Creative Zen Hybrid im Test

Creative Zen Hybrid review

Bei dem Zen Hybrid handelt es sich um kabellose Kopfhörer mit Hybrid Active Noise Cancellation und bis zu 37 Stunden Akkulaufzeit. Wie sich Klang und ANC in der Praxis schlagen, haben wir uns in diesem Test angehört

Technische Daten

Creative Zen Hybrid
Teiber40 mm
Gewicht271 g
Anschluss– 3,5-mm-Klinke
– Bluetooth 5.0
CodecsSBC, AAC
Impedanz32Ohm
Empfindlichkeit117 dB
Frequenzbereich 20Hz – 20.000 Hz
Akkulaufzeit27 Stunden (mit ANC)
37 Stunden (ohne ANC)
Ladezeit1.5 Stunden
Sonstiges– Hybrid ANC
– Ambient Modus
PreisUVP: 109,99 €

Creative Zen Hybrid im Detail

Verpackung und Lieferumfang

Unboxing Creative Zen Hybrid

Geliefert wird der Kopfhörer in einer einfachen Pappverpackung. Zu dem Zen Hybrid gibt es eine Tragetasche aus Stoff, ein USB-C Ladekabel und ein 3.5mm Klinkenkabel (1.2 Meter) mit dem der Kopfhörer auch kabelgebunden genutzt werden kann. Dazu gibt es eine Anleitung und Danksagung.

Design und Verarbeitung

Der Creative Zen Hybrid ist ein weißer, kompakter und transportabler Kopfhörer. Das Design ist mit dem weißen Gehäuse und grauen Ohrpolstern zeitlos und gefällig elegant. Die ovalen Ohrhörer sind rückseitig geschlossen. Der Creative Schriftzug wird von aufgedruckten Eigenschaften des Zen Hybrid umrundet.

Creative Zen Hybrid Review

An dem rechten Hörer befinden sich die Bedienelemente bestehend aus einem Powerbutton, einer Taste für die ANC-Funktion und ein Lautstärkeknopf. Zwischen den Knöpfen ist der 3.5mm Klinkenanschluss platziert. Der USB-C Port zum Aufladen ist hingegen auf der linken Seite zu finden. Ein LED zeigt Verbindungsstatus an. Sie blinkt rot-blau im Pairing-Modus. Mit aktiver Bluetooth-Verbindung blinkt sie alle 5 Sekunden kurz blau, was recht unnötig erscheint. Eine LED auf dem ANC Button zeigt zudem dessen Status. Der Druck auf die Buttons ist recht laut , vor allem wenn man die Kopfhörer trägt.

Die Ohrhörer des Zen Hybrid sind in eine Richtung um 90 Grad drehbar und klappbar, so dass der Kopfhörer für den Transport zusammengefaltet werden kann.

Als Material kommt zum wesentlichen Teil einfaches Plastik mit matter Oberfläche zum Einsatz. Entsprechend einfach ist auch die Haptik. Das Anfassgefühl hebt sich bei der Materialwahl jetzt nicht unbedingt von günstigeres Modellen ab. Im Bereich des Kopfbügels, wo unterschiedliche Kunststoffteile zusammengefügt wurden, gibt es spürbare Kanten, was nicht tragisch ist, aber sorgfältiger umgesetzt werden kann. Das Kopfband selbst ist mit einem Stahlband verstärkt, die Aufhängungen der Ohrhörer bestehen jedoch nur aus Plastik.

Abgesehen von den nicht perfekten Kanten kann sich das Creative Zen in Bezug auf die Verarbeitung aber dahingehend punkten, dass nichts knarzt oder klappert, weder beim Tragen noch beim Aufsetzen. Hier hatten die günstige Modelle aus unseren Test so ihre Eigenarten, von den man hier verschont bleibt und ohne Störgeräusche auskommt.

Verbindung und Steuerung

Verbunden wird der Creative Zen Hybrid per Bluetooth 5.0. Bei einem neuen Produkt erwartet man da schon Version 5.2. Das Pairing verläuft unkompliziert, ebenso ist die Steuerung über Doppelbelegung der Tasten nachvollziehbar:

Der Powerbutton kann mit einfachem Druck für Start/Pause genutzt werden, oder um den Sprachassistent zu aktivieren. Die Lautstärkeknöpfe können per Doppeldruck auch für Vor- und Zurück verwendet werden.
Der ANC-Button (de)aktiviert die aktive Geräuschunterdrückung. Drückt man zweimal wird in den Umgebungsmodus geschaltet. Der Modus wird von einer Ansage benannt. Nervig ist, dass man weder zu schnell noch zu langsam doppelt drücken darf, sonst klappt der Wechsel nicht immer.

Rein vom Aufbau haben wir hier aber ein intuitives und vollständig Bedienschema – sehr gut!

Tragekomfort

Das Creative Zen Hybrid bringt gut 270 Gramm auf die Waage und ist damit nicht zu schwer. Der leichte Druck auf dem Kopf wird von dem weißen Polster reduziert , bleibt aber spürbar. Zu Schmerzen kam es an dieser Stelle aber auch nach langem Tragen nicht. Die grauen Ohrpolster bestehen aus Protein Leder und sind hervorragend. Die Oberfläche ist etwas rauer, die Polsterung angenehm weich. Obwohl der Anpressdruck die Hörer fest am Kopf hält, liegen sie mit einem angenehmen Gefühl auf und sind weniger präsent als der Bügel. Die Wärmeentwicklung ist in den kleinen Polstern deutlich zu spüren und führt alsbald zu warmen Ohren, aber alles im Rahmen. Das Kopfband lässt sich an jeder Seite um 30 mm in klar definierten Stufen verstellen, die fest einrasten.

Insgesamt hat Creative hier eine gute Balance aus Sicherheit und Komfort gefunden. So sitzt der Kopfhörer fest und hält auch bei mäßiger Bewegung. Für Sport sitzt er mir aber zu locker. Gönnt man Kopf und Ohren nach 1 oder 2 Stunden eine kurze Pause, hält man mit dem Kopfhörer auch den ganzen Tag durch.

Creative Zen Hybrid

Die passive Geräuschunterdrückung ist beachtlich und dämmt auch ohne ANC schon stark. Berührungen auf der Rückseite der Ohrhörer sind hingegen sehr laut zu hören.

Klang

Die Creative Zen Hybrid haben 40 mm Neodymium Treiber mit einem Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hz. Bei den Codecs wird SBC und AAC unterstützt.

Der Klang ist eher warm mit leicht betonten Oberbass/unteren Mitten. Dem Tiefbass fehlt es hingen am letzten „Wumms“, den man dann gerade bei Hip-Hop und elektronischen Beats ein wenig vermisst. Dafür gefallen mir Härte und Präzision.

Creative Zen Hybrid Test

Die Mitten sind angenehm, stellenweise etwas zurückgenommen. Je Sänger/Sängerin dürften die Stimmen gerne präsenter dargestellt werden. Die Höhen sind auch im Bereich der Sibilanten nicht zu scharf. Ich hätte es gern noch etwas filigraner und luftiger. Insgesamt ist das Klangbild aber auch sehr gefällig. Weniger zum erleben, sondern eher dem ausdauerndem Hören, was gut in das Konzept passt.

Dabei kann der Zen Hybrid auch laut spielen und zeigen einen guten Maximalpegel.

SXFI

Um SXFI nutzen zu können muss die entsprechende App auf dem Smartphone verwendet werden. Zur Personalisierung kommt das Head-Mapping zum Einsatz, bei dem man Fotos von seinen Ohren/Kopf anfertigt. Welche Parameter anhand der Fotos angelegt werden, ist nicht ersichtlich. Alternativ gibt es auch einen normalen Equalizer in der App.

Im Falle des Zen Hybrid ist die Wirkung von SXFI bei einigen Musiktiteln unerwartet gelungen, obwohl ich diese „Klangverbesserer“ in der Regel nicht sonderlich mag. Die Räumlichkeit wird aber teilweise verbessert. Stimmen und Instrumente lösen sich besser, es klingt freier. Das klappt nicht bei jedem Song gleich gut. Bei schnellen Rock-Songs verfälscht SXFI tendenziell stärker und es wir hallend, aber gerade im Singer-Song-Writer-Segment öffnen sich die Kopfhörer, das Potenzial ist auf jeden Fall da.

Leider ist SXFI derzeit nur mit lokal gespeicherte Musik verwendbar, soll zukünftig aber direkt in zertifizierten Geräten integriert werden.

Hybrid ANC und Ambient-Modus

Die Creative Zen Hybrid bieten eine hybride aktive Geräuschunterdrückung (Hybrid Active Noise Cancellation). Dabei sollen durch die Kombination von innen und außenliegenden Mikrofon (Feedforward und Feedback) möglichst viele Geräusche gefiltert werden, auch solche innerhalb des Hörers.
Zunächst ist wie angesprochen bereits die passive Geräuschunterdrückung durch bloßes Aufsetzen der Kopfhörer beachtlich. Hier werden hohe Geräusche und Rauschen bereits merklich leiser. Gespräche sind ohne Musikwiedergabe noch möglich aber erfordern bereits eine gewisse Konzentration.

Hier kommt der sehr effektive Ambient-Modus ins Spiel, der sich über den „Doppelklick“ der ANC-Taste aktivieren lässt. Zwar zeigt sich hier ein ausgeprägtes Rauschen und auch der Klang der Umgebung bekommt einen gewissen Hall, ist dafür aber laut und deutlich.

Leider zeigt sich das Zen Hybrid im Ambient-Modus aber sensibel bezüglich der Mikrofone bzw. hat ein etwas ungünstiges Layout. Sollte man mit aktiviertem Ambient-Modus die Mikrofonlöcher auf der Rückseite der Hörer mit den Finger oder Handflächen verdeckten z.B. wenn man die Kopfhörer absetzt, oder zurechtrückt, ertönt ein sehr lautes, schrilles Pfeifen aus den Hörern. Vermutlich eine Rückkopplung des Mikrofons. Dies ist hier aber so laut, dass es problemlos bis ins Nachbarzimmer hörbar ist und in den Ohren schmerzt, wenn man die Kopfhörer trägt.

Update:

Wie man uns mitteilte, handelt es sich dabei nicht um einen Defekt und sollte bei korrekten Tragen des Kopfhörers nicht zu einem Problem werden. Daher werten wir das Layout bezüglich der Platzierung der Mikrofonöffnung als potenziell ungünstig, da es hier beim Zurechtrücken und Absetzen der Kopfhörer aufgetreten ist, wenn man diese zuvor nicht abschaltet bzw. den Ambient Modus deaktiviert.

Im normalen ANC-Modus zeigt sich dieses Phänomen nicht. Das Grundrauschen ist auch hier vorhanden, aber deutlich dezenter und bei der Wiedergabe kaum störend. Die Wirkung des ANC-Modus reicht von dezent bis beachtlich, immer davon abhängig welche Geräusche gefiltert werden sollen. Das Tippen einer mechanischen Tastatur wird beispielsweise nur mäßig gedämmt im Vergleich zu der passiven Dämmungen und in erster Linie werden die tiefen Frequenzen gefiltert.

Deutlich besser klappt es mit Haushaltsgeräuschen wie Mixern oder Rasenmähern aus der Nachbarschaft. Nur mit dem Staubsauger hatten sie ihre Probleme, da blieb ein hohes Pfeifen übrig. Verkehrsgeräusche und sogar Stimmengemurmel im Hintergrund werden angenehm reduziert, so dass man spätestens bei Musikwiedergabe für sich ist. Die ANC-Leistung ist hier wirklich gut.

Akkulaufzeit

Wir haben in der kurzen Testphase versucht die Angaben von Creative nachzuvollziehen. Demnach soll das Zen Hybrid bis zu 37 Stunden ohne ANC und bis 27 Stunden mit ANC durchhalten. Mit einer vollen Ladung habe ich bei ca. 50% Lautstärke nach ~23 Stunden mit ANC leider die Uhr aus den Augen verloren. Den Angaben gegenüber muss man aber offenbar nicht misstrauisch sein.

Geht der Akku zur Neige wird dies mit einer sich alle paar Minuten wiederholenden Ansage mittgeteilt, ehe es mit einer „Power off“ zu Ende geht. Nach nur 5 Minuten Ladezeit soll eine Akkuladung 5 Stunden (ohne ANC) halten. Nach 5 Minuten Laden haben den Hörer wir 4.5 Stunden spielen lassen können.

Fazit

Alles in allem hat Creative mit dem Zen Hybrid ein ordentlichen Kopfhörer und zuverlässigen Begleiter für unterwegs in das Programm genommen. Am sehr guten Tragekomfort und der guten Akkulaufzeit kann man wahrlich nicht meckern. Bei letzter gefiel auch, dass ein kurzes Laden bereits für mehrstündiges Hören reicht.
Für die entspannte Auszeit ist auch die ANC-Leistung gut gelungen. Sie filtert zwar wie immer nicht alle Geräusche gleichermaßen, hilft aber zusammen mit der guten passiven Dämmung sich mal zurückzuziehen.

Licht und Schatten zeigt der Ambient-Modus. Er ist sehr effektiv und das Rauschen sowie der blecherne Klang sind zu vernachlässigen. Die Geschichte mit dem schrillen Pfeifen kann aber wirklich unangenehm sein.

Klanglich gefielen die Creative Zen Hybrid ebenfalls. Sie schaffen keine Sensation, aber sind in der Preisklasse gut spielende Begleiter für langes Musik- oder Hörbuchhören, mit einer gefälligen Abstimmung. Die Materialwahl beschränkt sich im Wesentlichen auf einfachen Kunststoff, kommt aber ohne lästiges Knarzen und Klappern beim Tragen aus!

Somit ein guter, aber nicht Kritikloser auftritt! Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 109,99 Euro was, bis auf den Feaupax im Ambient-Modus, absolut in Ordnung ist.

positiv

  • sehr guter Tragekomfort
  • gute ANC-Leistung
  • Akku-Laufzeit
  • gefälliges Design
  • transportabel (faltbar und Tasche)
  • auch kabelgebundenen nutzbar

negativ

  • Layout begünstigt unter Umständen Rückkopplung im Ambient-Modus
  • SXFI-App derzeit nur mit lokalen Inhalten nutzbar

Wir haben das Produkt vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme auf den Test oder die Wertung fand nicht statt.

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