
Es ist auch für uns immer wieder spannend mal Produkte von einem Hersteller zu bekommen, den wir noch nicht kennen. So erging es uns mit „Levelplay“ deren AiO-Wasserkühlung wir testen konnten. Die Levelplay Combat Liquid 360 HUD (folgend CL 360 HUD) bringt dabei ein Display für CPU-Daten mit, das man allerdings nicht konfigurieren kann.
Technische Daten
| Maße Radiator (T x B x H) | 394 x 120 x 27 mm (ohne Lüfter) |
| Material Radiator | Aluminium |
| Drehzahl Pumpe (Angabe) (ausgelesen am Testsystem) | 800– 3000 U/min (ca. 790 – 3030 U/min) |
| Anschluss der Pumpe | 4-Pin PWM |
| Material Kühlerboden | Kupfer |
| Lüfter | 3x 120×120×25mm-Lüfter (in einem Rahmen) ARGB, PWM |
| Drehzahl Lüfter | 800– 2000 U/min +- 10% |
| Intel Sockel | LGA 1851/ 1700 |
| AMD Sockel | AM4, AM5 |
| Besonderheiten | – HUD – ARGB-Beleuchtung – Lüfter in einem Rahmen |
| Preis | Amazon.de: € 99,99* |
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Levelplay Combat Liquid 360 HUD im Detail
Die CL 360 HUD bringt neben dem Montagematerial, zwei Klemmen für die Schläuche und Wärmeleitpaste in einer Spritze samt Spatel mit. Außerdem kommt die AiO mit bereits montierten Lüftern.

Bei genauem Hinsehen fällt einem auf, dass sich die drei 120-mm-Lüfter auf der CL 360 HUD in einem gemeinsamen Rahmen befinden, ähnlich wie NZXT es auch bei seinen Single-Frame-Lüftern macht. Dennoch kommt hier die volle Zahl an Schrauben zum Einsatz, weshalb die Lüfter fest am Radiator sitzen. Es geht nur ein Kabel mit ARGB- und PWM-Stecker aus den Lüftern, sodass alle gemeinsam gesteuert werden.

Die Lüfter haben an unserem System einen Drehzahlbereich zwischen 1950 und 800 rpm, womit ihr Luftstrom auch im Minimum noch leicht hörbar bleiben kann. Die Beleuchtung wird ganz typisch über LEDs in den Naben umgesetzt, die ihr Licht durch die Flügel strahlen lassen.


Über fest gesleevte Schläuche geht es in die Pumpeneinheit auf der das Display sitzt. Dieses befindet sich in einem magnetisch aufgesteckten Aufsatz, den man abnehmen und in 90 Grad Schritten drehen kann. Bei dem Display handelt es sich um eine feste Anzeige, die man nicht verändern kann.

Es wird per internem USB-Port angeschlossen und zeigt unveränderlich die Temperatur, Auslastung, Verbrauch und den Takt der CPU an. Damit das funktioniert muss man ein kleines Programm bzw. Treiber installieren, es gibt wie gesagt keine Möglichkeit irgendetwas anzupassen.
Die Pumpe wird über einen PWM-Anschluss angeschlossen und gesteuert. Ihre Drehzahl erschreckt sich von 3000 rpm bis runter auf 800 U/min (bei 1%). Damit hat sie eine große Bandbreite bei der Lautstärke von störend bis richtig leise, dazu unten mehr.

Die Montage der CL 360 HUD ist einfach. Man muss nur Abstandshalter einschrauben (AMD) bzw. zzgl. einer Backplate aufstecken (Intel) und setzt darauf die Kühleinheit. Dazu muss der passende Rahmen an der Kühlung befestigt werden, den man einfach mit einem Drehmechanismus einrasten lässt. Danach wird das Ganze mit vier Muttern festgeschraubt.

Man benötigt zwei PWM-Anschlüsse (je einen für Pumpe und die Lüfter), einen ARGB-Anschluss für die Beleuchtung der Lüfter und einen internen USB 2.0-Header für das Display. Eine weitere Stromversorgung wird nicht benötigt.



Kühlleistung und Lautstärke der Levelplay Combat Liquid 360 HUD
Getestet haben wir die CL 360 HUD auf AMD AM5. Falls möglich, reichen wir auch noch Messungen mit höherer Leistungsaufnahme und auf LGA 1700 nach.
Testsystem:
- AMD Ryzen 9 7900X @ 120W
- ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
- 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
- Seasonic Focus PX-650
- be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)
Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne sowie der CPU-Tdie-Temperatur zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) (30 cm Abstand) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.
Leistung und Lautstärke bei maximaler Drehzahl
Die Lüfter können sehr laut werden. Sie erreichten bei ungefähr 2000 U/min AiO-typische, hohe Lautstärkebereiche von über 50 dB(A) und ordnen sich damit unter den andren AiOs ein.
Positiv zu erwähnen ist, dass sie abseits der typischen Lauf- und Luftgeräusche nicht durch Nebengeräusche auffallen, auch nicht, wenn sie weit gedrosselt werden. Mit 800 U/min ist die Minimaldrehzahl leider recht hoch, so dass ein Luftrauschen zurückbleiben kann.

Bei der Leistung schneidet die Levelplay gut ab und kann sich sogar im oberen Drittel platzieren, auch wenn die sehr geringen Abstände hier kaum ein Ranking zulassen. Würde man nach CPU Tdie sortieren, würde sie etwas zurückfallen.
Leistung bei 40 dB(A)

Auch bei angeglichener Lautstärke fällt das Ergebnis mehr als solide aus.
Leistung und Lautstärke bei 1000 U/min

Bei angeglichener Drehzahl der Lüfter ist die Leistung gut, aber die Lautstärke fällt etwas negativ auf, sogar mehr als aus den Werten ersichtlich. Das liegt an der Pumpe liegt, die bei voller Drehzahl sehr dominant ist.
Lautstärke und Auswirkung der Pumpe
Um die Unterschiede besser abbilden zu können, haben wir das Messgerät in 10 cm Entfernung zur Pumpe aufgestellt. Wegen Messabweichung und der Genauigkeit des Messgerätes sind die folgenden dB(A) nur eine schnelle Orientierung. Wie es sich tatsächlich anhört versuchen wir zu beschreiben und ist auch immer subjektiv. Die Temperaturdifferenz wurde über die ersten Minuten nach drosseln der Pumpe bei voller Auslastung mittels prime95 unter 181 W (Intel) bzw. 120W (AMD) mit 1000 U/min der Lüfter beobachtet.
Die Pumpe ist bei maximaler Drehzahl sehr laut und präsent. Zu dem normalen aber auffälligen Summen, das an sich schon laut genug ist, kommt bei höchsten Drehzahlen ein Kratzen oder Knistern hinzu. Es erinnert etwas an das Geräusch einer HDD. Dieses verschwand auch nach langem Betrieb nicht, weshalb wir es nicht als das Geräusch von Luft im Kreislauf einschätzen. Es reduziert sich aber bereits bei ~90% deutlich und verschwindet dann. Die Pumpe wird im Verlauf nach unten zunächst tiefer und brummiger, bei 75% ist sie noch klar hörbar, bei 50% dürfte sie in anderen Lüftern unter Last untergehen. Für den Silentbetrieb im Leerlauf wird sie ab 30% abwärts tauglich. Bei 20% ist sie kaum noch hörbar und kann weiter gedrosselt werden.
| Temperaturdifferenz zu 100% (CPU Tdie) | dB(A) | |
|---|---|---|
| Pumpe @ 100 % | – | 43,6 dB(A) |
| Pumpe @ 75 % | + 0,7 °C | 40,3 dB(A) |
| Pumpe @ 50 % | + 1,5 °C | 36 dB(A) |
| Pumpe @ 20 % | + 5 °C | <34,5 dB(A) |
| Pumpe @ 1 % | + 16,5 °C | <34,5 dB(A) |
Die Temperaturen stiegen wie üblich erstmal kaum. Selbst bei 20% haben wir nur einen mittleren einstelligen Anstieg der Temperatur protokolliert. Beim Minimum steigen die Temperaturen aber massiv, weshalb das nur für den Leerlauf geeignet ist.
Fazit
Mit der Levelplay Combat Liquid 360 HUD konnten wir mal wieder ein Produkt eines für uns bisher unbekannten Herstellers ausprobieren und können sagen, dass die AiO was die Leistung angeht mit etablierten Marken mithalten kann. Auch die Steuerungsmöglichkeit der Pumpe überzeugt. Ungedrosselt ist sie sehr laut und die Geräusche stören, die Möglichkeit zu einem wirklich leisen Betrieb ist aber gegeben. Für die schicken Lüfter im gemeinsamen Rahmen gilt das bedingt, denn mit mindestens 800 U/min können sie je nach Rahmenbedingungen hörbar bleiben und wir hätten uns hier ein paar hundert rpm weniger gewünscht.
Das HUD ist ganz nett und präsentiert die wichtigsten Daten der CPU in gut lesbarer Darstellung. Mit einem konfigurierbaren LCD kann es natürlich nicht mithalten und bietet keinerlei Anpassungsmöglichkeiten. Dafür ist außer einem kleinen Treiber keine große Software erforderlich. Für eine richtige Empfehlung benötigt die Levelplay Combat Liquid 360 HUD noch ein paar Feinabstimmungen, ist aber dennoch eine ordentliche AiO.
Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.





