Deepcool Assassin III im Test

Deepcool Assassin III
Deepcool Assassin III

Groß, größer, Assassin III! Deepcool schickt die dritte Generation des Assassin Dual-Towers in den Ring und will nach der Krone im stagnierenden Kühlermarkt greifen. Dabei setzt der Hersteller auf Extreme, was sich auch beim Preis wiederspiegelt. Ob der Noctua NH-D15 seinen Meister gefunden hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Deepcool Assassin III Details

Deepcool Assassin III
Maße ohne Lüfter (H x B x T)165 x 138 x 135mm
Maße mit Lüfter (H x B x T)165 x 140 x 161 mm
MaterialKupfer, Aluminium, Nickel
Gewicht1450 g (mit Lüfter)
Heatpipes7 x 6 mm – Bodenplatte vernickelt
Kompatibilität Intel1366/1156/1155/1150/1151/2011-3/2066
Kompatibilität AMD AM4/AM3(+)/AM2+/AM2/FM2+/FM2/FM1
Derzeitiger Preis ab ca. 100€
Deepcool T 140S
Maße140 x 140 x 25 mm
Bohrungen120er
Anschluss4 Pin (PWM)
Regelbereich (angegeben)400-1500 U/Min
Regelbereich (gemessen)450 – 1450 U/Min
Lautstärke34,2 dB(A)
Luftdurchsatz150 m³/h
statischer Druck 1.79 mmH2O
Lager FDB

Verpackung und Lieferumfang

Der große Dualtower kommt in einer noch größeren Verpackung daher, welche die grün-graue Farbgebung aller Deepcool Gamerstorm Produkte besitzt. Seitlich sind die wesentlichen Merkmale dargestellt und auf der Rückseite diverse Features mehrsprachig aufgelistet. Der Kühler ist vorbildlich in Schaumstoff verpackt, Lüfter und Zubehör separat in kleinen Kartons.

Lieferumfang

Der Lieferumfang kann sich sehen lassen. Der prall gefüllte Karton beinhaltet neben dem benötigten Montagematerial noch ein drittes Paar Lüfterklammern. Die großzügige Menge Wärmeleitpaste in einer Spritze wird von einem Reinigungspad und einer bedruckten Kunststoffkarte zum Glattstreichen bereichert. Zudem gibt es zwei Gamerstorm-Sticker und ein wertigen Metallanhänger bzw. Batch. Neben einem Y-Kabel befinden sich auch zwei Silent-Adapter im Lieferumfang. Diese erinnern in Funktion und Optik stark an die bekannten L.N.A Adapter von Noctua. Komplettiert wird der Lieferumfang von einem wertigen Schraubendreher mit Gamerstorm-Schriftzug. So macht das Auspacken definitiv Spaß!

Impressionen

Der Kühlkörper des Assassin III ist ein Dualtower wie er im Buche steht: Groß, schwer, massiv! Deepcool bleibt bei der Gestaltung recht konservativ und setzt auf zwei, weitestgehend schnörkellose Türme mit je 41 Aluminiumlamellen und 2mm Abstand. Die beiden Kühltürme sind symmetrisch über der Bodenplatte ausgerichtet, also nicht von den RAM-Bänken oder den PCIe-Slots weggerichtet. Letzteres ist aber erstmal kein Problem, denn der Assassins III ist mit 140mm vorbildlich schmal und tangiert die Slots nicht so stark wie z.B. der 10mm breitere D15.

Die Höhe liegt bei 165mm, könnte rein vom Kühlkörper sogar niedriger ausfallen. Deepcool hat dem Assassin III jedoch zwei Kunststoffspoiler spendiert, die die Optik aufwerten und auch als Luftleitungselement dienen sollen. Wir konnten jedoch keinerlei Einfluss auf die Temperatur feststellen und verbuchen sie daher als Designelement. Die sogenannte Obsidian-Optik ist schlicht Hochglanzkunststoff. Hier können auch die mitgelieferten Sticker aufgeklebt werden. Insgesamt gefallen uns die Plastikaufsätze weniger und werden dem Premiumanspruch auch nicht unbedingt gerecht. Ein paar schöne Heatpipekappen wären eine Alternative gewesen. Die oberste Lamelle hat zudem ein perfektes Hochglanzfinish und wirkt fast wie ein Spiegel. Kein Grund diese zu verstecken. Hier hat man der blanken Aluoberfläche von Noctua etwas voraus!

Die Lamellen sind an der Unterseite bis 49mm gekürzt um RAM mehr Platz zugeben. Da aber auch der tieferhängende Lüfter alle RAM-Slots überragt, ist hoher RAM, wie bei fast allen Dualtowern, keine gute Idee. Dank der guten Lüfterklammern kann man den Lüfter zwar auch deutlich höher hängen, dann steigt aber die Gesamthöhe und ein Teil des Luftstroms wird nicht mehr genutzt.

Deepcool setzt auf gleich sieben 6mm Heatpipes, wie es z.B. auch der Dark Rock 4 oder der U12A tun. Im Gegensatz zum Assassin II wurde die Anzahl dennoch reduziert, denn bereits der Vorteil einer siebten Heatpipe ist, unserer Erfahrung nach, recht gering. Die Wärmeleitrohre sind matt vernickelt und münden in einer großen Bodenplatte, die ebenfalls vernickelt ist. Der Schliff und die Beschichtung sind tadellos.

Auffällig ist, dass Deepcool die Heatpipes mit den Lamellen aufwändig verlötet, wie es auch bei Noctua der Fall ist. Man zieht also offenbar alle Register!
Die zur Montage benötigte Brücke ist inklusive Federschrauben fest mit dem Kühler verbunden.

Auch in Sachen Verarbeitung lässt man sich nicht lumpen. Der Kühler ist stabil und sorgfältig gefertigt, mit einem attraktiven Finish. Auch die Entgratung und der Sitz der Lamellen ist frei von Kritik. Erst wenn man mit der Lupe sucht fällt z.B. auf, dass die Heatpipes optisch nicht ganz so sauber mit der Bodenplatte verlötet sind wie etwa beim D15.

Die schwarzen, attraktiven 140mm Lüfter mit 120er Bohrungen fallen durch ihre filigranen Spoiler an jedem Lüfterblatt auf. Durch diese soll die Akustik verbessert und die Performance erhöht werden. Tatsächlich ist der Luftstrom gemessen an der Umdrehungsgeschwindigkeit enorm, von der Lautstärke her aber auch etwas auffälliger.

Bei 1400rpm erreichen die großen Lüfter beachtliche 150 m³/h und 1.79mmH2O. Das FDB Lager verspricht eine hohe Lebensspanne und gute Laufruhe. Zumindest für die Laufruhe können wir das bestätigen. Selbst gedrosselt kann man das Lager nicht heraushören und damit sollten auch höchste Ansprüche erfüllt werden.

Gummierte Ecken sorgen zudem für Entkopplung vom CPU-Kühler.

Montage

Die Montage ist schlicht perfekt umgesetzt und ähnelt dabei sehr den Systemen von Noctua oder Cryorig. Deepcool denkt dabei sogar an kleinste Details und auf den Montagestegen ist z.B. die korrekte Orientierung eingeprägt. Nicht ganz ungeübte Schrauber benötigen somit nicht einmal das Handbuch und haben den Kühler binnen Augenblicke montiert.

Für Sockel S2011 werden die Doppelgewinde eingeschraubt, die Stege mit den Muttern festgeschraubt und nachdem die Wärmeleitpaste aufgetragen wurde, kann der Kühler schon festgeschraubt werden. Die Lüfterklammern halten gut an den Lüftern und lassen sich leicht einhaken. Somit ist die Montage einfach, schnell und frustfrei.

Deepcool Assassin III Temperaturen

Standardlüfter

Bei der Standardausstattung gilt es zu beachten, dass die Drehzahlen der unterschiedlichen Lüfter voneinander abweichen können. Einen Test bei normierter Drehzahl befindet sich ganz unten.

Schauen wir uns zunächst die Leistung bei maximaler Drehzahl an. Der Deepcool Assassin III schafft es den NH-D15 zu überholen und kommt auf sensationelle 32.1K, ein absoluter Spitzenwert!

Regulieren wir die Lüfter auf 38dB(A), fällt auf, dass die Deepcool-Lüfter zwar viel leisten, dabei aber auch etwas lauter sind. Dementsprechend müssen sie etwas weiter gedrosselt werden. Die Leistung ist weiterhin phönomenal. Der Kühler ist auf Augenhöhe mit dem D15, der immerhin fast 200 rpm mehr auf den Tacho bringt.

Die Messung bei 1000rpm zeigen, dass der Assassin III bei identischer Drehzahl sehr stark performt.

Referenzlüfter

Deepcool Assassin III Lautstärke

Deepcool Assassin III Fazit

Der Assassin III hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Deepcool hat offenbar mit allen Mitteln versucht den leistungsfähigsten Kühler auf den Markt zu bringen und am Thron des NH-D15 zu ruckeln. Teilweise hat man dies geschafft. Betrachtet man schlicht die maximale Kühlleistung, so unterbietet der Assassin III den Konkurrenten messbar und auf identischen Drehzahlen sogar deutlich. Allerdings werkeln die Lüfter des Assassin III etwas lauter. Gleichzeitig zeigt der Deepcool-Kühler aber wieder mal wie sehr das Konzept ausgereizt ist. Einen eindeutigen Sieger konnten wir, trotz mehr Heatpipes und Lamellen, in unserem Testszenario nicht ermitteln. Mit noch mehr Abwärme, könnte sich das Verhältnis vlt. klarer darstellen. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass der Assassin III zu den stärksten Kühlern am Markt gehört.

In Sachen Design ist man etwas gefälliger als die braun-beige Konkurrenz, die aber mittlerweile auch eine schwarze Variante herausgebracht hat. An die edle Optik eines Dark Rock Pro 4 kommt man jedoch mit Kunststoffspoilern nicht heran.

Was dem Assassin III das Leben letztlich sehr schwer macht ist der (zu) hohe Preis. Über 100€ kostet der Kühler hierzulande, trotz der geringeren UVP. Selbst die 85€ eines NH-D15 sind schon schwer zurechtfertigen, wobei dort immerhin eine langjährige Garantie und sorgfältigere Verarbeitung geboten wird.

Wer ungeachtet des Preises das letzte Bisschen aus seinem System rauskitzeln möchte, sollte einen Blick auf den Assassin III werfen.

Deepcool Assassin III

Fazit

Starke Konkurrenz für den NH-D15, mit minimalen Schwächen.

Overall
8.5/10
8.5/10
  • Kühlleistung (40%) - 9.5/10
    9.5/10
  • Lautstärke (30%) - 8.5/10
    8.5/10
  • Montage (20%) - 7/10
    7/10
  • Preis/Leistung (10% - 7/10
    7/10

Pros

  • sehr hohe Leistung
  • gute Verarbeitung
  • Lieferumfang
  • laufruhige Lüfter
  • angenehme Montage

Cons

  • hoher Platzbedarf
  • unnötige Spoiler
  • teuer
Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Abschließend wollen wir uns noch bei Deepcool für die Bereitstellung des Testsamples und das damit entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

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