ASUS ROG Kithara im Test

Mit dem ROG Kithara hat ASUS ein besonderes Gaming-Headset im Sortiment, was auf große Planar-Magnet-Treiber vom HiFi Spezialisten HiFiMan und ein hochwertiges MEMS-Boom-Mikrofon setzt. Ob es sich damit um einen echten Geheimtipp handelt, versuchen wir im Test zu klären.

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Verpackung und Lieferumfang

Das Headset wird im typisch schwarz-roten ROG-Verpackungsdesign ausgeliefert. Das Erste, was einen beim Auspacken begrüßt, ist ein Sound-Signature-Zertifikat. Damit dürfte bereits klar sein, dass das Headset eine andere Richtung einschlägt als die üblichen Gaming-Headsets.

Der Lieferumfang fällt erfreulich umfangreich aus. Neben dem Headset befinden sich ein abnehmbares MEMS-Boom-Mikrofon inklusive Kabel und Fernbedienung, ein geflochtenes Kabel mit drei Klinkenstecker Adaptern in 3,5mm, 4,4mm und 6,3mm, ein USB-C-auf-Klinke-Adapter sowie ein Satz Velours-Ohrpolster im Karton.

Technische Daten

Corsair HS80 Max Wireless
TypOhrumschließend, offen
Treiber100 mm Planar-Magnet-Treiber
Frequenzbereich8 Hz – 55.000 Hz
Impedanz16 Ohm
Empfindlichkeitkeine Angaben
Mikrofonmodulare Boom-MEMS-Mikrofon
Frequenzbereich: 20 Hz – 20.000 Hz
Empfindlichkeit: -36 dB
Gewicht420 g
Anschluss3,5mm Klinke,
balanced 3,5mm, 4,4mm, 6,3mm
Sonstigeszusätzlicher Satz Velours-Ohrpolster
Kabelfernbedienung beim Mikrofonkabel
balanced Anschluss
USB-C Adapter
PS 5 Support
Preis279€

ASUS ROG Kithara im Detail

Bereits beim ersten Kontakt vermittelt das ROG Kithara einen sehr hochwertigen Eindruck. ASUS kombiniert einen schlanken, dunkel eloxierten Aluminiumrahmen mit einer stabilen Ohrmuschelkonstruktion aus hochwertigem, schwarzem Kunststoff. Das ebenfalls schwarze Abdeckgitter der offenen Konstruktion besteht aus sauber gefrästem Aluminium.

Sowohl das Kopfband als auch die serienmäßigen Ohrpolster sind mit einem Kunstleder-Stoff-Hybridbezug versehen. Alternativ liegen auch Ohrpolster mit einem reinen Velours-Bezug bei.

Das Design des Kithara bleibt mit den dezent in die Ohrmuscheln integrierten ASUS-ROG-Logos angenehm zurückhaltend und wirkt erfreulich erwachsen. Auch die Verarbeitung hinterlässt einen ausgezeichneten Eindruck: Weder Knarzen noch Knacken sind zu vernehmen. Saubere Spaltmaße, leichtgängige Gelenke und eine stabile Aufhängung vermitteln einen langlebigen Eindruck. Unterstützt wird dies zusätzlich durch die austauschbaren Ohrpolster.

Der hochwertigere Materialeinsatz hat allerdings auch seinen Preis – mit einem Gewicht von 420 Gramm zählt das ASUS-Headset nicht gerade zu den Leichtgewichten.

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Das „schwebende“ Kopfband lässt sich dabei in acht Rasterstufen an verschiedene Kopfgrößen anpassen und die weich gepolsterten Ohrmuscheln schmiegen sich angenehm an den Kopf an.

Während die meisten Gaming-Headsets geschlossen aufgebaut sind und den Nutzer möglichst stark von seiner Umgebung abschirmen, verfolgt ASUS mit dem Kithara bewusst den gegenteiligen Ansatz. Die offene Bauweise ermöglicht eine ungehinderte Luftzirkulation durch die Ohrmuscheln. Das verbessert rein theoretisch nicht nur den Tragekomfort an warmen Tagen, sondern sorgt auch für eine deutlich größere Klangbühne – allerdings erfahrungsgemäß auf Kosten des Bassdrucks.

Das Herzstück des Kithara bilden die 100 Millimeter großen Planar-Magnet-Treiber, die ASUS gemeinsam mit HiFiMAN entwickelt hat. Während klassische dynamische Lautsprecher lediglich über eine Schwingspule angetrieben werden, verteilt sich die Antriebskraft bei einem Planartreiber über nahezu die gesamte Membranfläche. Das Ergebnis sind geringere Verzerrungen, eine schnellere Impulswiedergabe und eine deutlich höhere Detailauflösung.

Beim modularen Mikrofon setzt ASUS anstelle eines klassischen Elektret-Kondensatormikrofons auf ein mikroelektromechanisches MEMS-Boom-Mikrofon.

Wie sich Tragekomfort, Treiber und Mikrofon in der Praxis schlagen, klären wir im weiteren Verlauf des Tests.

ASUS ROG Kithara Praxischeck

Als Grundlage für unsere Audiotests setzen wir auf eine Creative Sound Blaster X5. Für den Test werden im Treiber sämtliche Einstellungen zur „Klangverbesserung“ deaktiviert, um die reine Leistung des Headsets besser beurteilen zu können. Zudem wurde der balanced 4,4mm Anschluss für die klangliche Beurteilung genutzt.  Abgesehen von einer minimal schlechteren Dynamik, treffen die Klangeindrücke auch auf den 3,5mm Anschluss zu.

Klang

Bereits nach den ersten Minuten wird deutlich, dass das ROG Kithara weniger wie ein klassisches Gaming-Headset, sondern eher wie ein HiFi-Kopfhörer klingt.

Das leicht warm abgestimmte Klangbild ist sehr facettenreich und punktet mit einer hohen Detailauflösung. Die großen Planar-Magnet-Treiber überzeugen vor allem mit einer außergewöhnlich präsenten und detailreichen Mittenwiedergabe. Stimmen wirken natürlich und authentisch, während feine Klangdetails sehr gut herausgearbeitet werden.

Für ein offenes Headset fällt das Bassfundament durchaus kräftig aus. Bauartbedingt erreicht das Kithara jedoch nicht den Schalldruck eines geschlossenen Modells. Stattdessen überzeugt der Tiefton durch Kontrolle und Präzision anstelle übertriebener Fülle. Dennoch besitzen zum Beispiel Explosionen oder auch basslastige Musik genügend Tiefgang.

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Auf der anderen Seite wirkt die gesamte Bühne insgesamt sehr weitläufig und offen, was vor allem der Ortung in kompetitiven Games wie CS GO 2 oder PUBG zugutekommt. Gleichzeitig bekommt man noch was von seiner Umgebung mit, was je nach Einsatzgebiet durchaus von Vorteil sein kann.

Insgesamt wirkt  der Klang über alle Frequenzbereiche sauber getrennt und ausgewogen, ohne dass bestimmte Bereiche zu dominieren scheinen.

Bei maximaler Lautstärke am Headset in Kombination mit sehr hohen Ausgangspegeln konnten wir bei stark basslastigem Audiomaterial ein Knirschen beziehungsweise Rascheln im Tieftonbereich wahrnehmen. Das Verhalten ließ sich reproduzieren und trat mit anderen Kopfhörern an derselben Audioquelle nicht auf. Im normalen Betrieb ist dieses Szenario allerdings praktisch nicht relevant, da hierfür bereits Lautstärken erreicht wurden, die aus gesundheitlicher Sicht nicht mehr empfehlenswert sind.

Da Planar-Magnet-Treiber mit einer besonders dünnen, großflächigen Membran arbeiten, reagieren sie im Grenzbereich etwas anders als klassische dynamische Treiber. Wir vermuten, dass das beobachtete Rascheln dadurch entsteht, dass die Membran bei den extrem hohen Pegeln ihren linearen Arbeitsbereich verlässt und dadurch aufgrund von unkontrollierten Schwingungen oder Luftverwirbelungen Verzerrungen auftreten. Eindeutig nachweisen lässt sich diese Ursache ohne tiefgreifende Untersuchungen für uns jedoch nicht.

Positiv hervorzuheben ist zum Abschluss noch, dass das Kithara im Test vollkommen frei von Eigen- oder Grundrauschen arbeitete.

Sprachqualität

Im (Gaming-)Alltag überzeugt das modulare MEMs-Boom Mikrofon mit einer angenehm natürlichen Sprachwiedergabe. Stimmen werden klar und mit ausreichend Fülle übertragen. Das Mic gehört ohne Zweifel zu den besseren Mikrofonen, die wir bislang an einem Gaming-Headset getestet haben. Über die integrierte Kabelfernbedinung lässt sich das Mikrofon auch stummschalten.

Ergonomie

Trotz des, im Vergleich zu anderen Gaming-Headsets, hohen Gewichtes sitzt das Kithara recht „leicht“ auf dem Kopf. Das kommt durch das „schwebende“ Kopfband und die sehr weich gepolsterten Ohrpolster im Zusammenspiel mit dem recht geringen Anpressdruck. Leider ist die Rasterung des Kopfbandes nicht sehr stark, wodurch das Headset bei ruckartigen Bewegungen gerne auch mal ein bis zwei Rasterstufen verrutscht. Hier hätte ASUS gerne in einen etwas strafferen bzw. robusteren Mechanismus investieren können.

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Im Dauerbetrieb sorgt die offene Bauweise und der luftige Ohrmuschelbezug auch nach mehrstündigen Zocker-Sessions für schweißfreie Kontaktflächen.

Fazit

Mit dem ROG Kithara hat ASUS in unseren Augen einen echten Gaming-Headset Geheimtipp im Sortiment – und das ganz ohne RGB-Schnickschnack oder aufgeblähte Software. Stattdessen konzentriert sich ASUS konsequent auf das Wesentliche.

Die gemeinsam mit HiFiMan entwickelten 100-mm-Planar-Magnet-Treiber sorgen für eine beeindruckende Detailauflösung, eine weitläufige Klangbühne und eine angenehm ausgewogene, leicht warme Abstimmung. Das Kithara klingt dadurch deutlich mehr nach HiFi-Kopfhörer als nach einem klassischen Gaming-Headset.

Doch nicht nur klanglich weiß das Kithara zu überzeugen. Auch die hochwertige Verarbeitung, das umfangreiche Zubehörpaket, ein zusätzlicher Satz Velours-Ohrpolster und das sehr gute MEMS-Boom-Mikrofon hinterlassen einen positiven Eindruck. Trotz des vergleichsweise hohen Gewichts sitzt das Headset angenehm auf dem Kopf und verursacht dank der weichen Ohrpolster auch nach mehreren Stunden keine unangenehmen Druckstellen oder Schweißausbrüche.

Ganz ohne Kritik kommt das Kithara allerdings nicht davon. Die Rasterung des schwebenden Kopfbandes fällt für unseren Geschmack etwas zu leichtgängig aus, wodurch die Einstellung bei ruckartigen Bewegungen gelegentlich verrutschen kann. Das ist im Alltag zwar kein gravierender Mangel, aber ein kleiner Punkt, der dem ansonsten nahezu perfekten Gesamtpaket im Weg steht.

Unterm Strich liefert ASUS mit dem ROG Kithara ein außergewöhnliches Gaming-Headset ab, das bewusst andere Wege geht als die Konkurrenz und dabei den Geldbeutel garnicht mal so sehr belastet, wie man annehmen würde. Wer ein möglichst bassbetontes Gaming-Headset sucht, wird hier vermutlich nicht fündig. Wer hingegen Wert auf eine hervorragende Klangqualität, eine große Bühne und eine hochwertige Verarbeitung legt, erhält mit dem Kithara eines der spannendsten gamingtauglichen Headsets der letzten Jahre. Wir verleihen unseren Gold Award.

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Hardware-Helden Gold Auszeichnung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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