Scythe Magoroku im Test

Um Scythe wurde es leider hierzulande recht ruhig, doch der Hersteller ist zurück. Heute testen wir den Scythe Magoroku, einen Dual-Tower mit sechs Heatpipes, der gerade mal 39€ kostet. Konkurrenz für Thermalright?

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Technische Daten

Maße (L x B x H)ca. 142,5 x 134 x 155 mm
TypDual-Tower
Gewicht1036 g
Heatpipes6 x 6 mm
Kompatibilität IntelLGA 1851, 1700, 1200, 115X
Kompatibilität AMDAM4/AM5
Lüfter2x 120 mm x 120 mm x 26 mm
Scythe Wonder Tornado
350-2000 U/min
Preis
Amazon.de: € 38,99*
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Scythe Magoroku im Detail

Die Verpackung ist schon mal eine Kampfansage. Ein Krieger wartet hinter dem Bild des Kühlers. Der Lieferumfang ist dahingehend erwähnenswert, dass man einen vollwertigen Schraubendreher bekommt und dass bei dem geringen Preis. Es liegen außerdem insgesamt sechs Klammern bei, sodass sogar ein Triple-Fan-Setup möglich wäre.

Für nur ~39 € gibt es einen richtigen Dual-Tower-Kühler mit 120-mm-Lüftern. Er misst immerhin 142,5 x 134 x 155 mm und wiegt über ein Kilo. Die Maße sind dahingehend erwähnenswert, da sie zwar im Großen und Ganzen üblich sind, doch im Vergleich mit ähnlichen Mitbewerbern wie dem Pure Rock Pro 3, Phantom Spirit 120SE oder dem kürzlich getesteten Matterhorn 2 Max fällt auf, dass der Scythe ein Zentimeter breiter ist.

Verzichten muss man auf eine Abdeckung und eine Beschichtung. Als Finish wurde lediglich eine schwarze Lamelle als Abschluss auf jeden Turm gesetzt. Die Heatpipe-Enden ragen daraus hervor und die übrigen Lamellen sind unbeschichtet. Optisch ist das Ganze also eher spartanisch. Die Verarbeitung ist ohne sehr grobe Mängel, im Detail findet man mal eine nicht ganz perfekte Kante und die Enden der Abschlusslamelle waren teilweise etwas heruntergedrückt.

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Der Kühler ist symmetrisch, also nicht vom RAM weg aufgebaut. Man hat lediglich Ausschnitte im Lamellenkörper, die in unseren Systemen vorrangig den ersten RAM-Slot überragten, der Rest wird vom Lüfter überbaut.
Der Magoroku besitzt sechs Heatpipes, eine übliche Anzahl für diesen Typ. Sie sind vernickelt, was auch für Bodenplatte aus Kupfer gilt. Darüber spannt sich der Montagebügel mit zwei festen, gefederten Schrauben.

Die Lüfter tragen den bescheidenen Namen „Wonder Tornado“, die durch ihre 9 sehr stark geschwungenen Lüfterblätter und die große Nabe auffallen. Sie sind mit Entkopplern an den Ecken ausgestattet und erreichen maximal 2000 U/min. Die minimale Drehzahl liegt bei flüsterleisen 350 U/min, gesteuert natürlich per PWM, zum Anschluss ist ein Y-Kabel enthalten.

Die übrigen Daten beziffert Scythe mit maximal 60.29 CFM und 2.45 mmH2O. Das Laufgeräusch ist vor allem bei niedrigen Drehzahlen sehr gut. Es gibt eigentlich keine unangenehmen Nebengeräusche. Nur einmal am Ende der Testphase zeigte ein Lüfter plötzlich bei niedrigen Drehzahlen ein Schleifgeräusch, das kurz darauf wieder verschwand. Es folgt mit Erhöhung ein eher sanftes Laufgeräusch bis schließlich die Luft bei höheren Drehzahlen zunehmend hörbar wird. Bei über 1500 U/min und erst recht bei 2000 U/min wird’s dann aber schon laut.
Was uns bei sehr hoher/maximaler Drehzahl aber aufgefallen ist, sind recht starke Vibrationen. Diese gingen so weit, dass sie bei einem von zwei Testsystemen in Form von pulsierenden Vibrationen an der Tischplatte zu spüren waren, quasi spürbare Schwebungen. Gefühlt wurde es etwas besser als wir den mittleren Lüfter etwas höher gesetzt haben, es verschwand aber nicht vollständig. Dabei zeigte keiner der beiden Lüfter eine stärke Vibration als der andere, es schien eher ein gegenseitiges Aufschwingen zu sein.

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Das Montagesystem nennt Scythe HPMS VII Lite 7. Das Prinzip ist üblich: Bei Intel also Backplate -> Abstandshalter -> Montagebrücken und Schrauben.
Bei AMD braucht es keine Backplate, dort werden die Brücken samt der Abstandshülsen direkt mit Schrauben in den Sockel bzw. in die feste AMD-Backplate geschraubt.

Worauf man achten muss: Die Farbe der Abstandshülsen unterscheidet sich je nach Sockel. Bei AMD kommen beispielsweise für AM4 und AM5 unterschiedliche zum Einsatz. Die Montagebrücken werden auch je nach Sockel um 180° gedreht aufgesetzt, also entweder mit dem hochstehenden Rand nach innen oder nach außen.

Der Kühler wird ohne den mittleren Lüfter aufgesetzt und festgeschraubt, dann kann man auch den mittleren Lüfter einhängen. Man sieht, dass vorrangig der erste RAM-Slot vom Kühler überragt wird. Der Rest muss mit dem Lüfter in Einklang gebracht werden. Bei unserem 35 mm RAM musste er etwas über dem Kühlturm montiert werden. Die Gesamthöhe änderte sich aber noch nicht, da er noch nicht über die Heatpipeenden ragte.

Mit höherem RAM wird das aber passieren und dann muss bei kompakten Gehäusen auf die Kompatibilität geachtet werden. Bei maximal 57 mm RAM (unter dem Lüfter, unter dem Kühler max, 35 mm möglich), wächst der Magoroku auf 177 mm. Das hat beispielsweise der asymmetrische Fuma samt schlankem Lüfter besser gelöst, aber der Magoroku ist auch nicht der einzige Kühler mit diesem „Problem“. Ein überstehender Lüfter wirkt sich auch negativ auf die Leistung aus, da ein Teil seines Luftstroms am Kühler vorbeigeht, während Lamellen im unteren Bereich nicht abgedeckt werden.

Kühlleistung und Lautstärke des Scythe Magoroku

Ablauf:

Die Kühler werden bei einer möglichst konstanten CPU-Leistungsaufnahme getestet. Dazu kommt prime95 zum Einsatz mit fester FFT-Größe (12). Gemessen wurde nach einer Aufwärmphase von 30 Minuten die Differenz der Durchschnittstemperatur aller Kerne zur Raumtemperatur über einen Zeitraum von 10 Minuten. Die Ergebnisse wurden dann auf 20 Grad Raumtemperatur normiert. Das Ganze bei maximaler Drehzahl, bei 40 dB(A) und, falls möglich, bei 1000 U/min. Die Gehäuselüfter werden bei 1000 U/min betrieben.

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Leistung auf AM5

Testsystem:

  • AMD Ryzen 9 7900X @ 120W
  • ASUS ROG Strix X670E-F Gaming Wifi
  • 2x 16GB DDR5-Ram G.Skill FlareX 5 6000 MT/s
  • Seasonic Focus PX-650
  • be quiet! Dark Base 901 (Meshfront, Gehäuselüfter ca. 1000 U/min)

Folgend haben wir im AM5-System nicht nur die Leistung des Kühlers im Optimalfall getestet, sondern auch was es ausmacht, wenn der Lüfter deutlich höher gehängt werden muss. Natürlich muss man bei solchen Benchmarks immer die Toleranzen bedenken und die Beobachtungen können Zufall sein! Wir haben zuvor zwei Messungen mit möglichst niedrig montiertem Lüfter gemacht, gefolgt von einer mit versetztem Lüfter.


Auf AMD AM5 konnte der Magoroku seine etwas höhere Lautstärke sehr gut in Leistung umsetzen. Er reiht sich zwischen teilweise besser ausgestattete Modellen ein, muss dazu allerdings auch lauter arbeiten als die anderen. Mit leicht erhöhtem Lüfter (ca. 8 mm) verliert man schon etwas Leistung. Damit ist die Leistung nur noch „ok“.

Bei angeglichener Lautstärke verlor der Magoroku wie zu erwarten stärker und wurde hinter einige Mitbewerber geschoben. Der Gleichstand zum PS120SE wurde zu ca. einem Grad Rückstand. Bei nicht optimal platziertem Frontlüfter war der Unterschied nun nochmal deutlicher.

Bei 1000 U/min hat er den Anschluss zur Spitzengruppe verloren, agiert aber dafür sehr leise und stärker als der kleinere be quiet!-Kühler und genau so stark wie der Dark Rock 6, der deutlich teurer ist. Das gilt nur, wenn der Frontlüfter optimal platziert ist.

Messungen bei 175 Watt folgen!

Leistung auf LGA1700

Testsystem

  • Intel Core i5-13600K
  • MSI Z790 Tomahawk WiFi
  • 2x 16GB Corsair Vengeance DDR5-6000
  • be quiet! Shadow Base 800 DX (Zwei Frontlüfter + Hecklüfter)
  • be quiet! Straight Power 12 1000W

Auch auf dem Intel-System konnte er die hohe Lautstärke ebenfalls gut in Leistung umsetzen und spielt oben mit. Vermutlich wäre der A115 noch weiter vorn, hätten wir noch die Original-Paste gehabt.

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Auch bei gleicher Lautstärke schneidet er sehr gut ab. Er agiert mit anderen Kühlern dieser Größe auf Augenhöhen. Auch wenn es im Ranking minimal nach unten geht, sind die Unterschiede gering.

Reduziert man die Drehzahl deutlich auf einen einheitlichen Wert wird der Magoroku wie gesagt sehr sehr leise, es geht aber auch in diesem Ranking ein Stück nach unten. Hier sind dann einige der Mitbewerber doch ein Stück stärker. Der Thermalright oder der Corsair-Kühler sind dann doch um die 4 Grad stärker:

Fazit

Der Scythe Magoroku ist unter optimalen Bedingungen durchaus ein starker Kühler, der auch klar über den Preis punkten kann. Sicher gibt es noch stärkere Modelle in dem Preisbereich und teils auch noch günstiger, trotzdem bekommt man hier für unter 40€ was geboten. Außerdem gibt es einen Lieferumfang mit Wärmeleitpaste für mehrere Montagen und sogar ein Schraubendreher ist dabei.
Der Kühler selbst ist optisch recht einfach gehalten – auf Abdeckungen und eine Beschichtung muss man verzichten, da sieht man, wo gespart wurde. Auch eine herausragende RAM-Kompatibilität wird nicht geboten, so dass man bei hohem RAM den Frontlüfter in der Höhe anpassen muss, der dann schnell deutlich über den Kühler ragt, was den Platzbedarf erhöht sowie die Leistung schmälern kann.
Die Lüfter machen prinzipiell einen guten Eindruck. Sie können sehr leise arbeiten, beschleunigen dezent, ehe sie erst bei höheren Drehzahl auffälliger werden. In der Spitze kamen leider deutliche Vibrationen hinzu, die hör- und teils auch spürbar waren. Ein Schleifgeräusch bei niedrigen Drehzahlen trat plötzlich, bis zum Testende aber nur einmalig, auf.
Der Kühler konnte bei uns mit höherer Lautstärke eine hohe Leistung abrufen. Bei niedrigeren Drehzahlen verlor er teilweise den Anschluss.

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So vergeben wir für den Scythe Magoroku den Preis-/Leistungsward, auch wenn der Auftritt nicht perfekt war.

Hardware-Helden PreisLeistung

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

Scythe Magoroku
Angebote

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