SuperEQ S1 im Test

SuperEQ S1

Die SuperEQ S1 Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer bringen ANC und 40 Stunden Akkulaufzeit für wenig Geld. Wie es um den Klangt und die ANC-Qualität bestellt ist, zeigt unser Review der SuperEQ S1.

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Technische Daten

Treiber40 mm
Gewicht283g
Anschluss-Bluetooth 5.0
-3,5-mm-Klinke
CodecsSBC, AAC
Akkulaufzeit40 Stunden (mit ANC)
Ladezeit2 Stunden (angegeben)
2-3 Stunden (gemessen)
BauformOver-Ear
Impedanz32 Ohm
Frequenzbereich 20-20.000Hz
Sonstiges-ANC
-Ambient Modus
-Multipoint 
Preis
Amazon.de: € 23,99*
*Affiliate-Link - Preise inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten. Zuletzt aktualisiert am 26. November 2022 um 22:50 Uhr. Hier angezeigte Preise können sich inzwischen geändert haben - weitere Infos

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung fällt durch ihre mintgrüne und an den Seiten peppige Aufmachung auf. Öffnet man sie, wird man von einem ansprechenden Lieferumfang begrüßt. Zu den eigentlichen Kopfhörern gibt es eine Transporttasche aus Kunstleder, ein (zu) kurzes Mikro USB Ladekabel (ca. 25 cm), sowie ein 3.5 Klinkenkabel (ca. 120cm) und einen Flugzeugadapter. Auch Anleitung und Informationsblatt liegt bei.

Design, Verarbeitung und Tragekomfort

Die grünen/türkisen Akzente der Verpackung findet man an den Kopfhörern nicht wieder, jedoch setzen die S1 auf auffällige rote Innenseite am Bügel. Die Ohrmuscheln der ansonsten schwarzen Kopfhörer sind mit einem silbernen Ring und aufgedruckten SuperEQ Logo verziert.

SuperEQ S1

Damit die Kopfhörer gut transportiert werden können lassen sie sich Einklappen und passen locker in das großzügige Transporttäschchen. Die Verarbeitung ist auch ohne den Einsatz von hochwertigen Materialien gelungen. Das Gehäuse ist robust und stabil, die Spaltmaße passen. Im Gegensatz dazu werden Geräusche bei Berührung über das Gehäuse und das Kabel sehr stark übertragen. Was am meisten stört ist jedoch, dass die Buttons sehr locker sind und bei bei schnellen Kopfbewegung hörbar klappern. Wasserdicht sind die SuperEQ S1 nicht.

Für den Komfort sind weiche Ohrpolster mit Kunstlederbezug und Schaumstoff zuständig, was sich angenehm anfühlt. Etwas weniger großzügig gepolstert, aber noch ausreichend, ist der Kopfbügel. Der Anpressdruck hat es in sich, wird von den weichen Polstern aber auf ein angenehmes Niveau gedämpft. Je nach Ohr-Größe umschließen die doch recht kleinen Polster die Ohren aber nicht mehr. Bei größeren Ohren liegen sie also auf, was unangenehm werden kann. Auch eine gewisse Wärmeentwicklung ist nicht von der Hand zu weisen. Dafür sitzen die SuperEQ S1 sehr sicher, auch bei Bewegung. Der Kopfbügel kann verlängert werden, was schon etwas zu leichtgängig ist. Auch hier verstellt sich das bei endgültigen Einsatz aber nicht ungewollt.

SuperEQ S1 Review

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Eine passive Geräuschunterdrückung ist deutlich gegeben und schirmt bereits hörbar ab.

Bedienung und Ausstattung

Sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse befinden sich am rechten Hörer. Vorn sitzt der Mico-USB Anschluss, dahinter der 3.5mm Port, um die S1 bei Bedarf kabelgebunden nutzen zu können. Dann folgt der ANC-Button, sowie drei weitere Tasten, die je nach Drucklänge andere Funktionen realisieren. Das Bedienschema ist im Handbuch verständlich dargestellt.

So schaltet man beispielweise mit dem ANC Button zwischen Noise Cancelling AN/AUS und einem Transparenzmodus hin und her. Die anderen Tasten dienen Play/Pause, oder der Lautstärkeregulierung. Da die Tasten beim Tragen hinten am Kopfhörer sind, ist das Erreichen zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Es kann schon ein paar Tage dauern bis man gezielt agiert.

Eine Frauenstimme gibt englischsprachig Informationen zu dem jeweiligen Status und informiert auch, wenn der Akkustand niedrig ist.

Verwendet werden können die SuperEQ S1 wahlweise kabelgebunden an jeder Quelle mit 3.5mm-Anschluss oder kabellos mittels Bluetooth 5.0. Unterstützt werden nur der SBC und der AAC Codec, aptX gibt es nicht. Dafür jedoch ANC samt Ambient (Transparency) Modus. Auch Multipoint mit zwei Geräten wird unterstützt, der Wechsel zwischen den Quellen dauert gut 2 Sekunden.

Klang und ANC

Der Klang zeigt Höhen und Tiefen und das ist nicht auf die Frequenzen bezogen. Freunde basslastiger Pop/Elektro-Musik dürften mit den SuperEQ S1 erstmal zufrieden sein. Hier können die S1 einen vollen Tiefton darstellen. Aufs erste Hören ist man doch überrascht wieviel Fülle und Druck entsteht.

Je länger man hört, desto mehr zeigen sich aber auch klangliche Defizite. So ist es eben der der starke Tiefton, der sich weit in die Mitten zieht und dort anderen Anteile überlagert und dieser untergehen lässt. Wenn das Genre etwas wilder wird, sprich Metal und Rock, legen sich Bass und Drums zu sehr über das gesamte Klangbild, es wird dumpf und drückend. Legt man dem Bass per Equalizer die Ketten an, wird es hingegen schnell blechern.

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Die Höhen sind bei hoher Lautstärke schrill und bisweilen unangenehm. Dabei zeigt sich auch, dass je komplexer und detailreicher ein Song ist, je mehr Probleme haben die S1 diesen adäquat darzustellen. Gut hingegen ist die räumliche Darstellung.

Die Mikrofonqualität ist allenfalls als zweckdienlich zu bezeichnen. Man wird verstanden, aber gut klingt es nicht. Bei Windgeräuschen ist es schnell überfordert.

Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) macht einen überraschend guten Job und filtert Umgebungsgeräusche hörbar heraus. Wie gewohnt bleiben hohe Frequenzen deutlicher erhalten, hier kommt den SuperEQ S1 aber die ordentliche passive Abschirmung entgegen. Auch der Sturm der letzten Tage war mit ANC kaum noch zu hören
Leider zeigt der ANC Modus ein hörbares Grundrauschen, das beim Wunsch nach absoluter Ruhe stört. Bei aktiver Musikwiedergabe fällt es kaum auf, wenn man nicht gerade ein Hörbuch genießen möchte.

Der Transparenzmodus arbeitet ebenfalls zufriedenstellendend. Umgebungsgeräusche werden wie gewünscht verstärkt wiedergegeben, wenn auch blechern. Bei Gesprächen führt das durchaus mal zu Verständnisproblemen. Die Umgebung dringt aber gut zu einem durch und man hat seine Umgebung gut im Blick/Ohr.

Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt eine Laufzeit von 45 Stunden mit Bluetooth ohne ANC und 40 Stunden mit ANC bei 60% Lautstärke an. Wir haben die Angaben grob nachvollziehen können und attestieren dem 380mAH Akku ca. eine Laufzeit von gut 40 Stunden ohne ANC, so dass die Herstellerangaben nur ungefähr hinkommen dürften. Bei 1-2 Stunden täglicher Nutzung sollte man aber nicht mehr als 1-2 im Monat aufladen müssen.

Weniger flott als angegeben ist der Ladevorgang. Über den Micro-USB Anschluss dauert es 2.5 bis 3 Stunden bis der Akku vollkommen aufgefrischt ist. Allerdings reichen bereits 20 Minuten, um ein paar Stunden hören zu können.

Der Ladezustand wird über das gekoppeltes Smartphone angezeigt. Schon allein wegen des zusätzlichen Ladekabels wäre ein USB-C Anschluss, wie bei Smartphones, schöner gewesen.

Fazit

SuperEQ bietet mit dem S1 einen Bluetooth Kopfhörer mit ANC und einem großzügigem Akku für vergleichsweise kleines Geld, der von allem etwas bietet.

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Es gilt jedoch Abstriche zu machen. Der dicke Tiefton macht zunächst Eindruck, der Klang wird hohen Ansprüchen aber nicht genügen. Auch nicht, wenn man den zu dominanten Tiefton per EQ zügelt. Die ordentliche Verarbeitung wird vom Klappern der Buttons geschmälert, wobei das auch ein Einzelfall unseres Exemplar sein könnte.

Einen recht guten Eindruck hat prinzipiell ANC hinterlassen. Zusammen mit passiven Abschirmung wird einiges an Hintergrundgeräuschen ausradiert. Läuft jedoch keine Musik, ist das Grundrauschen schade und kratzt etwas an der guten ANC-Performance.

Als günstiger ANC Kopfhörer für Unterwegs könnten die SuperEQ S1 aber einen Blick Wert sein.

positiv

  • lange Akkulaufzeit
  • Lieferumfang
  • fester Sitz
  • überwiegend stabile Verarbeitung
  • ordentlicher ANC und Ambient-Modus
  • per Bluetooth und Kabel nutzbar
  • Bedienung zuverlässig

negativ

  • klangliche Defizite bei Mitten und Hochton
  • Buttons klappern (möglicher Einzelfall)
  • starke Geräuschübertragung über das Gehäuse
  • kein USB-C
  • Rauschen im ANC-Modus

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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