steuern, er läuft aber immer ungedrosselt auf maximaler Geschwindigkeit. Seine Drehzahl scheint, rein von der Akustik her, nicht enorm hoch zu sein, jedoch bleibt er durchgehend und deutlich hörbar!

Die Rückseite bietet zwar direkt hinterm Tray nicht übermäßig viel platz für Kabel, hat jedoch im Netzteilbereich angenehm viel Stauraum. Durch den nicht durchgängigen, sehr einfachen, HDD-Käfig können dort auch bei Nutzung einer Festplatte Kabel untergebracht werden. Wir bereits erwähnt kann man den Käfig entfernen, oder in Richtung Netzteil verschieben, um mehr Platz in der Front zu schaffen, sehr lobenswert für die Budgetklasse!

Abseits dessen sind nur die beiden 2.5“ Brackets für SSD zu erwähnen, die direkt unter dem Trayausschnit aufgeschraubt sind. Da zum Seitenteil wenig Platz bleibt, sollte man auf abgewinkelte Stecker verzichten und ggF. auf flexible und flache Verlängerungen zurückgreifen!

Montage

Auch ohne üppiges Platzangebot konnte die Hardware komfortabel und einfach montiert werden. Man sollte daran denken die SLotblenden vorab herauszubrechen, das es mit verbauten Mainboard schwierig wird.

Der 158 mm große U12S von Noctua passte spielend in Balance, der Herstellerangabe von 162 mm ist in jedem Fall erfüllt. Die Kabelführung ist durchdacht, auch wenn der Sturaum zwischen Tray und Seite minimal ausfällt. Insgesamt kann jedoch auch mit nur wenig Aufwand ein optisch cleanes System gebaut werden.

Der Lüfter ist schön ausgeleuchtet und zusammen mit dem sehr ansprechenden Frontstreifen ein Hingucker. RGB-Fans werden ihren Spaß haben!

Messungen

Wie unsere Messungen im Detail ablaufen ist auf der Unterseite „So testen wir Gehäuse“ nachzulesen.

Temperatur

Die Temperaturen fallen im Kolink Balance ab Werk leider sehr hoch aus. Mit mehr Lüftern wäre sicher ein bessere Ergebniss zu erziehlen, doch ab Werk überschreitet CPU und GPU 70 bzw 80 Grad.

Der ungeregelte Lüfter trifft dabei nahezu exakt die 36 dB(A), weshalb wir auch dort einen vergleich anstellen können

Lautstärke

Die Lautstärke bei maximal angesteuertem Lüfter fällt ordentlich aus.

Gehäuse Lautstärke

Bei laufenden CPU und GPU Lüftern verfügt das dünne Material nur über eine mäßige isolierende Wirkung.

Lautstärke vergleich Gehäuse

Fazit

Kolink geht mit dem Balance in die richtige Richtung und bietet im Grunde ein ansprechendes Gehäuse, das trotz des Preises auf oder unter dem Schreibtisch was her macht. Gerade im Bereich der RGB-Beleuchtung bekommt man eine solide Perfomance und außerdem ausreichend Platz für moderne Hardware.
Die Verarbeitung reißt nicht vom Hocker, ist bei dem Preis angemessen.

Den guten Ansätzen steht aber wieder der ein oder andere Schnitzer gegenüber. Dies sind kleinere Dinge wie Einwegblenden, der schlecht erreichbare Staubfilter und die fehlende Dokumentation, aber auch Größere. Hier ist z.B. der nicht steuerbare Lüfter zu erwähnen, der durchgehend hörbar ist und die hohen Temperaturen.

Zusammenfassend ist das Kolink Balance was fürs Auge und für den schmalen Geldbeutel!

Hardware-Helden Bronze Auszeichnung

Kolink Balance

Fazit

Schönes, günstiges Case inkl. RGB-Beleuchtung mit Abstrichen bei Ausstattung und Performance

Overall
6.1/10
6.1/10
  • Ausstattung - 6/10
    6/10
  • Verarbeitung - 6/10
    6/10
  • Kühlleistung - 5/10
    5/10
  • Preis-/Leistung - 7.5/10
    7.5/10

Pros

  • günstig
  • RGB-Beleuchtung
  • relativ viel Platz
  • modularer HDD-Käfig
  • gutes Glasseitenteil

Cons

  • Einwegblenden
  • Lüfter nicht regelbar
  • nur ein USB 3.1 Port
  • hohe Temperaturen
  • wenig Platz auf der Rückseite
  • rechtes Seitenteil schwergängig
  • kein Handbuch

3 Kommentare

  1. Das Gehäuse ist nicht mein Fall, aber für den Preis doch OK. Schade finde ich die fehlende Doku und die Stromversorgung des hinteren Lüfters. Beides könnte bei potentiellen „ertser-PC-selbst-zusammenbauen“-Usern für ein paar Fragezeichen oder Frust sorgen.
    btw. eure Fazits find ich echt immer sehr gut! Preis und Leistung/Qualität wird sehr gut gegenübergestellt ohne unbegründeter Meckerei oder überzogenen Erwartungen.

  2. Veröffentlicht von: @caduzzz

    btw. eure Fazits find ich echt immer sehr gut! Preis und Leistung/Qualität wird sehr gut gegenübergestellt ohne unbegründeter Meckerei oder überzogenen Erwartungen.

    Danke 🙂 Wir wollen einerseits ehrlich unsere Meinung äußern (Helden sind keine Influencer :D), gleichzeitig alle Sichtweisen berücksichtigen, soweit das halt möglich ist und uns nicht nur ein an einem Aspekt (beispielweise Airflow) aufhängen

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