Sieben Wasserkühler für AM4 im Test

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Wasserkühler AM4 Test Vergleich Roundup Ryzen 3000

Einleitung

In diesem Test / Roundup schauen wir uns aktuelle CPU-Wasserkühler für den AMD Sockel AM4 an. Neben bekannten Größen im WaKü-Sektor wie Aqua Computer, Watercool und EKWB mischen dieses Mal auch Hersteller mit, die nicht ausschließlich auf Wasserkühlungen spezialisiert sind. Konkret Corsair, Raijintek und Phanteks. Zudem haben wir mit dem Optimus Foundation Kühler auch ein besonderes Exemplar vergleichen dürfen.

Wir schauen uns die Kühler in Hinblick auf die Kühlleistung, den Durchfluss, aber auch die Verarbeitung an. Die Montage wird von uns ebenfalls untersucht.

Hinweis: Aus organisatorischen Gründen sind die Bilder nach dem Test andernorts entstanden. Es können also Gebrauchsspuren auf dem Kühler zu sehen sein. Der Lieferumfang ist bei den Fotos ebenfalls nicht immer komplett, wird von uns aber aufgelistet. Auf die Verarbeitung bei Auslieferung kommen wir im Fließtext zu sprechen!

Ebenfalls sind die Bilder für die Demonstration der Montage auf einem anderen System entstanden als für die eigentliche Messung genutzt wurde. Durch dieser Aufgabenteilung können wir die akkuratesten und bestmöglichen Ergebnisse gewährleisten.

Testsystem und Ablauf

  • Prozessor: AMD Ryzen 3900X
  • Mainboard: Gigabyte X570 Aorus Master
  • Wärmeleitpaste: Thermal Grizzly Kryonaut
  • Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix 3200 RGB
  • Grafikkarte: Sapphire Radeon VII
  • Datenträger: Samsung SSD Pro 960 1TB
  • Gehäuse: Phanteks Evolv X
  • Netzteil: Corsair HXi 750 Watt
  • Überwachung: Aqua Computer Aquaero 6

Details zur Wasserkühlung

• Ausgleichsbehälter: Heatkiller Tube 150
• Temperatursensor: Phobya
• Pumpe: Laing DDC 1T+ PWM
• Durchflussmesser: Aqua Computer High Flow
• Radiator: Watercool MO-RA 3
• Grafikkartenkühler: Phanteks Glacier Radeon 7

Die CPU-Kühler wurden jeweils mit Thermal Grizzly Kryonaut Wärmeleitpaste montiert und der AMD Ryzen 3900X mit prime95 12K voll belastet. Die Wassertemperatur pendelte sich bei fast konstanten 25 Grad ein, wurde aber permanent mit überwacht. Die Messung wurde bis zum erreichen der maximalen Temperatur durchgeführt. Als Ergebnis wurde die Differenz aus CPU- und Wassertemperatur genommen. Jeder CPU-Kühler wurde viermal gemessen um möglichst präzise Ergebnisse zu erhalten. Aus diesen Messungen haben Durchschnittswert aus den beiden mittleren Ergebnissen gebildet. Die „Ausreißer“ (die Messungen waren sehr konstant) nach unten und oben also weggelassen. Zudem haben wir auch CCD-Temperaturen des Ryzen mit aufgezeichnet.

Die Kühler in der Übersicht

Aqua Computer
kryos NEXT
Corsair
XC7
EKWB
Quantum Magnitude Nickel
EKWB
Quantum Magnitude Plexi
Optimus
Foundation
Phanteks
C350A
Raijintek
CBW RGB
Watercool
Heatkiller IV
Gewicht160 g150 g446 g257 g186 g329 g197 g250 g
Gewindeabstand
(Mitte)
27 mm37 mm28 mm28 mm32 mm32 mm37 mm25 mm
Finnenfläche30 x 28 mm43 x 29 mm43 x 35 mm43 x 35 mm43 x 30 mm46 x 40 mm28 x 28 mm27 x 26 mm

Die Kühler im Detail

Aqua Computer kryos NEXT

Aqua Computer liefert den kryos NEXT mit Wärmeleitpaste (Kryonaut) und dem wenigen benötigten Montagematerial. Mehr als Schrauben mit Federn werden neben der Backplate von AMD nicht benötigt!

Den kryos NEXT gibt es in zahlreichen Varianten. Deckel aus Kupfer, Acetal, Acryl, mit Display und so weiter und so fort. Wir haben die Ausführung mit milchigem Acryl-Deckel. In diesen lässt sich eine RGB-LED einsetzen, die den Deckel diffus ausleuchtet.

Durch das kompakte, abgerundete Design fällt der Kühler optisch nicht so wuchtig aus, obwohl dickwandiges Acryl zum Einsatz komme. Die Kanten sind abgeflacht und schön bearbeitet. Am unteren Rand ist der „NEXT“-Schriftzug aufgebracht und am rechten Rand etwas dezenter „made in germany“. Durchzogen wird der Block von einer Halterung aus massiven 2.5 mm starken Edelstahl.

Der Abstand der Gewinde beträgt 27 mm und wie die in den Deckel integrierte Führung zeigt, ist das untere Gewinde als Eingang vorgesehen. Gelöst wird der Deckel von der vernickelten Grundplatte über vier Schrauben auf der Unterseite.

Die Bodenplatte aus vernickeltem Kupfer ist in etwa 2.5 mm stark und die Kühlstruktur direkt in diese eingearbeitet. Im Gegensatz zu allen anderen Testprobanden setzt Aqua Computer auf eine Kreuzstruktur, die 30 x 28 mm abdeckt. Die Breite der Finnen liegt bei unter 0.2 mm. Sie stehen absolut perfekt.

Montage

Die Montage ist schneller ausgeführt als beschrieben! Man setzt den Kühler auf die CPU und schraubt die gefederten Schraubenin die AMD Backplate. Fertig!

Für die Schrauben wird lediglich ein Inbusschlüssel (beiliegend) benötigt. Der Anpressdruck wird durch die Federn bestimmt.

Corsair Hydro X XC7 RGB

Der Corsair XC7 ist das Einsteigermodell der Hydro X-Serie mit der Corsair jüngst im Custom-WaKü-Bereich mitmischt. Geliefert wird der Wasserkühler in einer farblich gestaltet Verpackung mit Plastikinlay. Zu Lieferumfang gehören ein Handbuch, Schrauben, eine Backplate und die Montagerahmen für den unterschiedlichen Sockel. Die Wärmeleitpaste ist voraufgetragen. Insgesamt fühlt man sich sehr an die AiO-Wasserkühlungen von Corsair erinnert.

Corsair XC7 Verpackung
Corsair XC7

Corsair setzt auf ein großflächiges Format mit viel Einblick. Die Designsprache ist nicht so kantig wie bei EKWB, aber ähnlich großzügig dimensioniert. Das durchsichtige Nylon ist von einem schwarzen Kunststoffrahmen eingefasst. Kunststoff verwendet Corsair ohnehin sehr viel und so ist der Corsair XC7 entsprechend leicht. Gerade mal 140 g bringt er auf die Waage. Kein Vergleich zu den meisten anderen Kühler in diesem Roundup.

Corsair XC7

Die Gestaltung mit den mehrfach abgeschrägten Kanten weiß zu gefallen. Sogar die Muttern des Montagematerials wurden passend gestaltet. An der unteren Seite ist das Corsair-Logo integriert. Das Innenleben und das Logo werden von einem unter dem schwarzen Rahmen befindlichen RGB-Modul beleuchtet wird. Das Kabel wird am unteren Rand herausgeführt und setzt auf den Corsair eigenen RGB-Anschluss. Damit ist eine entsprechende Steuerung (Lighting Node, Commander etc.) nötig.

Der Abstand der symmetrisch positionierten G1/4 Anschlüsse beträgt 37 mm. Eingang und Ausgang sind auf dem Kühler selbst nicht vermerkt, doch in der Anleitung und anhand der Wasserführung im Inneren ist zu erkennen, dass der rechte Anschluss als Eingang vorgesehen ist.

Der große runde Kühlerboden ist sorgfältig und gleichmäßig vernickelt, hier kann man nicht meckern. Der Montagerahmen wird angesteckt, von Kunststoffhaken gehalten und ist von diversen Asetek-AiO-Kühlungen bekannt. Kein Vergleich zu den Stahl/Aluminium-Systemen der Konkurrenz.

Corsair XC7 Boden

Fürs Innere muss sich Corsair sich nicht schämen. Zum Öffnen bedarf es einen T6 Schraubendreher. Die Finnen sind auf einer Fläche von 43 x 29 mm auf der Grundplatte aufgestellt. Das „Skiving“ genannte Verfahren ist bei AiO-Kühlern üblich. Die 60 Kühlrippen kommen auf eine höhe von 5,3 mm inkl. Bodenplatte. Zudem verbaut Corsair eine durchsichtige etwa 0.6mm dicke Jetplate aus Plastik, die recht fragil scheint.

Für die Beleuchtung wird, anders als bei EKWB, nicht einfach nur ein RGB-Streifen in den Kühler geworfen, sondern eine solide, ringförmige Platine mit 16 LEDs fest in mit dem Kühler verschraubt. Sie lässt sich somit zwar nicht einfach tauschen, ist aber deutlich wertiger als beim slowenischen Konkurrenten. Insgesamt ist der viele Kunststoff gut bearbeitet, aber eben nicht sonderlich massiv.

Montage

Die Montage ist ein Kinderspiel. Man verwendet dazu die universale Backplate von Corsair. Diese wird mit den Unterlegscheiben und den Abstandsbolzen fixiert.

Nun kann bereits der Kühler mit entsprechendem Rahmen aufgesetzt und mit den attraktiv designten Muttern und Federn festgeschraubt werden.

Das RGB-Kabel muss an eine Steuerung von Corsair, die uns leider nicht zur Verfügung steht. Zu beachten ist die waagerechte Ausrichtung der Anschlüsse!

EKWB EK-Quantum Magnitude

Vom Flaggschiff EKWB Quantum Magnitude haben wir sowohl die Full Nickel als auch die Plexi D-RGB Variante vorliegen. Beide Exemplare kommen identisch verpackt und ausgestattet. Begrüßt wird man nach dem Aufklappen der Schachtel mit der Erinnerung sich weitere EK Produkte zu besorgen, falls das Budget das nach ~250€ bzw. 215€ das noch her gibt.

Zum Lieferumfang gehört das Montagematerial inklusive Backplate und 1g Thermal Grizzly Wärmeleitpaste. Außerdem wird eine alternative Jetplate mit 0.6mm Dicke beigelegt (verbaut sind 0.5 mm). Trotz Komplexität und Modularität legt der Hersteller keine Handbuch bei, was im digitalen Zeitalter aber vertretbar ist.

Die Gestaltung des Blocks ist typisch EK mit quadratischer Grundform. Das Unterteil beider Blöcke ist identisch, lediglich der Deckel macht hier den Unterschied. In der „Full Nickel“ Variante kommt ein massiver vernickelter Kupferdeckel zum Einsatz, in der Plexi Variante einer aus Acryl, der Einblick gewährt.

Das Design ist minimalistisch und nicht aufwändig. Die Ecken des Quadrates sind abgeschrägt, genau wie die Kanten des Deckels. Das war’s in diesem Sinne auch schon. Auffällig ist der sehr wuchtige Rahmen, der zwar nicht so massiv wie beim Optimus ausfällt, aber optisch noch mehr heraus sticht. Insbesondere in der AMD Variante wirkt der Block etwas lieblos in den Rahmen hineingelegt und wie ein Fremdkörper, das ist aber sicher Geschmackssache.

Die Verarbeitung ist insgesamt gut, massiv und stabil. Schon das Gewicht von fast 450g zeigt den Materialseinsatz. Allerdings haben wir durchaus Grund zum Meckern. Ruft man sich den Preis von über 200 bis 250€ ins Gedächtnis, gibt es gerade im Bereich der Oberflächenbearbeitung Kritik: Der Nickeldeckel war bei Auflieferung auf der sichtbaren Oberseite sehr fleckig. Das lässt sich zwar problemlos rauspolieren, sollte aber nicht notwendig sein! Auch ist die ein oder andere Kante etwas rau und auch im Randbereich gibt es Flecken und Frässpuren. Das machen die deutschen Produkte besser.

Die Gewinde liegen 27 mm auseinander, bieten also Platz für große Anschlüsse. Der linke Anschluss ist als Eingang vorgesehen. Bei AMD wird, wie in der Plexi-Variante direkt sichtbar, der Einlass mittels eines Einsatzes umgeleitet und soll damit dem Chiplet-Design der Ryzen 3000 CPUs entgegenkommen. Darunter befindet sich die Düsenplatte.

Die Bodenplatte ist ca. 3.4 mm stark, die Kühlrippen direkt in diese eingeschnitten. Die Finnen sind 0.26 mm dick bei einen Abstand von 0.4 mm. Der abgedeckte Bereich beträgt  43 x 35 mm. Die Fertigung ist an dieser Stelle sehr gut. Die Finnen stehen perfekt parallel!

In die D-RGB Variante ist zu dem ein Streifen mit digitalen RGB-LEDs etwas lieblos, lose eingelegt und kommt einem beim Öffnen entgegen. Auch das Kabel wird einfach zwischen Rahmen und Block eingequetscht. Das machen Corsair und Phanteks deutlich eleganter.

Die Anzahl der LEDs kann sich jedoch sehen lassen: Stolze 30 Stück lassen den Block erstrahlen. Da sie zur Mitte ausgerichtet sind sieht man jedoch deutliche Hotspots, die insbesondere bei laufenden Effekten auffallen.

Montage

Die Montage ist gut gelöst. Es wird eine eigene Backplate verwendet in die die mit Unterlegscheiben versehenden Abstandshülsen geschraubt werden. Darauf wird der Magnitude Quantum aufgesetzt.

Die Schrauben werden zusammen mit den Federn eingeschraubt und damit der Block fixiert. Das geht zwar nicht ohne Werkzeug, ist aber auf einem guten, bequemen Niveau.

Optimus Foundation

Der ansprechend verpackte Optimus Foundation Kühler wird mit benötigten wenigen Schrauben und Unterlegscheiben geliefert. Dazu gibt es eine Tube Wärmeleitpaste. Durch den Verzicht auf RGB gibt es keine Kabel oder ähnliches. Auch eine Backplate wird bei der AM4-Variante nicht benötigt.

Optimus AM4

Den Optimus Foundation AM4 Kühler gibt es mit Acetal- und Acryl-Deckel, wir haben die Acryl-Variante zum Testen vorliegen gehabt. Optimus spart in der Beschreibung nicht mit Superlativen und nennt hier original Plexiglas und Polycast beim verwendeten Acryl.

Was an dem sehr klassisch gehaltenen Optimus Kühler sofort auffällt ist die sehr robust und massive Fertigung, die eindeutig vor einem ausgefallen Design steht. Hier gibt es klare Kanten und kein Schnickschnack. Der eckige Acryldeckel ist auf einer außergewöhnlich dicken Aluminiumplatte aufgeschraubt, die stolze 6.3 mm misst ist. Auch diese ist bis auf den eingelassenen Optimus-Schriftzug schmucklos.

Beim Acryl erreicht man hier nicht die kristallklaren Eindruck des Phanteks C350A, ist aber noch robuster. Jeder Teil ist sauber gearbeitet. Der Hersteller wirbt damit, dass durch die besondere Bearbeitung der Acryldeckel unempfindlich gegen Risse und Brüche ist. So oder so: Der Materialaufwand kann sich sehen lassen.

Die in das Acryl geschnittenen Gewinde haben einen Abstand von 32 mm und der untere Anschluss ist dabei als Eingang vorgesehen. Durch den symmetrischen Aufbau kann der Deckel bei Bedarf gedreht werden. Die Schrauben werden durch den Acryldeckel direkt in die Aluminiumgewinde der Halterung geschraubt.

Der vernickelte Boden, der minimale, optische Ungenauigkeiten aufweist (der waagerechte Kratzer auf dem Foto entstand nach der Messung!), wird mit vier Kreuzschlitzschrauben ebenfalls mit dem Aluminium verschraubt. Alle Gewinde befinden sich also in dem stabilen Metall.

Die Kühlplatte ist das Highlight des Optimus Foundation. Sie ist ungefähr 3 mm dick. Die Finnen wurden per CNC direkt in den Boden eingeschnitten, wie bei Custom-Blöcken üblich. Optimus macht dies jedoch in einer schwindelerregend filigranen Dimension. Die Finnen sind nur 0.106 mm dick und die Abstände (Mikrokanäle) dazwischen kommen auf nur 0.203 mm. Die Oberfläche und das Kühlvermögen sind entsprechend groß, ebenso aber der Widerstand für den Durchfluss.

Die irrwitzig kleinen Finnen decken eine Fläche von 43 x 30 mm ab. Bei genauer Betrachtung sind sie nicht perfekt gleichmäßig. Das sieht man z.B. beim EK Kühler noch sauberer, aber eben nicht so filigran! Insgesamt lässt sich sagen das Optimus das Augenmerk mehr auf das Material und die Funktionalität gesetzt hat. Design und Oberflächenbearbeitung sind lediglich ordentlich.

Montage

Bei der Montage komme der Optimus Foundation Kühler ohne Backplate aus. Die Schrauben werden mit Kunststoffmuttern direkt am Mainboard befestigt und drauf der Kühler ausgerichtet.

Im Anschluss werden nur noch die Daumenmuttern festgedreht. Das geht schnell und komplett ohne Werkzeug von der Hand und gehört zu den einfachsten Montagesystemen aktuell. Auf Federn bzgl. Anpressdruck verzichtet der Hersteller.

Phanteks C350A

Phanteks liefert den C350A edel verpackt in einer Schachtel mit abnehmbarem Deckel. Der Kühler liegt eingebettet in Schaumstoff und wirkt beinahe wie ein Schmuckstück. Der Lieferumfang besteht aus Abstandshülsen und Schrauben zur Montage, Wärmeleitpaste und vor allem Adapterkabeln für die LED-Beleuchtung.

Der Phanteks C350A ist die exklusive AMD Variante des C350i. Die Gestaltung entspricht eher dem gewohnten Designs von Wasserkühlern, als es bei den Produkten von Corsair und Raijintek der Fall ist. Die edle Verpackung wird mit einem edlen Design bestätigt. Kristallklares, dickwandiges Acryl auf einem vernickeltem Kupferkühler und einer soliden Metallhalterung. Zwei schwarze Blenden aus Aluminium verdeckten die Montagepunkte der Halterungen und fassen den Kühler ansprechend ein. Stolze 330 g bringt der Wasserblock auf die Waage.

Die Abdeckungen sind magnetisch und lassen sich einfach entnehmen. Darüber erhält man nicht nur Zugriff auf die darunterliegenden Schrauben, sondern findet dort auch jeweils einen RGB-Streifen mit drei RGB-LEDs. Dabei handelt es um 12V RGBs, die nur in einer Farbe gleichzeitig leuchten können.

Durch die geringe Anzahl an Dioden und die nur zweiseitige Platzierung ist die Ausleuchtung zwar weniger gleichmäßig und spektakulär als z.B. bei Raijintek, wird durch das perfekte Acryl aber dennoch sehr ansprechend und brillant wiedergeben. Vorteil: Das RGB-Anschlusskabel ist modular und kann entfernt werden. Nachteil: Es werden zwei Anschlüsse benötigt, da die RGB-Platinen nicht miteinander verbunden sind. Das Y-Kabel liegt bei.

Die Anschlüsse mit 32 mm Abstand sind waagerecht angeordnet und direkt in das Acryl eingeschnitten. Einen vorgeschrieben Einlass gibt es nicht, beide Anschlüsse können als Eingang oder Ausgang genutzt werden. Dies erkennt man auch direkt an den darunterliegenden waagerechten Kühlrippen, die weder Führung noch Jetplate vorweisen.

Der Block wird über die versteckten Schrauben zusammengehalten, kommt von unten gesehen ohne sichtbare Schrauben aus. Die Bodendicke liegt bei 4 mm und die mit 5 mm sehr hochaufragenden Kühlfinnen decken einen Bereich von 46 x 40 mm ab. Die Anzahl der Finnen ist eher gering und die Abstände entsprechend groß, Durchflussfanatiker wird es freuen.

Die Verarbeitung ist durchgehend bemerkenswert. Der Deckel ist kristallklar und wunderschön gearbeitet. Auch die brillante, spiegelnde Vernickelung innen und außen begeistert uns. Insgesamt ist der Phanteks wirklich ein toll gearbeitetes Stück und brauch sich vor den ganz großen nicht verstecken.

Montage

Zur Montage muss man eigentlich nicht viel sagen. Es wird die AMD-Backplate verwendet, in die Schrauben samt Abstandshalter eindreht werden.

Nun muss man nur noch die Wärmeleitpaste auftragen und den Kühler aufsetzen und mittels seiner großen, gefederten Schraub festziehen. Fertig! Das Montagesystem ist somit nahezu perfekt umgesetzt und bedarf nicht einmal Werkzeug!

Raijintek CBW RGB

Der CBW von Rajintek wird in kleiner, bunten Verpackung geliefert. Zum Lieferumfang gehören das Montagematerial samt Backplate, Wärmeleitpaste und ein RGB-Controller. Auch eine Anleitung ist dabei.

Raijintek CBW RGB Lieferumfang

Raijintek folgt beim CWB RGB eine ähnliche Designsprache wie Corsair. Großes Format und mehrfach abgeschrägt Kanten. Raijintek gewährt aber keinen Einblick. So ist die Oberseite komplett schwarz. Von dem satinierten Acryl-Deckel sieht man nur an am Rand und an den Gewinden etwas.

Raijintek CBW RBW

Die Anschlüsse sind vertikal ausgerichtet und haben einen Abstand von 37 mm, Ein- und Ausgang sind nicht definiert.

Der Block an sich wirkt sehr robust und wie aus einem Guss, was für die ordentliche Fertigung spricht. Dennoch besteht er zum großen Anteil aus Kunststoff, auch die gesamte Unterkonstruktion ist aus Plastik gefertigt. In den Plastikrahmen ist die Kupferkühlplatte eingesetzt, die über eine sehr ordentliche Vernickelung verfügt. Lediglich kleine Unreinheiten trüben den Eindruck.

Nur ca. 28 x 28 mm sind durch eine Micro-Struktur abgedeckt. Die Finnen sind 3 mm hoch und in drei Segmente unterteilt, wobei das mittlere etwas höher ist. Die Finnen stehen sehr eng und stellen die Pumpe vor eine Herausforderung. Durch den symmetrischen Aufbau ohne Jetplate und Führung erklärt sich auch die Wahlfreiheit von Eingang und Ausgang

Wie der Name erkennen lässt verbaut auch Raijintek eine RGB-Beleuchtung die an den erwähnen stellen diffus sichtbar ist. Das Anschluss-Kabel geht an der rechten Seite heraus und lässt sich damit gut verlegen. Beim Stecker leistet man sich, wie auch bei der EOS RBW AiO, einen Schnitzer. Trotz 5V ARGB verbaut man einen Anschluss, der auch auf einen 12V 4-Pin Header passt, was die RGBs zerstören würde! Bei Verwendung des digitalen RGB-Controller im Lieferumfang ist man auf der sicheren Seite.

Die Verarbeitung sowohl innen als außen ist ok. Es gibt keine großen Fauxpas und alles ist spielfrei montiert. Begeisterung löst der Block aber weder von innen noch von außen aus. Der Preis ist mit 59€ und digitalen RGBs wiederrum ansprechend.

Montage

Die Montage ist im Vergleich zu den Mitbewerbend etwas umständlich und auch optisch nicht ansprechend. Das liegt insbesondere an dem Auffälligen Montagerahmen, in den der Block eingesetzt wird. Ähnlich wie Corsair übernimmt auch Raijintek das System der eigenen AiO-Kühler, das aber eben etwas kleinteilig ist.

Es wird eine eigene Kunststoffbackplate verwendet, durch die lange Schrauben geführt werden. Darauf werden die Abstandhülsen montiert und letztlich der große Montagerahmen.

Nun wird der Kühler, nach dem Auftragen der Wärmeleitpaste, in den Rahmen gesetzt und mit diesem verschraubt. Zur Installation der Fittinge rät der Hersteller zu einem Maulschlüssel. Dies ist aufgrund der Acryl-Gewinden zumindest bedenklich, wir raten davon ab und empfehlen lediglich „handfestes“ Andrehen, wie im WaKü-Bereich eigentlich üblich. Nachdem ungünstigen Layout des RGB-Steckers ist das die zweite Stolperfalle für unerfahrene Nutzer!

Watercool Heatkiller IV

Watercool liefert den Heatkiller mitsamt Anleitung, Montagmaterial, aber leide noch immer ohne Wärmeleitpaste.

Ihn gibt es, genau wie den kryos NEXT, in unterschiedlichen Varianten, wenn auch nicht ganz so zahlreich. Vollkupfer, vernickelt, Acetal und Acryl stehen zu Auswahl.

In Sachen Design wählt der deutsche Hersteller einen gefälligen Mittelweg zwischen dem etwas gedrungenen Aqua Computer und der großflächigen Gestaltung eines EK. Optisch wie auch haptisch fällt die kompromisslos hervorragende Verarbeitung auf. Die perfekte Kantenbearbeitung wird von einer superben Oberfläche abgerundet.

Die Halterung ist ebenfalls nicht nur qualitativ hochwertig, sondern elegant integriert. Sie wirkt trotz ihrer Stärke nicht klobig und ist unserer Ansicht nach zusammen mit Phanteks die stimmigste Integration an den Kühler. Auch beim Watercool Heatkiller IV ist der untere Anschluss als Eingang vorgesehen. Der Abstand der Gewinde beträgt 25 mm. Die in die vernickelte Bodenplatte eingearbeitet Microfinnen sind absolut parallel, decken jedoch einen vergleichsweise kleinen Bereich ab. Ob dies ein Nachteil ist, sehen wir jetzt!.

Messungen

Temperaturen

CPU Temperatur

Wir zu erwarten ist Kühlleistung der meisten Kühler auf einem Level. Zumindest auf dem 3900X sind die Unterschiede in der Spitze verschwindend gering.

Der EK Magnitude Quantum und der Optimus Foundation Kühler konnten somit die beste Leistung abrufen. Der Watercool Heatkiller IV ist jedoch quasi auf einem Level, ohne spezielle Ryzen-optimierung.
Mit nicht mal einem Grad Abstand folgt der Aqua Compuer kryos NEXT. Somit nehmen sich die Kühler der spezialisierten Hersteller in Sachen Kühlung nichts.

am4 Wasserkühler Test

Unter den anderen Herstellern kann nur Corsair das Niveau einigermaßen halten. Hier ist der Abstand jedoch erstmals über 1 Grad. Raijintek CBW und Phanteks C350A bilden das Schlusslicht und sind ca. 5 Grad hinter der Spitze.

CCD Temperaturen

Beim Ryzen wollen wir auch die CCD Temperaturen im Augen behalten. Es folgen die Durchschnittstemperaturen der beiden CCDs.

Ryzen CCD Temp Wasser

Hier ändert sich das Ranking, der Optimus rutscht „hinter“ den Heatkiller. Auch hier sind insgesamt die vier Custom-Hersteller gleichauf. Der Abstand zum Corsair ist etwas größer, da der kryos NEXT aufholt. Wieder sind Raijintek und Phanteks das Schlusslicht.

Durchfluss

Das Bild dreht sich. Der Phanteks Kühler schafft den höchsten Durchfluss und entschädigt etwas für die Kühlleistung. Im Gegensatz zum Raijintek, der neben der zweitschlechtesten Kühlleistung auch den schlechtesten Durchfluss vorweist.

wasserkühler durchfluss

Der Optimus stellt ebenfalls eine große Herausforderung an die Pumpe da und liegt klar hinter Watercool und EKWB, die mit den größten Durchfluss bei identischer Leistung haben und damit perfekt ausbalanciert scheinen.

Fazit

Einen echten Gewinner aus dem Test zu ziehen ist aufgrund der sehr engen Messwerte kaum möglich. Für uns hat sich insbesondere der Watercool Heatkiller IV erneut bewiesen. Die Kühlleistung ist – auch 5 Jahre nach erscheinen und ohne AM4 Optimierungen – noch immer im Spitzenfeld einzuordnen. Dazu bietet er gute Durchflusswerte, eine außergewöhnliche Verarbeitung und ein sehr faires Preis-/Leistungsverhältnis.Der EKWB EK-Magnitude Quantum kann zwar sowohl Kühlleistung und Durchfluss noch etwas verbessern, der Preis ist jedoch mit deutlich über 200€ jenseits von Gut und Böse. Der Materialeinsatz ist zwar beachtenswert, das Finish muss aber noch besser werden. Unterm Strich erhält man für sehr viel Geld aber einen hochoptimierten Kühler.

Hardware-Helden Gold Auszeichnung
Watercool Heatkiller IV, EK-Magnitude Quantum

Ähnliches gilt für den Optimus Foundation Kühler, der ebenfalls eine sehr hohe Leistung vorweisen kann. Die Wunder von mehrere Grad unterschied, bleiben jedoch – auf unserer CPU – aus. Der Durchfluss leidet zudem deutlich, entschädigt aber mit massiven Materialien. Hier würden wir uns aber ein sorgfältigeres Finish wünschen.
Der gut verarbeitete Aqua Computer kryos NEXT reiht sich nahtlos an die Kandidaten an und erlaubt sich keine Patzer, sticht aber auch nicht heraus! Der Corsair XC7 konnte von den Herstellern, die nicht Wasserkühlung spezialisiert sind, am meisten überzeugen. Die Leistung und der Durchfluss sind konkurrenzfähig. Verbesserungsbedarf gibt es bei der Materialwahl.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung
Aqua Computer kryos NEXT, Optimus Foundation, Corsair XC7

Der Phanteks C350A macht einen hervorragenden Eindruck bei der Verarbeitung und ist für High-Flow-Systeme eine Traum. Leider ist seine Leistung spürbar unter der Konkurrenz einzuordnen.

Hardware-Helden Bronze Auszeichnung
Phanteks C350A

Auch wenn es keinen Gewinner gibt, ist der Raijintek CBW für uns eindeutig der Verlierer. Seine Kühlleistung gehört zum Schlussfeld, der Durchfluss ist schlecht, Montage und Verarbeitung überzeugen ebenfalls nicht.

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