Deepcool Matrexx 55 ADD-RGB 3F im Test

Deepcools Matrexx 55 ADD-RGB 3F ist ein Budget-Gehäuse, bei dem RGB-Fans voll auf ihre Kosten kommen. Neben zwei Echtglasscheiben werden drei digital adressierbare RGB-LED PWM Lüfter und ein RGB-Streifen geboten, die dem Matrexx 55 eine tolle Optik bescheren. Ob es dabei an anderer Stelle Kompromisse gibt, klären wir auf!

Deepcool Matrexx 55 ADD-RGB 3F: Details

Verpackung und Lieferumfang

Trotz Lieferung aus Fernost überstand das Deepcool Matrexx 55 die Reise unbeschädigt, lediglich das Styropor wurde etwas sehr beansprucht. Zum Lieferumfang gehören Schrauben, Kabelbinder, ein 3fach-Lüfterkabel und Adapterkabel für die unterschiedlichen RGB-Header. Auch ein knappes Handbuch ist dabei.

matrexx55 lieferumfang
Lieferumfang

Technische Daten

Maße 210 × 480 x 440 mm
Material Stahl, Kunststoff, Glas
Gewicht7.6 kg
Format ATX, mATX, mini-ITX
Einschübe– 2x 3.5″
– 2-4x 2.5″
Kartenslots7
I/O-Panel– 1x USB 3.0
– 2x USB 2.0
– Mikro- und Kopfhöreranschluss
– Powerbutton
– Resetbutton
– RGB-Button
Fensterja (Glas)
Dämmungnein
Lüftersteuerungnein (nur Beleichtung)
Preis 75€

Platzangebot

RadiatorenGrößeTiefe
Front120/140/240/360 mmbis 43mm
Deckel120-280 mm50mm inkl Lüfter
Heck120 mm
Lüftermöglichvorinstalliert
Front3x 120mm/2x 140mm3x 120mm RGB
Deckel2x 120mm/2x 140mm
Heck1x 120mm
max. Kühlerhöhe168 mm (165mm gemessen)
max. GPU-Länge370 mm
Platz hinter Tray23 mm

Deepcool Matrexx 55 ADD-RGB 3F: Impressionen

Innen

Das Matrexx 55 ADD-RGB gibt es sowohl mit als auch ohne vorinstallierte RGB-Lüfter. Deepcool hat uns die Version mit Lüftern zur Verfügung gestellt, die mit dem Kürzel 3F versehen ist. Die Preisdifferenz liegt bei ungefähr 20€, was für drei digital adressierbare RGB-Lüfter mehr als fair ist.

deepcool matrexx55
Deepcool Matrexx 55

Im großen Ganzen ist das Matrexx 55 ADD-RGB ein typisches Stahl-Kunststoff-Glas Gehäuse, wie man sie mittlerweile zahlreich zu sehen bekommt. Dennoch wirkt das kompakte Case nicht langweilig, sondern beweist beim Design schlichte Eleganz.
Mit 210x480x440mm (BxHxT) ist das Deepcool Gehäuse ein klassischer Midi-Tower und kommt trotz 4mm starkem Echtglas auf nur 7.6 KG, was dem recht dünnen Stahlgerüst geschuldet ist. Wir messen beim Stahlblech eine Dicke 0.6-0.7 mm. Angesichts der Preisklasse und da wir keine Stabilitätsdefizite erkennen konnten, geht das ist Ordnung.

Matrexx 55
Matrexx 55

Die Front basiert auf einem Kunststoffrahmen und ist an den Stahlkorpus angesteckt. Durch die ordentlichen Spaltmaße wirkt sie dabei nicht wie ein Fremdkörper und fügt sich gut in das Gesamtbild ein. Etwas 4/5 der Frontfläche wird von gehärtetem Glas abgedeckt, ein kleiner Streifen rechts von schwarzem Kunststoff. Im Zwischenraum der beiden Materialen sitzt ein schmaler RGB-Streifen mit digitalen 5V RGB LEDs.

Um die Belüftung zu gewährleisten sind an den Seiten und der Unterseite der Front Luftschlitze eingelassen. Die Seiten sind mit einem groben Staubfilter versehen, der untere Spalt jedoch nicht. Penible Nutzer müssen den Staubwedel etwas öfter schwingen. Zur Wartung und Montage kann die Front mit einem kräftigen Ruck abgezogen werden, wobei das dortig integrierte I/O-Panel die Wartung aufgrund der festverbundenen Kabel etwas erschwert. Das Panel selbst bietet drei USB-Anschlüsse, leider nur einen mit USB3.0 Unterstützung. Neben dem obligatorischen Power- und Resetbutton, gibt es Audioports und einen RGB-Button, mit dem die Beleuchtung des integrierten LED-Streifen und auch der verbauten Lüfter gesteuert wird.

Der Rest des Matrexx 55 ist recht unspektakulär. Im Deckel ist ein Lüftergitter für zwei 120mm oder 140mm Lüfter eingesetzt, auch entsprechende Radiatoren finden dort Platz. Ein magnetischer Staubfilter schützt vor einrieselnden Verunreinigungen.
Im Heck fällt neben dem leeren 120mm Lüfterplatz die Verwendung von Einwegslotblenden negativ auf. Das wollen wir auch bei einem Gehäuse dieser Preisklasse nicht sehen.


Das linke Glasseitenteil wird mit vier Rändelschrauben montiert und verzichtet auf schwarze Blenden oder andere Designkniffe. Etwas schade ist, dass es nicht bündig integriert ist und seitlich an der Front übersteht. Ein planer Übergang hätte uns besser gefallen.
Werfen wir noch einen schnellen Blick auf den Boden, sehen wir dort nur den Netzteilausschnitt mit einem eingesetzten Staubfilter. Da es keine Auszugsmöglichkeit gibt muss das Case zu dessen Reinigung hingelegt werden.

Innen

Im Gegensatz zum ersten Matrexx 55 ohne RGB, verfügt das Matrexx 55 ADD-RGB über eine komplette Netzteilabtrennung und wirkt damit moderner und aufgeräumter. Damit auch das Netzteil in Szene gesetzt werden kann, ist in dem Bereich ein großzügiger Ausschnitt vorhanden. Für Frontradiatoren ist dank Ausschnit 43mm Platz vorhanden. Während für das Heck kein Lüfter mitgeliefert wird, sind in der Front gleich drei CF120 Lüfter mit digital adressierbaren LEDs verbaut. Die CF120 werden mittels PWM geregelt und haben laut Spezifikation einen Drehzahlbereich von 500-1500 U/Min. Der fehlende Hecklüfter macht sich bei den Temperaturen leider negativ bemerkbar, wie unsere Messung zeigen wird.

Die RGB Ansteuerung wird natürlich über 5V 3Pin realisiert und die Lüfter sind bereits mit der integrierten Steuerung verbunden – Adapterkabel auf VDG und VDxG (also 3 Pin mit Freistelle) befinden sich im Lieferumang. So hat der Nutzer die Wahl ob er über einen vorhandenen Mainboard-Header oder analog über den RGB-Button steuern möchte. Im oberen Teil der Front sieht man eine Art Blende, offenbar wurde das Grundgerüst auch für andere Gehäuse mit 5.25“ Schacht verwendet.

Ansonsten ist der Innenraum sehr einfach gehalten. Das Tray ist von gut platzierten aber simplen Kabeldurchführung umrandet. Manschetten gibt es nicht, aber sorgfältig abgerundete Kanten. Die zahlreichen Bohrungen sind nicht vollständig dokumentiert, wichtig ist vor allem zu wissen, dass bei den unteren Ausschnitten SSDs ihren Platz finden.

Das Netzteil wird von der Seite eingeschoben und auf Filzpuffern platziert, die eine rudimentäre Entkopplung bieten. Die maximale spezifizierte Netzteillänge beträgt 170mm. Da der linksseitige HDD-Käfig nicht entfernbar ist, sollte man dies unbedingt einhalten. Bereits bei 160mm + modulare Stecker ist die Montage schon etwas fummelig.
Der Käfig fasst zwei Laufwerke bis 3.5“ Größe und ist sehr einfach gehalten. Zwei Bleche halten das Laufwerk und werden in den Rahmen eingeschoben, eine Entkopplung gibt es nicht. Zwei weitere 2.5“ Laufwerke können darüber am Tray angeschraubt werden.

matrexx55
Rückseite

Unerwartet viel Platz gibt es im Bereich hinter dem Tray. Üppige 23mm machen das Verlegen sehr einfach und liegen weit über dem Durschnitt.
Auch im Inneren ist die Verarbeitung, angesichts der Materialstärke, grundsolide. Das Matrexx 55 ist nicht übermäßig stabil, erlaubt sich aber auch keine Patzer. Die Spaltmaße sind gut, scharfe Kanten oder Grate gibt es nicht. Auf der anderen Seite aber eben auch keine qualitativen Highlights.

Montage

Zur Installation eines ATX Boards müssen zunächst drei weitere Abstandshalter in das Tray geschraubt werden. Lob haben die sauber geschnittenen Gewinde verdient.
Bevor man das Board einsetzt, sollten die benötigen Slotblenden herausgebrochen werden, da es je nach Mainboard im Nachhinein schwer werden könnte. Der 158mm hohe CPU Kühler passt genau so spielend in das Matrexx 55 wie die verwendete GPU. Allerdings messen wir auch vom CPU-Kühler bis zur Seitenscheibe nur ca. 6mm.

Enger geht es beim Netzteil zu, wo sich das Matrexx 55 echte Kritik gefallen lassen muss. Bereits bei dem nur 16cm langen Seasonic mit modularen Kabeln war es aufgrund des HDD Käfigs bereits etwas mühselig dieses unterzubringen. Dem gegenüber steht der großzügig bemessene Raum fürs Kabelmanagement. Selbst das dicke ATX-Kabel findet locker Platz zwischen Tray und Seitenteil.

Die Lüfter sind bereits mit dem im Frontpanel integrierten RGB-Controller verbunden, wobei noch ein vierter Platz angeboten wird, beispielsweise für einen optionalen Hecklüfter. Für den PWM Anschluss der Lüfter liegt ein 3-fach Kabel bei, so dass alle gemeinsam über einen MB Anschluss betrieben werden können.

Deepcool Matrexx 55 ADD-RGB 3F: Messungen

Wie unsere Messungen im Detail ablaufen ist auf der Unterseite „So testen wir Gehäuse“ nachzulesen.

Temperaturen

Die drei Frontlüfter machen auf maximaler Ansteuerung viel Wind und Krach. Die Temperaturen sind dahingehend betrachtet bei der GPU O.K., bei der CPU jedoch verbesserungswürdig. Hier macht sich der fehlende Hecklüfter deutlich bemerkbar. Ganze 10k lässt das Matrexx 55 hier liegen.

Drosseln wir die Gehäuselüfter auf einheitliche 36dB(A) (hier ca. 50%) steigen die Temperaturen extrem stark und stellen klar, dass das Matrexx 55 im Auslieferungszustand große Probleme mit hoher Abwärme hat. Neben dem fehlenden Hecklüfter ist die restriktive Front daran maßgeblich beteiligt. Ohne Front fallen die Temperaturen 12k besser aus.

Lautstärke

Die drei Lüfter des Metrexx 55 haben ungedrosselt einen Schalldruck von ca. 48dB(A) und sind damit nichts für den Alltag. Dank der hohen Bandbreite kann man sich bei Bedarf aber auch auf ein sehr leises Niveau drosseln.

Die Umgebungslautstärke betrug 33,5 dB(A), die es bei den Messungen zu berücksichtigen gilt.

Deepcool Matrexx 55 ADD-RGB 3F: Fazit

Im Kern hat Deepcool mit dem kleinen Matrexx 55 ADD-RGB 3F ein wirklich schönes und grundsolides PC-Case im Angebot. Gerade in Bezug auf die Optik wird durch das hochwertige Glas und die sehr ansprechenden RGB-Lüfter einiges geboten. Bei Letzteren verzichtet Deepcool, anders als Beispielweise Kolink, nicht nur auf ein eigenes Steckerformat, sondern deckt mit den beigelegten Adapterkabeln gleich beide digitalen RGB-Layouts ab. Auch Nutzer ohne RGB-Mainboard kommen dank integriertem Controller in den Genuss der bunten Beleuchtung. Der günstige Anschaffungspreis von 65€ erscheint dann, wörtlich, nochmal in einem ganz anderen Licht.

Natürlich gibt es Kompromisse und die treten teilweise nur leicht, teilweise aber auch deutlicher hervor. Das dünne Grundmaterial ist aufgrund der ordentlichen Verarbeitung noch zu verschmerzen. Einwegslotblenden und schwer erreichbare Staubfilter stören da schon etwas mehr. Der vernietete HDD Käfig macht zudem den Netzteileinbau schwer und die Abweichung bei der maximalen Kühlerhöhe ist bedenklich. Zumindest der fehlende Hecklüfter ist zum Glück schnell nachgerüstet und kann den hohen Temperaturen etwas entgegenwirken. Ein Kühlwunder ist das Matrexx 55 aber in keinem Fall. Hier gilt klar Design über Funktion – was eben auch O.K. ist.

Hardware-Helden Silber Auszeichnung

Abschließend wollen wir uns bei Deepcool für die Bereitstellung der Samples und das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

weiterführende Links:

Herstellerlink
Preisvergleich

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