KFA2 RTX 2070 EX im Test

KFA2 RTX2070 EX Review

Im heutigen Test werfen wir einen kritischen Blick auf die Geforce RTX 2070 EX von KFA2 und klären ob der mächtige 2,5 Slot Kühler hält, was der erste Eindruck verspricht.

Überblick

Verpackung und Lieferumfang

Die RTX 2070 EX von KFA2 erreicht den Endkunden in einer stylischen, mintgrünen Kartonage. Hier lassen sich auch gleich die grundlegenden Informationen, wie etwa der verwendete Grafikchip oder die Kapazität des VRAMs ablesen. Auf der Rückseite wird auf die wichtigsten Features der Karte aufmerksam gemacht. Das Zubehör fällt mit zwei Stromadaptern und einer Anleitung spärlich, aber spartenüblich aus.

Turing Architektur

Mit dem RTX 2070 Chip will Nvidia das gehobene Mittelklassesegment bedienen. Die neue Turing Architektur stellt dabei einen der größten Evolutionsschritte der letzten Jahre dar. Das wichtigste neue Feature und auch der Grund für die Umbenennung von GTX zu RTX ist die Unterstützung von hardwarebeschleunigtem Echtzeit-Raytracing. Dazu kommt eine Art Hybrid-Rendering zum Einsatz, weshalb GPU in mehrere Segmente unterteilt ist: hier gibt es nach wie vor die „klassischen“ Shadereinheiten, hinzu kommen aber die mit der Volta Architektur eingeführten Tensor Cores sowie die neuen RT Cores.

Während letztere für die Unterstützung der Berechnung von Raytracing herangezogen werden, kommen die Tensor Cores beispielsweise für das neu eingeführte Deep Learning Super Sampling (DLSS) zum Einsatz. Dabei wird das Potenzial von Deep Learning und KI genutzt, um die GPU für das performante Rendern scharfer Bilder zu trainieren.

Die wichtigsten Techniken der Turing Architektur gibt es hier im Überblick: https://www.nvidia.com/en-us/geforce/news/graphics-reinvented-new-technologies-in-rtx-graphics-cards/

Technische Daten

 Nvidia RTX 2060KFA2 RTX 2070 EXNvidia RTX 2080
GPUTU106TU106TU104
Fertigung12 nm12 nm12 nm
Transistoren10,8 Mrd10,8 Mrd13,6 Mrd
GPU-Takt1356 MHz(Boost: 1680 MHz)1410 MHz(Boost: 1620 MHz)1515 MHz
(Boost: 1800MHz)
Speichertakt1750 MHz1750 MHz1750 MHz
SpeichertypGDDR6GDDR6GDDR6
Speichergröße6 GB8 GB8 GB
Speicherinterface192 Bit256 Bit256 Bit
Speicherbandbreite336 GB/s448 GB/s448 GB/s
DirectX121212
Shader-Einheiten192023042944
Texture Units120144160
ROPs426464
RT Cores303646
Tensor Cores240288368
Leistungsaufnahme160 Watt185 Watt180 Watt

KFA2 RTX 2070 EX im Detail

Die Geforce RTX 2070 verwendet eine im 12nm Prozess gefertigte TU106 GPU. Diese ist mit einer Komplexität von 10.8 Mrd Transistoren nahezu so komplex wie das Pascal Flaggschiff GTX 1080Ti. Mit 2304 Shadereinheiten, 288 Tensor Cores und 36 RT Cores wurde die RTX 2070 im Vergleich zur RTX 2080Ti oder RTX 2080 allerdings ein gutes Stück beschnitten.

Allen Turing Karten gemein ist der neue GDDR6 VRAM, welcher hinsichtlich Speicherbandbreite die Lücke zum teuren HBM Speicher deutlich verkleinern soll. So kommt die RTX 2070 trotz schmalem 256Bit Interface auf gute 448GB/s an Bandbreite.

Die KFA2 RTX 2070 EX hält sich beim Chiptakt an die Standardvorgaben von Nvidia. Diese liegen für die TU106 GPU bei 1410 MHz Grundtakt und einem Boost von mindesten 1710MHz. Die 2070 EX erreichte in den meisten Spielen sogar einen Takt von 1800-1830 MHz.

Die Grafikkarte setzt mit zwei DisplayPort 1.4 Anschlüssen und einen HDMI 2.0b Anschluss auf den aktuellen Standard.

Kühler

Der riesige Custom Kühler wirkt sehr wertig verarbeitet und setzt auf eine durchaus ansprechende Optik. Zur Abführung der Wärme nutzt KFA2 zwei große, beleuchtete 100mm Lüfter von Ecotherm, welche sich übrigens auch getrennt voneinander regeln lassen. Bis zu einer Chiptemperatur von 50°C stehen die Lüfter komplett still, damit agiert die Karte im Idle komplett lautlos.

Am oberen Rand der Karte ist der beleuchtete KFA2 Slogan „What‘s your Game“ zu finden. Die Farbe der Beleuchtung lässt sich im hauseigenen Xtreme Tuner Tool ändern, dazu an späterer Stelle mehr.

Der Kühler überragt das 26,5cm lange PCB der Karte übrigens um ca. 2cm und gönnt sich 2,5 Slots in der Breite. Um die Wärme vom Chip wegzuleiten kommt eine Kupferbodenplatte mit drei dicke 8mm Heatpipes zum Einsatz. Diese verteilen die Wärme auf zwei massive Finnenblocks. Der hintere Block liegt dabei mit einem Teil auf den Spannungswandlern auf, sodass diese direkt mit gekühlt werden.

Die bei der RTX 2070 EX verbaute Backplate hat einen stabilisierenden und dekorativen Zweck, kühlt jedoch keine Bauteile auf der Rückseite mit.

Platinenlayout

Bei der Gestaltung der Platine setzt KFA2 im Falle der RTX 2070 EX auf ein eigenes Layout mit erweiterter Spannungsversorgung. Dementsprechend ist an der Oberseite des PCBs auch ein zusätzlicher 6Pin Anschluss zu finden. Damit könnte sich die RTX2070 EX theoretisch bis zu 300 Watt genehmigen, dem steht in der Praxis allerdings das begrenzte Powertarget im Weg. Für das Standardlayout der 2070 sieht Nvidia übrigens einen Verbrauch von 185W vor, in diesem Bereich sollte sich die Karte auch bewegen.

Um den TU106 Grafikchip ranken sich 8 GDDR6 Bausteine von Samsung. Bis jetzt ist Samsung hier auch der einzige Zulieferer, da entsprechende Chips von Hynix und Micron noch auf sich warten lassen.

Xtreme Tuner [1 Click OC]

Ähnlich wie MSI mit dem Afterburner oder EVGA mit Precision XOC bietet auch KFA2 mit dem Xtreme Tuner ein eigenes Tool zum Überwachen und Übertakten an.

Das Tool ist auch nötig um den sogenannten „1 Click OC Modus“ der EX Karten zu aktivieren. Damit wird der Chiptakt im Falle der vorliegenden RTX 2070 um 30MHz angehoben.

Darüber hinaus lässt sich in dem Xtreme Tuner die Beleuchtung nach eigenen Vorlieben anpassen. Hier stehen neben der Farbe noch verschiedene Beleuchtungsmodi zur Verfügung. Optional lässt sich die Beleuchtung auch komplett abschalten.

Testsystem und Testverfahren

Testsystem

Mainboard ASUS ROG Maximus Hero XI
Prozessor Intel Core i7 9900K
Arbeitsspeicher 32 GB Corsair Dominator RGB
3600MHz CL16-16-16-32
DatenträgerWestern Digital SN750 1TB
Gehäuse BeQuiet! Dark Base 700
Netzteil BeQuiet! Dark Power Pro 11 550W

Testverfahren

Wir testen mit folgenden mehr oder minder aktuellen Spielen: Deus Ex: Mankind Divided, Rise of the Tomraider, Rainbow Six: Siege, Far Cry 5, GTA V und Metro Last Light. Um reproduzierbare Ergebnisse zu generieren wurden für die Gamebenchmarks extra nur Spiele verwendet, welche über einen integrierten Benchmark verfügen. Damit wird sichergestellt, dass keine unvorhergesehenen Ereignisse oder menschliches Versagen das Endergebnis verfälschen. Als angenehmer Nebeneffekt besteht so für die Leser die Möglichkeit die Benchmarks am heimischen PC nachzustellen und mit unseren Werten zu vergleichen.

Alle Spiele und Benchmarks wurden jeweils mit dem höchst möglichen Grafikpreset getestet, ohne einzelne Werte noch weiter zu erhöhen. Herstellerspezifische Extras wie beispielsweise Physx, Hairworks oder spezielle Schattenberechnungen werden abgeschaltet, zugunsten einer besseren Vergleichbarkeit. Die Spieletests wurden in WQHD Auflösung durchgeführt und zusätzlich auch mit Kantenglättung durchgeführt.

Bei den synthetischen Tests setzen wir auf 3D Mark Firestrike Extrem und Time Spy sowie den Unigine Superposition Test.

KFA2 RTX 2070 EX Benchmarks

3D Mark

Firestrike ExtremeTimespyPort Royal

Superposition

Deus Ex

ohne Kantenglättungmit Kantenglättung

Far Cry 5

ohne Kantenglättungmit Kantenglättung

Rise of the Tomb Raider

ohne Kantenglättungmit Kantenglättung

GTA 5

ohne Kantenglättungmit Kantenglättung

Metro Last Light

ohne Kantenglättungmit Kantenglättung

KFA2 RTX 2080 Super EX Messungen

Temperaturen

Die Temperaturwerte werden mit GPU-Z ausgelesen.

IdleLast

Lautstärke

Unsere Lautstärkemessung nehmen wir bei geöffnetem Gehäuse vor. Das Messgerät wird dabei auf Höhe der Grafikkarte mit einem Abstand von 40 cm platziert. Für die Last und Idle Werte werden jeweils die maximale bzw. minimale Drehzahl während der Testdauer ausgelesen. Für die Messungen werden alle weiteren im System befindlichen Lüfter gestoppt.

IdleLast

Spulensurren oder andere elektrische Störgeräusche sind bei unserem Exemplar der RTX 2080 SUPER EX nicht wahrnehmbar!

Fazit

Die RTX 2070 EX von KFA2 ist eine der leisesten Grafikarten, die wir jemals in der Redaktion hatten. So ist die Karte auch nach mehreren Stunden Gaming nicht aus einem geschlossenen Gehäuse heraus zu hören, dabei bleibt der Chip mit maximal 63°C auch noch absolut kühl!

Leistungstechnisch bewegt sich die RTX 2070 auf dem Niveau einer GTX 1080 und ist damit problemlos in der Lage aktuelle Spiele in WQHD Auflösung mit maximalen Details flüssig darzustellen. Das uns vorliegende Exemplar ließ sich darüber hinaus ohne Probleme um 210 MHz auf dem Chip und 223 MHz beim Speicher übertakten, ohne Spannungsanpassung. Damit wird dann auch die Lücke zur RTX 2080 gefährlich klein.

Mit einem aktuellen Preis von 479€ gehört die Karte zu den günstigsten RTX 2070 Ablegern am Markt. Entsprechend können wir auf Grundlage unserer Testergebnisse nicht nur unseren Gold Award verleihen sondern auch noch eine Empfehlung aussprechen.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung

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