ZOTAC GeForce RTX 3080 Trinity OC 12GB im Kurz-Test

Die GPU-Preise sinken und da musste man mal spontan zuschlagen. Wer weiß, was die neue Generation kostet. Die Wahl fiel recht spontan auf die Zotac Gaming GeForce RTX 3080 Trinity OC LHR 12GB, also der RTX 3080 mit etwas mehr Speicher.

Grund für dieses Modell war schlichtweg Verfügbarkeit und Preis, der zum Zeitpunkt des Kauf bei „nur“ knapp über 820€ lag. Zum jetzigen Zeitpunkt steht wieder eine 9 davor. Die Praxiseindrücke der Karte wollen wir gerne mit euch teilen, falls ihr auch über einen Kauf nachdenkt.

Wir lassen hier große Benchmark-Serien außen vor. Was eine RTX 3080 leistet ist hinlänglich bekannt und auch das OC-Modell hier nicht flotter. Wir wollen uns daher hier vor allem auf den Praxiseindruck mit dem Modell fokussieren: Wie verhält sich das Kühlsystem, die Temperaturen, Lautstärke, die Software und ob es Deal-Breaker gibt.

Verpackung und Lieferumfang

Der schillernde Karton macht schonmal Lust aufs Auspacken, allerdings gibt es im Inneren dann neben der gepolsterten Grafikkarte nur ein paar hübsche Sticker und gar nicht hübsche Adapter-Kabel für die Stromversorgung. Ohne Sleeve wird diese wohl kaum jemand in sein hübsches Gaming-System stecken. Ein GPU-Bracket wie beispielsweise bei MSI Gaming Trio Z Karten gibt es nicht.

ZOTAC GeForce RTX 3080 Trinity OC 12GB im Detail

Zotac hat die Trinity (OC) mit einem großen, typischen Drei-Lüfter-Customkühler ausgestattet, der weit über das eigentliche PCB ragt und die Karte damit auf 320 mm Länge bringt. In der Höhe kommen Karte und Kühler auf 2.5 Slots und belegen somit effektiv drei Slots. Zum Anschluss werden zwei 8-Pin Anschlüsse gefordert, auf aufgrund der PCB-Länge eher mittig platziert sind.

Die Firestorm-Lüfter messen jeweils 90 mm im Durchmesser und sind in einem kantigen Rahmen auf einem großen Kühler mit Kupfer-Heatpipes montiert. Auch die Lamellenstruktur des Kühler ragt weit über die Platine. Im hinteren Teil ist die Backplate zum Teil luftdurchlässig. Das Kühlsystem nennt der Hersteller IceStorm 2.0. Rein vom Design her ist die Karte markant, aber keine auffälliger Paradiesvogel. Ohne aktive Beleuchtung fügt sie sich also noch recht dezent in das System ein. Die Verarbeitung ist ohne Makel.

Beleuchtet werden kann unter anderem der Zotac Gaming Schriftzug, samt der drei Streifen auf der Seite des Kühlers.

Hier bietet ZOTAC Gaming GeForce RTX 3080 Trinity OC 12 GB sowohl ein- als auch mehrfarbige Effekte, die sich über die Firestorm-Software im Spectra-Menü konfigurieren lässt.

Auf der Rückseite befindet sich eine Backplate zur Stabilisierung, die ergänzend zu der Seite ein beleuchtetes Logo bietet.

Dieses lässt sich über die Software auch Wunsch auch getrennt von der Seite ansteuern, so dass verschiedene Effekte oder separate Deaktivierungen möglich sind.

Die OC-Edition der RTX 3080 Trinity OC LHR verzeichnet auf dem Papier nur ein minimales Plus. Statt 1710 MHz stehen hier 1725 MHz Boost-Takt – nicht der Rede und wert.

Unter Belastung haben wir grob Taktraten von 1785 bis 1830 MHz verzeichnet.

FireStorm Software

Die Software bietet die bekannten Funktionen zur Überwachung und Steuerung.

Die Lüfter können in zwei Zonen getrennt voneinander gesteuert werden. Der Hintere Lüfter getrennt von den beiden anderen. Die Regler ermöglichen es das Powerlimit auf 110% zu erhöhen, das Temperaturlimit erhöht sich damit auf 93 Grad.

Auch die RGB-Beleuchtung bietet eine getrennte Ansteuerung beider Bereiche. Es lassen sich verschiedene Effekte wählen und je nach Effekt Laufrichtung, Geschwindigkeit und Helligkeit verändern.

Es gibt zudem den OCScanner und eine einstellbare Lüfterkurve. Auf diese reagiert unsere Karte jedoch nur teilweise. Das Anlaufverhalten im unteren Abschnitt veränderte sich nicht, oder wir haben was falsch gemacht.

Eindrücke des Kühlsystem

Lüfterverhalten

Die Lüfter stehen bei geringer Last/Leerlauf still. Die genauen Anlaufparameter sind uns nicht bekannt. Wir hatten zunächst geschaut ob die GPU-Temperatur ein Umschaltpunkt zwischen aktiv und passiv sein könnte. Nach etwas Beobachtung vermuten wir jedoch, dass der Lastzustand hier auschlaggebend ist. So scheinen bei geringer Belastung die Lüfter auf 47% PWM (Minimalwert) gestellt zu werden und verweilen auf diesem Wert. Ab 63 Grad GPU-Temperatur steigt die Lüfterkurve dann weiter an. So unsere Beobachtungen an den ersten Tagen.

In den ersten Stunden zeigte sich von mindestens einem der Lüfter ein leicht wahrnehmbares Rattern, sobald er in Betrieb ging. Dazu gab es ein Schnarren/Dröhnen bei ~1550 RPM. Nach kurzen Einlaufzeit verschwand das Rattern. Das Schnarren ist immerhin zu einem großen Teil verschwunden, ist aber selten noch zu hören. Die Karte verlässt in unseren Anwendungsfällen den betroffenen Drehzahlabschnitt sehr schnell wieder. Offenbar mussten sich die Lüfterlager etwas einlaufen und hoffen, dass es noch weitere Besserung gibt.

Das Anlaufverhalten ist in den meisten Fällen dezent und geschmeidig. Warum in den meisten Fällen? Weil die Lüfter sich bei dem vorliegenden Exemplar leider nicht immer gleich verhalten. In der Regel starten die Lüfter mit einem Wert von 47% und bei sehr ruhigen ~ 800 RPM.

Es gab jedoch auch Beobachtungen, wo es einen „Boost“ vor dem Anlaufen kam. Mal nicht bis nur moderat wahrnehmbar mit ~1000-1300 RPM, manchmal aber deutlich höher, was sehr auffällig ist.

Auch im Office-Betrieb, wenn die Lüfter stillstehen, war die Trinity nicht ganz davor gefeit und es kam gelegentlich zu einem kurzen Aufheulen mit noch hohen Drehzahlen. Hier wurden dann mitunter auch vollkommen utopische Werte (z.B. 224265rpm oder 161725 rpm) angezeigt. Geringste Last (öffnen des Browser, eines Bildes etc. ) reichte da schon. Laufen sie mit 800 rpm an ist das unauffällig, sonst kann es jedoch stören.

Falsche Lüfterwerte

Die Lüfterkurve der Firestorm-Software zeigte sich leider wirkungslos gegenüber dem Lüfterstart bei geringer Auslastung, obwohl die Temperaturen unter dem gewünschten Schwellenwert lagen. Erst der MSI Afterburner konnte verhindern, dass die Lüfter unter der eingestellten Temperatur anliefen und verschafft einen ruhigen Leerlauf. Das kurzeitige hochschnellen beim Lüfterstart kam aber auch mit dem Afterburner noch ab und zu vor. Lüfterwert unter 47% führten zu Drehzahlsprüngen.

Temperatur

Die Temperaturen und Drehzahlen wurden mit einer 3DMark Time Spy Extreme in Dauerschleife beobachtet. Die Raumtemperatur war aufgrund des Wetter mit 28 Grad sehr hoch.

Die Grafikkarte hält bei den Lüftern wie erwähnt zunächst eine ganze Weile die sehr dezente 47%-Marke, eher sie die Drehzahlen kontinuierlich nach oben schraubt. Angepeilt werden offensichtlich 73 Grad GPU-Temperatur, die sie hält und die Drehzahlen weiter nach oben justiert. In der Spitze kam das vorliegende Modell auf ~1800 U/min und ist damit klar hörbar, aber nicht übermäßig laut. Bei nicht so sommerlichen Temperaturen dürften auch ein paar hundert Umdrehungen weniger möglich sein.
Der GPU-Hotspot lag im Schnitt 7-10 Grad über der GPU-Temperatur. Die VRAM-Temperaturen bei 86 Grad.

Ein paar Benchmarks wollen wir natürlich dennoch nicht vorenthalten. Das verwendete System bestand aus den folgenden Komponenten

  • AMD Ryzen 7 5800X
  • MSI B550 Gaming Plus
  • 16 GB Corsair DDR4-3200 Vengeance RGB Pro
  • Corsair RM650X Netzteil
  • Corsair 7000D Airflow Gehäuse

Folgende 3DMark Wertungen wurden erreicht.

Time Spy16.461 Punkte (17.924 GPU-Score)
Fire Strike Extreme21 449 Punkte (22 558 GPU-Score)
Port Royal11 653 Punkte

Weitere Benchmarks anderer Modelle findet ihr z.B. im Test der KFA2 Geforce RTX 3070 Ti EX. Demnach ordnet sich die Karte, wie zu erwarten zwischen der RTX 3080 und der RTX 3080 Ti ein. Aufgrund unterschiedlicher Testsysteme ist hier natürlich kein 1:1 Vergleich möglich.

Das Spulenfiepen war diesem Exemplar bei 120 und 144 fps nicht störend und wird schnell von den Lüftern übertönt. Bei 60 fps hört man es so gut wie nicht.

Fazit

In diesem Kurzeindruck wollten wir vor allem klären, ob die die Zotac RTX 3080 Trinity OC 12GB ein empfehlenswerter (Spontan)Kauf ist, wenn die Preise sich wieder in einem attraktiven Rahmen bewegen. Zunächst einmal performt die Karte natürlich so wie man es von er einer RTX 3080 (12GB) erwarten darf. Das OC-Modell ist hier aber nur marginal höher getaktet. Das Design der Karte ist stimmig und die RGB-Beleuchtung nach unserer Ansicht auch ansprechend umgesetzt.

Der Kühler macht im Prinzip einen sehr guten Job und hat Reserven. Mit maximal 73 Grad bleibt die Karte in unserem Szenario sehr kühl und auch bei hohen Raumtemperaturen ohne extreme Geräuschbelastung. Dabei ist das Anlaufverhalten mit den recht niedrigen Drehzahlen eigentlich sehr gut abgestimmt, wären die nicht die sporadischen, kurzen Ausraster der Lüfter beim Anlaufen und im Quasi-Leerlauf, die den unauffälligen Eindruck schmälern.

Die Karte war sicher keine Fehlinvestition, aber die Lüftersteuerung könnte aber gern noch sauberer umgesetzt werden. Erwähnenswert ist die zusätzliche Garantie von zwei Jahren auf insgesamt 5 Jahre, wenn man das gekaufte Produkt beim Hersteller registriert.

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